Grußfloskeln

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Grußfloskeln

Beitragvon Baumwolli » Sa 26. Jan 2019, 10:48

Hallo und guten Morgen,

seit mehreren Jahren beschäftigen mich Grußformeln. Manche sind mir eher unangenehm. Vor allem bei schriftlichen Grüßen, wenn ich die Schreiber nicht kenne. Sie suggerieren damit eine Nähe, die nicht gegeben ist. Die Grußformel "Liebe Grüße" mag ich nur bei mir nahestehenden Menschen. Seit einigen Jahren hat es sich sogar eingeschlichen, dass Fremde mit "Herzliche Grüße" unterschreiben. Ich kann es nur ernst nehmen, wenn ich den Menschen dahinter kennen gelernt habe, sonst irritiert es mich, obwohl ich weiß, dass man es nicht überbewerten bräuchte. Was sollen diese Steigerungsformen? Auch "Beste Grüße", kann man das alles eigentlich steigern bei jemandem, den man wirklich gut kennt und mag? _nüxweiss_

Wenn ich mal mit Versicherungen oder so telefoniere, dann wird ebenfalls eine sehr aufgesetzte Intimität hergestellt, indem die Gesprächspartner den Namen des Kunden ständig als Füllwort verwenden. Es klingt einfach aufgesetzt. Einmal habe ich es genau so gemacht und bei der Mitarbeiterin der Krankenkasse dessen Namen ständig und überbetont wiederholt. Sie hat es dann gemerkt.

Was haltet ihr davon?

Schönen Tag
Mit neutralem Gruß!
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Re: Grußfloskeln

Beitragvon Hortensie » Sa 26. Jan 2019, 11:34

Hallo Baumwolli,

verlass dich auf dein Gefühl, du bewertest das alles richtig!

Nach außen - also mit Versicherungen, Krankenkassen, Ämtern, sprich: Behörden oder mit fremden Menschen - benutzt man die allgemein gültigen Floskeln: Sehr geehrte/r, Mit freundlichen Grüßen. Das ist die offizielle "Formel". Nur bei näher Bekannten oder dort, wo man schon längere Zeit zusammen arbeitet (unter Kollegen) grüßt man anders: z. B. herzliche Grüße. Aber auch dort muss man genau aufpassen, dass man die Grenzen der Nähe nicht überschreitet!

In den Callcentern der Versicherungen etc. sind die Mitarbeiter gehalten, eine Nähe im Gespräch herzustellen, deswegen benutzen die Mitarbeiter dort auch häufiger den Nachnamen. Ich hätte das genauso wie du gemacht und den Nachnamen der Dame auch ständig genannt.

Was mir vor einiger Zeit unangenehm auffiel: Ein Mitarbeiter am Telefon verstellte seine Stimme derart, dass ich mich unangenehm an eine Hotline erinnert fühlte! Erst als es ans "Eingemachte" ging - sprich: ich habe Daten erfragt - hörte man seine "normale" Stimme raus. Heute würde ich ihm sagen, dass sein Tonfall unangemessen ist!

LG, Hortensie
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Re: Grußfloskeln

Beitragvon Rojka » So 27. Jan 2019, 01:02

Was ich ganz besonders schlimm finde, ist das ,Grüßle', das viele inzwischen an halbprivate Adressaten schicken. Ich finde, das klingt nach halben Sachen, dann doch lieber ,viele Grüße', ,freundliche Grüße' oder einfach so ,Grüße'!
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Re: Grußfloskeln

Beitragvon Baumwolli » Mo 28. Jan 2019, 10:35

Stimme verstellen kenne ich auch. In einer ehemaligen Firma hat unsere Empfangsdame ihre Stimme am Telefon höher "gestellt". Ob sie dazu angehalten wurde, weiß ich nicht.
Auch bei Telefonaten merke ich oft einen "Sing-Sang", den ich ganz gruselig finde.
Mit neutralem Gruß!
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