HS.... und was machen wir jetzt daraus?

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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HS.... und was machen wir jetzt daraus?

Beitragvon kopfchaos » Di 10. Jan 2012, 17:08

Hallo zusammen liebe Forumianer,

heute ist wieder mal so ein Nachdenktag für mich und zwar in die positive Richtung.

Nachdem jeder irgendwann hier erkannt hat, dass es HS gibt und man wohl doch dazugehört, war es für mich jedenfalls eine große Erleichterung. *schweißvonderstirnwisch* Ich bin doch nicht bekloppt oder krank oder einfach nicht normal. _grin_

Nach dieser großen und überwältigenden Erkenntnis habe ich mich hier eingelesen, mich überall wiedergefunden und konnte mich in Euere Reihen einsortieren. Das tut gut, einen Raum zu haben, wo man verstanden wird, nicht ausgelacht, nicht als schizophren und irre bewertet wird.

Aber jetzt kommt meine große Frage.

Warum verstecken wir uns hier in einem Forum? Habt Ihr Euch schon mal geoutet?

Ich werde es tun und habe es schon getan. Überall, wo ich eine Plattform finde, egal ob bei Freunden, Institutionen oder Ämtern, ich mache darauf aufmerksam und nur so kann doch diese Gabe (Fluch und Segen) auch bemerkt, anerkannt und vielleicht auch medizinisch anerkannt werden.
Meinem Hausarzt habe ich darüber z.B. auch erzählt und die meisten sind doch unwissend.

Wenn wir uns aber nur hier aufhalten und uns nicht trauen, in unserem eigenen kleinen Umfeld das anzusprechen und zu uns zu stehen mit all unseren Möglichkeiten und Hemmnissen, dann kann es doch auch keiner wissen und die HS wird immer eine Grauzone bleiben.

Es gibt Extremsportarten, Krankheiten, Neigungen, die z.T. nicht mal 15-20 % der Bevölkerung machen, haben oder präferieren, aber die kennen alle, weil sie publik gemacht werden.
Warum nicht auch HS?

Und da sind doch wir gefragt, wir sind die "Experten". Wir müssen es nur zugeben und uns dazu bekennen, dann ändert sich vielleicht auch was in der Akzeptanz dieser wundervollen Eigenart und wir müssen uns nicht mehr verstecken.

Ich danke Herzblut und diesem Forum, das mir unheimlich viel gebracht hat auf meinem Weg zur Selbsterkenntnis und Akzeptanz zu meiner Persönlichkeit.

Tragt die HS in die Welt hinaus und wir werden sehen, was passiert.

Traut Euch, wir sind alle gut, nicht perfekt und BESONDERS! _yessa_ #

Freue mich auch regen Gedankenaustausch

Euer kopfchaos
Unikate passen nicht in Schablonen - von mir -
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Re: HS.... und was machen wir jetzt daraus?

Beitragvon ellen71 » Di 10. Jan 2012, 19:19

Darüber habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Sicherlich gibt es mittlerweile diverse Selbsthilfegruppen, Foren, Treffen, Bücher, Vorträge, Coaches usw...
Jedoch habe ich den Eindruck, dass das immer nur um die Betroffenen selbst kreist und die Außenstehenden, in einem anderen Thread so schön als "Neandertaler" bezeichnet, nicht angesprochen bzw. nicht einbezogen werden.

Solange man nicht selbst betroffen ist von der Sache, interessiert man sich auch kaum dafür. Nach dem Motto: was geht mich das an?
Nicht-Betroffene darüber sachlich zu informieren, wäre ein erster Schritt. Damit das Thema in die Allgemeinbildung einfließt, so wie jeder z. B. weiß, was Masern sind oder dass man bei "Rot" nicht über die Kreuzung gehen darf.

Hilfreich sind da natürlich auch Artikel in Zeitungen und Zeitschriften sowie Berichte im Fernsehen.
Allerdings kann man hinterher kaum überprüfen, wer sich diese Beiträge angesehen bzw. gelesen hat, wen es tatsächlich angesprochen hat und was die Leute dann für sich damit anfangen.

Man könnte auch politisch aktiv werden, jedoch lassen sich die HSP als Gruppe wohl kaum in dieser Hinsicht in einem Topf sammeln.

Die wissenschaftliche Forschung müsste sich damit auch mehr befassen als bisher. Leider haben da immer Projekte Vorrang, die auch wirtschaftlich lukrativ sind. Schließlich sind wir ja nicht im klassischen Sinne "krank". Da lässt sich mit auch kaum Geld verdienen.

