HSP ' ler und ihre Beziehung zu ihren Schattenseiten

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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HSP ' ler und ihre Beziehung zu ihren Schattenseiten

Beitragvon Robinson » Sa 16. Feb 2019, 21:57

Hallo Zusammen,

möchte mich mit Euch über ein Thema unterhalten, dass bei mir gerade akut ist.

Eigentlich ist es ein Thema, dass so gut wie jeden Menschen betrifft, glaube aber, dass HSP' ler
dazu nochmal eine eigene Sichtweise haben.

Ich bin nicht so nett, lieb und gut, wie ich bisher glaubte zu sein.

Ja, ich bin sensibel, nehme also viel an verschiedensten Informationen und Energien auf und wahr.
Ich bin auf Daueraufnahme. Nach Aussen bin ich eher ruhig, eher introvertiert, eher leise.

Was ich in letzter Zeit immer mehr bemerke, dass meine Negativ- / Schattenseiten sich melden.

Meistens im mir, im Aussen kaum wahrnehmbar, aber sie sind da und ich weiß noch nicht, was ich mit Ihnen anstellen soll.

Ich bin neidisch: Auf laute, extrovertierte Leute
Ich bin neidisch: Auf Menschen, die Wut zeigen können
Ich bin neidisch: Auf den "Erfolg" der Anderen
Ich möchte weniger aufnehmen, mehr abgeben
Möchte weniger Aufmerksamkeit geben und mehr bekommen
Möchte "härter" sein
Ich will mich mit Allem, was ich bin annehmen können.
Auch und gerade mit den ungeliebten Anteilen.

HSP sogeriert manchmal eine
Vorstellung von sensiblen, feinfühligen, verständnisvollen, harmonischen......Menschen.
Das bin ich aber nicht(nur).

Ich habe alle Schatten und Schwächen, die Andere auch haben.
Das "dumme" an HSP ist, ich bekomme soviel mit, bei mir selbst und bei Anderen, Dinge, die ich gar nicht mitbekommen will.

Ich weiß manchmal nicht, wie ich damit umgehen soll / kann.

Wie geht Ihr mit den Schattenseiten um, bei Euch selbst und Anderen?
Robinson
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Re: HSP ' ler und ihre Beziehung zu ihren Schattenseiten

Beitragvon rene261 » So 17. Feb 2019, 00:32

Hallo Robinson,

warum glauben bloß alle, HSP heißt lieb, verständnisvoll, zurückhaltend, usw...
Wir sind Menschen wie alle anderen auch, mit unseren Macken (den "Schattenseiten" in deiner Sprache), die sich wohl wenig von den Macken anderer Menschen unterscheiden.

Ich bin auch neidisch auf Menschen, die Dinge leichter hinbekommen als ich, die 1000 Freunde haben, die überall beliebt sind.

Wie gehe ich damit um?
In manchen Fälle sage ich mir: Willst du das wirklich? z.B. allseits beliebt zu sein und im Rampenlicht zu stehen - real betrachtet auf die Dauer keine so tolle Vorstellung. 30 Freunde - wie soll ich diese Freundschaften alle Pflegen? Usw. Manches, was man als Schattenseite sieht ist im klaren betrachtet gar nicht so schlimm, bzw. nichts was man wirklich haben will.
Und ein ganz anderer Mensch zu sein - das will ich auch nicht.

Was sich so nicht verarbeiten lässt, muss man schlucken. Ich bin wie ich bin, das lässt sich auch nicht ändern. Jeder hat Eigenschaften, die bei manchen positiv ankommen und bei manchen negativ. Dann bleibt nur zu hoffen, diejenigen zu finden, bei denen man positiv ankommt, und sich über die anderen nicht aufzuregen (oder sie zu "übersehen" - ich weiß, ist nicht einfach)

Gruß René
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Re: HSP ' ler und ihre Beziehung zu ihren Schattenseiten

Beitragvon Velvet » So 17. Feb 2019, 08:33

Hallo Robinson,

Robinson hat geschrieben:Ich habe alle Schatten und Schwächen, die Andere auch haben.


Genau! Und wieso auch nicht?

