hochsensible anfälliger für Essstörungen?

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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hochsensible anfälliger für Essstörungen?

Beitragvon Mondmädchen » Mo 30. Okt 2017, 22:56

Ich hoffe mal, das ist erlaubt, so ein Thema aufzumachen, wenn nicht, dann möchte ich mich dafür entschuldigen.

Gibt es unter euch auch 'Betroffene einer Essstörung'(Magersucht, Bulimie,...)?
Sind wir dafür vllt sogar anfälliger als 'normale '?


Lg.
Mondmädchen
 

Re: hochsensible anfälliger für Essstörungen?

Beitragvon wassertropfen » Mo 30. Okt 2017, 23:30

Hallo Mondmädchen,
das ist eine interessante Frage.
Ich weiß die Antwort nicht.
Es ist ja so, dass es verschiedene Essstörungen gibt und die Menschen aus verschiedenen Gründen eine solche entwickeln.
Jeder Mensch hat andere Resilienzen. Mensch A würde unter bestimmten Bedingungen eine Essstörung entwickeln, während Mensch B die widrigen Umstände besser verdaut.
Aber wenn ich so nachdenke, glaube ich es im Endeffekt nicht. Denn hochsensible Menschen sind oft auch besonders stark irgendwie.
LG
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Re: hochsensible anfälliger für Essstörungen?

Beitragvon Träumerle » Mo 30. Okt 2017, 23:33

Hallo Mondmädchen,

Das nennt man wohl Gedankenübertragung! Ich hatte nämlich auch mal vor, so ein Thema zu eröffnen...

Ich hatte bisher weder Magersucht, noch Bulimie, aber trotzdem eine Geschichte, die in die Richtung geht:

Schon immer war ich anfällig dafür, schneller ein Würgegefühl zu entwickeln. Mitte Dezember 2015 fing es dann ganz plötzlich an. Auf einmal konnte ich nicht mehr richtig schlucken, nicht mal meinen eigenen Speichel, ohne ein komisches Gefühl im Hals zu haben. Mit Ausnahmen bestimmter Konsistenzen konnte ich nichts mehr zu mir nehmen, was bei mir nicht den Würgereiz ausgelöst hätte. Ich habe mich in dieser Phase zwar nie übergeben, aber dauernd war mir schlecht. Das führte dazu, dass ich die Lust am Essen verlor, ich aß möglichst wenig, und wenn ich etwas gegessen habe, nahm ich mikroskopisch kleine Bissen, um so das Würgegefühl so gering wie möglich zu halten. Blieb natürlich nicht lange unentdeckt und ich bekam lauter verwunderter Kommentare. Auch habe ich schon nach kurzer Zeit deutlich abgenommen.

Diese Phase hatte ich natürlich ausgerechnet über Weihnachten und Silvester, wo es oft gute Sachen feierlich zu essen gab. An Weihnachten nahm ich mir ein faustdickes Steak, eine einzige Krokette und würgte einen halben Teller Suppe hinunter. Das war alles. Und an Silvester schnitt ich das Essen winzig klein. Hat mir dann auch die Stimmung verdorben. Es gab mittendrin mal ein, zwei Tage, an denen der Würgereiz fast komplett ausblieb und ich gut essen konnte, am nächsten Tag war er wieder da. Ich habe mich nicht getraut, mit jemandem darüber zu reden.

Drei Wochen später war es plötzlich vorbei und ich konnte wieder sorgenfrei ganz normal essen. Ein winziger Rest dieses Phänomens ist heute noch spürbar, den Mund vollstopfen geht nicht ganz so gut, aber es beeinträchtigt mich nicht mehr. Was das war, woher es kam und ob es Flashbacks geben könnte, weiß ich bis heute nicht.

Ich wünsche so etwas niemandem.

Liebe Grüße,
Träumerle
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Re: hochsensible anfälliger für Essstörungen?

Beitragvon wassertropfen » Mo 30. Okt 2017, 23:37

Träumerle, das ist interessant.
Ganz banal gefragt: Gab es in der Zeit etwas, das du besonders zum Kotzen fandest bzw. fing es nach einem speziellen Ereignis an (Auslöser?).
LG
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Re: hochsensible anfälliger für Essstörungen?

Beitragvon Träumerle » Mo 30. Okt 2017, 23:51

Hallo Wassertropfen,

Das Einzige, was mir einfällt, wäre Stress. Aber den hat jeder mal und ich hatte schon mal schwerere Zeiten, als genau in dieser Phase. Eigentlich war ich ja sogar super drauf, es war ja kurz vor Weihnachten, ich liebe das Fest. Ich kann es mir nicht erklären.

LG Träumerle
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Re: hochsensible anfälliger für Essstörungen?

Beitragvon wassertropfen » Mo 30. Okt 2017, 23:57

Verstehe. Zu Weihnachten kommt man oft mit vielen Leuten, Familienmitgliedern zusammen und es werden vielleicht unbewusste Erinnerungen angestuppst? Aber das ist nur Mutmaßung. Ist jedenfalls gut, dass es dir wieder gut geht!
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Re: hochsensible anfälliger für Essstörungen?

Beitragvon DesdiNova87 » Di 31. Okt 2017, 00:14

Ich reihe mich hier mal ein.

Die Besonderheit bei mir, ich schwanke zwischen den Extremen. Lange Zeit normalgewichtig, manchmal auch recht wohlgenährt aber noch im Rahmen.

Meine Körpergröße 187cm, männlich.

