Echte Freundschaften

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Echte Freundschaften

Beitragvon katrin.blume » Sa 8. Nov 2014, 18:32

Ein herzliches Hallo an euch Gleichgesinnte da draußen,

ich bin schon eine Weile hier im Forum, lese aber häufig nur mit. Mein Thema ist und bleibt seit einiger Zeit: Freundschaften. Irgendwie kriege ich es nicht hin tiefere Freundschaften aufzubauen.
Woran das liegt? Sicherlich auch an mir. Ich gebe ehrlich zu, ein wenig egoistisch zu sein, denn ich umgebe mich prinzipiell lieber mit zufriedenen Persönlichkeiten, die mit sich im Reinen sind und nicht ständig nur Probleme wälzen. Früher hat man mich ganz gern zum seelischen Mülleimer umfunktioniert. Doch seit ich mich nicht mehr ständig von "Problemfällen" nach unten ziehen lasse, habe ich wesentlich weniger "Freunde". Ehrlich gesagt war das damals keine echt Option. Doch überwiegend allein zu sein und nur hin und wieder mal Smalltalk halten, ist auch nicht gerade schön....

Wie sieht es bei euch aus? Wie läuft es mit euren Freundschaften? Sind das auch überwiegend oberflächliche Kontakte oder habt ihr echte Freunde? Oder werdet ihr meistens zum Kummerkasten umfunktioniert?
"Was immer du tun kannst oder erträumst zu können, beginne es.
Kühnheit besitzt Genie, Macht und magische Kraft.
Beginne es jetzt." (J.W. von Goethe)
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Re: Echte Freundschaften

Beitragvon Shaddow » Sa 8. Nov 2014, 18:55

Hallo

ich denke echte Freundschaft ist ein Geben und nehmen..ähnlich einer Beziehung.

Jeder hat Probleme...aber wir leben heute in einer Blenderwelt..sorry.

Außerdem ist Ehrlichkeit ein Problem geworden...

Die Politik macht es leider mit vor...Medien...

Ich habe lieber ne Hand voll ehrlicher Freunde..als aufgetakelte..wichtig tuende falsche Freunde.

Wer die wahren Freunde sind merkst Du erst wenn es Dir mal richtig schlecht geht.

_wav_
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Re: Echte Freundschaften

Beitragvon Rhiannon » Sa 8. Nov 2014, 20:05

Hallo Katrin.blume,

vor langer Zeit hatte ich eine feste Freundin, die sich zwar meine Probleme angehört, jedoch sich mir gegenüber nicht geöffnet hat. Ich freue mich, wenn eine Freundin sich mir gegenüber öffnet und Probleme erzählt. Das ist für mich ein Vertrauensbeweis ihrerseits. Und wenn ich mich schon nackig mach, möchte ich nicht, dass der andere angezogen bleibt und den Überlegenen spielt. Eine Freundschaft, in der keine Probleme besprochen werden, wäre mir zu oberflächlich und langweilig. Gerade dadurch entsteht ja Nähe, finde ich. Allerdings ist es mir noch nicht passiert, dass ich ausgenutzt wurde als Seelenmülleimer außer bei meiner Mutter. Die hatte öfters mal angerufen, mich vollgequatscht und dann das Gespräch beendet. Toll! smasz Einfach finde ich es auch nicht, Freunde zu finden. Und vor allem merke ich, wie wichtig es ist, die Freunde gut auszuwählen. Kannst ja mal zum Kaffee rüberkommen. Aber ich sehe gerade, du wohnst ja nicht gleich um´s Eck. _hj7_
Grüßle
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Re: Echte Freundschaften

Beitragvon WisdomDragon » Sa 8. Nov 2014, 22:22

Meine Freundschaften scheitern alle nach ziemlich genau 2 Jahren, keine ahnung wieso =(

Ich persönlich bin ja immer noch auf der Suche nach der "idealen" Freundschaft, bei der auch einer für den anderen sterben würde.