Meiner Theorie und Erfahrung nach sind all die „guten“ Eigenschaften, die vor allem HSP zugeschrieben werden, aus großen Ängsten und Nöten in der Kindheit entstanden. Leise, angepasst, lieb, unauffällig, zurückgezogen, mehr geben als nehmen, nicht seine Wut zeigen, empathisch sein, seine Grenzen nicht verteidigen, sich nicht in den Mittelpunkt stellen, Konflikte vermeiden etcpp. ... All diese Verhaltensweisen mussten mMn in der Kindheit ganz besonders trainiert werden, um das bestmögliche Überleben unter den jeweilig gegebenen Umständen zu sichern.

Kein Mensch ist NUR dies oder das. Wir sind und haben alles von allem. Und am gesündesten können wir leben, wenn wir allem seine Berechtigung in uns einräumen. Nur, dass wir gelernt haben, dass zum einen Gefühle als „böse“ und „schlecht“ von Autoritäten deklariert wurden und es besser war, sie zu verstecken und zu unterdrücken. Und zum anderen, dass das Zeigen von „guten“ Gefühlen die Gefahr von Bestrafung, Beschämung, Demütigung aller Art zumindest das Gefühl vermitteln konnte, Kontrolle über Zufuhr von Anerkennung oder Liebe zu haben. Und diese Gefühlsbewertung setzt sich, unterstützt durch Kindergarten, Schule, Arbeitswelt, gesamte Gesellschaftsstruktur unterstützt, bis ins hohe Erwachsenenalter durch.

Nun lehrt uns das Leben aber, dass das, was man als Kind kultivieren musste, weil es ums Überleben ging, im Erwachsenenalter mehr als hinderlich sein und letztlich paradoxer Weise unserer Existenz bedrohlich werden kann.

Hier bräuchte man nun seine Wut, um sich auch mal durchzusetzen. Selbstbewusstsein, um seinen eigenen Weg zu gehen. Egoismus, um sich nicht immer in den Leben der anderen zu verzetteln, sondern sein eigenes auf die Reihe zu bekommen und auch mal etwa gegen den Willen eines anderen durchzuziehen. Laut und extravertiert zu sein, um sich Aufmerksamkeit zu verschaffen, den Platz zu beanspruchen, den man braucht, um sich aufrichten und entfalten zu können.

In meinen Augen gibt es keine guten oder schlechten Gefühle. Das Verhängnis ist, dass man durch die tiefe Prägung der gegenteiligen Annahme nicht lernt, mit all seinen Gefühlen einen gesunden Umgang, mit Ziel des inneren Ausgleichs all dieser gefühlsmäßigen Anteile, zu lernen. Und irgendwann brechen all die „bösen“ unterdrückten und geschluckten Gefühle mit einer Intension hervor (sie sind ja alle noch da!), dass man ihnen vielleicht erstmal nicht mehr Herr werden kann. Aber man kann es lernen, egal, an welcher Stelle man gerade steht- jedenfalls ist es meine Erfahrung, dass da auch rückwirkend noch sehr viel möglich ist.

Du bist ein ganz normaler Mensch mit allen Facetten, die zum Mensch sein gehören und ganz wichtig dafür sind. Du musst mittlerweile niemandes Bild mehr entsprechen. Du selbst kannst entscheiden, kontrollieren und verantworten, dass alle Gefühle in dir ihren angemessenen Platz erhalten und zu dir gehören, wie zu jedem anderen auch. Es gibt weder "gute" noch "schlechte/böse" Gefühle, nur Hilflosigkeit ihnen gegenüber und die Unfähigkeit oftmals, das daraus folgende Verhalten kontrollieren und vernünftig kanalsieren zu können. Das haben viele leider in der Kindheit nicht gelehrt bekommen und müssen das noch nachholen. So wie ich auch :)

Alles Gute!
Velvet
.Einfachheit ist das Resultat der Reife. Friedrich Schiller (1759- 1805)
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Re: HSP ' ler und ihre Beziehung zu ihren Schattenseiten

Beitragvon Jamania » So 17. Feb 2019, 09:21

Velvet hat geschrieben:Meiner Theorie und Erfahrung nach sind all die „guten“ Eigenschaften, die vor allem HSP zugeschrieben werden, aus großen Ängsten und Nöten in der Kindheit entstanden. Leise, angepasst, lieb, unauffällig, zurückgezogen, mehr geben als nehmen, nicht seine Wut zeigen, empathisch sein, seine Grenzen nicht verteidigen, sich nicht in den Mittelpunkt stellen, Konflikte vermeiden etcpp. ... All diese Verhaltensweisen mussten mMn in der Kindheit ganz besonders trainiert werden, um das bestmögliche Überleben unter den jeweilig gegebenen Umständen zu sichern.


