HSP und Ehrlichkeit

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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HSP und Ehrlichkeit

Beitragvon Velvet » Di 27. Aug 2019, 06:24

Hallo Ihr :),

Ich mache mir oft Gedanken darüber, wie es um die Ehrlichkeit von HSP bestellt ist.
Wie Viele hier lerne auch ich erst seit ein paar Jahren (u.v.a.m.) , mich abzugrenzen und zu schützen, meine eigenen Bedürfnisse wahr- und vor allem so ernst wie die der anderen- zu nehmen. Noch lange nicht habe ich Verlustängste, oder die Angst vor den Konsequenzen, so zu sein wie ich bin und damit zu verletzen, zu irritieren oder zu enttäuschen, ablegen können.

HS schreiben ja viel über ihr außerordentlich ausgeprägtes Gerechtigkeits- und Ehrlichkeitsempfinden, aber eben auch viel über ihre Ängste im Umgang mit ihren Mitmenschen. Wenn ich von mir ausgehe habe ich in meinem Leben schon einige Male gelogen und fiel es mir extrem schwer, die Wahrheit zu sagen, wenn ich wusste, dass dies den anderen enttäuschen, verletzen, ihn verärgern oder mir möglicherweise seine Sympathie entziehen könnte. Lieber „hielt ich aus“, als den Mut zu haben, mit ehrlichen Worten eine Misere zu verändern oder zu beenden, die nur meine eigene war. Immer „Ja“ anstatt auch mal ein dringend nötiges „Nein“ zu sagen.
Ich empfinde das nicht nur als Selbstbetrug, sondern vor allem auch für mein Gegenüber als außerordentlich ungerecht, ihm meine Wahrheit vorzuenthalten und ihm somit die Möglichkeit zu nehmen, sich entsprechend dazu positionieren zu können.

Meine Frage nun, kann man unter den emotionalen Umständen, die HSP oft begleiten, selbst erfüllen, was man von anderen bezüglich Aufrichtigkeit/Ehrlichkeit/Gerechtigkeit erwartet? Was denkt Ihr dazu, seid Ihr um jeden Preis selbst ehrlich und aufrichtig? Und ist es "gerecht", andere im Unklaren zu lassen, weil man Angst vor den Konsequenzen hat und "nicht verletzen" will? Wie handhabt Ihr das in eurem Leben mit der Ehrlichkeit?

Liebe Grüße
Velvet
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Re: HSP und Ehrlichkeit

Beitragvon Source » Di 27. Aug 2019, 09:34

Liebe Velvet,

bevor ich dir antworte stelle ich mir folgende Fragen:
Geht es mir wirklich darum, die anderen nicht mit meiner Wahrheit zu konfrontieren, um sie nicht zu verletzen?
Oder geht es mir darum, die Gute zu sein, die möglichst immer ehrlich ist und höchsten Moralansprüchen genügt?
Geht es mir um die Anderen, oder darum, mein Selbstbild aufrechtzuerhalten?

Ich würde sagen: Ob ich ehrlich bin oder meine Wahrheit für mich behalte bzw. lüge, das hängt von der jeweiligen Situation ab, und nicht von ehernen Geboten a la „Du sollst nicht lügen“ oder Grundannahmen wie „HSP sind immer ehrlich“. Ich sehe mich allerdings nicht vorrangig als HSP, sondern als Source ;-) Es gibt Situationen, in denen die Wahrheit bzw. meine Wahrheit im Vergleich zu einer Lüge zu viel Schaden anrichten würde. Und es gibt Situationen, in denen ich meine Position vertreten muss, um danach noch in de Spiegel schauen zu können (also sagen zu können, mein Handeln und mein Selbstbild stimmen überein).

Ich bin also sicherlich nicht konsequent ehrlich. Und ich erwarte von anderen auch nicht, dass sie mir gegenüber immer die/ ihre Wahrheit sagen. Es hat allerdings Fälle gegeben, in denen mir andere ihre Position nicht mitgeteilt haben, etwa, um mich zu manipulieren. Wenn ich den Eindruck habe, dass jemand versucht, seine Interessen auf meine Kosten durchzusetzen, dann distanziere ich mich. Und gleichzeitig habe ich Situationen erlebt, in denen ich meine Position vertreten habe und andere sich von mir – vorübergehend oder dauerhaft - distanziert haben. Das ist dann bedauerlich, aber nicht zu ändern.
Und ich finde es definitiv gerecht, anderen meine Wahrheit vorzuenthalten. Schließlich hat niemand einen Anspruch darauf :-)

Liebe Grüße
Source
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Re: HSP und Ehrlichkeit

Beitragvon Stoffel » Di 27. Aug 2019, 10:47

Das ist ein sehr interessantes Thema.

Ehrlichkeit ist für mich sehr wichtig. Auch wenn ich manchmal verletzt bin, wenn mir jemand SEINE Wahrheit ins Gesicht sagt, ist mir das 100X lieber, als mir nach dem Mund zu reden und mich hintenrum nieder zu machen.

