emotional satt werden - HSP/Non HSP Dilemma

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Re: emotional satt werden - HSP/Non HSP Dilemma

Beitragvon je ne sais pas » So 27. Mai 2012, 16:51

Hallo!
Ziemlich sonderbare Stimmung, aus der heraus ich gerade antworte, aber vielleicht spinnt sich aus meiner Aufgewühltheit noch ein brauchbarer Gedankengang, man wird sehen. Übrigens schon die Existenz dieses Threads und alle vorangegangenen Beiträge sind (so empfinde ich das zumindest) eine Ermunterung dahingehend, dass ein gehaltvolles Miteinander möglich wäre. Der Bedarf und eine Bereitschaft, sich umzustellen sind ja offensichtlich allseits vorhanden, und zwar nicht nur unter HSP, sondern ganz allgemein. Ein Dilemma zwischen HSP und Nicht-HSP tritt (glaube ich) weniger in der Stärke des Bedürfnisses nach emotionaler Sättigung zutage, als viel mehr in der Art der als günstig befundenen Umstände für die Erlangung einer solchen. Menschen, die es vielleicht eher schaffen, zwischenmenschliche Geschichten wegzufiltern und sich nur in den "tatsächlichen", sprachlichen Inhalten des Gespräches zu bewegen (also die sog. Nicht-HSP), laufen vielleicht manchmal Gefahr, vorrangig ihr Wissen preisgeben zu wollen, anstatt auf die Dinge einzugehen, die ihr Gegenüber äußert und auf die es hinaus ist. So verendet das unbefriedigende Gespräch spätestens dann, wenn alles vorhandene Wissen zum betreffenden Thema aufgezählt wurde. Sitzt nun in einer solchen (hier als sehr ungünstig gezeichneten) Beispielsituation noch eine sog. HSP mit am Tisch, als naturgemäß für das zwischenmenschliche besonders empfänglicher Mensch, wird es noch anstrengender. (An dieser Stelle mal 'Tschuldigung für meinen aggressiven und plumpen Grundton, der überhaupt nicht zu dem eigentlich sehr empfindlichen Thema passt, den ich aber heute leider nicht aus meiner Schreibe herausbekomme, vielleicht gerade weil mir dieses Thema auch selbst ziemlich zu schaffen macht.) Die HSP hat, so erlebe ich es zumindest, bei einem solchen Gespräch noch nicht einmal die Möglichkeit, an dem Wissensaustausch teilzunehmen, weil sie viel zu sehr mit den ja eigentlich omnipräsenten zwischenmenschlichen Spannungen hadert, die die anderen vielleicht gar nicht wirklich wahrnehmen. Sie fühlt sich überflüssig, fällt in diese abwehrende Trance aus Langeweile und Reizüberflutung und wägt nebenbei ab, ob sie Personen in der Runde peinlich ist, weil sie nur schweigend dabei sitzt o.ä.. Ohne einen wirklichen Schlachtplan zu haben, wie man aus einem solchen, quälenden Aneinandervorbeikommunizieren wieder herauskommt glaube ich, das eine solche Situation im Allgemeinen seltener entsteht, wenn die sprechende Gruppe möglichst klein ist und man nicht unter Zeitdruck steht. Dann kann nämlich irgendwann der entscheidende Moment des Anknüpfens entstehen, in dem es den Nicht-HSP gelingt, von der reinen Inhalt- und Entertainment-Ebene wegzukommen und auch in das (für sie und die Anderen) emotional Bedeutsame vorzudringen, also z.B. die nicht verbalisierten Bedürfnisse und Fragen der einzelnen Beteiligten an das Gespräch auszuloten und gemeinsam so etwas wie ein eigentliches Ziel der Konversation auszuformen und anzustreben. Wenn das funktioniert, fällt es nicht zuletzt der HSP leichter, etwas inhaltlich vielleicht sogar besonders relevantes beizusteuern, das sich mit ihrem Denken deckungsgleich anfühlt und somit nicht sofort dieses Gefühl hervorruft, man habe wieder nur Mist geredet.
Uff, ist ein langer Text geworden. Ich hoffe es ist der ein oder andere Gedanke darin, mit dem irgendwer etwas anfangen kann. Auf dass zumindest hier ein stets reger Austausch stattfindet ;-)
_hello_ J.P.
je ne sais pas
 

