Empathie verstehen lernen, möglich?

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

Moderatoren: Hortensie, Eule

Empathie verstehen lernen, möglich?

Beitragvon Softvelvet » Mo 16. Jul 2012, 14:50

Hallo Ihr Lieben!

Mir ist da noch was eingefallen, was helfen könnte.
Mir hat es geholfen.
Einen anderen Standpunkt dazu einnehmen.

Empathie ist kein Gegner den man wie einen Feind an der Front bekämpfen kann.
So lange Empathie nicht verstanden wird, versucht man sie zu bekämpfen, weil es belastet.

Verändere deinen Standpunkt und begreife deine empathischen Fähigkeiten als einen Teil von dir.
Nimm diesen Teil liebevoll an und es wird dir weniger ausmachen.
Die Energie, welche du zum Kämpfen bisher gebraucht hast wird frei, und du kannst dich mehr dem Leben hin öffnen.
Mit der Zeit kann man mehr darüber erfahren. Auch erlernen zu filtern.


Testet euch mal selbst.
Wenn ihr ganz allein in eurer Wohnung seit, ohne Radio und TV Beschallung, hört in euch hinein was ihr noch wahrnehmt.
Schreibt in Stichpunkten auf was ihr wahrnehmt, Datum und Uhrzeit dazu.
Das ein paar Tage gemacht, sucht darin ein Muster.
Findet ihr kein Muster, dann verlängert den Zeitraum.

Wenn ich die Empathie richtig verstanden habe wird vielleicht folgendes passieren.

Irgend wann wird euch jemand von einem Ereignis berichten, lasst euch Datum und Uhrzeit dessen erzählen und vergleicht es dann mit euren Aufzeichnungen.
Es könnte sein, das dass Ergebnis euch überrascht.


Ich habe ein Mittel für mich gefunden, selbst einzelne Personen zu identifizieren, wenn ich sehr heftige Wahrnehmungen habe.
So war es mir möglich letztes Jahr zu erfahren, dass der Lebenspartner meine Tochter fremd gegangen ist, auch, als meine Tochter es erfahren hat...nicht von mir,
welche heftigen Emotionen sie begleiten haben bei der Auseinandersetzung.
Zwei Wochen später berichtete mir mein Bruder von dem Vorfall.
Und so hatte ich die Bestätigung dessen was ich gespürt habe.

Je mehr Wissen einer Sache innewohnt, um so liebevoller das Urteil.
(Orakelspruch)


LG Softvelvet
Softvelvet
 

Re: Empathie verstehen lernen, möglich?

Beitragvon Snowflake » Mo 16. Jul 2012, 19:18

Hallo Softvelvet,

das klingt sehr "einleuchtend" was du schreibst...
Und sehr sehr interessant.

Bei mir ist meine Empathie aktuell ein sehr großes Thema.... Ich sehe es wirklich eher als Last, als als Gabe.
Ich kann überhaupt nicht damit umgehen. Bzw. was mir so schwer fällt ist einfach das was ich wahr genommen habe,
so stehen zu lassen!!! Mir keine Gedanken drüber machen sondern einfach "gut sein lassen".

Meine Thera sagt, das ist eine riesen Gabe von mir. Und nur meine Vergangenheit und all die Verletzungen haben mich zu dem gemacht,
was ich jetzt bin. Ohne diese Erlebnisse hätte ich diese Empathie für andere vielleicht gar nicht.
Aber das macht mich aus. Dass ich spüre wie es dem anderen geht. Oder wahr nehme, was da gerade ist und was der Gegenüber braucht.
Oftmals kann ich es auch nicht einordnen, auch wenn ich spüre dass da was da ist oder ich was wahr nehme.
Im Endefekt ist es meine Unsicherheit die mich so verwirrt. Würde ich oftmals wirklich so handeln, wie es mir mein Gefühl sagt,
dann würde sich vieles von alleine lösen bzw. einiges seinen Weg gehen ohne große Blockaden.

VLG von der Schneeflocke ;)
Snowflake
 

Re: Empathie verstehen lernen, möglich?

Beitragvon Softvelvet » Mo 16. Jul 2012, 20:05

Hallo Schneeflocke,

so ging es mir am Anfang auch.
Ich konnte meinen Tag nicht mehr gestalten, war durch den Wind und meine Kinder schüttelten nur noch mit dem Kopf.
War damals sogar soweit mir das Leben zu nehmen. Habe geheult wie ein Schlosshund,
in der einen Hand die Flasche Rotwein und in der anderen die Pillen.
Ich hab die Welt nicht mehr verstanden.

Habe dann einen Deal mit Gott gemacht.
Du..hilfst mir da raus und ich höre auf dich zu leugnen.

Dann habe ich angefangen das ganze zu hinterfragen.
Wo zu zum Herr Gott ist das gut?
Habe mich mit Astrologie beschäftigt. Kam damit aber nicht weiter, weil es mir zu kompliziert war.
Eine Freundin aus dem Net hat Karten gelegt. Habe sie eine Weile genervt mit meinen Fragen, bis sie nicht mehr wollte.
Da habe ich mir selbst welche gekauft und angefangen mit den Karten mir selbst Fragen zu beantworten.
Es hat auf Anhieb funktioniert, was mich ebenfalls überrascht hat. Es hat mir ja keiner beigebracht.

Weil die Karten alleine auch nicht genug waren, habe ich mir Bücher gekauft, die die Psychologie des Menschen ganz allgemein beschreiben,
und solche die ganz spezielle Themen beinhalten.
Hab mich auch mit Astronomie und Astrophysik beschäftigt, um mir zu erklären wieso ich überhaupt dazu in der Lage bin,
körperlich wahr zu nehmen wenn Dinge hunderte von Kilometern von mir passieren.
Bücher zum Thema Philosophie, Religion und weiß der Geier noch alles.
Habe die Augen auch nicht vor dem menschlichen Elend verschlossen und ganz genau hingesehen.


Habe althergebrachte Verhaltensmuster hinterfragt und anschließend über Bord geworfen.
Falschen Freunden den Laufpass gegeben und mich so völlig befreit.
Auch meine Familie muss jetzt auf mich verzichten. Zumindest so lange, bis die Bereitschaft vorhanden ist mich an zu hören.
Heute weiß ich nun wer ich bin, warum ich bin wie ich bin und was wichtig für mich ist.

Die Wahrnehmungen haben nicht aufgehört, ich weiß aber heute sie richtig ein zu ordnen,
auch mal aus zu blenden und sogar zu ignorieren wenn ich keinen Bock drauf habe.


Ich hatte keine Alternative dazu, musste diesen Weg gehen, es war mein Weg.


LG Softvelvet
Softvelvet
 



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