erkennen wir uns untereinander?

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Re: erkennen wir uns untereinander?

Beitragvon easyBee » Sa 25. Feb 2017, 00:14

Hallo Rene!

Wenn ich mir die Menschen die ich in meinem Leben kennengelernt habe so ansehe blitzen ein Paar auf, da denk ich mir die könnten es sein.

Meine Frage hat aber eine ganz andere Person bewegt. Sie hat mich erst darauf gebracht das es HS gibt. Ich hab ihr also sehr viel zu verdanken. Da sie aber sehr auf sich bedacht ist, oft lügt, versucht zu manipulieren und mich und Andere manchmal ganz absichtlich verletzt, frag ich mich - kann man sensibel sein und dann andere Menschen so behandeln? Auch Sätze wie "Wir sind eine eigene Rasse" "Die anderen sind unterentwickelt" tun mir schon beim hören irgendwie weh... Wenn sie hochsensibel währe, müsste ich da nicht irgendwas spüren? Außer einem ganz komischen Unwohlsein... (Puh wenn ich das so lese klinge ich selbst ziemlich kalt, ich habe diese Intuition aber schon lange immer wieder verdrängt bis es Heute nach einem recht unschönen Ereignis klick gemacht hat..)

Nun, es könnte mir ganz egal sein, ich möchte die Hochsensibilität auch keinem absprechen, das kann ich gar nicht, aber dennoch bewegt es mich. Diese Person war mir immer schon sehr wichtig, ganz egal wie oft sie mich verletzt hat, aber ich merke wie sie mich langsam förmlich aussaugt.

Ihr werdet euch vielleicht fragen, was bringt es ihr wenn wir sie bestätigen oder eben nicht, nunja ich weiß es selbst nicht. Vielleicht versuche ich mich dann nicht mehr ihr anzuvertrauen, oder bemühe mich eben umso stärker. Es lässt mich nicht los und ich frage mich ob ihr auch andere Hochsensible kennengelernt habt die so unsensibel scheinen?

Ich habe den Kern meiner (ersten) Frage wohl von hinten aufgesattelt (kann man das so sagen?), und ein wenig zu vorsichtig. ich hoffe ich bin in diesem Thread trotzdem irgendwie richtig.
_roseboy_ Liebe Grüße _roseboy_
Easy _bee_
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Re: erkennen wir uns untereinander?

Beitragvon Nani » Sa 25. Feb 2017, 11:04

Hallo Easy,

auch ich habe in meinem Umfeld verschiedene Personen, die unterschiedlich (hoch) sensibel sind. Ich habe bei solchen Menschen dann oft das Gefühl, dass wir uns ganz gut verstehen, weil viele Dinge gleich bei uns ankommen. Eine Person ist mir besonders ähnlich und bei dieser Person gehe ich am stärksten von einer Hochsensibilität aus. Wir fühlen uns beide auch in ähnlichen Situationen angegriffen. Allerdings habe ich festgestellt, dass wir uns beide oft auf die negativen Dinge konzentrieren, wenn es um ein eigenes Erlebnis geht. Was wirklich immer gut funktioniert, wenn wir uns drüber unterhalten, ist, dass wir es für uns gegenseitig in Perspektive rücken. Bei mir ist es nämlich oft so, dass ich in einer Situation die Perspektive verliere und, wenn es um mich selbst geht, Details nicht so wahrnehme, etwas, das andere so dahersagen, zu ernst nehme, oder alles überanalysiere, weil ich es permanent von allen Seiten aus überdenke.

Trotz aller Ähnlichkeit und der Möglichkeit, uns da immer mit einem Blick von außen zu unterstützen, verletzt mich diese Person immer wieder auf die gleiche Weise und auch auf eine Weise, die sie von anderen als Verletzung wahrnimmt. Ich sitze oft da und frage mich, wie jemand, der sich mit einem Atemzug drüber beschwert, dass sich Freunde immer mit anderen treffen, monatelang für jeden anderen Mist Zeit haben, nur für mich nicht. Trotz mehrfacher Erinnerung. Ich glaube, dass es schon sein kann, dass man Dinge, die einem geschehen anders wahrnimmt, als Dinge, die man selbst tut und dass es wesentlich schwieriger ist, die eigenen Aktionen oder nicht Aktionen zu hinterfragen, als die von anderen.
Nani
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Re: erkennen wir uns untereinander?

Beitragvon sensibelchen115 » Sa 25. Feb 2017, 21:30

Hallo Eassy Bee , zunächst ❤️- lich willkommen. Ich habe in verschiedenen Foren viel über HS gelesen . Eins ist mir , auch aus persönlicher Erfahrung, klar geworden: auch HSP können selbstsüchtig ,gemein sein und andere manipulieren. Auf die Frage ,ob wir einander erkennen - manche ja, manche nicht. Wenn du mal auf einem HSP Treffen warst, weißt du was ich meine. Zum Selbstschutz tragen manche eine " Maske" . Sagte auch eine Psychiaterin über mich und ich stimmte ihr zu. ( Hatte einen Unfall ,war in Reha ,wegen chron.Schmerzen war ich auch 4 mal bei der Psychologin).
Schönes Wochenende und gutenacht
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Re: erkennen wir uns untereinander?