Wenn etwa 20 % der Bevölkerung von HS betroffen sind, müsste man zunächst mal feststellen, wer diese Menschen überhaupt sind und ob sie von ihrer Betroffenheit überhaupt wissen. Viele wissen ja gar nicht, dass sie HS sind. Und so beißt sich der Hund in den Schwanz ...

Die Öffentlichkeitsarbeit müsste also wesentlich verstärkt werden. Dazu braucht es aber auch finanzielle Mittel. Das könnte man mit einem Verein oder einer Stiftung bewerkstelligen (Vereine gibt es aber auch schon).
Dann muss man sich fragen: was wollen wir damit überhaupt erreichen? Welche Ziele haben wir?

Zunächst einmal das Hauptziel: mehr Akzeptanz der HSP in der Öffentlichkeit, insbesondere im Bereich der Arbeitswelt sowie Verbesserung der Situation für die Betroffenen im Allgemeinen und im Besonderen.

Wie soll man das umsetzen?

Wenn ich die Kriegsversehrten als Beispiel nehme: für die gibt es die Kriegsopferfürsorge. Die erhalten Hilfsmittel, je nach ihren Beeinträchtigungen oder auch Hilfe im Haushalt sowie finanzielle Unterstützung.

Die Belastungen, die HSP haben, liegen aber mehr auf der psychischen Ebene. Wie will man das erfassbar machen für Nichtbetroffene, denen es ja meist am Einfühlungsvermögen in diese Dinge mangelt.
Ich erlebe es immer wieder, dass Nichtbetroffene zu mir sagen: "ich weiß gar nicht, was ihr überhaupt habt?"

Wenn es uns gelingt, die HS "griffiger" darzustellen, sodass sie auch für Außenstehende besser begreifbar wird, dann wäre das schon ein großer Sprung nach vorn.

_jümp_

Man kann nicht verleugnen, dass HS nicht nur Freuden mit sich bringt, sondern auch eine Belastung darstellt.
Sich da zu "outen" führt ganz schnell wieder auf die Schiene, dass man als eingeschränkt, nicht belastbar, behindert oder krank eingestuft wird.

In einem anderen Forum kam einmal die Idee auf, die HS auf dem Schwerbehindertenausweis eintragen zu lassen. Und schwupps, ist man schon wieder gebrandmarkt und in eine bestimmte Schublade gesteckt.

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der weitgehend Ellbogenmentalität herrscht. Humankapital wird verheizt, Billiglöhne, Ausbeutung usw. wohin man schaut.
Um HSP eine breite Akzeptanz zu verschaffen, müsste die Gesellschaft als solche sich um 180 Grad ändern. Da müssten generell Werte und Ansichten überdacht werden.
Ich sehe schon, das wird noch ein steiniger Weg ... _gruebel_

Vielleicht aber ist es sogar gut, dass gerade in unserer Zeit die HSP wie "Pilze" aus dem Boden schießen. HSP sind die Indikatoren, wie es um unsere Gesellschaft steht. Sie sind Mahner und Warner. Möglicherweise ist das schon ein erster Schritt zur Veränderung.
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Re: HS.... und was machen wir jetzt daraus?

Beitragvon bumblebee » Di 10. Jan 2012, 19:59

Ich finde deinen Mut gut. Jedoch musst du vorsichtig sein, wem du es alles erzählst. Denn trickreiche Menschen mit einem Hauch von Skrupellosigkeit können diese Erkenntnis fortan gewillt ausnutzen. Zudem besitzt nicht jeder Verstand genug, um deine Aussage wirklich zu begreifen oder auch die Dinge daraus zu erhören, die für dich wichtig sind. Sie können dann den Satz "du bist zu empfindlich, mach da nicht son Drama raus" gegen dich verwenden und du weißt allmählich nicht mehr, wer Recht hat. Menschen, die du gut in ihrer Liebenswürdigkeit einschätzen kannst, können es ohne Bedenken wissen. Sie werden dir vieles fortan zu Gute tun. Aber hüte dich vor deinem Feind!

