Einladungen ablehnen

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Einladungen ablehnen

Beitragvon Améliela » Mo 28. Apr 2014, 10:26

Hallo,

ich bin neu hier im Forum und hoffe hier eine aufbauende Art des Erfahrungsaustausches zu finden. Ich fange seid einigen Wochen an mich mit meiner Hochsensibiliät auseinander zu setzen und stosse immer öfter auf Probleme des Alltags die ich füher anders bewertet habe.

Ein grosses Problem von mit ist es Einladungen abzulehnen. Ich bin eher extrovertiert in der Gesellschaft und habe keine Probleme auf Menschen zuzugehen. Die Leute halten mich deshalb meist für eine Frau ohne Limits die immer gerne viel Lärm und Getöse um sich hat. Viele suchen meine Nähe und möchten auch gerne Kontakt mit mit haben. Ich aber habe meinen Kreis mehr oder weniger fix um mich von Menschen die mein "wahres Ich" kennen und wissen, dass ich nicht sehr belastbar bin. Ich möchte mich nicht immer wieder neu erklären müssen deshalb möchte ich auch sozusagen keine neuen Kontakte in meinem privaten Bereich, da ich auch den bereits vorhandenen bei weitem nicht gerecht werden kann wir ich es möchte. Meine Freunde verstehen das doch ich habe immer wieder ein schlechtes Gwissen. Ich sehe meine besten Freundinnen oft nicht einmal Monatlich, weil es mir einfach oft zuviel wird, nur zuzuhören oder selber zu sprechen. Wenn doch bin ich abends unendlich müde und gereizt auch wenn es an sich ein schönes und lustiger Tag war.

Nun weiss ich nicht, wie ich neue Bekanntschaften und Einladungen höflich aber bestimmt ablehnen kann. Bei mit klappt das irgendwie nicht. Ich fange dann an mich zu erklären oder gar zu entschuldigen. Nicht selten läuft es auf einen regelrechten Seelenstrippdies heraus, den ich glaube machen zu müssen, weil ich so dreist bin, eine gut gemeinte Einladung abzulehnen. Die Leute verstehen dann nicht weshalb ich behaupte, dass ich überbelastet bin, da ich ja offensichtlich ein munterer und fröhlicher Mensch sei, der für jeden ein nettes, offenes Wort hat und so quierlig daher kommt. Dass ein solches Gespräch von vielleicht 5-10min mir Energie raubt, dass ich danach oft stunden oder gar tagelang kaputt bin, das sehen diese Leute eben nicht. Sie fragen oft immer und immer wiedr, ob ich denn JETZ mal endlich vorbeikomme???!!! Und ich fühle mich zunehmends beträngt und unwohl. Leider traue ich mich nicht bestimmter oder gar ärgerlich zu werden, weil ich mir selbst vorwerfe undankbar und arogant zu sein... Irgendwie bringt alles gute Zureden meines Mannes oder meiner Therpeutin nichts, ich kann mich einfach nicht schützen und abgrenzen.

Wennt Ihr das auch, und wie geht ihr damit um? Mich belastet das sehr...
Was sagt ihr ganz konkret zu Menschen die Euch einladen und ihr aber klar wisst, dass Ihr diese Einladung nicht annehmen möchtet?
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Re: Einladungen ablehnen

Beitragvon 1753 » Mo 28. Apr 2014, 10:50

Hallo Améliela,

du sagst ganz einfach kurz und knapp, dass du an diesem Termin leider nicht kannst. Je mehr du auf die Erklärungsebene gehst, desto mehr "Angriffspunkte" hat dein Gegenüber, dich umzustimmen - wenn du weißt, was ich meine.

Dann noch ein zweiter Punkt: Es kommt darauf an, wie du die Einladung ablehnst. Man ist bedacht darauf, sich sehr über die Einladung zu freuen und so weiter - und dann kommt man auf so eine Gefühlsschiene, wo es auch wieder schwieriger wird. Also - sich knapp für die Einladung bedanken - aber dann ganz BESTIMMT kurz und knapp sagen, dass man schon etwas anderes vor hat. Fertig.

Viel Erfolg! Als HSP erkärt man sich in der Hinsicht viel zu viel und viel zu oft und viel zu ausführlich...
Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann rufe nicht die Menschen zusammen, um Holz zu sammeln, Aufgaben zu verteilen und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem großen, weiten Meer. (Antoine de Saint-Exupéry)
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Re: Einladungen ablehnen

Beitragvon Améliela » Mo 28. Apr 2014, 11:16

Aber weisst Du, ich meine eher Einladungen ohne Termin.

"Kommt doch mal zum Essen vorbei, wir würden Euch gerne zu uns einladen, wenn es Euch passt."
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Re: Einladungen ablehnen

Beitragvon Améliela » Mo 28. Apr 2014, 11:21

Ah und was noch wichtig ist, ich möchte eben keinesfalls lügen, weil ich von meinem christlichen Glauben her einfach sehr darauf bedacht bin immer ehrlich zu sein. Aber oft frage ich mich eben dann wann ist zuviel Ehrlichkeit zuviel?! Ich finde einfach keine angemessene Grenze. Aber breits zu sagen, dass ich "dann" schon etwas vorhätte und es wäre gelogen würde mich in tiefste Gewissenskonflikte stürzen... Deshalb versuche ich auch immer zu sagen, dass ich einfach psychisch nicht belastabar bin uns mir deshalb meine Zeit sehr penibel einteilen muss um genug Ruhe zu haben... umd schon gehts los... Ich fühle mich einfach sehr dumm.
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Re: Einladungen ablehnen

Beitragvon jjn » Mo 28. Apr 2014, 11:38

Améliela hat geschrieben:"Kommt doch mal zum Essen vorbei, wir würden Euch gerne zu uns einladen, wenn es Euch passt."


