Freundlichkeit und Flirten - oft verwechselt?

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Re: Freundlichkeit und Flirten - oft verwechselt?

Beitragvon Träumerle » Mi 23. Jan 2019, 21:19

Hallo ihr,

mit dieser großen Resonanz hätte ich echt nicht gerechnet und ich versuche, jedem jetzt gemäß zu antworten. :-)

@sol: Danke für das Teilen deiner Geschichte (hätte ich gar nicht erwartet), ist aber auch ein (anderes) gutes Beispiel für das Missverstehen von Freundlichkeit. Trotzdem ist ein Aufgeben der Freundlichkeit für mich keine Option und damit komme ich auch schon zu:

@izmi:

izmi hat geschrieben:Ja. Ich bin aber trotzdem freundlich, basta. Kann ich eh nicht anders...

Schade für die Leute, oder? Die nur die eine Art von Freundlichkeit kennen...


Ist quasi mein gesamtes Anliegen in zwei direkten Sätzen zusammengefasst. :-) Mir geht es auch so, dass ich eigentlich gar nicht über freundliche Handlungen nachdenken muss. Schade ist es letzten Endes für beide, wie ich finde, sowohl für den "Sender" als auch den "Empfänger". Der Sender ist enttäuscht, da seine Geste nicht (richtig) geschätzt wurde und der Empfänger kann sich eben nicht wirklich über die Geste freuen. Ich finde es gut, dass du das so klar von dir aus sagst, dass es deine Devise bleibt.

@rene261:

rene261 hat geschrieben:erst einmal möchte ich in einem Punkt widersprechen: HSP sind nicht immer nett und freundlich - warum auch?


Das habe ich ja auch nie behauptet, ich schrieb im Eingangspost von einer generellen Freundlichkeit, die bei HSP's doch dominiert. Ein Mensch, der immer freundlich ist - gibt es so einen überhaupt? Jedem platzt mal der Kragen, jeder hat mal einen schlechten Tag und HSP's sind davon genauso wenig befreit. Und nur weil man einmal nicht so nett war, macht das ja keine ständig unfreundliche Person aus einem.

Mit der Tatsache, dass ich Sympathie durch meine Freundlichkeit ernte, kann ich mich ja auch sehr gut anfreunden, es ist schön, wenn sowas mal geschätzt wird. Was meinst du, wie ich eine Person, die überaus nett zu mir ist, in dem Moment mag? :-) Dennoch würde ich dir nicht in dem Punkt zustimmen, dass ich für die Mädchen "nicht ganz uninteressant" sei, aber das ist Off-Topic, privat und gehört hier nicht her.

Als zuvorkommend würde ich mich schon bezeichnen, der Begriff Gentleman passt vielleicht auch noch. Aber so bin ich halt - so gutmütig, dass ich niemandem einen Wunsch abschlagen könnte und ich tue es logischerweise für die Personen, die mich oder meine Hilfe gerade benötigen, also ergibt sich das eher von selbst, hängt davon ab, wer eine gute Gelegenheit für eine freundliche Tat bildet. Die im Eingangspost beschriebenen Fälle liegen auch bereits länger zurück und sind nicht gerade aktuell.

Helfen tue ich nun mal da, wo ich kann, sowohl kollegial als auch in "Notsituationen", aber das kollegiale kommt natürlich wesentlich häufiger vor. Die Geste selbst ist es aber nicht, auch Worte oder Dinge wie ein freundliches Lächeln gehören mit dazu, um bei den Menschen vielleicht auch die Stimmung zu verbessern. Jedoch ist Flirten gar nicht meine Absicht, ich kann mich gar nicht daran erinnern, es je richtig getan zu haben, erst recht nicht absichtlich. Das ist gar nicht meine Art - ich will nur helfen und nichts weiter. (Bin 16, hatte noch nie eine Freundin)

Bei mir war es sogar einmal umgekehrt; ich habe selbst ein richtiges Interesse mir gegenüber als normale Freundlichkeit wahrgenommen, während gefühlt alle anderen den Braten längst gerochen hatten...

