HS und problematische Eltern

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Re: HS und problematische Eltern

Beitragvon Schwefelfell » Sa 24. Mär 2012, 18:16

ellen71 hat geschrieben:Ich denke, Missbrauch fängt dort an, wo man darunter leidet, und die anderen dabei ihren Spaß haben. Wenn ich bei einer Sache nicht mitlachen kann, dann geht es auf meine Kosten.


Das hast du gut formuliert. 1güt
Schwefelfell
 

Re: HS und problematische Eltern

Beitragvon Odyss » Sa 24. Mär 2012, 19:55

Ach, mir geht so viel durch den Kopf bei all Euren Worten - aber aufgrund eines Schlafmangels (der mich immer total angreifbar macht) erst mal nur ein spontaner Versuch von mir.

Schlimm(!!!) finde ich es übrigens dass wir teilweise/oft wirklich in unserer Kultur so massive(!!!) Grenzüberschreitungen/Missbräuche wie "Zungenküsse" von Vätern oder "Brüste betasten" tatsächlich nicht sofort als eben solche bezeichnen. Dass da sogar Therapeuten mit rein spielen ist eigentlich immer unfassbar aber spätestens wenn man Alice Miller gelesen hat ja eigentlich doch etwas bekanntes. Was die Psychoanalyse nach Freud für Schaden in unserer Kultur angerichtet hat ... ganz ganz schlimm. Neben Alice Miller war da ja auch Jeffrey Masson ein wundervoller Freud-Kritiker > http://www.sgipt.org/th_schul/pa/misbr/wideru.htm (!!!)
... wie mit solchen Kritikern umgegangen wurde ... auch mehr als bezeichnend. Ja, wie in Familien: Nestbeschmutzer ist eben nicht derjenige der den Dreck macht - sondern der sagt dass es stinkt. :-(

Ein großes Problem bei mir ist wohl auch, dass bei meinen beiden Eltern immer Ansätze von 'Nachdenken' da waren. Aber in wie weit das echt oder einfach nur taktisch war weiß ich oft nicht. Denn beide waren/sind hochgradig bedürftige Menschen, die Und das ist wohl das Hauptproblem. Wie es bei Alice Miller im Drama des begabten Kindes in Bezug auf 'solche Eltern' so schön heißt:
„suchen ihr ganzes Leben, was ihnen ihre eigenen Eltern zur rechten Zeit nicht geben konnten: Ein Wesen, das ganz auf sie eingeht, sie ganz versteht und ernst nimmt“
Ja, und das habe ich eben bei beiden perfekt geleistet. Ich wurde (besonders nach der Scheidung meiner Eltern ... auch wenn ich da gerade schon 'volljährig' war) als Kummerkasten, vermittler, usw. MISSBRAUCHT.

MEin Vater ist mit vielen an Selbstreflexion ziemlich überfordert, und will da auch nicht ran. Weil er in Konflikt mit seiner 'neuen' Frau käme. Er leidet unter dem nun schon 4 Jahre bestehenden Kontaktabbruch, aber Selbstmitleid und Reue sind eben zwei grundverschiedene Dinge! Wenn ich wieder der brave Sohn geworden wäre hätte er mir auch weiterhin finanziell 'geholfen' - aber dass ich arbeitsscheuer Mensch an meinen Depressionen ja doch wohl auch eher selbst Schuld bin glaubt er wirklich. Man(n) muss sich eben nur mal zwingen dann geht es einem auch wieder gut. Ja, hochgradig passiv-aggressiv-kontrollierend auf seine Art ... und das schlimme ist dass solche Energien von vielen Psychologen ja sogar unterstützt werden - da hatte er sich z.B. auch mal von einer befreundeten Psychologin beraten lassen die ihm dann (ohne mich zu kennen!) auch den Rat mit finanziellem Ultimatum gab, weil ich zu dem Zeitpunkt ja in meiner Entwicklung/Studium "stagnierte" und (anders als meine braven Schwestern) nicht bereit war mich (nach 80 Sitzungen über fast 3 Jahre) zu weiterer Therapie zwingen zu lassen - die nach seinem Verständnis ja nur dann "erfolgreich" ist wenn man "weiter kommt" ... dass manche Dinge "Zeit" brauchen durfte nie sein ... Ja, die ganze verhaltenstherapeutische Bagage müßte man einfach mal standrechtlich ersch*** ... tja und, meine jüngeren Schwestern (zu denen ich auch aktuell keinen Kontakt möchte) haben sich da ihre Symptome wegdoktorn lassen, stehen mittlerweile anständig im Arbeitsleben, führen gruselige Beziehungen, sind alles andere als glücklich, aber mir wird direkt bis indirekt gesagt "Du hast ja eigentlich mit fast Allem recht - aber ..." --- "es kommt doch auf die Gegegnwart an" --- "so auf die Vergangenheit fixiert sein bringt doch nix" - ja, das stimmt ich fixiere mich ja auch immer auf die kaputte Gegenwart _grin_

