die lieben Mitmenschen

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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die lieben Mitmenschen

Beitragvon Teetrinkerin » Mo 19. Jan 2015, 21:46

Hallo,

wie ergeht es euch mit dem Verhalten eurer Mitmenschen?

Aufgrund meiner Erfahrungen und Feinfühligkeit, ahne ich bereits manches Verhalten im voraus. Das bedeutet, ich mache mich zunächst oft selbst verrückt, weil ich eben zweifle. Soll ich demjenigen vertrauen? Soll ich es ihm sagen? Hoffentlich klappt es dieses Mal mit dem Termin? Stimmt sein Versprechen wirklich?

Es kommt oft, wie es kommen musste... Termin wird nicht eingehalten, Geheimnisse werden ausgeplautert, Vertrauen missbraucht etc. Einerseits bin ich dann vom Verhalten des anderen enttäuscht und wütend, zugleich bestätigt sich meine Vermutung, was mich an der "Menschheit" zweifeln lässt.

Wie ergeht es euch?
Wie geht ihr damit um?

Viele Grüße
Die Teetrinkerin
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Re: die lieben Mitmenschen

Beitragvon lebensrad » Mo 19. Jan 2015, 22:30

Ich möchte mal gerne etwas zu bedenken geben, nicht speziell an dich gerichtet, sondern eher als allgemeine Frage.

Wenn ein bestimmter Teil der HS eine so gute Menschenkenntis hat, warum lässt sich diese nicht konstruktiver oder positiv gerichtet einsetzen ?
Wenn also ganz konkrete Vorahnungen bestehen, warum nicht auf diese hören ?

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Re: die lieben Mitmenschen

Beitragvon steffi190384 » Mo 19. Jan 2015, 22:43

Hallo Teetrinkerin,

weißt du, ich kenn deine Beschreibung zu 100% und ich habe jetzt für mich beschlossen, dass meine Sachen auch meine Sachen bleiben und ich die nur mit denen teile, die sich meine Freundschaft hart erkämpft haben. Ich habe insgesamt 5 Leute, bei denen es mir so geht und ich weiß, dass ich mich auf diese 5 verlassen kann. Alle anderen sind für mich nur Bekannte. Ich mache nur noch mein Ding und ich merke es auch, wenn ich einen kleinen Finger gebe, wird die ganze Hand genommen. Das mache ich nicht mehr. Klar, mir tun manche Leute auch leid, aber dadurch, dass ich viel Mist in den letzten Monaten erlebt habe, sage ich mir: Was interessiert mich das? Ich habe genug mit mir zu tun. Man muss wirklich egoistischer werden. Ansonsten wird man nur verletzt. Für meine Freunde und für die Familie bin ich immer da, aber auch nur bis zu einem bestimmten Maß. Wenn ich merke, dass meine Gutmütigkeit ausgenutzt wird, ist auch damit ganz schnell Feierabend. Das mag sich hart anhören, aber seit ich so bin, geht es mir gut.

Viele Grüße, Steffi
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Re: die lieben Mitmenschen

Beitragvon Amazone » Di 20. Jan 2015, 00:19

Ich bin auch schon öfters verletzt worden - aber NUR, wenn ich nicht auf mein Bauchgefühl gehört habe!
Wenn der Kopf entscheidet, obwohl ich aus irgendwelchen Gründen Zweifel hab an Menschen, kann es schief gehen.
Verlasse ich mich aber auf meinen Bauch, liege ich so gut wie immer richtig. Inzwischen nenne ich es nicht mehr "Bauch", ich habe für mich selbst akzeptiert, dass ich einfach ein gutes Gespür für Menschen habe. Und es wird immer besser, seit ich mir das bewusst gemacht habe.

Bei manchen Leuten mache ich dicht. Andersherum traue ich mir zu, Menschen schon nach kurzer Zeit sehr nah an mich heranzulassen. Das ist wunderbar. Ich hab schon mehrmals die Rückmeldung bekommen, dass jemand selten so schnell tiefgehende Gespräche und so viel Nähe erlebt hat wie mit mir. Daraus entstanden mehrere Freundschaften. Ich genieße das sehr, dass ich dich Fähigkeit habe, Menschen nah an mich heranzulassen und auch hinter ihre Mauern zu blicken - aber eben nur bei bestimmten. Doch da lohnt es sich, es kommt viel zurück.

Die anderen dürfen mich ruhig für arrogant halten, wenn ich nicht zum Tupperabend der Nachbarschaft gehen, weil es mir zu oberflächlich ist, nur über die Abwesenden zu lästern. Sei`s drum.... _ghz_
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Re: die lieben Mitmenschen

Beitragvon Irezumi » Di 20. Jan 2015, 00:41

steffi190384 hat geschrieben:Ich habe insgesamt 5 Leute, bei denen es mir so geht und ich weiß, dass ich mich auf diese 5 verlassen kann. Alle anderen sind für mich nur Bekannte.

*****Du hast 5 Leute, ich gebe Dir 5 Sterne für Deinen Beitrag.

steffi190384 hat geschrieben:Klar, mir tun manche Leute auch leid, aber dadurch, dass ich viel Mist in den letzten Monaten erlebt habe, sage ich mir: Was interessiert mich das?


