emotional satt werden - HSP/Non HSP Dilemma

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Re: emotional satt werden - HSP/Non HSP Dilemma

Beitragvon Glasperlenspielerin » Sa 13. Okt 2012, 16:53

Liebe alle,
das Thema beschäftigt mich nach wie vor, auch wenn ich lange Zeit eher inhäusig unterwegs war. Allerdings würde ich die von mir einst gewählte Überschrift gerne ändern in "emotionl satt bleiben". Ich komme immer mehr und wieder zu der Einsicht, dass das wohl im Zusammenhang mit bzw. in Beziehungen aller Art mit Abgrenzung und für sich sorgen zu tun hat bzw. einhergeht.

Viele Grüße

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Re: emotional satt werden - HSP/Non HSP Dilemma

Beitragvon Matthias » Sa 13. Okt 2012, 17:45

@Cassy
The power of music
Grüße
Matthias
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Re: emotional satt werden - HSP/Non HSP Dilemma

Beitragvon blistex. » So 14. Okt 2012, 15:40

felidae hat geschrieben:Es geht nicht darum, dass ich allein Emotionen zu einem Thema habe, das erfüllt mich nicht. Ein Gespräch wird für mich erst erfüllend und zu einem guten Gespräch, wenn der andere sich emotional beteiligt. Das ist aber bei vielen Menschen nicht gegeben.

Das ist ein sehr interessanter Ansatz, nicht nur in Bezug auf Gespräche. Ich höre oft, man solle in seinem Leben allein glücklich sein. Natürlich kann ich allein zufrieden sein, ohne enge Freunde und ohne Partner, aber zum glücklich sein gehört es für mich dazu, in Gesprächen und im Miteinander meine Gefühle mit anderen Menschen teilen und austauschen zu können. Ich habe auch das Gefühl, allein in irgendeiner Form zu stagnieren, nicht weiterzukommen, mich nicht zu entwickeln - ich brauche den Austausch, das Feedback von anderen, um das Gefühl zu haben, zu wachsen und im Leben weiterzukommen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das bei vielen Leuten auf Unverständnis stößt, aber ich glaube, das was Du sagst, felidae, ist genau das, was ich meine, aber nie so in Worte fassen konnte. Danke!
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Re: emotional satt werden - HSP/Non HSP Dilemma

Beitragvon Diana » Di 16. Okt 2012, 00:01

Ich habe mir jetzt eure Beiträge durchgelesen, ich muss sagen, mir geht es genauso ! Genaugenommen hatte ich, wenn ich so zurückdenke, erst einen einzigen Menschen, im realen Leben, der mich WIRKLICH so verstanden hat, wie ich war, was ich sagte, dachte, fühlte. Wo ich das Gefühl hatte, er interessiert sich wirklich dafür, wie es in mir aussieht, wer ich bin. Er ist leider mit 39 Jahren verstorben, ich vermisse ihn heute noch sehr. Ich kannte ihn mein halbes Leben lang, bis er starb. Er war ganz sicher HSP, so im Nachhinein betrachtet. Schade, dass ich nicht damals schon was darüber wusste.

Das emotional satt werden ist nicht einfach, wenn ich nicht weiss, wie ich verstanden werden soll. Wenn man ständig auf der Suche ist, auf Verständnis hofft, und immer wieder enttäuscht wird, weil man nicht wirklich verstanden wird. Von HSP nimmt man es an, doch wo findet man die im realen Leben? Und Nicht-HSP habe ich rund um mich herum und bin emotional leer. Nichts ist schmerzender, als wenn auf meine emotionalen, leidenschaftlichen Gefühle ein nüchternes, unsensibles Statement folgt. Da steige ich aus, schweige ich lieber. Auch ich benötige Feedback meiner Umgebung, um zu wachsen, mich wohlzufühlen. Fehlt es, bin ich unsicher, weiss nicht, wie ich meine Gefühle und Gedanken einordnen soll, ob sie richtig oder falsch sind.

