Die Erkenntnis HSP zu haben: Wie habt ihr euch gefühlt?

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Re: Die Erkenntnis HSP zu haben: Wie habt ihr euch gefühlt?

Beitragvon Wolke2009 » So 7. Mai 2017, 02:01

Die Erkenntnis HSP zu haben: Wie habt ihr euch gefühlt?


Verstanden und erleichtert!!! sblätter
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Re: Die Erkenntnis HSP zu haben: Wie habt ihr euch gefühlt?

Beitragvon sensibelchen115 » Mo 31. Jul 2017, 21:22

Die Erkenntnis eine HSP zu sein war befreiend und super .
Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen,
Unglück oft durch Vernachlässigung kleiner Dinge.
Wilhelm Busch
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Re: Die Erkenntnis HSP zu haben: Wie habt ihr euch gefühlt?

Beitragvon Shyrali » Di 1. Aug 2017, 11:09

Ich war schon immer irgendwie "anders", doch warum und weshalb hab ich nie gewusst.
Meine Komfortzone ist wesentlich klarer abgesteckt als die der Menschen in meinem Umfeld.
Meine Neigung, mit körperlichem Unbehagen oder sogar Krankheit auf unangenehme Situationen zu reagieren hat mich schon immer irgendwie verwundert. Nun weiß ich woher das kommt. Trotzdem überrascht es mich noch immer, da ich viel zu oft zuerst körperliche Symptome wahrnehme und erst darüber in mich hineinhorche und feststelle, dass es eine bestimmte Ursache dafür gibt.
Sprüche wie: "Reiß dich mal zusammen, da musst doch jeder durch." oder das völlige Unverständnis wenn ich etwas stark wahrnehme was andere überhaupt nicht bemerken ... so etwas kann mich total fertig machen. Ich ziehe mich dann vollkommen zurück und sage am liebsten gar nichts mehr.

Aber es kann auch so schön sein ... die außergewöhnlich schöne Blume, ein Sonnenaufgang, der Duft von frisch gemahlenem Kaffee, Musik ... ich bedauere fast, dass nicht jeder Mensch die Dinge so wahrnimmt wie ich und aus einem schönen Anblick, einer bezaubernden Melodie, einem zarten Duft oder den richtigen Worten eine ganze Wunderwelt erschaffen kann.
sblätter

Die Erkenntnis eine HSP zu sein war zwar erleuchtend, doch bleibt es sehr schwierig selbiges zu kommunizieren. Das Verständnis der Mitmenschen fehlt leider viel zu oft.
Shyrali
 

Re: Die Erkenntnis HSP zu haben: Wie habt ihr euch gefühlt?

Beitragvon adele » Mi 2. Aug 2017, 09:02

liebe Shyrali

schön, daß du dich auf all die lieben menschen hier einläßt.
sicherlich wird dir das gut gefallen u. du wirst dich schnell gut aufgehoben fühlen, weil alle einen teil deiner geschichte kennen.
lies einfach mal querbeet, damit du dich hier schnell zuhause fühlst.

derweil liebe grüße an dich
adele
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Re: Die Erkenntnis HSP zu haben: Wie habt ihr euch gefühlt?