Ich bin überzeugt davon dass viele Leute kein Mitleid wollen, sondern Anteilnahme. :)
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Re: die lieben Mitmenschen

Beitragvon steffi190384 » Di 20. Jan 2015, 00:58

Hallo Irezumi,

du glaubst gar nicht, wie viele Leute Mitleid wollen. Ich habe eine Nachhilfeschule und du glaubst nicht, wie viel Leid ich mir von einigen Eltern schon anhören musste. Mir tut das dann schon leid für die Leute, nur lasse ich mich in die Sachen nicht mit reinziehen. So habe ich das gemeint. Viele wollen nämlich wirklich von mir hören, wie schlimm das alles ist und dass ich ihnen aus dieser Lage heraushelfe. Anteilnahme ist das nicht mehr. Anteil nehme ich gern, wenn es gewünscht wird...

Viele Grüße, Steffi
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Re: die lieben Mitmenschen

Beitragvon Georgette » Di 20. Jan 2015, 01:07

Hallo Teetrinkerin,

schon als ich die Frage in Deinem Beitrag gelesen habe, kam mir unwillkürlich ein Gedanke. Nämlich an den Spruch "ich melde mich". Wer mir so kommt, hat bei mir verloren. Mittlerweile komme ich aufgrund meiner Erfahrung nicht mehr drumrum, diesen Satz mit "ich will es Dir nicht direkt sagen, aber das ganze wird nichts" zu übersetzen. Wenn ich zum Beispiel den Zahnarzt wechseln will und noch einen Termin beim alten Zahnarzt habe, der abgesagt werden muss, finde ich diese Redensart auch schon nicht prima. Da es sich um eine rein berufliche Zusammenarbeit handelt, kann ich es noch verschmerzen. Leider hat sich dieser Schnack bis ins Private reingedrängelt und treibt da weiter sein Unwesen.

An dieser Stelle weiß ich schon, dass sich die Person niemals melden wird. Sich selber melden macht keinen Sinn, da wird man nur weiter vertröstet. Oder man stellt irgendwann fest, dass man in der Zeit, die für das Warten draufging, sich doch schon anderweitig hätte orientieren können.

Das ist so eine meiner Erfahrungen mit dem Verhalten anderer Menschen. Vielleicht habt Ihr ja auch positive Erfahrungen mit "ich melde mich" gemacht...

Liebe Grüße
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Re: die lieben Mitmenschen

Beitragvon Teetrinkerin » Di 20. Jan 2015, 02:14

Nabend,

da ich aus "ich melde mich" inzwischen gelernt habe, dass man idealerweise den Tag bzw. die Tageszeit eingrenzt, ist es ein wenig besser geworden. Aber das hat heute auch nicht geholfen. Richtig ärgern tut es mich dann, wenn sich der andere keinerlei Schuld bewusst ist. Dabei ist es sein Job sich zu melden und keine Gefälligkeit OIO Bei einem lässig ausgesprochenen "ich melde mich", sind meine Erwartungen auch geringer...

Tja, warum ich nicht auf diese Vorahnungen hören? Weil ich dann mein Misstrauen noch größer ist. Der Effekt ist jetzt aber der gleiche. Ich gebe "neuen" Menschen in meinem Umfeld immer einen gewissen Vertrauensvorschuss. Es ergeben sich dann - vor allem im beruflichen Bereich - automatisch die Gelegenheiten, dass diese Personen das Vertrauen ausbauen oder in den Minusbereich verschieben. Ich hoffe, ihr versteht das nicht falsch...das kommt ganz automatisch und ist keine Prüfung oder so etwas. Beruflich kann ich diese Situationen auch noch nicht vermeiden - aber ich bin gerade dabei, mich diesbezüglich zu verändern.
Privat ist es etwas anderes, aber ich habe in letzter Zeit auf allen Ebenen in verschiedenen Situationen die gleiche Erfahrung gemacht. So langsam wird das echt ätzend....

Viele Grüße
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Re: die lieben Mitmenschen

Beitragvon Kelar » Mo 9. Feb 2015, 19:05

Jaja.. "ich melde mich". Da weiß ich bei 95% neuer Bekanntschaften, dass dann nix mehr draus wird. Ist wirklich unglaublich, dass so viele Leute es einfach nicht schaffen, ehrlich zu sein, wenn sie doch kein Interesse haben. Das würde einem so viel Zeit ersparen!
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Re: die lieben Mitmenschen

Beitragvon Regenbogenlicht » Mo 9. Feb 2015, 21:05

Kelar hat geschrieben:.... wenn sie doch kein Interesse haben. Das würde einem so viel Zeit ersparen!


vielleicht haben gewisse oder sollte ich schreiben die meisten Menschen ja ein ganz egoistisches Interesse an anderen (das muß ihnen selbst gar nicht klar sein sondern läuft unbewußt ab) und da hält man sich halt jeden und alles warm. Könnte ja sein, daß man denjenigen doch mal gebrauchen kann. Partei-Freund, Kegel-Bruder, usw. Scheint ja gesellschaftlich anerkannt und es machen alle so.

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