der Nebel der Überreizung

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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der Nebel der Überreizung

Beitragvon KeinPonyhof » Di 10. Apr 2012, 15:37

Hallo zusammen

Bei Überreizung, sei dass wenn zuviele Menschen um mich herum sind oder ich zuviele Pendenzen habe und diese in meinem Kopf Dimensionen annehmen, denen ich subjektiv nicht mehr gerecht werden kann usw... dann kommt es vor, dass sich wie eine Art Nebel um mich herum bildet. Ich höre dann nicht mehr so gut und kann mit meinem Augen nicht mehr so richtig fokussieren. Auch habe ich dann das Gefühl, dass mein Blickwinkel eingeschränkt sei... Zudem konnte ich beobachten, dass ich ihn diesen "umnebelten" Situationen extrem erweiterte Pupillen habe...

Dieser Zustand kann von einer halben Stunde bis zu einem Tag anhalten. Nicht immer ist für mich offensichtlich, welches Erreignis diese Überreaktion auslöst... Meistens verschwindet der Nebel auch, wenn ich mich zurückziehe und mir ein wenig Ruhe gönne... In wilderen Zeiten, wenn ich allgemein überfordert bin und nicht so stabil bin, ist es sehr schwer diesen Zustand wegzubekommen...
Was mich am meisten nervt, wenn der Nebel wieder einmal zuschlägt, ist, dass mein Denkvermögen irgendwie eingeschränkt ist und ich nicht mehr so schnell und präzise wie gewohnt denken kann. Es ist, als ob ich gerade aus dem Tiefschlaf erwacht sei und noch irgendwie ein wenig verwirrt und schlaftrunken bin...

Kennt ihr das auch? Ich habe noch nie von jemandem gehört, der das auch kennt... Vielleicht werde ich hier fündig...

Liebe Grüsse.
Euer KeinPonyhof
KeinPonyhof
 

Re: der Nebel der Überreizung

Beitragvon Jo » Di 10. Apr 2012, 15:46

Hi,

ich habe immer gedacht, dass dies mit meiner Erkrankung zusammenhängt.
Ich habe dies immer auf Arbeit, wenn ich mich sehr auf etwas konzentieren muss oder wenn es wirklich zuviel wird. Ich soll dagegen Galactose nehmen, weil mir dieses Stoffwechsleprodukt fehlt.
Meine Ärztin ist sehr auf Natur eingestellt(zum Glück).
Aber ich stimme Dir in allem voll zu. Leider fehlt mir die Lösung dazu. Ein Hinweis, dass man alles langsamer angehen soll, ist heutzutage nicht oder kaum realiserbar, wenn man arbeiten geht.
Es verschwindet, wenn man etws abschaltet...

LG Jo
Jo
 

Re: der Nebel der Überreizung

Beitragvon Visenya » Di 10. Apr 2012, 16:07

Ich dachte, ich wäre die Einzige...

Diesen Nebel kenne ich sehr gut. Wenn ich mich dann nicht irgendwann aus der Situation lösen kann, bekomme ich meist sogar Kopfschmerzen, in seltenen Fällen kann ich sogar mit Übelkeit reagieren. Ich versuche dann meist, mich abzulenken - z. B mit einer kleinen Kritzelei. Wenn ich in der Hochschule bin, geh ich dann zur Toilette, schließe kurz die Augen und atme tief durch. Wenn ich in Seminaren bin, die total unstrukturiert und chaotisch sind, bin ich danach oft gereizt und habe auch das Gefühl, dass mein Sichtfeld irgendwie eingeschränkt ist.

Schlimm ist, wenn ich dann "abwesend" bin und manche Leute das bemerken. Eine ehemalige Freundin hat darauf immer sehr gereizt gewirkt und war tödlich beleidigt, wenn ich nach ihren stundenlangen Erzählungen erstmal ein paar Minuten aus dem Fenster sah. _nüxweiss_
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Re: der Nebel der Überreizung

Beitragvon KeinPonyhof » Di 10. Apr 2012, 16:25

aahh danke für eure Antworten... Dieses Forum ist wirklich eine Goldgrube mit vielen goldigen Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben wie ich... Danke!!
Kennt ihr das mit den Augen auch? Also, dass die Pupillen sich erweitern? Ich bin bei mir auch nicht 100% über die Ursache sicher, es ist definitiv eine Überreizung, aber irgendwie kommt es manchmal auch vor, dass es in Situationen passiert, mit denen ich früher Mühe hatte, die aber heute eigentlich keine Überreizung mehr darstellen sollten...