@Annina: Zunächst freut es mich, dass dir der Thread gefällt. :-) Dass auch Männer so reagieren, war mir noch nie so richtig bewusst. Und keine Sorge, deine "Impulsantwort" war keinesfalls nutzlos, im Gegenteil. Ohne dein Verhalten hättest du die eventuell gar nicht so entflammen können. icon_winkle Solche Situationen gehen dann ja in die Win-Win-Richtung.

@Rauhnacht: Dazu hat sol ja schon geantwortet. Ergänzen möchte ich nur noch, dass das bei mir garantiert nichts mit Attraktivität zu tun hat... auch meine freundlichen Gesten werden ja nicht alle geschätzt, aus den verschiedensten Gründen. Und die wenigsten werden überhaupt als Flirt oder Anmache interpretiert (glaube ich jedenfalls).

@Source: Um nicht zu sehr ins Off Topic abzudriften, mache ich es möglichst kurz. Einige Jungs sind lieber unter sich und haben mit den Mädchen überhaupt nichts zu tun, einige wiederum sind mit ihnen befreundet. Als wirklich unfreundlich würde ich niemanden bezeichnen, aber eben auch niemanden als überdurchschnittlich nett und zuvorkommend. Entweder verstehen sich die Geschlechter auf eine "coole" Art und Weise gut miteinander oder sie gehen sich nun mal aus dem Weg. Doch Charmeure o. ä. haben wir in unserer Klasse noch nicht, in dem Alter wollen sie eben noch die "starken, coolen" Helden spielen. Da unterscheide ich mich eben von den anderen. Ich würde schon sagen, ich gehe mit den Mädchen anders um, aber ob ich das besser mache als die anderen, liegt im Auge der Betrachterin.

Ich hoffe, ich habe allen angemessen geantwortet, ansonsten gerne nachfragen. :-)

Liebe Grüße,
Träumerle
Ich weiß, ich bin ein HSP,
da ich die Welt ganz anders seh'.
Ich tue dies auf meine Weise,
nämlich ruhig und auch sehr leise.

Für mich ist's eine große Gabe,
wenn ich's auch nicht immer leicht habe.
Drum nehmt euch's nicht zu Herzen,
Ewig sind nicht mal die schlimmsten Schmerzen.

~Träumerle :-)
Träumerle
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Re: Freundlichkeit und Flirten - oft verwechselt?

Beitragvon Baumwolli » Mo 28. Jan 2019, 09:52

sol hat geschrieben:Das hat mir zunehmend meine Ehrenämter belastet. Sobald ich freundlich zugewandt war, erlebte ich entweder dassselbe Missverständnis wie du oder dass Menschen mir als Seelenmülleimer stundenlang eine Klinke ans Bein laberte oder dass mir grenzenlose Zusatzprojekte fordernd angeboten oder von mir erwartet wurden.

Beispiel: Ich bin gut gelaunt bei einem Vorstellungs-Sommerfest einer Behinderten- Dienstleistungsinstitution, deren bezahlten Dienste wir für unseren behinderten Sohn gebucht haben, da kommt eine der Vorstandsdamen zu mir und sagt, sie hätten mich beobachtet, ich sei ja so offen und freundlich, ob ich nicht in ihrem Vorstand mitarbeiten wolle - das Ganze mit forderndem Ton nach dem Motto: Das ist doch wohl das Mindeste!

Abgesehen davon, dass ich es schon sehr seltsam finde, völlig fremden Personen einen Vorstandsposten anzubieten, war ich baff über diese dreiste Ausnutzernummer!

Ich erwiderte: "Das kann ich nicht, ich bin nicht gesund." woraufhin sie sofort schnippisch erwiderte: "Ich auch nicht." Penetrant, oder? So mancher hätte sich da doch gleich überrumpeln lassen.

Diese Überrumpelungsantwort auf Freundlichkeit war schon immer hier und dort da und ich bin ja fast eine Seniorin, aber mit dem Neoliberalismus hat sich das über die Jahrzehnte verschärft.


