HSP als Krankheit, oder eben nur "Anders?"

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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HSP als Krankheit, oder eben nur "Anders?"

Beitragvon PeterlePan » Di 7. Okt 2014, 18:43

Hallöle,

wo soll ich dies einordnen?

Krank, anders, besonders?

Ich habe meine eigene Meinung dazu, würde aber gerne eure Wissen.
Da ich mit meiner Sensibilität oft alleine da stehe möchte ich gerne meine Einschätzung (noch) nicht voranstellen.

Danke für eure Einschätzungen.

Liebe Grüße von

PeterlePan
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Re: HSP als Krankheit, oder eben nur "Anders?"

Beitragvon gyn » Di 7. Okt 2014, 19:04

Anders: ja
Besonders: ja und nein
Krank: Nein

Alles ist in Ordnung mit mir!

Das weiß ich, seitdem ich weiß, daß ich hochsensibel bin und dieses Forum gefunden habe. _hih_
gyn
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Re: HSP als Krankheit, oder eben nur "Anders?"

Beitragvon CrystalSong » Di 7. Okt 2014, 20:54

Hallo PeterlePan,

also das Allerwichtigste zuerst: HS ist keine Krankheit. Es ist, ganz platt und objektiv ausgedrückt, ein neurologisches Merkmal bzw. eine Eigenschaft, die bei einem kleinen Prozentsatz der Menschen vorhanden ist. Wie und wie stark es sich auswirkt, kommt auf jeden Einzelnen an, da gibt es unzählige Variationen und Unterschiede. Allen gemein ist aber, dass HSP Informationen und Sinnesreize (sowohl äußerlicher als auch innerlicher Natur) stärker und intensiver wahrnehmen und dementsprechend reagieren.

Das war jetzt eine ganz neutrale Erklärung.
Es gibt sehr viele von uns, die Probleme haben, sich in der heutigen Welt zurechtzufinden. Wir sind anders, als die Nicht-HSP, weil unsere Wahrnehmung eine andere ist. Aber da Hochsensible von Natur aus in der Minderzahl sind, glauben viele irgendwann mit Ihnen stimme etwas nicht, weil sie nicht dazupassen. Das kann zu großen Problemen führen, wenn diese HSPs nicht wissen was mit Ihnen los ist und dass es auf jeden Fall vollkommen richtig ist, so zu sein, und kein Fehler.
Also; du bist nicht alleine, auch wenn es manchmal so scheinen mag. Aber da draußen sind noch viel mehr von uns. _Mij_

Nochmal zu deinen Fragen:
Ist HS eine Krankheit: Definitiv Nein!
Sind HSP anders als Nicht-HSP: Ja
Sind HSP besonders: Das ist Interpretationssache. Wenn du das Attribut "anders" mit "besonders" gleichsetzt, dann wohl ja, aber ansonsten maße ich mir kein Urteil darüber an, wie besonders oder nicht-besonders jemand ist, soweit man das überhaupt beurteilen kann. Ich gebe zu, dass ich manchmal das Gefühl habe, etwas Besonderes zu sein, das geht einfach damit einher, dass ich so viele Dinge wahrnehme und bemerke, die anderen oft nicht auffallen und dass ich diesbezüglich auch öfters positive Rückmeldungen bekommen habe. Ich habe diese Eigenschaft eigentlich solange ich denken kann als etwas Positives betrachtet, auch als ich noch gar nicht wusste, was HS ist und dass es dieses Wort überhaupt gibt. Aber davon mal abgesehen, würde ich sagen jeder ist irgendwie besonders. Jede HSP und jede Nicht-HSP auf seine oder ihre Weise.

Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen.

Liebe Grüße
CrystalSong
CrystalSong
 

Re: HSP als Krankheit, oder eben nur "Anders?"

Beitragvon ray » Di 7. Okt 2014, 21:11

Krankheit auf keinen Fall! Never!

Hochsensibilität ist ein Verstärker für alles Mögliche. Und man muss sehr genau aufpassen und unterscheiden. Manche haben mit Sicherheit auch Erkrankungen deren Symptome durch HS verstärkt werden und ignorieren medizinische Hilfe und schieben alles auf die HS.
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Re: HSP als Krankheit, oder eben nur "Anders?"

Beitragvon 1753 » Di 7. Okt 2014, 21:27

ray hat geschrieben:Manche haben mit Sicherheit auch Erkrankungen deren Symptome durch HS verstärkt werden und ignorieren medizinische Hilfe und schieben alles auf die HS.


Guter Punkt!
Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann rufe nicht die Menschen zusammen, um Holz zu sammeln, Aufgaben zu verteilen und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem großen, weiten Meer. (Antoine de Saint-Exupéry)
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Re: HSP als Krankheit, oder eben nur "Anders?"

Beitragvon InnerLight-HH » Di 7. Okt 2014, 22:14

Hallo PeterlePan,

bevor mir gesagt wurde, dass ich HSP bin, habe ich mich sehr wohl krank gefühlt - Depressionen, Persönlichkeitsstörungen, wasweißich - alles Diagnosen, die nicht von mir, sondern von Ärzten und Psychotherapeuten gestellt wurden. Und ich hab geglaubt, dass ich an Depressionen leide, wenn mir das Leid und der Schmerz der Welt und ihrer Lebewesen zuviel wurden, oder ich heulend mit der Decke über dem Kopf tagelang im Bett lag, weil ich völlig erschöpft war (und ich aber gar nicht wusste, dass ich es war).
Oder die Persönlichkeitsstörung - einerseits sehr offen, das Rampenlicht suchend, fast schon narzistisch, dann wieder sehr scheu und zurückhaltend, sich in Gruppen und unter Menschen alleine unter allen fühlend...

Nun weiß ich aber, dass diese Dinge Symptome eines gesunden Menschen sind, der einfach nur hochsensibel ist, der einfach mehr hört, mehr wahrnimmt (besonders die feinstofflichen Dinge), die Stimmungen und Gefühle anderer Menschen empfindet als wären sie meine eigenen....

Ja, ich bin anders. Ja, ich bin besonders (auf meine eigenwillige Art und Weise), und nein, ich bin nicht krank - ich bin HSP.

Sei du selbst!
=^..^=

*cat*
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Re: HSP als Krankheit, oder eben nur "Anders?"

Beitragvon PeterlePan » Mi 8. Okt 2014, 07:12

Dank' euch allen für die Antworten, so sehe ich es auch. Wusste nur nicht ob es wieder einer meiner "Einzelgedanken" ist. Der Kontakt hier tut mir gut, merke ich gerade.

Liebe Grüße
PP
PeterlePan
 



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