Geburtstage - inneres Kind

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Geburtstage - inneres Kind

Beitragvon butterflyworld » Do 9. Aug 2018, 18:13

Freunde: Die, die ich habe, kann ich an einer Hand abzählen und weis, das sie die richtigen sind. Leider wohnen wir aber sehr weit von einander entfernt, daher besteht unsere Freundschaft hauptsächlich telefonisch. Als Kind hatte ich meistens nur eine Freundin. Leute mit denen ich hier und da was unternehme, sind hauptsächlich von der Familie (kompliziertes Verhältnis) oder Bekannte. Und dieses allein sein stört mich auch nicht. Denn allein ist nicht gleich einsam. Und ich bin gern allein, denn ich empfange einfach zu viel, was mich überfordert.

Doch mein Geburtstag nähert sich und da kommt oft mein inneres Kind hoch.
Meine Mutter hat kurz nach mir Geburtstag, so das wir früher immer zusammen gefeiert haben. Da sie extrovertiert und ich introvertiert bin, drehte sich der gesamte Geburtstag eigentlich immer nur um sie. Ich bekam die Torte, saß mit Kindern am Tisch, die entweder aus der Nachbarschaft waren oder von den Freunden meiner Mutter und sie hatte die volle Aufmerksamkeit und den Spaß, den man eigentlich an so einem Tag haben sollte. Was sich Kinder eben wünschen. Daher hatte ich ab der Volljährigkeit nicht wirklich Lust meinen Geburtstag zu feiern. Auch heute ist es noch so, das sie die Hauptperson ist.

Heuer kam z.B. eine ihrer längsten Freundinnen aus dem Ausland zu Besuch. Ich freu mich ehrlich für sie. Denn ich habe in letzter Zeit oft Einsamkeit von ihr Empfangen. Da sie aber an ihrem BD wieder zurückfahren muss, wurde geplant/vorgeschlagen, das wir uns (Familie) zusammen in der Stadt auf ein Kaffee treffen. Gleichzeitig kann die Freundin dann das Grundstück meines Bruders sehen. Er hat ne Farm.
Ich weiß jetzt schon was passieren wird. Ich werde mich den ganzen Tag, wie als Kind, unbedeutend fühlen, da ich den Stolz meiner Mutter spüren werde, bei der Farmbesichtigung, die Angeberei gegenüber der Freundin und sich wieder alles um jeden anderen drehen wird, nur nicht um mich. Ich wäre das Anhängsel an meinem eigenen Geburtstag. Wie jedes Jahr. Und wie jedes Jahr führt es dann dazu, das ich mich 1x im Jahr einsam fühle. Verbringe ich dagegen meinen Geburtstag allein und mache nur für mich was, bin ich zwar allein, aber nicht einsam. Auch wenn ich denke, das ich den Tag evtl verschwendet habe. Macht das Sinn?

Mein inneres Kind sagt mir, das ich an diesem Treffen nicht teilnehmen soll, weil es weiß, das es nicht die Liebe empfangen wird, die es an diesem Tag braucht und ersehnt, sondern die Aufmerksamkeit für andere.
Die erwachsene Person aber sagt, ich solle gehen und drüber stehen, hauptsache ich bin mit der Familie zusammen. Und irgendwo will ich, das meine Mutter ein schönes Erlebnis hat, auch wenn ich drunter leide, das sie mich als weniger wichtig empfindet. Ich bin doch krank oder?
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Re: Geburtstage - inneres Kind

Beitragvon Velvet » Do 9. Aug 2018, 19:54

Hi butterflyworld,


mir sind deine Gefühle und Gedanken die du schilderst sehr gut nachvollziehbar.

Ob du krank bist, fragst du. Ich würde eher sagen, deine Mutter hat dich dazu erzogen, für sie da zu sein, dich um sie zu kümmern, hinter ihr zurückzustehen, und nicht, wie es eigentlich in einer Mutter-Kind-Beziehung sein sollte, umgekehrt.

Das du nun endlich genug davon hast (ich weiß nicht, wie alt du bist- hab gerade gelesen, wahrscheinlich 29 oder 35 ;)) ist doch ganz normal und du solltest froh darüber sein, dass sich Widerstand in dir regt.
Kämpf ihn nicht nieder, sondern nimm ihn ernst! Es ist völlig legitim, dass du deinen Geburtstag nicht als Anhängsel deiner Mutter verbringen willst. Es ist auch und vor allem dein Tag!

Ich wünsche dir von Herzen, dass du dir und deinem inneren Kind ein schönes Erlebnis an diesem/deinem besonderen Tag bescherst und nicht deiner Mutter. Sie kann das offensichtlich sehr gut alleine. Dafür bist du gar nicht zuständig. Aber dafür, dir selbst einen schönen und angenehmen Geburtstag zu bereiten, mit allem, was du und dein inneres Kind dafür braucht!

Viele Grüße
Velvet
Zuletzt geändert von Velvet am Fr 10. Aug 2018, 06:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Geburtstage - inneres Kind

Beitragvon DesdiNova87 » Fr 10. Aug 2018, 01:18

Hallo butterflyworld,

ich habe mir nochmal deinen Vorstellungsthread durchgelesen, sowie diverse andere Beiträge von dir. Ich bekomme den Gesamteindruck, das doch einiges nicht so läuft, wie du dir das vorgestellt hast. Du schreibst auch von vielen Krankheiten sowie Depressionen.

Bei dieser Frage zu deinem Geburtstag bekomme ich das Gefühl, das du gewissermaßen keine Stimme mehr hast. Oder keinen inneren Kompass mehr. Wie sieht es denn bei dir mit einem Hobby aus, oder Ehrenamt? Irgendwas, um wieder in Gang zu kommen und wieder zu sich zu finden. Wieder handeln und selbst aktiv werden, statt nur passiv abzuwarten und zum Spielball anderer zu werden, das ist meine Empfehlung, dann kommt alles andere auch wieder mit der Zeit dazu.

Jetzt in dem konkreten Fall mit dem Geburtstag würde ich es folgendermaßen handhaben:
Nimm doch an dem Treffen teil. Mach dir nicht so beschwerliche Gedanken darum, das es zufällig an deinem Geburtstag stattfindet.

DANN

Ein paar Tage später feierst du deinen Geburtstag nach und machst etwas was du gerne machen möchtest. Da du sowieso alleine sein willst dabei, sollte es ja kein Problem sein, die "Feier" um ein paar Tage zu verschieben. Lass es dir gut gehen! Und nächstes Jahr dann früh genug Pläne für den Geburtstag schmieden, damit du gar nicht erst in die Bredoullie kommst.

Und wenn das dann auch erledigt ist, würde ich dir ganz allgemein nahelegen die Dinge wieder in die eigene Hand zu nehmen, wenn nötig auch Unterstützung suchen, um wieder an den Start zu kommen und raus aus der Passivität.

LG DesdiNova87
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