Re: emotional satt werden - HSP/Non HSP Dilemma

Beitragvon Cassy5 » Sa 23. Jun 2012, 19:59

Hallo alle zusammen,

ich kenne das Gefühl emotional nicht satt zu werden auch und ich glaube gerade weil es so wenige menschen gibt die mit einem auf einer Wellenlänge sind
haben hsps Angst von den Menschen die sie haben verlassen zu werden. Ich hatte das erst kürzlich und ich war solange traurig darüber verlassen worden zu sein (von einem kumpel) bis mich jemand verstanden hat. ´Das ist schon irgendwie seltsam aber viel einfacher wenn man weiß das es so ist. Bei mir ist dieses Gefühl aber auch in der Familie da, was ich sehr schade finde. Früher wenn alles zu viel wurde und dieses nicht satt werden im Vordergrung stand habe ich es beschrieben als würde ich ersticken weil ich etwas lebensnotwendiges nicht bekomme und doch lebe ich weiter. Noch heute erwische ich mich in solchen Momenten dass ich tief Luft hole um wirklich nicht zu ersticken.

Grüße Cassy
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Re: emotional satt werden - HSP/Non HSP Dilemma

Beitragvon felidae » So 24. Jun 2012, 19:55

je ne sais pas hat geschrieben:Sitzt nun in einer solchen (hier als sehr ungünstig gezeichneten) Beispielsituation noch eine sog. HSP mit am Tisch, als naturgemäß für das zwischenmenschliche besonders empfänglicher Mensch, wird es noch anstrengender. Die HSP hat, so erlebe ich es zumindest, bei einem solchen Gespräch noch nicht einmal die Möglichkeit, an dem Wissensaustausch teilzunehmen, weil sie viel zu sehr mit den ja eigentlich omnipräsenten zwischenmenschlichen Spannungen hadert, die die anderen vielleicht gar nicht wirklich wahrnehmen. Sie fühlt sich überflüssig, fällt in diese abwehrende Trance aus Langeweile und Reizüberflutung und wägt nebenbei ab, ob sie Personen in der Runde peinlich ist, weil sie nur schweigend dabei sitzt o.ä..


Wow, das ist so perfekt beschrieben. So fühle ich mich meist.
Nur hätte ich es nicht so deutlich in Worte fassen können.
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Re: emotional satt werden - HSP/Non HSP Dilemma

Beitragvon felidae » Do 2. Aug 2012, 15:20

Ich möchte das Thema gerne nochmal hochschubsen, weil es für mich ein absolutes Problem darstellt, Menschen zu finden, mit denen ich für mich erfüllte Gespräche führen kann. Wie und wo findet man diese Menschen ? Wo habt ihr sie gefunden ?
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Re: emotional satt werden - HSP/Non HSP Dilemma

Beitragvon je ne sais pas » Sa 4. Aug 2012, 15:12

Danke :-) Freut mich, dass du mit meiner Beschreibung etwas anfangen konntest!
Und ich stimme dir zu, dass dieser Thread noch nicht recht ausdiskutiert wurde. Ist schon ein anstrengendes Thema, aber auch ein wichtiges.