Bei meiner Mutter hingegen kommt mittlerweile sogar teils/oft eine Entschuldigung für ihr Verhalten, da sie doch recht intelligent ist und zu Selbstreflexion in Ansätzen in der Lage bis willig.
Aber viel ist eben unter der Oberfläche beim Alten. Das habe ich gerade letzte Woche erlebt als ich mal wieder zu Besuch war, auch um unseren Hund und meinen Großvater zu sehen der nun immer Montags bei ihr ist (zu dem ich wie zu unseren Hunden immer das einzig gesunde und emotionale Verhältnis von gewünschter Nähe hatte) und dann tatsächlich wieder so indirekte Vorwurf-Klassiker kommen weil ich dieses Wochenende (oh, heute sogar!) nicht zur Familienfeier bez. des Geburtstages meines Großvaters kommen wollte. Nun, der übliche Käse eben: "Was sollen denn die anderen denken ..." - mein Fehler war auch, was ich sonst nicht mehr mache, dass ich ganz kurz in eine Erklärungsenergie gegangen bin, um vielleicht doch Verständnis zu bekommen, indem ich sagte dass mir das "zu viel" wird, und es etwas anderes wäre wenn ich direkt um die Ecke wohnte und nicht erst in Berlin durch die halbe Stadt mit S-Bahn usw., nur um dann ne halbe Stunde mal vorbei zu schauen.

Ich habe mich dann auch als blöde Manipulation durch Schuldgefühle zurück gespiegelt wurde auch nach kurzem ärgerlich werden auch recht schnell verabschiedet. Ja, und da kam meine Mutter dann schon wieder an ... mit der fast kleinlauten Frage ob ich denn jetzt "verstimmt" sei ... neeee, warum auch _grin_ - ich sagte meinem Großvater noch dass ich vielleicht nächste Woche noch mal vorbei schauen würde, das freute meine Mutter natürlich auch gleich ...
Zwei Tage später kam dann wie fast zu erwarten eine Mail supercool

es tut mir leid.
Ich habe glaub ich gerade wieder eine manische Phase - dann streite ich gerne.
Ich denke weiter drüber nach.
- Ich werde Dich nicht mehr um Kontakt zur Familie bitten oder eine Rechenschaft
für Dein Verhalten fordern.
Aber schade finde ich´s trotzdem.

Bis nächste Woche ? Mama


Tja, was da wieder drin steckt ... _grin_ _bash_ _schf_

Ja, mir gelingt es mittlerweile Vieles punktuell, nachdem ich mir Luft gemacht habe, mit Humor zu nehmen. Emotional habe ich mich mittlerweile eigentlich komplett gelöst - ich gebe aber zu dass ich oft noch auf den großen goldenen Verdienstorden warte der mir samt großzügiger Reparationszahlungen für die Leistungen innerhalb des 'Artbeits-Betriebs' der sich "Familie" nennt überreicht wird. 1alie

P.S.: Ach ja, der Form halber und falls es Sinn macht (ich finde anderer Leute Geschichten hier ja auch immer sehr bereichernd) kann ich ja auch mal verraten das/was ich auf die Mail meiner Mutter geantwortet habe. Denn ich war auch erst am Überlegen ob ich überhaupt drauf eingehe - aber ganz kommentarlos wollte ich es dann doch nicht stehen lassen. Bei Mails (der einzige Kontakt - weil keiner meine Tel.-Nr. hat _grin_ ) finde ich übrigens besonders bez. Familie eine fast Chat-Form ohne Anrede und Grußformel so wunderbar ;)

Mal sehen. Vielleicht auch an einem der folgenden Montage - unser Großvater ist dann ja nun immer da wenn ich das richtig verstehe.