Dann ca. 2013 hoch auf 98,5 kg. Ordentlich dick geworden.

2015 mit Ernährungsumstellung und radikalen Sportprogramm runter auf 71 kg (!). Hatte kaum noch Körperfett, zwar konnte ich sehr viele Klimmzüge und Liegestützen machen, auch relativ große Gewichte bei den Übungen einsetzen, aber ich habe gar nicht gemerkt, dass ich mich in Richtung gefährliches Untergewicht bewege. Meine Wahrnehmung war total verzerrt. Dann bin ich krank geworden, und das fehlende Körperfett hat mich in ziemliche Probleme gebracht in Kombination mit dem grippalen Infekt. Ich kann nur warnend den Zeigefinger heben: Drückt den Körperfettanteil nicht zuweit runter, ihr braucht Reserven für den Krankheitsfall!! Ich habe eine Woche lang jeden Tag eine große Pizza bestellt, und trotzdem nicht zugenommen. Der Körper hat das ganze Fett gebraucht in diesem Moment. Es soll mir eine Lehre sein. Sichtbarer Sixpack ist zwar toll, aber es nicht wert seine Gesundheit zu ruinieren.

Und von da an hat es sich wieder in die andere Richtung entwickelt. Zunächst schleichend und jetzt in 2017 sitze ich hier mit meinem neuen Rekordgewicht von ~105 kg. Die Leute sagen mir, so schlimm ist es nicht, es verteilt sich ja auch recht gut bei meiner Größe.

2013-2015: 27,5 kg abgenommen

2015-2017: 34 kg zugenommen

Tja, so kann es gehen. Als Jugendlicher habe ich ähnliches auf- und ab durchgemacht. Mein Optimalgewicht heute liegt glaube ich so bei 83-86 kg, auf sportlich getrimmt vlt bei 80 kg, auf Muskeln getrimmt (baue gut auf) so max. 88 kg. Also momentan ca. 20 kg zu viel.

Fange immer wieder mit Sport an, regelmäßige Belohnung sind Migräneattacken. Wird noch ein harter Weg, muss diesesmal nur rechtzeitig die Bremse ziehen und mich nicht zu weit nach unten bewegen.

LG DesdiNova
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Re: hochsensible anfälliger für Essstörungen?

Beitragvon Träumerle » Di 31. Okt 2017, 00:17

Danke dir :-)

Aber eine negative Erfahrung hatte ich an Weihnachten nie. Außerdem haben wir immer in einem kleinen Kreis gefeiert (max. acht Personen). Ich glaube eher nicht, dass es direkt damit zusammenhängt.

@DesdiNova87: Viel Erfolg weiterhin!

LG Träumerle :-)
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Re: hochsensible anfälliger für Essstörungen?

Beitragvon Mondmädchen » Di 31. Okt 2017, 08:49

@Träumerle, dass hört sich ja schrecklich an ...
Ich hoffe für dich, dass es nicht zurückkommt .


Ich hatte auch mal ne ziemliche Tendenz zur Magersucht.
War immer normalgewichtig, habe aber auch gerne mal ne Schokolade gegessen.
Dann habe ich plötzlich, kurz vor Weihnachten, mir in den Kopf gesetzt, abnehmen zu müssen. Wollte es gesund und Stückchen für Stückchen machen, also noch mehr Gemüse essen, die Schokolade zurückfahren, weniger süße Getränke . .. (bin damals schon Vegetarierin gewesen). Irgendwann hatte ich es dann 'geschafft, immer weniger zu essen (ich erinnere mich noch an einen Tag, wo wir mit dem Auto nach Italien gefahren sind und ich nur insgesamt 3 brötchen gegessen habe). Danach hat meine mum ein machtwort mit mir gesprochen, ich habe die kcal den Urlaub über komplett ignoriert und fröhlich pizza gemampft (war aber aich echt lecker).
Ich habe es aber aich durch instagram etc verschlimmert - selber schuld.

Na Ja, im Moment habe ich es soweit im Griff, esse jetzt auch mal abends was (naturjoghurt, harzer käse, beeren, reiswaffel...), ich denle, ich bin aus der Schlinge raus, denke ich, leider kenne ich jetzt alle 'zahlen' und kann leider in sekunden umgefähr überschlagen, wie viel ich gegessen habe.
Witzigerweise mag ich Essen, genieße es auch etc und kann das zählen auch mal im Urlaub komplett ausblenden - und ich habe angefangen, gerne zu kochen (ich vermute auch, warum, jetzt macht es mir aber wirklich Spaß und man kann immer mal naschen;)). Bisher esse ich aber überhaupt keine Schokolade mehr und nur noch Wasser... Ich weiß, ich hab echt nen Knall...


Lg
Mondmädchen
 

Re: hochsensible anfälliger für Essstörungen?

Beitragvon Träumerle » Di 31. Okt 2017, 12:34

Auch dir Danke für deine Wünsche :-)

Was du beschreibst, ist aber auch interessant, gut, dass du dich im Urlaub nicht darum gekümmert hast. Ich bin auch sehr dünn, esse trotzdem normal und es darf auch gerne mal etwas Schoki dabei sein ;). Manche Menschen können alles essen und bleiben schlank. Probier es doch mal aus, ob du auch dazugehörst. Wenn es in deiner Familie eine Person gibt, bei der das der Fall ist, stehen die Chancen super _thum_

Möge dir das Essen weiterhin Freude bereiten _ikj_

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