felidae hat geschrieben: (...) weil es für mich ein absolutes Problem darstellt, Menschen zu finden, mit denen ich für mich erfüllte Gespräche führen kann. Wie und wo findet man diese Menschen ? Wo habt ihr sie gefunden ?
_nüxweiss_ Eine Zeit lang dachte ich, dass es da keine wirklichen Grenzen geben könne, dass man also mit jedem gut reden könne, wenn man sich nur, wenn nötig selbstlos, auf ihn einließe. Vielleicht ist es auch so, aber es gibt dennoch beträchtliche Unterschiede im Ausmaß der sog. gemeinsamen Schnittmenge. Mit Menschen, die ähnliche Interessen oder Geschmäcker haben, dem gleichen Beruf nachgehen und dabei ein ähnliches Ziel verfolgen usw, kommt man sicher schneller ans Eingemachte. Schon weil man nicht erstmal seine ganze Weltsicht erklären muss. Ich würde aber nicht sagen, dass man deshalb nur tiefere Gespräche mit Menschen führt, die man schon länger kennt. Im Gegenteil, manchmal braucht es auch gerade ein bisschen Distanz, damit man Lust bekommt, sich zu öffnen. Da kommt es dann sicher auch auf die eigene Lebenssituation an. Wenn einen eine Sache sehr beschäftigt und man lernt, vielleicht auf einer Feier, jemanden kennen, dem es ähnlich geht, kann schon mal aus dem Nichts ein gewinnbringendes Gespräch entstehen (habe ich auch tatsächlich schon erlebt). Was könnte man jetzt für ein Fazit ziehen? big_smoke
Ich denke, es geht nicht ausschließlich darum, die Menschen zu finden, sondern auch darum, Möglichkeiten zu finden, Gespräche mit den Menschen, die man schon um sich hat zu vertiefen. Trotzdem glaube ich auch, dass man manchmal Personen begegnet, mit denen es besonders gut klappt. Vielleicht erkennt man sie am ähnlichen Humor?
... Würde mich auch freuen, noch weitere Meinungen zu hören _yessa_

Grüße,
JP
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Re: emotional satt werden - HSP/Non HSP Dilemma

Beitragvon chlorophyll » Sa 4. Aug 2012, 17:38

Was für ein komplexes Thema!

Man kann HSPler wohl nicht alle über einen Kamm scheren. Es gibt diejenigen, mit denen ich besonders gut klarkomme weil wir ähnlich sensibel sind. Dann gibt es noch diejenigen mit denen ich gar nicht klarkomme weil wir ähnlich sensibel sind.


Ich könnte mir vorstellen das emotional satt werden hier in einen falschen kausalen Zusammenhang gesetzt wird. Ganz klar wecken Gespräche Emotionen und befriedigen auch emotionale Bedürfnisse. Allerdings sind meiner Meinung nach die Emotionen nicht Selbstzweck der Unterhaltung sondern entstehen dadurch wie stark der Gesprächspartner die eigenen Einstellungen wiederspiegelt. Wer die eigenen Einstellungen in Hinsicht Moral, Philosophie, Sicht auf die Gesellschaft etc. teilt ist schon mal potentiell ein sehr guter Gesprächspartner.
Der zweite und je älter man wird auch immer wichtiger werdende Punkt ist Intelligenz. Die Ebene auf der man sich über die eigenen Ansichten austauschen kann. Je näher man da aneinander liegt, desto einfacher ist es auf gleichem Niveau über die Themen zu sprechen die einem am Herzen liegen. Ich denke das ist die Kommunikationsessenz :D

Sensibilität an sich kann, da es einem am Herzen liegt, zum Thema gemacht werden in dem man z.B. bei Leuten, bei denen man auch eine Hochsensibilität vermutet die gemeinsame Schnittmenge sucht.
Ich spreche dann etwa Themen des öffentlichen Interesses an, die mit hoher Wahrscheinlichkeit schon bekannt sind und bei hochsensiblen auf ein sehr starkes emotionales Echo stossen sollten.

z.B. waren ja diese nordafrikanischen Despoten und ihre Jahrzehntelange Terrorherrschaft in den letzten 2 Jahren immer wieder in den Medien. Ich spreche leute die ich für sensibel halte darauf an was für eine emotionale Reflektion sie so im Zusammenhang mit dem gruseligen Herrschaftswillen dieser Assads/Gaddafis/Mubaraks haben. Da kommen dann oft interessante Diskussionen über den konzeptionellen Unsinn solcher Herrschaftsansprüche etc. zustande. Natürlich muss man so was immer dem vermuteten Niveau anpassen.