Hmmh, ich weiß nicht, das mag sicher bei einigen, vielleicht sogar vielen Traumatisierten zutreffen.

Ansonsten habe ich z.B. andere Beobachtungen gemacht: während die Wirtschaft noch mit alten "Werten" wie Durchsetzungsvermögen, Eigeninitiative, Kraft, Macht, etc. arbeitet, hat sich in den Bereichen Soziales, Kunst, Medien und Bildung eine sehr extreme Gegenrichtung entwickelt.
In den Schulen wird (wenn nicht durch Überforderung des Lehrkörpers nicht möglich) Miteinander in den Vordergrund gestellt, Mädchen haben es schon seit längerer Zeit einfacher als Jungen, weil Raufen und wildes Benehmen regelrecht verpönt sind und brav sein, sich zurück nehmen können und leise und angepasst sein, um sich in Gruppen zu integrieren gefördert werden.

In vielen Bereichen wird der Schwerpunkt auf Opfer und Unterlegene gelegt und zwar oft zu dem Extrem, dass Menschen, die nicht eingeschränkt sind, zu Tätern und Gegnern gemacht werden, wenn sie nicht vorbehaltlos die jeweiligen Opferstellungen mit allen Konsequenzen anerkennen.

Wir haben also in meinen Augen eine fast schon schizophrene Umschulung erfahren, die punktuell ins gegenteilige Extrem auspendelt.

Ich war in vielen Punkten darüber mehr als glücklich und stand immer auf dem Standpunkt, dass es ein Zuviel an Harmonie, Sorgfalt und Zugewandtheit, etc. gar nicht geben kann.
Unsere Gesellschaft mangelt es vielerorts ja überall daran.

Gerade im HS-Rahmen bin ich aber darauf gestoßen, wie kontraproduktiv es sein kann, wenn Harmonie, Sorgfalt, Zugewandtheit, etc... so heilige Kühe werden, dass sie nicht mehr angetastet werden dürfen.
Und dass sich das, was ich der anderen, der harten, aggressiven und selbstsüchtigen Seite immer vorgeworfen habe, dort genauso, nur unter dem Mäntelchen der Liebheit, in anderer verdeckter Form ausprägt.

Das war und ist für mich eine der größten Schattenseiten von HS, dass dieses Verhalten dort einen Rahmen findet, der es regelrecht legitimiert, denn Harmonie und der zugewandte Umgang miteinander werden IMMER über die Inhalte gestellt.
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Re: HSP ' ler und ihre Beziehung zu ihren Schattenseiten

Beitragvon Jamania » So 17. Feb 2019, 10:18

Robinson hat geschrieben:Ich bin nicht so nett, lieb und gut, wie ich bisher glaubte zu sein.
Ja, ich bin sensibel...

Für mich hat das viel damit zu tun, dass das Wort "sensibel" mit den vorher genannten Eigenschaften aufgeladen ist.
So ähnlich wie "empathisch" ist es eigentlich neutral, aber im Allgemeingebrauch sind beide Attribute eindeutig sehr positiv konnotiert.

rene261 hat geschrieben:warum glauben bloß alle, HSP heißt lieb, verständnisvoll, zurückhaltend, usw...

Na ja, die Vorgaben aus der Literatur zu HS gehen ja in diese Richtung.
Im Test werden Dinge abgefragt wie: größerer Gerechtigkeitssinn (wenn man den zu haben meint, wird das als Punkt für HS verbucht)
etc...
Zuletzt geändert von Jamania am So 17. Feb 2019, 10:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: HSP ' ler und ihre Beziehung zu ihren Schattenseiten

Beitragvon Eisvogel » So 17. Feb 2019, 10:19

Robinson schreibt:
Meistens im mir, im Aussen kaum wahrnehmbar, aber sie sind da und ich weiß noch nicht, was ich mit Ihnen anstellen soll.