Jemand von Euch hat geschrieben, tiefgründige Gespräche bringen Nähe - das unterstreiche ich voll. Fehlt das Tiefgründige, geht die Nähe verloren, oberflächliche Gespräche können niemals das Innere eines Menschen zeigen, und ohne dem fehlt Nähe. Zuviel davon ist auch nicht gut, doch sollte es soviel sein, dass man sich aufgehoben fühlt, emotional satt. Und solange ich das nicht spüre, esse ich weiterhin Schokolade. _ikj_
lg Diana
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Re: emotional satt werden - HSP/Non HSP Dilemma

Beitragvon felidae » Do 18. Okt 2012, 10:56

blistex. hat geschrieben:Ich habe auch das Gefühl, allein in irgendeiner Form zu stagnieren, nicht weiterzukommen, mich nicht zu entwickeln - ich brauche den Austausch, das Feedback von anderen, um das Gefühl zu haben, zu wachsen und im Leben weiterzukommen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das bei vielen Leuten auf Unverständnis stößt, aber ich glaube, das was Du sagst, felidae, ist genau das, was ich meine, aber nie so in Worte fassen konnte. Danke!


Geht mir genauso. In letzter Zeit hatte ich die meisten Erkenntnisse über mich selbst erst durch Gespräche mit anderen. Solange ich mit meinen Gedanken allein war, habe ich mich im Kreis gedreht. Ich glaube aber, die meisten Menschen möchten sich weder verändern noch weiter entwickeln noch sich selbst reflektieren. Das Bedürfnis ist dort gar nicht vorhanden. Ich mag aber Erkenntnisse über mich selbst, denn sie machen mich oft ein Stück freier. Befreien mich von Dingen, die ich an mir selbst nicht sehen konnte. Ich glaube, dass Nicht-HSP mehr im "Aussen" leben, während HSP mehr im "Inneren" leben, sowohl bei sich selbst als auch bei anderen.
Jeder sieht, was du scheinst. Nur wenige fühlen, wie du bist.
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Re: emotional satt werden - HSP/Non HSP Dilemma

Beitragvon MyOwnSummer » Do 25. Okt 2012, 14:13

Ich hol das Thema mal hoch, weil es für mich unendlich interessant ist.
Es hat mich in eine, für mich, total wichtige Richtung vorangestoßen - was ich bei Menschen in Gesprächen brauche.
Bis lang konnte ich eher ausmachen, was mir "nicht gepasst" hat bzw. dieses Gefühl des Verstanden Werdens nicht hervor gerufen hat.
Aber das es schlicht & einfach an Emotionalität fehlt - darauf wäre ich glaube (vorerst) nicht gekommen _wol_

Das gibt mir im Nachhinein so viel Klarheit.
Mich lassen z.B. simple Nachrichtenmeldungen kalt - da fühle ich mich nicht ein bzw. kann das vermutlich gar nicht, insoweit keine Emotion mitgegeben wird.
Bei Filmen jedoch, die Emotionen wirklich lebensnah rüber bringen, bin ich Feuer & Flamme. Verrückt.

Bliebe jetzt für mich die Frage übrig: Wie merke ich denn in Gesprächen, dass mein Gegenüber emotional ist?
Viele brauchen ja anscheinend ein gewisses Maß an Vertrautheit, um Emotionen zu lassen zu können.
Ich sprudel da ja förmlich über.
(Ich könnte mir vorstellen, dass ich dadurch schon einigen auf den Schlips getreten bin, da für mich unemotionale Gespräche größenteils einfach unbefriedigend sind.)
Dass das Menschen anders sehen & brauchen als ich, auf die Idee bin ich jetzt erst gekommen bürne
Ich möchte nicht, dass sich jemand im Gespräch mit mir unwohl fühlt oder irgendwie komisch, aber ich möchte auf der anderen Seite auch heraus finden, ob die Person emotional ist.
Wie bekommt ihr diesen Grad hin? Gibt es eine Art "angemessenes Verhalten" (das klingt komisch, ich hoffe, es lässt sich ansatzweise erahnen, was ich damit meine) z.B. im Bezug auf meine Komilitonen an der Uni?
Nähe & Distanz ist ja eine Gradwanderung...
& merkt man überhaupt, wenn man vielleicht Grenzen beim Gegenüber überschreitet?

viele Grüße _flov_
MyOwnSummer
 

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