Wenn ich vermute das Menschen „normal“ sind suche ich einfach offensiv nach Interessen und frage halt nacheinander die großen Themen ab, irgendwann findet man irgendwas das über „schönes wetter heute“ Niveau hinausgehen kann.

Das ich wirklich Gespräche haben kann die über das alltägliche Hinausgehen und einen visionär an die Grenzen des verständlichen führen und den eigenen Horizont erweitern war bisher bei vielleicht 2-3 Menschen überhaupt der fall.
chlorophyll
 

Re: emotional satt werden - HSP/Non HSP Dilemma

Beitragvon je ne sais pas » Sa 4. Aug 2012, 21:17

Hey chlorophyll,
chlorophyll hat geschrieben:Ich spreche dann etwa Themen des öffentlichen Interesses an, die mit hoher Wahrscheinlichkeit schon bekannt sind und bei hochsensiblen auf ein sehr starkes emotionales Echo stossen sollten.

Das klappt aber glaube ich nicht immer, da ja gerade zu Themen, die viel durch die Medien gehen, gerne einfach das gesagt wird, was die Mehrheit dazu eben so sagt. Wenn ein solches Thema zusammenhanglos ins Gespräch hineingeworfen wird, bleibt die Diskussion, was den Zugewinn angeht, oft auf dem „Schönes-Wetter-heute-Niveau". Wenn das Thema sich aus dem vorangegangenen Gespräch heraus entwickelt, ist es natürlich was anderes.

chlorophyll hat geschrieben:Der zweite und je älter man wird auch immer wichtiger werdende Punkt ist Intelligenz. Die Ebene auf der man sich über die eigenen Ansichten austauschen kann. Je näher man da aneinander liegt, desto einfacher ist es auf gleichem Niveau über die Themen zu sprechen die einem am Herzen liegen.

Das finde ich 'nen interessanten Punkt. Das spielt sicher eine Rolle. Ich glaube allerdings, dass man auch wenn man sich intellektuell auf unterschiedlichen Ebenen bewegt (vielleicht auch nur sozialbedingt), ein für beide Seiten ergiebiges Gespräch führen kann. Es sind ja oft gerade die Gespräche, in denen man an die Decke gehen könnte, weil jemand an den eigenen Grundfesten rüttelt oder scheinbar unnötige und abwegige Einwände macht, nach denen man anfängt umzudenken, oder?

_hello_ JP
je ne sais pas
 

Re: emotional satt werden - HSP/Non HSP Dilemma

Beitragvon felidae » So 5. Aug 2012, 11:51

chlorophyll hat geschrieben:Ich könnte mir vorstellen das emotional satt werden hier in einen falschen kausalen Zusammenhang gesetzt wird. Ganz klar wecken Gespräche Emotionen und befriedigen auch emotionale Bedürfnisse.


Für mich nimmt es einen sehr hohen Stellenwert ein. Tiefgründige Gespräche erzeugen bei mir Nähe zum Gegenüber. Wenn diese tiefgründigen Gespräche ausbleiben fehlt ein für mich sehr wichtiger Teil in der Beziehung zu dem anderen. Ich muss dazu sagen, dass mein Vater ebenfalls HSP ist und ich mit tiefgründigen Gesprächen aufgewachsen bin. Sie waren wesentlicher wenn nicht sogar der hauptsächliche Bestandteil unserer Vater-Tochter Beziehung, die das ganze so innig gemacht hat. Das war so prägend, daß in einer Beziehung/Freundschaft, in der es zu keinen tiefgründigen Gesprächen kommt, für mich irgendwann ein emotionaler Mangel entsteht.

Für mich fängt Tiefgründigkeit erst dort an, wo andere eigene Gedanken oder Gefühle ins Gespräch einbringen. Die meisten Menschen reden jedoch auf der von je ne sais pas schon erwähnten "Wissensebene":

Menschen, die es vielleicht eher schaffen, zwischenmenschliche Geschichten wegzufiltern und sich nur in den "tatsächlichen", sprachlichen Inhalten des Gespräches zu bewegen (also die sog. Nicht-HSP), laufen vielleicht manchmal Gefahr, vorrangig ihr Wissen preisgeben zu wollen, anstatt auf die Dinge einzugehen, die ihr Gegenüber äußert und auf die es hinaus ist. So verendet das unbefriedigende Gespräch spätestens dann, wenn alles vorhandene Wissen zum betreffenden Thema aufgezählt wurde.