Beitragvon Ellana » Mi 2. Aug 2017, 09:24

Mich wundert es manchmal, wenn Leute sagen, dass sie froh sind, wenn sie endlich wissen, was mit Ihnen los ist (sie für sich die Diagnose HSP entdeckt haben) und es ihnen fortan gut geht. Ich kann verstehen, dass es erleichternd sein kann, wenn man weiß, was bei einem ist (wobei Diagnosen ja von Arzt zu Arzt unterschiedlich sein können und einzelne Symptome auch auf verschiedene Diagnosen zu treffen, Gründe, Ursachen,...haben können).
Ich hab auch gerne die HSP-Literatur gelesen und es gut gefunden, eine mögliche Erklärung zu haben. Nur dadurch ändern sich ja die Themen und Schwierigkeiten nicht, die man mit etwas hat. Nur weil ich glaube, HSP zu sein, verändert sich nicht gleich der Umgang des Außens mit mir, mein Umgang mit dem Außen, meine Wahrnehmung, meine Reaktionen auf manche Außenreize, etc. . Ich kann versuchen, meine Umgebung so zu ändern, damit ich besser damit klar komme. Ich kann versuchen, mich mehr zu schützen. Manches davon benötigt aber auch entsprechende Außenbedingungen...und die sind z.T. auch abhängig von Beruf, Geld, die Kontakte, die man hat.
...und immer nur (als Bsp.) mit Ohropax in der Bahn sitzen, weil es einem zu laut ist,...ist das wirklich so prickelnd?
...und finden das wirklich andere so toll, wenn man sich gut in andere hineinversetzen kann oder ist es manchen auch einfach egal, weil für sie andere Themen wichtiger sind (nennt es oberflächlichere oder nicht)?
Das sind so Gedanken, die ich mir dazu mache.
Hochsensibel zu sein hat durchaus positive Seiten. Man braucht aber auch die passende Umgebung, das passende Umfeld dazu, um damit gut leben zu können. ...und das bekommt man nicht mit einem Fingerschnips...und manches lässt sich vielleicht auch erstmal nicht ändern.
Ellana
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Re: Die Erkenntnis HSP zu haben: Wie habt ihr euch gefühlt?

Beitragvon atemlos » Mi 2. Aug 2017, 10:33

Ellana hat geschrieben:Mich wundert es manchmal, wenn Leute sagen, dass sie froh sind, wenn sie endlich wissen, was mit Ihnen los ist (sie für sich die Diagnose HSP entdeckt haben) und es ihnen fortan gut geht. Ich kann verstehen, dass es erleichternd sein kann, wenn man weiß, was bei einem ist (wobei Diagnosen ja von Arzt zu Arzt unterschiedlich sein können und einzelne Symptome auch auf verschiedene Diagnosen zu treffen, Gründe, Ursachen,...haben können).
Ich hab auch gerne die HSP-Literatur gelesen und es gut gefunden, eine mögliche Erklärung zu haben. Nur dadurch ändern sich ja die Themen und Schwierigkeiten nicht, die man mit etwas hat. Nur weil ich glaube, HSP zu sein, verändert sich nicht gleich der Umgang des Außens mit mir, mein Umgang mit dem Außen, meine Wahrnehmung, meine Reaktionen auf manche Außenreize, etc. ..

Hallo Ellana
Ich glaub du unterschätzt hier, wieviel der Kopf ausmacht. So eine Selbstdiagnose fällt nicht selten auf seeeehr fruchtbaren Boden, und kann, wie ich finde/gesehen habe, die innere als auch äußere Welt radikal verändern. Tatsächlich im Zuge eines Fingerschnips (wie du geschrieben hast), wenn die Bereitschaft dazu da ist. Schubladen reduzieren, vereinfachen die Welt, man gehört zu einer Gruppe, kann endlich Verantwortung abgeben, ..und hey, plötzlich ist man nicht mehr neurotisch, sondern "hat HSP", denn die Sonne ist ja definitiv ZU grell (also offensichtlich "für die Normalen" gemacht, Schweinerei!). #bäh# Welche Tragweite das haben kann sieht man, wenn die Emotionen hoch gehen falls die selbstdeklarierte HSP-Identität in Frage gestellt wird. _läch_ LG
atemlos
 

Re: Die Erkenntnis HSP zu haben: Wie habt ihr euch gefühlt?

Beitragvon free thinker » Mi 2. Aug 2017, 22:08

Liebe Ellana, lieber atemlos,

eine kleine Ergänzung zu euer beider Ausführungen, die ich im Übrigen genauso unterschreiben würde, möchte ich doch beitragen.

Im Endeffekt ist die Nomenklatur für die meisten Menschen wohl egal, ebenso wie der theoretische Überbau des Konzepts der Hochsensibilität – der im Übrigen wie die meisten Theorien in der Psychologie nicht empirisch einwandfrei bewiesen werden kann, ganz im Gegensatz zur Symptomatik (stärkere Geräuschwahrnehmung etc.).

Charakterzüge lassen sich durch standardisierte Tests messen, einer davon ist der sogenannte Big 5 Test in der Psychologie. Die von atemlos angesprochene Eigenschaft des Neurotizismus ist Bestandteil dieses Tests und er lässt sich durchaus mit einigen von Hochsensiblen selbstempfundenen Konnotationen verbinden. Menschen mit hohem Neurotizismuswert sind bspw. durch Worte und Taten verletzbarer und berichten von einem starken inneren Gefühlserleben. Soweit kein Problem, Menschen sind nun einmal unterschiedlich.