Gruß Nicki
Bevor du mit Worten um dich schlägst, denk daran, was passieren würde, wenn du das gleiche mit einem Schwert machen würdest.
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Re: Echte Freundschaften

Beitragvon Susa » So 9. Nov 2014, 14:43

Ich habe einige wenige Freunde, die mir alle viel bedeuten. Gleichzeitig aber sehe ich alle nicht oft, da jeder in 'nem anderen Winkel von Deutschland wohnt. Aber das definiert für mich auch eine Freundschaft: Wenn man sich nach langer zeit wieder begegnen kann, und es ist, als wäre keine Zeit vergangen. Das finde ich immer schön ^^

Ich habe mich auch schon lange nicht mehr an Freundschaften gestört, die im Sande verlaufen. Zwanghaft will ich Freundschaften nicht aufrecht erhalten und wenn man sich auseinander lebt, dann kann ich das einfach akzeptieren, anstatt hinterher zu trauern. Ich denke, die wenigsten Freundschaften sind dafür gedacht, ein Leben zu halten. Viel mehr sind es Wegbegleiter, die immer nur einen bestimmten Lebensabschnitt bei einem sind. Und das finde ich in Ordnung so
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Re: Echte Freundschaften

Beitragvon Waldtänzerin » So 9. Nov 2014, 20:26

Bei mir ist es, wie bei Susa. Für mich sind Freundschaften Wegbegleiter in bestimmten Abschnitten des Lebens. Und manche, wenige, sind schon sehr lange Wegbegleiter. Allerdings auch in alle Winde verstreut und damit ist der Kontakt sooo oft nicht da. Aber dafür immer wieder schön und herzlich. =)
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Re: Echte Freundschaften

Beitragvon Miezi » So 9. Nov 2014, 20:50

Also wirklich Freunde hab ich gar nicht. Naja, eine Person würde bei mir noch am ehesten als "Freundin" gelten, weil sie ehrlich und offen mir gegenüber ist und weil wir beide uns gegenseitig Probleme erzählen können. Wir sehen uns aber dennoch recht selten.

Lockere Bekannte hab ich ein paar; aber das ich sowenig an Freunden/ Bekannten habe liegt wohl auch daran, weil ich die Definition sehr hoch schraube.
So andere Menschen vllt von "Freundschaft" reden, rede ich gerade mal von "Bekanntschaft".

Es gibt so verdammt wenig Menschen, mit denen ich mich gut unterhalten kann- die meisten sind mir zu gestellt, zu gespielt und zu unecht. Und klar, die Sympathie muss natürlich auch passen.
Hinzu kommt das Verständnis für mein Sein, was manchmal auch schwierig ist, weil ich ja eben nicht so bin wie andere. Dass ich von vorn herein z.B. sage, dass ich dies oder das nicht so lange durchhalte, weil es mir zu anstrengend wird, darauf kommen Einige nicht klar und reagieren dann entsprechend "merkwürdig".
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Re: Echte Freundschaften

Beitragvon Susa » So 9. Nov 2014, 21:51

Noch so ein Gedanke, der mir gerade beim Lesen gerade kam:

Vielleicht versteift man sich manchmal auch zu sehr darauf, Freunde zu "suchen" und"finden".
Ich meine, Freundschaften entwickeln sich doch ganz automatisch( oder eben nicht), ohne dass man den ganzen Prozess beobachten und oder evtl. sogar antreiben muss.
Miezi, ich denke, du machst dir vielleicht bei der ganzen Sache mehr Stress, wenn du jeden nach Freund, Bekannter, flüchtig Bekannter, usw. einteilt.
Ich treffe mich im Moment zum Beispiel sehr oft mit einer Arbeitskollegin. Ich habe keine Ahnung, ob ich sie als Freundin oder Bekannte einsortieren soll, aber das spielt für mich auch keine große Rolle. Das Treffen tut mir gut, und ihr scheinbar auch, also kann man es ja einfach machen.
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Re: Echte Freundschaften

Beitragvon Löwenherz » So 9. Nov 2014, 21:54

katrin.blume hat geschrieben:
Wie sieht es bei euch aus? Wie läuft es mit euren Freundschaften? Sind das auch überwiegend oberflächliche Kontakte oder habt ihr echte Freunde? Oder werdet ihr meistens zum Kummerkasten umfunktioniert?



Bei mir ist es ein Sammelsorium.
(Jedoch gehen alle in eine gewisse Tiefe und haben sich in der Beziehungsarbeit entwickelt.) Das Hauptmerkmal dabei, war das "Dranbleiben", auch wenn es mal (aus persönlicher Sichtweise) holprig wurde. Irgenwann fand und findet sich wieder eine Gemeinsamkeit/ein Weitergehen.
Und eine Vielzahl bietet Wahlmöglichkeiten zu bestimmten Anlässen.(mit der Einen kann ich gut reden, mit der Anderen gehe ich schwimmen, Eine(r) mag gerne Kino...so halt)
Auch gab es Freundschaften, die sich auseinander gelebt haben. (als dies das erste Mal passierte war ich ziemlich irritiert-nahm es jedoch irgendwann als natürlichen Prozess hin)

"Kummerkasten" wandelt sich in gegenseitiges Verständnis, wenn auch eigene Bedürfnisse vorhanden sind.
(gerade heute wurde ich von einem Kontakt/Bekanntschaft-freundschaftlich überrascht)

Alles Liebe /=\
Löwenherz
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Re: Echte Freundschaften

Beitragvon katrin.blume » Mo 10. Nov 2014, 19:39

Erst heute habe ich wieder in meinen Thread geschaut und freue mich total *+* , dass ihr mir so zahlreich geantwortet habt. Danke erst einmal dafür. iwikx Ich versuche mal jedem zu antworten.