... und zum "streiten" kannst Du Dir gerne jemanden anders suchen, wenn Du das aktuell "gerne" tust, und nicht in einem therapeutischen Kontext an Deinen manisch-depressiven Phasen arbeiten möchtest.

Dazu sage ich aber sicher auch nichts mehr.

Ich lasse mir jedoch solche Angriffe - ob nun direkt oder indirekt - nicht mehr oft gefallen. Irgendwann wird, sachlich ausgedrückt, mal ganz Schluss mit freundlichem Kontakt sein.
http://www.peta2.de/web/traum.1177.html
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Re: HS und problematische Eltern

Beitragvon ellen71 » Sa 24. Mär 2012, 20:09

Lieber Odyss,
du schreibst von "taktischem Verhalten" deiner Eltern. Soetwas kenne ich in meiner Familie auch. Das sind für mich Schachspieler. Jeder hat seine Strategie, nach der er vorgeht.

Es gibt keine Offenheit, jeder hält seine wahren Absichten bedeckt. Das Äußere und das Innere stimmen nicht überein. Man erfährt nie die wahren Gefühle und Gedanken.

Es gibt auch kein Vertrauen, weil in wichtigen Situationen das Vertrauen nachhaltig zerstört worden ist. Sätze wie: "Du hast kein Existenzrecht!" oder (wie in dem Video:) "Du bist nichts wert!" prägen sich dauerhaft ein und ruinieren jegliches liebevolle Empfinden. Sie zerstören das Urvertrauen (so es denn überhaupt vorhanden war).

Meine Eltern sind mir seit 40 Jahren fremd. Ich weiß nicht, wer sie wirklich sind. Sie zeigen es ja nie.
Ich weiß ungefähr soviel über sie wie über denjenigen, der mir in der U-Bahn zufällig gegenüber sitzt.

---

Dass wir Missbräuche nicht als solche erkennen, liegt wohl daran, dass wir in dem Glauben erzogen worden sind, dass die Eltern das Recht über das Kind haben, was sich auch auf dessen Körper bezieht.
Man wird von den Eltern geduscht und abfrottiert. Man wird angefasst, auch an intimen Stellen. Und dann kommt eines Tages eine Situation, wo man wieder angefasst wird, aber in anderer Weise. Dass etwas nicht stimmt, merkt man am Gesichtsausdruck der Eltern. Entweder ist es ein Grinsen oder ein gieriger Blick. Die Lust am Verbotenen. - Spätestens da müssen die Alarmglocken läuten. bürne
Wünsche allen einen schönen Herbst! Ozapft is!
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Re: HS und problematische Eltern

Beitragvon Schwefelfell » So 25. Mär 2012, 00:31

Odyss hat geschrieben:Wenn ich wieder der brave Sohn geworden wäre hätte er mir auch weiterhin finanziell 'geholfen' - aber dass ich arbeitsscheuer Mensch an meinen Depressionen ja doch wohl auch eher selbst Schuld bin glaubt er wirklich. Man(n) muss sich eben nur mal zwingen dann geht es einem auch wieder gut.


Ja, Odyss, das ist total ätzend, wenn man krank ist und dann noch so eingeschätzt wird.
"Setz dich auf eine Bank und lies Zeitung, dann wird das besser!"
"Du musst einfach nur deine Wohnung mit ätherischen Ölen beduften und die Antidepressiva sofort absetzen."
Sowas habe ich von Freunden bzw. meinem Vater gehört. Oder auch:
"Sie brauchen keine Medikamente. Setzen Sie diese ab und gehen Sie nicht mehr zum Arzt." (Therapeut)
"Sie brauchen keinen Therapeuten. Nehmen Sie das Medikament und gehen Sie nicht mehr zur Therapie." (Arzt)

Odyss hat geschrieben:da hatte er sich z.B. auch mal von einer befreundeten Psychologin beraten lassen die ihm dann (ohne mich zu kennen!) auch den Rat mit finanziellem Ultimatum gab, weil ich zu dem Zeitpunkt ja in meiner Entwicklung/Studium "stagnierte" und (anders als meine braven Schwestern) nicht bereit war mich (nach 80 Sitzungen über fast 3 Jahre) zu weiterer Therapie zwingen zu lassen

Ohweh, das klingt ziemlich nach Pawlow. Wobei ich da auch sagen kann: Wer weiß, ob das der O-Ton der Psychologin ist, vielleicht hat er da selber noch ein bisschen was dran ausgelegt. Egal, auf jeden Fall nicht der passende Weg für dich.