Gesellschaftlich allerdings ist der Mensch wohl darauf aus, zu starke Ausreißer aus der Norm zumindest kritisch zu beäugen. Das führt oftmals bei Personen, die in irgendeiner Form von diesen starken Ausreißern betroffen sind, zu negativen sozialen Erfahrungen und gilt ebenso für positive wie negative Ausreißer in Charakterzügen, sei es eine größere Offenheit gegenüber Neuem oder höherer Neurotizismus.

Was also tun in solch einem Fall? Es wird eine Schublade gesucht, um erstens Selbsterkenntnis zu erlangen und zweitens Gleichgesinnte zu finden, mit denen es einfacher ist, intuitiv eine Verbindung aufzubauen und sozial umzugehen, mit denen Verstehen möglich ist. Meist funktioniert dies, denn objektiv sind tatsächlich verschiedene charakterliche Ausprägungen messbar und existent, wobei Menschen mit denselben Ausprägungen in gleichen Bereichen eher kooperativ miteinander umgehen können. Gleich und gleich gesellt sich also doch gern. Gleiches Phänomen ist übrigens an vielen anderen Stellen ebenso zu beobachten. Menschen mit ähnlichen Charaktereigenschaften finden sich an vielen anderen Stellen zusammen und fühlen sich wohl: In der Bundeswehr, in der Steuerbehörde, im Kreisverband der jeweils präferierten Partei, in Unternehmen, Kunstgalerien und überall sonst noch wo Menschen zusammenkommen.

Ich denke einen genauen Begriff für die selbst empfundene Andersartigkeit zu haben ist hier der erste positive Reiz. Der Zweite wäre im Falle der HS die „Selbst-„ Aufnahme in eine Gruppe von Menschen mit ähnlichen Charakterzügen, mit denen meist naturgemäß und intuitiv ein besserer Umgang möglich ist, als mit denjenigen mit komplett anders ausgeprägten Charaktereigenschaften. Wahrscheinlich liegt der Grund für all die positiven hier geschilderten Erlebnisse und Emotionen (die ich zum Teil teilen und selbst empfinden kann, ohne jeden Tag die Sonne für mein Unwohlsein verantwortlich machen zu müssen ;-)) bei einer Kombination von Beidem.

So gesehen ist es egal, ob wir das Konzept HS nennen und ihm einen theoretischen Überbau geben oder einfach sagen, manche Menschen wurden bei Neumond unter einem Mistelzweig von einem liebestollen Einhorn geküsst, deshalb sind sie anders. Auch wenn diese Behauptung offensichtlicher Schwachsinn ist, wird diese „Offenbarung“ sicher von Vielen mit Freude aufgenommen werden, einfach aufgrund der oben beschriebenen emotionalen Dynamik.

Einen lieben Gruß,
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"Our doubts are traitors and make us lose the good we oft might win by fearing to attempt". - William Shakespeare
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Re: Die Erkenntnis HSP zu haben: Wie habt ihr euch gefühlt?

Beitragvon Ellana » Mi 2. Aug 2017, 22:52

Wenn es einem im Bus zu laut ist, man sich nicht konzentrieren kann, wenn um einen herum zuviel los ist, wenn man viele Stimmungen wahrnimmt und einen das erschöpft, wenn man innerlich sehr auf Reaktionen von Außen reagiert,....dann ist das weiterhin so, auch wenn man weiß, dass man das HSP nennen könnte.

...und ich denke, dass manche etwas HSP nennen, was vielleicht gar nicht HSP ist...und wo es vielleicht besser wäre, es einfach hochsensibel bzw. sehr sensibel,...etc. zu nennen. Dieses kann man nämlich auch "einfach so sein" oder aus verschiedenen Gründen,...lebensgeschichtlich, gesundheitlich bedingt.

Ich denke, HSP ist nicht gleich HSP, auch wenn es helfen kann (für sich selbst, innerlich) sich so zu nennen.

Der Fakt bleibt der Gleiche. Egal, ob ich es X oder Y nenne. Dann bleibt nur immer noch die Frage: Wie geht man damit um? Mit den Vorteilen, aber eben auch mit den Nachteilen.