Bei Menschen die mir etwas bedeuten, oder zu denen ich eine mir wichtige Bindung habe, egal ob arbeit oder privat, versuche ich immer ehrlich zu sein. Die Frage dabei ist dann immer, wie kann ich bei für mich wichtigen Menschen ehrlich sein, ohne sie zu verletzten. Das erfordert viel Erfahrung mit der jeweiligen Person, und Einfühlungsvermögen.
Wie fühle ich mich in dem Moment, wenn ich an seiner/ihrer Stelle wäre, hat mich schon so manche Warheit erstmal runterschlucken lassen, um sie dann gut überlegt unter vier Augen zu besprechen.

Bei Menschen die mich mit ihrer ganzen Art abstoßen, ständig auf anderen herumhacken etc., bin ich allerdings nicht so vorsichtig. Da sage ich auch schon mal vor allen in der Gruppe was Sache ist. Da ist mir mein Einfühlungsvermögen dann egal, und wenn die Breitseite kommt, dann sitzt sie richtig.

Das Gerechtigkeitsempfinden ist bei mir sehr ausgeprägt. Moral gehört definitiv mit dazu, und nicht jedes Gesetz ist Gerecht. Das kommt weil viele Gesetze uralt sind, und immer noch nach der Regel Geld vor Mensch laufen. Oder warum werden Kinderschänder immer noch weniger bestraft als Drogenhändler ?

Ich bin kein Moralapostel, und mir geht es nicht darum immer der Gute zu sein. Dazu gucke ich viel zu viel darauf, daß es nicht einem gut geht, sondern allen. Jedenfalls an Stellen, bei denen es in meiner Macht steht.
Wissen macht krank, nix wissen auch, ist aber nicht so stressig
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Re: HSP und Ehrlichkeit

Beitragvon irdeneinolli » Di 27. Aug 2019, 12:24

Hi,

ich selbst denke - andere ggf. im Unklaren zu lassen bedeutet nicht automatisch Unehrlichkeit zu leben, vielmehr
bedeutet das (zumindest für mein Verständnis) mich nicht stets in der Pflicht zu befinden mich für alles zu rechtfertigen.

Ich habe schon viele Situationen im leben gehabt, wo ich deutlich mitbekommen habe, das mir ein Gegenüber z.B. Mist
erzählt, oder im Beisein jemand anderem Mist erzählt. Ich gehe dann nicht her und oute mich als.. "hey ich hab dich entlarvt" Typ.
Wenn andere meinen ihr Leben mit Unwahrheiten und Fassaden schmücken zu müssen, ist das ja meist ein Zeichen von
Unsicherheit und/oder Schwäche. Warum sollte ich die Menschen ändern wollen.
Ich ziehe dann nur meine Konequenzen daraus für mich persönlich und halte mich von so Menschen eher mit gesunder Distanz.

Allerdings, wenn es in einem Gespräch dazu kommt, halte ich auch im passenden Moment nicht damit hinterm Berg, dass ich
auf der Gefühlsebene viel mitbekomme. Ich würde es nie verleugnen, denn das ist ja schließlich ein Teil von mir und es gibt
nichts, wofür man sich da schämen müsste.
Menschen denen man vertraut und vertrauen kann, erhalten quasi mehr Einblick in mich, als Menschen, die nicht zu vertrauen sind, bzw.
welche ich nicht als vertrauenswürdig sehe.

Grüße
Olli
irdeneinolli
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Re: HSP und Ehrlichkeit

Beitragvon Träumerle » Di 27. Aug 2019, 18:23

Hallo Velvet,

mein Prinzip: Manchmal kann die Wahrheit wehtun. Demnach ist es für mich nicht erstrebenswert, wirklich jedes Mal die Wahrheit zu sagen, wenn ich als Gegenzug bei diversen Menschen negative Gefühle/Situationen auslöse. Ich würde meine eigene Ehrlichkeit nie absichtlich über die Gefühle anderer stellen. Beide Seiten der Medaillen sind eben nicht immer möglich und wenn ich die Wahrheit erzähle, dabei aber jemanden verletze, habe ich doch ein viel schlechteres Gewissen, als wenn ich lüge, um die Person damit zu "schützen". Es mag mal vorkommen, dass ich unüberlegt etwas sage (klar, solche Dinge entsprechen immer der Wahrheit), was sich im Nachhinein als kontraproduktiv herausstellt. Dadurch erzeuge ich eine negative Reaktion, was ich natürlich partout vermeiden möchte. Selbst bin ich auch schon öfter mit der Wahrheit verletzt worden.
Zumal: Lügen und Verschweigen sind auch noch mal zwei Paar Schuhe.