Odyss hat geschrieben: "es kommt doch auf die Gegegnwart an" --- "so auf die Vergangenheit fixiert sein bringt doch nix"

Ja, das sagen ziemlich viele Leute. Vergangenheit loslassen und so. Nur manchmal geht das eben nicht einfach so.

Liebe Grüße und viel Kraft,
Schwefelfell
Schwefelfell
 

Re: HS und problematische Eltern

Beitragvon Odyss » So 25. Mär 2012, 03:31

Noch ein paar Gedanken zur Nacht :-) bei so viel Input brauche ich meist auch einiges an Output ;-)

Dass etwas nicht stimmt, merkt man am Gesichtsausdruck der Eltern. Entweder ist es ein Grinsen oder ein gieriger Blick. Die Lust am Verbotenen. - Spätestens da müssen die Alarmglocken läuten. bürne


JA! Sehr gut formuliert. Denn Eltern wissen eigentlich, mindestens tief drinnen, dass bestimmte Dinge falsch sind. Das wird dann z.B. versucht mit einem Grinsen zu überspielen - ja, oder Gier nach Vebotenem spiegelt sich ja auch anders als 'normale' Gier.

Mir fällt es auch ehrlich gesagt schwer bei manchen Erzählungen nicht wieder zu denken "ach, bei mir war es ja nicht so schlimm" - ein ganz bekannter Reflex von früher bei Geschichten Anderer.

Aber es gibt eben nicht DEN Missbrauch oder nur sich einbrennende Erlebnisse aufgrund sexueller oder physisch-gewaltätiger Grenzüberschreitungen.
Der Bereich seelischer Gewalt und/oder Vernachlässigung ist z.B. so groß. Da war ja neben den Büchern von Susan Forward auch folgendes sehr interessant: http://www.amazon.de/Die-Masken-Niedert ... 342336288X

Ja, und beim Thema Vergleiche muss ich immer an einen guten Freund denken, der eben bis heute massive Probleme mit sich hat (soziale Phobie u.ä.), und sich seiner über-dominanten Mutter mit Mitte 30 noch nie wirklich gestellt hat.
Bei ihm gab es keine sexuellen Übergriffe, keine körperliche Gewalt - aber die Mutter konnte mal für Tage SCHWEIGEN. Wie grausam für ein Kind. --- Oder eine andere Geschichte von ihm die ich von ihm erzählt nie vergessen werde war, dass er als Kind mal versehentlich mit seinem Fahrrad beim Rückwärtsschieben in eine nicht sehr tiefe Baugrube an deren Haus gefallen war - und die Mutter fand diese 'slapstickhafte Einlage' so komisch dass sie oben an der Grube stand und lachte während 'Klein ****' unten mit seinem Fahrrad lag. - Was lernt man(n) da als Kind? Sicher kein Vertrauen in eine sich sorgende Bezugsperson :-(

---
... und ich hatte den ganzen Tag auch überlegt wo ich noch mal vor 2-3 Jahren einen hochinteressanten kurzen Text gelesen hatte den ich unbedingt zu der Thematik teilen wollte.
Eben gerade wieder eingefallen - ja, manchmal das nahezu perfekte Gedächtnis auch ein Segen ;-) wenngleich so oft auch Belastung :-(
---

Aus Nachlässigkeit oder egoistischem Interesse heraus sind wir entstanden. Dann wurden wir genährt und gepflegt, aber müssen wir deshalb dankbar sein?