Ich bin noch am Rätseln, ob ich es meinem Chef mal erzählen soll. Der hält mich nämlich gewiss für balla balla, da ich halt anders bin und er hat mich zwei Mal gefragt, ob ich immer schon so schüchtern war. Er ist geschult darauf, Fragen zu stellen. Vielleicht kickt er mich wegen meiner Sensibilität nachher weg. Aber vielleicht eher weniger, als wenn er denkt, dass ich nicht alle Tassen im Schrank habe _biggrin_
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Re: HS.... und was machen wir jetzt daraus?

Beitragvon ellen71 » Di 10. Jan 2012, 20:19

Ja, in dem Bereich muss man sehr vorsichtig sein, sonst sägt man sich ganz schnell den Ast ab, auf dem man sitzt.
Nicht jeder ist so freundlich gesonnen ...
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Re: HS.... und was machen wir jetzt daraus?

Beitragvon Marisol » Mi 11. Jan 2012, 23:29

Ich würde es auch nicht jedem erzählen. Ich mache mir zur Zeit ebenfalls gedanken, wie authentisch ich gegenüber anderen Menschen sein soll. Muss es jeder wissen, dass ich HS bin? Nee. Ich habe auch überlegt, ob ich meinem Chef etwas andeuten soll, lasse es aber lieber. Das könnte wirklich als labil oder sonst was gedeutet werden. Dass ich Dinge spüre, die andere Leute überhaupt nicht wahrnehmen wie z. B. den Tonerfeinstaub oder Ozon beim Laserdrucker in der Luft wissen schon einige Kollegen. Sie sind dann nur etwas verwundert, aber nicht unbedingt auf negative Weise.

Mir ist es wichtig, mich mit Leuten zusammenzutun, die mich verstehen und mir ähnlich sind. Von Menschen, die mich abwertend beäugen und solchen, wobei ich denke, ich müsste anders sein, damit man sich versteht, möchte ich gerne Abstand nehmen.

Ich nehme demnächst an einem Austausch für Hochsensible bei der VHS teil. Bin mal gespannt.

Müssen wir in die Öffentlichkeit? Hochsensibilität wird auf jeden Fall immer mehr ein größeres Thema in den kommenden Jahren werden. Da bin ich mir sicher. Es wird auch öffentlich anerkannt werden. In einem der Foren hier wurde ja schon auf einen Kinofilm hingewiesen.

Im Buch von Susan Marletta-Hart rät sie sogar zum Hausarzt ein Buch über HS mitzunehmen. Manche Ärzte interessieren sich vielleicht dafür - einige werden es vielleicht mit einem Lächeln abtun. Dann zeigt sich wer der passende Arzt ist.

Das wichtigste denke ich ist, dass wir HS in unsere eigene Stärke kommen und anderen vorleben können, wer wir wirklich sind und wofür HS gut ist.

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Re: HS.... und was machen wir jetzt daraus?

Beitragvon felidae » Do 12. Jan 2012, 00:05

Ich persönlich mag mich gar nicht in die Schublade "HS" stecken. Das ist mir zu einseitig *g*

Ich finde mich mit einigen Charaktereigenschaften, mit bestimmten Wahrnehmungen, bei bestimmten Problemen hier durchaus wieder.
Das ist der Teil von mir, bei dem ich bei anderen immer auf Unverständnis stieß und hier mit diesem Teil von mir angekommen und angenommen bin.

Aber das ist ja nur ein Teil von mir. Nicht ich als ganzes. Mit dem anderen Teil bin ich normaler Mensch und koche auch nur mit Wasser, wie alle anderen auch.

Warum soll ich mich denn jetzt in eine Schublade einsortieren, in die ich ganzheitlich nicht passe, sondern nur mit einem Teil von mir. Ich sehe das nicht so ganz ein. Denn ich möchte einfach nur als der Mensch akzeptiert sein der ich bin. Ohne Schublade, mit allen Charaktereigenschaften die ich eben habe.

Aber da bin ich wohl wieder Idealist. Die Mehrheit der Menschen braucht ihre Schubladen. Einseitig. Da packen wir das rein und dann schließen wir sie. Stempel druff.

Thema verfehlt, 6, setzen... 1alie _grinsevil_

Ich mache schon auch andere Menschen auf HS aufmerksam, rede darüber oder poste auch mal Links in anderen Foren. So isses ja nicht. Das Interesse jedoch hält sich in Grenzen. So ist es mit vielem im Leben: Wer nicht betroffen ist oder Angehörige hat die betroffen sind, wird kaum Interesse haben, sich damit zu beschäftigen. Betroffene fanden die Links interessant, fanden sich wieder, manche kannten das schon oder ahnten es schon, manche beschäftigten sich weiter damit andere nicht und die Nicht-Betroffenen verstehen es sowieso nicht.