Ich bin neidisch: Auf laute, extrovertierte Leute
Ich bin neidisch: Auf Menschen, die Wut zeigen können
Ich bin neidisch: Auf den "Erfolg" der Anderen
Ich möchte weniger aufnehmen, mehr abgeben
Möchte weniger Aufmerksamkeit geben und mehr bekommen
Möchte "härter" sein
Ich will mich mit Allem, was ich bin annehmen können.
Auch und gerade mit den ungeliebten Anteilen.

Neid ist zunächst nichts Schlimmes, denn du schadest niemandem damit und er kann ein großer Antrieb für Veränderung sein. Selbst wenn eine gewünschte Veränderung nicht vollständig erreicht wird, so ist doch der Weg mit seinen vielen Nebenarmen das Ziel und eine gute Weiterentwicklung. Der gerade Weg ist dann Plan A, die Abzweigungen sind die Pläne B, C, usw.. Ein Ziel gibt es überall, vielleicht ergeben sich über diese kleinen Umwege gute Vernetzungen und wichtige Knotenpunkte. Wie die anderen schreiben, wohnen jedem Menschen "gute" und "schlechte" Eigenschaften inne und es ist megaspannend zu schauen, wie gewisse Annahmen über menschliche Eigenschaften entstehen und sich verfestigen.

Jamania schreibt:
In den Schulen wird (wenn nicht durch Überforderung des Lehrkörpers nicht möglich) Miteinander in den Vordergrund gestellt, Mädchen haben es schon seit längerer Zeit einfacher als Jungen, weil Raufen und wildes Benehmen regelrecht verpönt sind und brav sein, sich zurück nehmen können und leise und angepasst sein, um sich in Gruppen zu integrieren gefördert werden.

Mädchen schreiben bessere Abiturnoten und sind bei diesem Abschluss in der Mehrheit. Wenn sie im Abi MINT-Fächer hatten, studieren sie sie eher nicht, dafür aber "Soziales" oder Geisteswissenschaften. Sie arbeiten auch seltener in MINT-Berufen, obwohl sie könnten.
Irgendwo las ich, dass es an zu wenigen männlichen Erziehern und Grundschullehrer läge, dass Jungs eingeschränkt werden.

Wenn ich die Welt um mich herum beobachte, sehe ich eine Rückentwicklung in die 50er Jahre. Alles muss schön heimelig und hygge sein...
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Re: HSP ' ler und ihre Beziehung zu ihren Schattenseiten

Beitragvon Robinson » So 17. Feb 2019, 11:29

Selbstbewusstsein im ursprünglichen Sinne -- sprich sich seiner Selbst bewusst sein.

Fehlt uns das? Ganz allgemein?

Ich trage alle Facetten in mir, die ein Mensch in sich trägt. Alle Gefühle in den unterschiedlichsten Ausprägungen, alle möglichen Formen und Arten an Gedanken.
Wir wollen alle wachsen und gedeihen.
Wollen lieben und geliebt werden.
Wollen sinnvoll das Leben leben und gestalten.

Wohrin liegt der Sinn ein(e)
HSP zu sein?

Welchen Auftrag hat uns die Evolution / Gott / Wer auch immer uns mit diesen Veranlagungen mitgegeben?

Manchmal fühle ich mich wie ein Filter. Wie ein feinmaschiges Sieb in dem das Leben hineingefüllt wird,durch mich durchfließt, verarbeitet, reflektiert und sortiert wird, um dann klarer und sauberer wieder zum Vorschein zu kommen.

Sind wir sowas wie die Reinigungsmittel der Gesellschaft?

Wie in früheren Zeiten und in anderen Kulturen die Seher, die Hexen, die Berater, die Schamanen, die Heiler... etc.

Die Rate der Aufnahme von Sinnes- und Gefühlseindrücken ist weit aus höher, als die Abgabe eigener Eindrücke.

Wenn ich ehrlich bin und das, was ich in mir trage nach Aussen bringen würde, kämen da nicht nur schöne Dinge zum Vorschein.

Mit dieser "Veranlagung" ist eine "Aufgabe" verbunden sogar eine Verantwortung.

Es ist manchmal schwer sich dieser Aufgabe zu widmen.

Unter Umständen hat man eine etwas klarere Sicht auf sich, die Anderen, die Welt.

Vielleicht nicht klarer, aber evtl. vielschichtiger,detailreicher.