"Nach der tradierten Elternmetaphysik obliegt nicht etwa den Gebern die Verantwortung für die unerbetene, wenn auch nicht verbetene Gabe, vielmehr den Empfängern die Rechenschaft für den Gebrauch ihrer »Talente«, vorab ihres »Talents«, zu sein. Für die Geber ergeben sich so statt Verantwortungspflichten Verfügungsrechte, für die Empfänger statt Anspruchsrechten Dankespflichten. Sie schulden die Gegengabe. Der eigentliche Sinn des generativen »Geschenks« ist die Schuldproduktion. Deswegen gibt es auch keine Zukunftsverantwortung der Geber, sondern nur die Rechenschaftspflicht der Empfänger für das Empfangene. Das begründet die Herrschaft der Vergangenheit über die Zukunft, der Eltern über die Kinder, der Schöpfer über die Geschöpfe, die für alle Formen der Elternmetaphysik, für ihre genealogische Ontologie so charakteristisch ist. Der patrilineare Familienroman des Christentums hat ihr den stärksten Ausdruck gegeben, indem noch die Erlösung der Geschöpfe auf ihre Kosten geht: Der Sohn ist es, der zur Versöhnung des Vatergottes sterben muß."Ludger Lütkehaus, Nichts

--- http://www.protemion.de/zettel/generati ... ansfer.htm

---
Außerdem ein so passender Abschnitt aus einer längeren Predigt die ich mal zufällig entdeckt hatte - tja, es gibt auch da für mich Religions-Skeptiker Ausnahmen und weise Worte:

"Die Hauptsache ist, daß ein Mensch erfährt: Ich bin angenommen, ich bin akzeptiert, ich werde geliebt. Dann kann er sich herauswagen aus seinem Versteck, dann kann er die Masken ablegen, mit denen er sich vor dem Blick der Mitmenschen schützt. Die Angst, die ihn gefangenhält, hat ihre Ursache in dem Gefühl, nichts wert zu sein.

Frau Kübler-Ross, die bekannt wurde durch ihr Buch: „Interviews mit Sterbenden“, schreibt in einem anderen Zusammenhang einmal sinngemäß: Das Wörtchen „wenn“ hat mehr Leben zerstört als alles andere auf dieser Erde, das Wörtchen: Ich liebe Dich, wenn......

Wer nur geliebt wird, wenn er den Vorstellungen der anderen entspricht, wenn er das tut, was andere von ihm erwarten, wer also nicht um seiner selbst willen geliebt wird, der kann kein Gefühl der eigenen Würde entwickeln. Er ist nur etwas wert, wenn er dem entspricht, was andere von ihm denken. Aber das, was er eigentlich ist, wird dabei gerade nicht gesehen und akzeptiert, so daß er sich nur als bedingt liebenswert erfährt. Und die Bedingung lautet: Wenn du so bist, wie ich es von dir erwarte. Jeder Mensch möchte aber unbedingt, d. h. ohne wenn und aber angenommen sein. Dann erfährt er, daß er, so wie er ist, liebenswert ist."

(http://www.predigtpreis.de/predigtdaten ... 14-16.html)

Besonders eben:

"Frau Kübler-Ross, die bekannt wurde durch ihr Buch: „Interviews mit Sterbenden“, schreibt in einem anderen Zusammenhang einmal sinngemäß: Das Wörtchen „wenn“ hat mehr Leben zerstört als alles andere auf dieser Erde, das Wörtchen: Ich liebe Dich, wenn......"

finde ich so perfekt-tragisch-treffend.

---
Schwefelfell hat geschrieben: "Setz dich auf eine Bank und lies Zeitung, dann wird das besser!"
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Sowas habe ich von Freunden bzw. meinem Vater gehört. Oder auch:
"Sie brauchen keine Medikamente. Setzen Sie diese ab und gehen Sie nicht mehr zum Arzt." (Therapeut)
"Sie brauchen keinen Therapeuten. Nehmen Sie das Medikament und gehen Sie nicht mehr zur Therapie." (Arzt)


Jaaa, wenn diese Sachen nicht so schlimm wären könnte man über diese Absurdität - und ich kenne das ja von vielen die ähnliche Probleme hatten - ja noch lachen ... neee :-(

Odyss hat geschrieben:Wobei ich da auch sagen kann: Wer weiß, ob das der O-Ton der Psychologin ist, vielleicht hat er da selber noch ein bisschen was dran ausgelegt.