Ärzte, Erzieher und Lehrer darauf aufmerksam zu machen halte ich jedoch auch für sinnvoll. Denn ich denke, es bringt schon ein anderes Verständnis mit sich. Und grade bei Kindern ist es sinnvoll, dass das Umfeld bescheid weiß und diese Kinder nicht einfach nur als “übersensibel” abgestempelt werden. Andererseits landen sie damit dann auch nur in einer anderen Schublade....

LG
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Re: HS.... und was machen wir jetzt daraus?

Beitragvon Anke » Do 12. Jan 2012, 12:42

Liebe kopfchaos,

ich habe die letzten Tage immer wieder über das outen nachgedacht und bin immer noch nicht zu einem eindeutigen Ergebniss gekommen... Ich habe mich jetzt bei zwei Menschen (abgesehen von meinem Mann, der ja bei der Entdeckung das ich HS bin maßgeblich beteiligt war) versucht zu outen mit sehr unterschiedlichen Reaktionen. Meine Mutter hat mich rein gar nicht ernst genommen und hat sich lustig darüber gemacht, aber das habe ich hier ja schon mal berichtet. Das zweite Outing war vor kurzem bei einem guten Freund von mir. Er hatte zwar erst Sorge, dass ich mich hinter der HS verstecken könnte, es als Ausrede benutzen könnte, aber nachdem wir ein wenig darüber geredet haben hatte er wohl auch den Eindruck, dass es passt.
Ich würde allerdings nicht wahllos allen Menschen davon erzählen das ich HS bin. Menschen mit denen ich eng zusammenlebe sofort! Die müssen ja verstehen wieso ich manchmal komisch bin, mich zurückziehe oder überreagiere. Aber ansonsten denke ich, dass das einfach eine sehr ausgeprägte Charaktereigenschaft ist. Ich kann nicht von meinem Umfeld verlangen, dass es permanent Rücksicht nimmt. Ich finde jeder ist für sich selbst verantwortlich.
Ich habe für mich beschlossen, mir einen Lebensraum zu schaffen, der mir gut tut. Ich muss selbst dafür sorgen, dass ich ausreichend Pausen und Freiraum bekomme. Ich bin kein Mensch, der erwartet, dass alle Nicht-HSPler jetzt Ihre Verhaltensweisen auf uns HSPler anpassen müssen. Jeder Mensch ist so wie er eben ist. Mit manchen ist man kompatibel, mit anderen nur in bestimmten Bereichen und mit wieder anderen rein gar nicht. Entsprechend versuche ich auch die Kontaktintensität zu steuern. _gruebel_ Irgendwie komme ich glaub ich vom Thema ab....

Also ich bin der Meinung, dass die allgemeine Öffentlichkeitsarbeit für Hochsensibilität weiter gehen muss. Es gibt noch zu viele Menschen, die nichts davon wissen. Mit dem persönlichen Outing, dass ich selbst hochsensibel bin bin ich weiterhin sehr vorsichtig!

Liebe Grüße

Anke _flöwer_
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Re: HS.... und was machen wir jetzt daraus?

Beitragvon Zero-11 » Sa 14. Jan 2012, 08:51

bumblebee hat geschrieben:Ich finde deinen Mut gut. Jedoch musst du vorsichtig sein, wem du es alles erzählst. Denn trickreiche Menschen mit einem Hauch von Skrupellosigkeit können diese Erkenntnis fortan gewillt ausnutzen. Zudem besitzt nicht jeder Verstand genug, um deine Aussage wirklich zu begreifen oder auch die Dinge daraus zu erhören, die für dich wichtig sind. Sie können dann den Satz "du bist zu empfindlich, mach da nicht son Drama raus" gegen dich verwenden und du weißt allmählich nicht mehr, wer Recht hat. Menschen, die du gut in ihrer Liebenswürdigkeit einschätzen kannst, können es ohne Bedenken wissen. Sie werden dir vieles fortan zu Gute tun. Aber hüte dich vor deinem Feind!

Ich bin noch am Rätseln, ob ich es meinem Chef mal erzählen soll. Der hält mich nämlich gewiss für balla balla, da ich halt anders bin und er hat mich zwei Mal gefragt, ob ich immer schon so schüchtern war. Er ist geschult darauf, Fragen zu stellen. Vielleicht kickt er mich wegen meiner Sensibilität nachher weg. Aber vielleicht eher weniger, als wenn er denkt, dass ich nicht alle Tassen im Schrank habe _biggrin_


In your Face yeah 1güt ich hätte es kaum besser formulieren können. danke2
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Re: HS.... und was machen wir jetzt daraus?