Es kann jeder denken, wie er will. Mir kann nur niemand weiß machen, dass alle Probleme, die man vorher hatte, nur dadurch verschwinden, dass man einen Namen dafür hat.

Ansonsten: Finde ich Deinen Beitrag gut, Freethinker.
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Re: Die Erkenntnis HSP zu haben: Wie habt ihr euch gefühlt?

Beitragvon Morgentau2 » Do 3. Aug 2017, 08:49

Ihr verwirrt mich total _gruebel_

und meiner Meinung nach hat das was ihr schreibt nichts mehr mit dem eigentlichen Thema des Threads zu tun......Neben der Tatsache das das Wort "haben" mich stört da Hochsensibilität keine Krankheit ist sondern eine Charaktereigenschaft und man es dementsprechend "ist" und nicht "hat" geht es in dem Thread nur darum wie man sich fühlt wenn man eben erkannt hat das man hochsensibel ist und somit einige Dinge, die man nie verstanden hat (sei es Verhalten oder Empfindlichkeiten auf Lebensmittel, Geräusche etc), erklären kann. Niemand sagt das alle "Probleme" die man hat auf die Hochsensibilität zu schieben sind ich sage ganz sicher nicht das meine Depressionen und mein Verttrauensproblem von der Hochsensibilität kommen, ich weiß das das Mobbing seinen Anteil daran hat.

Und schließlich ist die Hochsensibilität nicht alles und das einzige was uns ausmacht.
Gott gebe mir Gelassenheit,
hinzunehmen, was nicht zu ändern ist.
Mut, zu ändern, was ich ändern kann.
Und Weisheit, zwischen beidem zu unterscheiden.

_angel_
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Re: Die Erkenntnis HSP zu haben: Wie habt ihr euch gefühlt?

Beitragvon Ellana » Do 3. Aug 2017, 09:04

Ich denke schon, dass man auch Charaktereigenschaften "haben" kann. Von daher finde ich das "Haben" in dem Fall auch nicht verkehrt, wobei es ja eigentlich "Hochsensible Persönlichkeit" heißt...und dem entsprechend ist man mehr HSP, als es zu haben. Klar. Warum der oder die TE den Titel dieses Threads dennoch so gewählt hat, kann ich nicht sagen. Ich finde allerdings auch eine Diskussion darum, warum man es hier so geschrieben hat, mehr OT, als das was hier geschrieben wurde, denn das spiegelt ja auch in das "Erkennen" mit rein.
Für mich ist und war die Beschäftigung mit Hochsensibilität nie nur ein reines "Aha" und jetzt geht es mir gut. Für mich spielte da immer auch mit rein: Okay, so könnte es heißen, nur löst das die Schwierigkeiten dadurch ja nicht gleich.
...und das war dann auch der Grund, warum ich mich damit weiter beschäftigt habe, auch in Foren, wie diesen. Ich habe nur festgestellt, dass ich auch in Internetforen nicht wirklich eine Lösung für diese Themen gefunden habe, sondern es viel mehr so schien: "Jetzt weiß ich, was ich bin/habe und jetzt geht es mir gut". Wenn ich dann tiefer nachgefragt habe, bekam ich eigentlich keine wirklich klare Antwort, die auch mich in meinen Themen hätte weiter bringen können. Von daher gehe ich weiter anderweitig auf Suche bezüglich meiner Themen. Man kann sich sicher mal über HSP austauschen, aber für mich ist das Thema so weit gefächert und eben nicht so eindeutig zuordnungsbar (weil viele unter HSP doch noch was Anderes verstehen und auch damit umgehen), dass ich auch noch an anderen Stellen versuche, mit dem, was es bei mir wie ist, besser zurecht zu kommen.

Es ist schade, wenn Dich unser Schreiben verunsichert. Es kann ja für Dich ganz anderes gewesen sein und auch heute noch sein.

Für mich ist und war es von Anfang an Beides: Auf der einen Seite ein "Ah, so könnte es heißen", sowie "Ah, da gibt es noch mehr (Leute, Texte dazu)", als eben auch "Okay, und wie verändert sich dadurch meine Situation, was kann ich tun, damit es mir damit besser geht?".
Für mich ist und war beides da.
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