@Shaddow: Wahre Worte, dass man lieber wenige aber dafür echte Freunde hat. Ich bemerke nur, dass es in meinem Fall gefühlt wirklich zu wenig Freunde sind. Eigentlich nur eine echte Freundin, die weit weg wohnt. Und natürlich die Familie, was super viel wert ist. Ehrlichkeit ist in meinen Augen auch eine Grundvoraussetzung für eine Freundschaft. Aber da jeder seine Maske trägt (mich inzwischen leider auch oft mit eingeschlossen), kann man gar nicht mehr so gut erkennen, was die einzelnen Menschen ausmacht. Manchmal frage ich mich auch: sind die Leute tatsächlich so oberflächlich oder zeigen sie wie ich nur ein Teil von sich?

@Rhiannon: Ja, eine Freundschaft sollte ein Geben und Nehmen sein. Ich habe auch oft den Eindruck, dass gerade unter Frauen es oft darum geht, gut dazu stehen. Also das man bloß keine Probleme offen zu gibt. Finde ich schrecklich. Da mag man selbst ja auch nicht aus seiner Reserve kommen. Da sagst du was: Freunde gut auswählen. Wenn ich doch so eine Auswahlmöglichkeit hätte! Doch irgendwie bin ich total anders als die Anderen in meinem Umfeld. Ich glaube nicht, dass das nur mit meiner HSP zusammenhängt. Sondern auch mit meinen Interessen. Bei uns ist jeder irgendwie Fußball-Fan. Da bin ich meistens schon raus. Und ich habe eigentlich keine Lust mich für Fußball interessieren zu müssen, damit ich Freunde finde….
Schade, dass du weiter weg wohnst. soakes

@WisdomDragon: Das ist aber schade….2 Jahre? Das kenne ich irgendwie eher aus Partnerschaften, wenn die erste Verliebtheit nachgelassen hat.
Ich kann das verstehen, ich wünsche mir auch so eine tiefe Freundschaft. Aber die letzte in dieser Art hatte ich mit mit 18 – oh man, das ist schon 12 Jahre her. Und diese Freundin hat mir echt das Herz rausgerissen. Vielleicht hab ich ja deshalb eine unbewusste Barriere…keine Ahnung.

@Waldtänzerin: Ja, eine Freundin weiter weg habe ich auch. Mir fehlt es doch aber auch manchmal im Alltag. Und auf diese „Bekanntschaften“ mit denen man nur übers Wetter spricht habe ich wenig Lust. Das mache ich im Alltag schon genug. Brauchst du denn im Alltag niemanden? Oder reicht dir da die Familie bzw. eine Partnerschaft aus?

@Miezi: Ja, diesen Grundsatz „Das Leben ist eine Bühne und jeder spielt eine Rolle“, den kenne ich nur zu gut. Inzwischen habe ich mich dem auch angepasst, weil ich selbst entscheiden möchte, bei wem ich meine Maske abnehme. Doch so weit komme ich leider selten…Freunde sind für mich schon immer etwas Besonderes gewesen. Davon hatte ich niemals viele aber wenigstens eine beste…Und mein Bekanntenkreis hält sich auch sehr in Grenzen.

@Susa: Nee, zwanghaft eine Freundschaft aufrecht zu erhalten kostet nur Energie und kann einen verrückt machen, das musste ich vor einiger Zeit selbst wieder erleben. Doch deshalb passiv bleiben? Ich weiß nicht, finde ich schade. Bei mir ergibt sich nichts von alleine. Und mir fehlt das so sehr! Einfach eine Freundin, mit der man mal einen Kaffee trinkt oder über „Mädelssachen“ quatscht.

@Löwenherz: Tja irgendwie klappt das bei mir nicht mit dem Kino. Soweit komme ich meistens gar nicht erst. Mit Männern wäre es prinzipiell leichter, weil die irgendwie lockerer drauf sind und man sich da mal schneller verabreden kann. Aber irgendwie ist so eine Mann-Frau-Geschichte ja immer schwierig. Frauen sind irgendwie komplizierter – da nehme ich mich gar nicht aus.[/size]
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