Beitragvon ellen71 » Sa 14. Jan 2012, 09:59

Das Outing wird dann einfacher werden, wenn mehr Menschen darüber informiert sind, was HS überhaupt ist.
Die komischen Reaktionen kommen ja daher, weil sie nicht so recht wissen, wie sie das einordnen sollen. Es ist eine ängstliche Unsicherheit, die dann mit dummen Kommentaren überspielt wird.

Je umfassender die Aufklärung, umso weniger wird es eines Tages ein Problem sein, sich zu outen.
Natürlich geht das nicht von heute auf morgen. Ich denke, dass das noch einige Jahre dauern wird.

Schauen wir uns andere gesellschaftliche Themen an: das hat manchmal Jahrzehnte gedauert, bis es in den Gehirnen der Menschen angekommen ist. Oft gibt es festgefahrene Vorurteile und Denkweisen, die sich nicht so einfach umkrempeln lassen.

Allerdings erachte ich es als sehr wichtig, WIE die Aufklärung von statten geht und wie HS dargestellt wird. Da kann man auch viel falsch machen und dann würde sich die erwünschte Wirkung ins Gegenteil verkehren.

Die Berichte, die es bisher in den Medien gab, versuchen ja meistens einen Mittelweg: es werden die Vor- und Nachteile der HS angesprochen. Ganz ausblenden, dass HS auch Schwierigkeiten machen kann, wäre nicht ehrlich. Es gehört einfach auch zum Gesamtbild des Phänomens dazu.

Ich denke, dass HS durchaus etwas ist, womit man gut leben kann, wenn auch im Umfeld alles stimmt.
HS berührt immer auch das persönliche Umfeld. Es manifestiert sich sozusagen in der Wechselwirkung zwischen dem Ich und der Umgebung. Daher muss auch die Umwelt einbezogen werden, eben durch umfassende, sachliche und ehrliche Aufklärung.

Wenn der Leidensdruck von HSP generell sehr hoch wäre, müsste man HS tatsächlich als Krankheit einstufen. Dann wäre HS etwas, was weitgehend nur negative Eigenschaften hätte, was man unbedingt los werden möchte, wofür man sogar bereit wäre, Medikamente zu nehmen, damit "es" weggeht.

Hier unterscheidet sich HS von einer klassischen Erkrankung.

Als Beispiel möchte ich hier folgendes anführen:

Stellen wir uns vor, es lebt ein Schwarzer unter Weißen. Er ist genauso ein Mensch wie die anderen, hat aber lediglich eine andere Hautfarbe. Die dunkle Hautfarbe ist keine Krankheit, sondern eine Spielart der Natur.
Die Hautfarbe verursacht keine Schmerzen, keine Beeinträchtigungen.
Probleme mit der Hautfarbe entstehen erst im Umgang mit den anderen Menschen. Wenn er auf Leute trifft, die seine Hautfarbe nicht mögen oder mit negativen Gedanken verknüpfen.

Dadurch beginnt der Dunkelhäutige zu leiden. Er fühlt sich ausgegrenzt und gemobbt. Plötzlich leidet er unter seiner Hautfarbe, obwohl diese an sich nichts Negatives ist.
Die Bemühungen um Gleichberechtigung für Schwarze dauern nun schon seit Jahrzehnten an und trotzdem kommt es immer noch vereinzelt zu rassistischen Übergriffen.

Da muss man also viel Geduld haben ...
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Re: HS.... und was machen wir jetzt daraus?

Beitragvon Sensi » Sa 14. Jan 2012, 12:08

ellen71 hat geschrieben:
Die Bemühungen um Gleichberechtigung für Schwarze dauern nun schon seit Jahrzehnten an und trotzdem kommt es immer noch vereinzelt zu rassistischen Übergriffen.

Da muss man also viel Geduld haben ...


Du meintest wohl eher seit Jahrhunderten? _gruebel_
Und vereinzelte Übergriffe ist auch wohl sehr untertrieben (und wieviele Todesopfer es heute noch gibt...)
Und nur mit Geduld ist es da leider nicht getan.

Nachdenkliche Grüße
Sensi
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