Beitragvon Lylia » Sa 25. Feb 2017, 21:36

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Re: erkennen wir uns untereinander?

Beitragvon sensibelchen115 » So 26. Feb 2017, 13:07

_zwr_ Danke schön!
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Re: erkennen wir uns untereinander?

Beitragvon easyBee » So 26. Feb 2017, 22:04

Hallo Nani!

Vielen Dank für deine Antwort, ich habe viel darüber nachgedacht und mich auch in den letzten Tagen intensiv mit der Hochsensibilität befasst, welche Dinge bei mir zutreffen, welche weniger... Selbstreflektion ist bei mir ganz groß, Dinge zu Persönlich nehmen, über-analisieren... das trifft bei mir auch sicher zu. Das verschlimmert sicher auch den Eindruck den ich hatte. Was ich bei diesem Konflikt aus den Augen verloren habe - schließe nicht von dir auf Andere.

Hallo sensibelchen,

auch dir Danke für deine Antwort! Kurz und prägnant :) Ich habe die Hoffnung das sie es vielleicht unbewusst macht, wer weiß. Leider hatte ich noch nicht die Möglichkeit das auszusprechen, ich weiß auch nicht ob ich das schon könnte oder überhaupt sollte. Auch das sie eine Maske, oder Schutzpanzer trägt kann gut möglich sein.
Wenn mal ein HSP Treffen in meiner Region ist und ich es dort hin schaffe werde ich an deine Worte denken :)
_roseboy_ Liebe Grüße _roseboy_
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Re: erkennen wir uns untereinander?

Beitragvon Erdbert » Fr 8. Feb 2019, 10:45

rene261 hat geschrieben:ich schließe mich im wesentlichen den anderen an: Ich glaube schon sie zu erkennen.

Warum schreibe ich "ich glaube..."?

Weil ich natürlich nicht wissen kann, wie der oder die andere tatsächlich so "tickt".
Was ich bemerke sind bestimmte Merkmale, wie Beteiligung an Gesprächen, Tiefgründigkeit eines Gesprächs, die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen (das kann man zumindest erfragen), Rückzugsbedürfnis, Beobachtungsgabe, usw...
Vieles erkenne ich dann (auch von mir selbst) wieder als die typischen Eigenschaften, die man Hochsensiblen so zuschreibt.

glaube ich auch. intuition und erfahrung lassen authentizität erkennen, glaube ich.
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Re: erkennen wir uns untereinander?

Beitragvon izmi » So 10. Feb 2019, 12:49

Ich glaube, es gibt viel mehr empfindsame Menschen, als man auf den ersten Blick denkt. Viele von denen wissen es nicht und wollen es auch nicht wissen - ich habe selbst lange genug dazu gehört. Ich halte mich da sehr zurück, weiß ich denn ob sie damit überhaupt zu tun haben wollen? Aber wenn jemand etwas andeutet, sacht signalisiert, dann gerne.
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Re: erkennen wir uns untereinander?

Beitragvon Walter66 » So 10. Feb 2019, 13:37

Sehr interessantes Thema, habe ich u.a. auch in diesem Thread angesprochen:

11590502nx46300/hier-bin-ich-hochsensibler-mensch-hier-darf-ich-sein-f9/-und-quoterstverschlimmerung-und-quot-und-blick-fuer-hsp-t10347.html

izmi, das was Du hier schreibst

Ich halte mich da sehr zurück, weiß ich denn ob sie damit überhaupt zu tun haben wollen?


kenne ich auch. Es gibt einige HSP für die die Entdeckung der HS nicht eine Erleichterung, sondern einen zusätzliche Belastung ("...jetzt zu alle dem jetzt auch das noch...") ist. Das habe ich im Bekanntenkreis, aber im Moment auch bei meiner Frau erlebt. Ich kenne eine Person, die schon lange um die HS weiß, für die es aber nur eine zusätzliche Belastung ist, da diese Person auch mit schwersten Depressionen und Angststörungen zu tun hat.

Ich ahne, dass meine Ma hochsensibel ist, überlege aber auch sehr, ob und wie ich sie (sie ist 82) damit vorsichtig konfrontiere. Ich habe den Eindruck, dass das Wissen um die HS ihr sehr helfen kann. Da es sie aber auch sehr verletzt wurde, weil ihr Leben nie Platz für HS hatte, weiß ich nicht, ob es den Schmerz nur schlimmer macht, oder ob es nach der "Erstverschlimmerung" die Perspektive eines leichteren Seins gibt - so, wie ich das selber erlebe und erlebt habe.

Wenn ich über HS rede, nenne ich den Begriff an sich erst, wenn ich mir relativ sicher bin. Ich erzähle dann i.d.R. erst mal von meinen Erfahrungen. Meistens finde ich aber im konkreten Gespräch einen Ansatz, wo man drauf eingehen kann, ohne den Begriff der HS zu nennen, wie z.B. "Aaah... ich schätze, Du bist an der Stelle ähnlich aufgestellt, wie ich, Du fühlst Dich auch nicht wohl, wenn um Dich herum zu viel Gewusel und Ablenkung ist, ist das so?..."... usw. Darüber kann man dann gut reinkommen und bekommt das Gespür dafür, ob Offenheit da ist, das Thema HS weiter zu vertiefen.
Walter66
 

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