insidethecage: das ist echt spannend, ich habe an der Uni immer genau das gleiche gemacht, wenns mir zuviel wurde... schnell in der Toilette und abschalten. :)
KeinPonyhof
 

Re: der Nebel der Überreizung

Beitragvon Bennu » Mi 11. Apr 2012, 17:52

Ich kenne diesen Zustand von mir selbst nicht, bin aber überaus neugierig. Wie ist das denn? Habt ihr anderen dabei auch wie insidecage Kopfschmerzen? Ist es also eine Migräne-artige Gesichtsfeldeinschränkung? Und wie lang hält es bei euch an?
Bennu
 

Re: der Nebel der Überreizung

Beitragvon Jenny » Mi 11. Apr 2012, 18:56

Hallo Ihr,

es ist schön zu hören, nicht alleine damit zu sein. Der Nebel und die anderen Zustände sind sehr gut beschrieben.

Ich habe dann ein Helm-Gefühl und der Augendruck steigt. Erst die sanfte Stille, das Wattegefühl danach entspannt es wieder. Es ist für wenige nachvollziehbar, warum ich nicht immer voll da bin. Daran ist wohl maßgeblich auch meine letzte Beziehung zerbrochen. Er dachte, ich würde mich nicht auf ihn konzentrieren, was ja auch so war.

Doch die Ruhe lindert und hat auch Einsamkeit zur Folge, aber es gibt nur diesen sanften Weg. Oder?

Beste Wünsche
Jenny
Jenny
 

Re: der Nebel der Überreizung

Beitragvon georgy » Do 12. Apr 2012, 08:03

hallo all ihr lieben

ich kenne das auch, dieses abschalten, wenn es mir zu viel ist. meist drifte ich dann innerlich ab und bin nur halb anwesend. insbesondere bei kursen oder seminaren habe ich dann immer nur teile mitbekommen, weil ich zwischendurch eben immer wieder weg war.
ich kann das verstehen, denn meine aufnahmsfähigkeit ist eben auch begrenzt und ich kann erst neues aufnehmen, wenn ich das vorgetragene verstanden bzw verarbeitet und integriert habe. Ich lerne daher nur sehr langsam und konnte daher auch nicht studieren.

herzensgrüsse euch allen

georgy
georgy
 

Re: der Nebel der Überreizung

Beitragvon KeinPonyhof » Do 12. Apr 2012, 11:30

Bennu hat geschrieben:Ich kenne diesen Zustand von mir selbst nicht, bin aber überaus neugierig. Wie ist das denn? Habt ihr anderen dabei auch wie insidecage Kopfschmerzen? Ist es also eine Migräne-artige Gesichtsfeldeinschränkung? Und wie lang hält es bei euch an?

hm, das mit den kopfschmerzen kenne ich auch, dass passiert bei mir aber nur, wenn ich nichts an den Umständen ändere und zum Beispiel lange in diesen unangenehmen Situationen ausharre... Migräne-artige Gesichtsfeldeinschränkung trifft es daher bei mir nicht... es ist eher so als könne das Hirn nicht mehr alle Umgebungsinformationen aufnehmen und blendet darum gewisse Dinge aus oder lässt sie weniger deutlich erscheinen... so habe ich mir das auf jedenfall erklärt....
KeinPonyhof
 

Re: der Nebel der Überreizung

Beitragvon Sunine » Fr 13. Apr 2012, 20:14

Diese physischen Symptome kenne ich auch aber nicht als Nebel um mich herum sondern in meinem Kopf. Da fühle ich mich wie benebelt, wie als hätte ich Watte im Kopf, kann nichtmehr klar denken und stehe total neben mir. Fühle mich schwindelig im Kopf und schlaftrunken. Das passiert oft wenn ich mich sehr konzentrieren musste und tritt umso stärker in Erscheinung, wenn um mich herum zusätzlich noch viel los war/ist.
Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen,
müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken.

Mein neuer Blog http://www.funtasieanddreams.blogspot.de/
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Re: der Nebel der Überreizung

Beitragvon Hortensie » Fr 13. Apr 2012, 22:15

Ich hatte das als Kind/Jugendliche zu Schulzeiten. In meinem Kopf war alles wie Watte und ich hatte das Gefühl, nichts könnte zu mir vordringen.
Zu der Zeit habe ich mich ziemlich überfordert gefühlt und die Schule als ganz schrecklich empfunden.

LG, Hortensie
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