Solche Gespräche sind für mich belanglos und berühren mich nicht. Erst ab dem Zeitpunkt der eigenen Gedanken oder Gefühle wird auch mein Innerstes berührt und ab da beginnt für mich ein emotional sättigendes Gespräch. Erst ab diesem Zeitpunkt gibt der andere etwas über sich preis. Eigene Gedanken, eigene Emotionen. Kein angehäuftes Wissen.
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Re: emotional satt werden - HSP/Non HSP Dilemma

Beitragvon chlorophyll » So 5. Aug 2012, 12:08

Für mich fängt Tiefgründigkeit erst dort an, wo andere eigene Gedanken oder Gefühle ins Gespräch einbringen. Die meisten Menschen reden jedoch auf der von je ne sais pas schon erwähnten "Wissensebene":


Das Verstehe ich nicht. Auch bei emotionalen Themen kannst du doch nur über das reden was du weißt und dich darüber austauschen. Das, was du nicht weißt oder kennst kannst du doch auch gerade nicht zum Thema machen. Natürlich kannst du dich aufklären lassen von deinem Gesprächspartner, wenn dir das Thema nicht bekannt ist, aber das wäre dann ja eher Unterricht als Gespräch.
Für mich gibt es eigentlich keine nicht emotionalen Themen. Meine ganze Welt dreht sich quasi darum das ich Sachen emotional bewerte und gut oder schlecht finde. Vielleicht liegt es auch daran, das ich eigentlich immer Probleme mit smalltalk habe :D

Wenn man die bei normalen Menschen rein emotional belegten Themen diskutiert dann bleibt der Umfang aber sehr begrenzt. Familie, Beziehung, Arbeit - letzteres dann meist negativ. Bei manchen, den weinenden Fussballfans z.B., ist es dann noch Sport bzw. das persönliche Hobby. Der Rest der Welt geht dem normal emotional Veranlagten doch in der Regel, und das ist ja auch gut so, am allerwertesten vorbei.

Worüber redest du denn um für dich emotional befriedigende Gespräche zu haben?
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Re: emotional satt werden - HSP/Non HSP Dilemma

Beitragvon felidae » So 5. Aug 2012, 13:04

Es gibt 2 Arten von Gespräch:
Ich fange an, über etwas, das mich grade beschäftigt, zu reden.

Entweder der andere hatte diese Situation vielleicht auch schonmal oder so ähnlich und gibt dann seine persönlichen Gedanken und Gefühle dazu wieder. Das ist ein für mich erfüllendes Gespräch.

Oder der andere kennt die Situation nicht und gibt lediglich wieder, was er vielleicht mal gehört oder gelesen hat. Da sind wir an dem von dir erwähnten Punkt: "man kann nur über das Reden was man weiß." Das ist richtig.
Aber: in dem Fall wünsche ich mir, dass der andere versucht, nachzuvollziehen wie es mir grade geht, wie ich mich grade fühle. Er muss es nicht verstehen können, geht auch oft nicht, aber zumindest anfangen darüber nachzudenken und sich mit mir und meinem Thema beschäftigen und auseinandersetzen. Meist wird mir dann aber nur hingeschmissen, was der andere mal gehört oder gelesen hat und damit ist das Gespräch für ihn beendet. Das ist dann das unerfüllende Gespräch.

Informationen über ein Thema kann ich mir auch im Internet beschaffen, persönliche Gedanken und Gefühle nicht (die Ausnahme sind Foren - deswegen lese ich meist auch nur in Foren wenn mich etwas beschäftigt). Ich agiere da absolut nur auf der Gefühlsebene, nicht auf der Sachebene. Wobei auch sachliche Informationen etwas bringen können, letztendlich aber bei mir nicht soviel bewirken wie Gefühle.

Ich denke noch weiter nach...
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