Antwort: "Momentan passt es mir nicht sehr gut, aber ich freue mich sehr über die Einladung."

Ansonsten hilft es finde ich auch einmal die Seite zu tauschen und zu überlegen was man erwartet, wenn man selber die Einladung ausspricht.
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Re: Einladungen ablehnen

Beitragvon Améliela » Mo 28. Apr 2014, 13:32

Ehrlichkeit. Ich habe auch schon oft Leute gefragtund dann wurde mir gesagt, dass es nicht passt weil sie schon so zuviel um die Ohren haben. Ich habe damit keine Probleme. Ich sage dann, wenn die Person mal Lust hat zu eunem Treffen soll sie sich von sich aus melden. Danach lass ich es gut sein. Nicht selten hör ich dann vielleicht 1-2Jahre später tatsächlich was und man trifft sich einmal und hat Spass. Ich spüre einfach wenn ich bei den Leuten nicht zuoberst auf der Prioritätenliste stehe umd finde das absolut nicht schlimm.
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Re: Einladungen ablehnen

Beitragvon 1753 » Mo 28. Apr 2014, 13:53

Perfekt - dann sage doch genau das: Du hast gerade zu viel um die Ohren und meldest dich, wenn es dir danach ist. Was spricht dagegen?
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Re: Einladungen ablehnen

Beitragvon Améliela » Mo 28. Apr 2014, 14:24

Ich habe das versucht, sehr deutlich und ehrlich. Aber dann wird gefragt was das denn sei? Dann sag ich dass ich einfach meinem jetzigen Bekannten und Freundskreis schon nicht gerecht werde und deshalb keine weiteren Einladungen annehmen möchte. Dann wird gesagt, ja gut dann meldst Du Dich dann wenn Du magst. Ich sag ok. Denn treffe ich die Leute wieder und dann heissts: Sag mal, wieso hast Du Dich denn NOCH IMMER NICHT gemeldet?! Dann sag ich, weil es nach wie vor gleich auusieht. Dann sagen sie wieder, aber also es wird Dir doch SICHER IRGENDWANN mal klappen! Ich bekomme immer mehr Panik, umd fühle mich in die Enge getreiben weil ich einfach nicht mehr weiss, was ich sagen soll, weil ein nein nicht gilt. Das Ende vom Lied ist dann, dass ich mich kaum noch an diese Orte traue, aus Angst eben diesen Leuten wieder zu begenen...

Ich weiss, das klingt irgendwie alles total überspizt, aber mir passieren solche Sachen. Und mich belastet das wirklich sehr. Ich habe dann stunden, tage, wochen und in einem (aktuellen) Fall sogar MONATE darunter zu leiden weil mich das so balstet. Ich kann einfach nicht bestimmt und mit der vielleicht nötigen Unhöflichkeit meinen Standpunkt klar machen, auch wenn ich weiss, dass ich dann wieder die Leidtragende bin. Ich möchte einfach, dass mir das wirklich egal ist, ob ich solch beharrlichen Leiten dann vor den Kopf stosse. Weil ihnen scheint es ja auch egal zu sein, dass ich sage mir geht es nicht gut. Ich denke dann immer "was würden die von mir halten?!"
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Re: Einladungen ablehnen

Beitragvon Hortensie » Mo 28. Apr 2014, 14:38

Hallo Améliela,

solchen "Nervern" begegne ich immer sehr freundlich auf solche Zudringlichkeiten.

Meine Antwort z.B. beim Thema Einladung: "Gerne, ich melde mich, wenn ich Zeit habe."

Auf Nachfrage bzw. Feststellung "Du hast Dich ja gar nicht gemeldet" bin ich grundsätzlich umwerfend ehrlich: "Ja, stimmt. Ich melde mich, wenn ich es schaffe."
Solch offene Ehrlichkeit und Freundlichkeit ist immer entwaffnend, man geht nicht in "Deckung" und bietet damit keinerlei Angriffspunkt.
Dabei weiche ich nicht mehr aus, sondern schaue die "Nerver" direkt an, also gehe ich sozusagen auf Frontalkurs.

Kommt dann irgendwann wieder die Feststellung, dass es nicht ..... etc., pp. wiederhole ich das gebetsmühlenartig.

Versuche für Dich auch, Dich nicht mehr zu rechtfertigen. Das geht niemanden was an, auch wenn sie gerne einen "Seelenstripties" von Dir hätten. Ich habe gelernt, diese kurze Zeit der Anspannung - erwartete Erklärung - auszuhalten. Ist anfangs anstrengend, aber man wächst daran und lernt daraus.

Vielleicht übst Du diese Antworten erst einmal zu Hause. Du schaffst das!

LG, Hortensie
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Re: Einladungen ablehnen

Beitragvon Améliela » Mo 28. Apr 2014, 16:30

Ich habe halt nur einfach den Skrupel zu sagen, dass ich melde, wenn ich eigentlich ja genau weiss, dass ich mich nicht melden werde/möchte. Und ich denke, dass ich dann ja auch damit rechnen muss, dass sie mich (wie oft schon) auch noch via Telefon oder zB. Facebook anschreiben und immer wieder fragen... Bei unangemeldten Telefonanrufen werde ich fast immer panisch, deshalb sag ich jedem, dass ich NICHT angerufen werden möchte.

Ich möchte einfach lernen, ohne Auschewife "vielen dank, aber es wird mir nicht möglich sein" zu sagen, und diese Spannung dann auch auszuhalten. Ich habe nämlich immer das Gefühl, dass ich mich pausenlos dafür rechtfertige/entschuldiege dafür wie ich bin und das demütigt mich irgendwie immer noch zusätzlich.
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