Vieles, was unterdrückt wird kommt bei mir an und durch mich durch.

Ich kann manchmal nicht mehr so tun, als nähme ich nicht so viel war.

Weiß aber, daß viele mit dem überfordert wären, mit dem was ich da wahrnehme.

Ich bin es häufig ja selbst.

Ich bin im Moment grundwütend.

Auf Alles und Jeden, inkl. Meiner selbst.

Ich könnte schreien.
Bin traurig. Bin hilflos.

"Das Sensibelchen hört die Flöhe husten."

Ja verdammt nochmal, ich kann die " Flöhe husten hören"!

Und das sind Einige.

Viele Flöhe machen ganz schön viel Lärm kann ich Euch sagen.

Tut mir leid, bin gerade nicht sehr konstruktiv.

Habt ihr nicht manchmal das Bedürfniss, der Welt den Spiegel vorzuhalten?

Ich bin mir sicher, dass ihr Einiges mehr an Informationen habt, als manche von
euren Mitmenschen.

Was macht ihr mit all dem?

Bin gerade etwas hilflos.

Daher meine Wut, Traurigkeit, mein Neid etc.
Robinson
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Re: HSP ' ler und ihre Beziehung zu ihren Schattenseiten

Beitragvon john-o » So 17. Feb 2019, 12:00

Hallo Robinson,

das ist ein sehr interessantes Thema, das Du da angestoßen hast.

Bin wohl einer der älteren hier "im Haus" und sehe die Dinge ähnlich wie Velvet. Ich glaube auch, dass ein guter Teil des HSP-Handelns gelernt und "angewöhnt" sind...

Ich ertappe mich gelegentlich dabei, dass ich "gewohnheitsmäßig" bestimmte Reaktionen zeige, die ich eigentlich schon als - sagen wir - "irrtümlich" erkannt habe, soll heißen, die ich inzwischen - altershalber, nach vielem Nachdenken - als unangebracht und nicht gut für mich betrachte...

Nehme mir also die Freiheit, manchmal nicht nett zu sein... (höflich bin ich immer, Neigung? Gelernt? Schwäche?) und den Menschen auch für sie unangenehmes zu sagen oder zu zeigen...

Das muss man tun, um sich selbst ausreichend gerecht zu werden... wir alle sind Menschen, und die Menschen wollen eine Person sein und eine Seele haben, und man darf sich wirklich nicht zwingen, sich selbst zu zerstören, weil das üble Folgen haben kann (sehr drastische Erfahrungen in meiner Familie...).

Sicher wird man die menschlichen Regeln des Zusammenlebens beachten, aber man darf sich nicht selbst beschädigen (Zweifel an vielem, Selbstkritik: ja, aber nicht selbstvernichtend...)

In diesem Sinne: wünsche alles, was Dir und anderen hier gut tut,
Grüße, John-O
john-o
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Re: HSP ' ler und ihre Beziehung zu ihren Schattenseiten

Beitragvon Robinson » So 17. Feb 2019, 12:41

Danke Euch.

Es geht um Selbstanahme.

Um die komplette Selbstanahme.

Manchmal verleitet eine "Einsortierung", wie die ein HSP 'ler zu sein dazu, nicht zu erkennen, dass man ein ganz normaler Mensch ist.
Mit allen Stärken und Schwächen.

Ich bin nicht besser, oder schlechter als jemand Anderes.

Ich habe nur in einigen Bereichen ausgeprägtere Eigenschaften, oder "Fähigkeiten".

Dafür sind andere Eigenschaften, "Fähigkeiten" weniger ausgebildet.

So ist das eben.

Grüsse, Robinson
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Re: HSP ' ler und ihre Beziehung zu ihren Schattenseiten

Beitragvon izmi » So 17. Feb 2019, 13:05

Ja, sehr spannender Thread.

Und ja, sozialkompatibel zu sein ist oft die neue Norm, wer laut ist, auch mal aggressiv, unbeherrscht, wild eben, der ist der neue böse, sieht man auch an den vielen ADHS-Diagnosen z.B. - was früher ein lebhaftes Kind war, ist heute ein Problem.

Schade finde ich das, weil uns die Vielfalt abhanden kommt. Ich bin sehr froh, dass das in meinem aktuellen Umfeld noch nicht angekommen ist.
_panik_
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