Hallo sol,
mit den Ehrenämtern kenne ich es auch Kleinstädten und Dörfern und so verwunderlich finde ich das beschriebene Verhalten nicht. Ich kenne es so, dass Ehrenämter Leute machen, die nicht arbeiten. Es sind viele Rentner, Arbeitslose oder Frauen, die keinen Vollzeitjob haben und deren Männer Vollzeit arbeiten. Kein einziger, den ich (von früher) kenne, macht ein Ehrenamt nach Feierabend und lässt sich dadurch (zusätzlich) stressen. Manche kennen gar keinen regulären Arbeitstag (mehr) und für sie ist es daher vielleicht ganz natürlich, dass sie mehrere Ehrenämter nicht als Belastung, sondern als Aufgabe empfinden. Womöglich verstehen sie gar nicht, was sie anderen damit aufbürgen wollen, weil sie Stress einfach nicht (mehr) kennen und so viel Zeit haben, dass sie sich gar nicht vorstellen können, was für manche alltägliche Belastung (neben dem Beruf) ist.
Mit neutralem Gruß!
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Re: Freundlichkeit und Flirten - oft verwechselt?

Beitragvon sol » Di 29. Jan 2019, 14:42

off topic: Es gäbe keine Kommunalpolitik, keine kirchliche Gemeindearbeit und Gremienarbeit, keine Flüchtlingshilfe, wenn nicht viele Vollzeitberufstätige ihre Fachkompetenz dort in den Fachgremien einbrächten. Sogar z.B. gerade aus den sehr arbeitsintensiven Berufsfeldern Jura und IT bereichern hier Berufstätige diese Ehrenamts-Bereiche.

Keiner zwingt sie, es ist ihnen ein Anliegen. Und das ist gut so.
„There‘s a crack in everything, that’s how the light gets in.“ Leonard Cohen
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Re: Freundlichkeit und Flirten - oft verwechselt?

Beitragvon Baumwolli » Di 29. Jan 2019, 16:16

@sol
Wie gesagt: ich kenne es anders.

Flüchtlingshilfe: Dann werden die Flüchtlinge sicher auch gleich gut über unser kaltes neoliberales Wirtschaftssystem und unsere abgestumpfte Gesellschaft aufgeklärt. icon_winkle
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Re: Freundlichkeit und Flirten - oft verwechselt?

Beitragvon DesdiNova87 » Di 29. Jan 2019, 17:05

@sol: Ich kenne es auch so wie du. In den Vereinen in denen ich Mitglied bin, ist der Großteil der Ehrenämtler "ganz normal" berufstätig. Ich bin als Mitglied ja auch bei Veranstaltungen unter der Woche, trotz Arbeit. Man muss doch nicht jeden Abend nach Feierabend zuhause hocken, nur weil man berufstätig ist.

Allerbeste Grüße,
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Re: Freundlichkeit und Flirten - oft verwechselt?

Beitragvon Baumwolli » Di 29. Jan 2019, 17:16

DesdiNova87 hat geschrieben:mtler "ganz normal" berufstätig. Ich bin als Mitglied ja auch bei Veranstaltungen unter der Woche, trotz Arbeit. Man muss doch nicht jeden Abend nach Feierabend zuhause hocken, nur weil man berufstätig ist.

Allerbeste Grüße,
DesdiNova87

Ich habe eben keine Ahnung, deshalb unterschreibe ich auch nicht "Alleraller besten Grüßen". :-)

Also, ich muss nach Feierabend zuhause hocken um mich vom neoliberalen Wirtschaftssystem, das hier in letzter Zeit unterschwellig in sehr vielen Threads und Varianten beklagt wird, zu erholen. icon_winkle
Mit neutralem Gruß!
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Re: Freundlichkeit und Flirten - oft verwechselt?

Beitragvon jules1976 » Di 29. Jan 2019, 17:56

Und nun bitte ich dann doch zum Ursprungsthema zurückzukommen, bitte Forenregeln einhalten, insbesondere Punkt 1 " Umgangston".

Leben und leben lassen.

Mit freundlichen Grüßen jules1976
Respekt elefant2
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