Na klar ... das war auch damals schon eher meine Theorie Nr.1 ... denn mein Vater ist eben ein ganz schwacher Mensch der immer aus Angst heraus kritisiert bzw. nicht mehr lieb gehabt zu werden Ausreden ran zieht. Er ist kein Arschloch eher ein kleiner Junge ohne Empathie für Andere ... ganz empfindlich wenn es um ihn geht ... und versteckt sich hinter seinem Geld, Status, Dr.-Titel usw. - oft tat er mir da auch enorm leid ... aber das ist zum Glück seit etwa einem Jahr mehr und mehr verblasst. >>> Denn es sind alles erwachsene Menschen unsere Eltern. Das ist so wichtig - obwohl eigentlich so trivial.

Odyss hat geschrieben:und viel Kraft


Danke _yessa_ und 'dito' ... ich glaube warum ich, auch wenn es oft ziemlich anstrengend ist, gerade im Internet, solche Diskussionen wichtig finde ist, dass ich noch nie so viel KRAFT hatte wie heutzutage ... auch wenn vieles noch nicht rosa-rot ist ;-) ... und weiß wie wichtig diese Arbeit an der 'Vergangenheit' ist ... es lohnt sich so sehr !()... dass würde ich gerne Allen mitteilen die eher noch etwas planlos und/oder erschöpft vor dem Berg stehen und nicht wissen ob sich der Aufstieg/Überstieg lohnt. Er lohnt sich! _läch_

Allen erst mal einen schönen Sonntag _flöwer_
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Re: HS und problematische Eltern

Beitragvon Hortensie » Sa 11. Nov 2017, 16:43

Gerade wiedergefunden - schon älter, aber interessant!

*hochschieb*
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Re: HS und problematische Eltern

Beitragvon Shannon » Di 21. Nov 2017, 10:31

Ich habe gerade dieses Thema hier gefunden. Ich kann mich nicht so in die Beiträge reinlesen, es kommen mir sonst zuviele ungute Erinnerungen wieder hoch.
Aber wieder stellt sich mir die Frage, die mich schon so lange bewegt:

Bin ich schon hochsensibel geboren oder bin ich hochsensibel geworden, weil meine Eltern überfordert mit der Kindererziehung waren?

Gibt es vielleicht schon etwas hier im Forum dazu geschrieben?

LG Shannon
Liebe Grüße
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Re: HS und problematische Eltern

Beitragvon Träumerle » Di 21. Nov 2017, 16:41

Hallo Shannon,

HS ist angeboren, kann auch vererbt werden. Das (V)erlernen von HS ist nicht möglich, soweit ich weiß. Ausnahmen gibt es vielleicht nach traumatischen Erlebnissen, will mich da aber auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Ich zum Beispiel habe in meiner Familie bis in die zweite Generation (Eltern und Großeltern, also auf direkte Vorfahren bezogen) niemanden mit HS. Entweder wurden da mehrere Generationen übersprungen oder ich habe die HS quasi "selbst" genetisch entwickelt. Es muss also nicht immer an den Eltern liegen. Zum Beispiel hast du die HS von deinem Opa oder noch früheren Verwandten bekommen.

Liebe Grüße,
Träumerle
Ich weiß, ich bin ein HSP,
da ich die Welt ganz anders seh'.
Ich tue dies auf meine Weise,
nämlich ruhig und auch sehr leise.

Für mich ist's eine große Gabe,
wenn ich's auch nicht immer leicht habe.
Drum nehmt euch's nicht zu Herzen,
Ewig sind nicht mal die schlimmsten Schmerzen.

~Träumerle :-)
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Re: HS und problematische Eltern

Beitragvon Shannon » Di 21. Nov 2017, 18:46

Vielen Dank, Träumerle, für Deine Antwort. HS kann also angeboren sein und auch vererbt werden, das ist gut zu wissen.

Liebe Grüße
Shannon
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Re: HS und problematische Eltern

Beitragvon cindy sun » Do 11. Apr 2019, 19:35

*hochschieb* _Mij_
.
Ich bin nicht egoistisch - ich passe nur auf mich auf! _yessa_

--- Ich nehme mein Leben zu dem Preis, den es mir gekostet hat und noch kosten wird. --- H.G. Nobis
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