In heiklen Situationen, die mir mitunter viel bedeuten, überlege ich genau, was für die Lage günstiger wäre und verfahre so auch. Aber wenn ich die Wahrheit sage, dann meine ich das dafür auch wirklich so, sonst würde ich das nie sagen (außer, ich bin gerade emotional aufgeladen). Manche meiner Wahrheiten waren derart ehrlich, sodass vermutlich viele andere sich nicht getraut hätten, diese auszusprechen (wage ich jetzt mal zu behaupten), trotzdem, bzw. gerade deshalb, hatte diese eine große Wirkung. Und zwar eine positive. Das heißt aber nicht, dass ich immer so handle. Oft genug, wahrscheinlich zu oft, kehre ich die Wahrheit unter den Teppich, wobei das objektiv betrachtet gar nicht mal nötig wäre und verschweige viel zu viel. Dennoch vermeide ich überflüssige Lügen, mit zunehmendem Erfolg. Ich glaube, früher habe ich öfter und "bedeutsamer" gelogen, während ich heutzutage den Rückzug präferiere, wenn ich mit der Wahrheit nicht rausrücken will. In der schriftlichen Kommunikation bin ich übrigens wesentlich ehrlicher, aber auch mündlich spare ich eher an Lügen. Doch ich könnte es nie in Kauf nehmen, mit dem ständigen Herausposaunen der Wahrheit andere zu verletzen.

Was Notlügen angeht, sehe ich das nicht so streng. In meinen Augen schadet man damit weder sich, noch den anderen und eine Person, die nur die Wahrheit sagt, wäre mir auf Dauer wohl auch ziemlich unangenehm. Da bevorzuge ich dann schon "Gelegenheits-Lügner". So bleibt mir natürlich Einiges an Wahrem verwehrt, aber es gibt eben Dinge, gerade das betreffend, was andere über mich denken, die ich einfach nicht wissen will. Lügner sind für mich keine schlechten Menschen, nur wenn unnötige, bzw. verwirrende Lügen hinzukommen, finde ich das auch nicht mehr lustig. Andererseits könnte ich mir auf Anhieb dutzende Dinge vorstellen, die ich schlimmer fände, als belogen zu werden. Zwar kommt es da auch auf die Situation an, aber im Allgemeinen vertrete ich diese Haltung. Wenn man mal so darüber nachdenkt: Wer weiß, wie die Welt ohne Lügen aussehen würde? Ob es dann überhaupt noch Menschen gäbe? Vor Menschen, die immer ehrlich sind - wobei ich glaube, dass diese Zahl auch sehr begrenzt ist - habe ich jedenfalls größten Respekt. Allein schon, weil ich das nie könnte...

Habe mal vor etlicher Zeit einen Bericht aufgeschnappt, in dem es um einen Typen ging, der ein Experiment wagte: Vier Monate lang immer die Wahrheit sagen. An wahnsinnig viel kann ich mich nicht mehr erinnern, nur, dass sein Experiment zur Folge hatte, dass er von zu Hause rausgeschmissen wurde. Ziemlich aussagekräftig, wie ich finde.

Ich wünsche dir und euch (und das ist nicht gelogen icon_winkle ) einen schönen Abend.

Liebe Grüße,
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Ich weiß, ich bin ein HSP,
da ich die Welt ganz anders seh'.
Ich tue dies auf meine Weise,
nämlich ruhig und auch sehr leise.

Für mich ist's eine große Gabe,
wenn ich's auch nicht immer leicht habe.
Drum nehmt euch's nicht zu Herzen,
Ewig sind nicht mal die schlimmsten Schmerzen.

~Träumerle :-)
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Re: HSP und Ehrlichkeit

Beitragvon Weltfremder » Di 27. Aug 2019, 23:17

Mir ist Ehrlichkeit äußerst wichtig, allein schon weil ich Christ bin.
Als Asperger sowieso, wir sagen eigentlich immer die Wahrheit und machen uns damit nicht gerade Freunde. Doch es geht einfach ums Prinzip. Ich finde, jeder sollte die Wahrheit aushalten können. Was wäre eine Welt ohne jegliche Wahrheit. Es gibt hier schon genug Lug und Trug. Mich wundert es, dass hier in einem HSP-Forum doch so viele Leute sagen, sie fänden Lügen nicht schlimm. In Diskussionen mit Atheisten z.B. wird einem nämlich oft gesagt, man wäre mit den Zehn Geboten einverstanden, also zumindest wird das nach außen so gesagt, aber bei vielen Leuten sieht es dann in der Realität doch anders aus. Daher würde es mich interessieren, ob ihr eigentlich Atheisten seid, wenn ihr hier sagt, Lügen wären ok?

Die Menschen messen leider auch mit zweierlei Maß: Ich bekam schon oft genug unangenehme Sachen ins Gesicht gesagt, aber wenn ich dann die Wahrheit über jemanden sage, sorgt es für Empörung. Wenn schon, denn schon.

Aber allgemein halte ich mich sehr zurück, mit den meisten Menschen rede ich eh nicht viel. Stille Wasser sind tief. Und Reden ist silber, Schweigen ist Gold. Ich finde jede Art von Lügen unmoralisch und inakzeptabel. Es stört mich wirklich an Menschen, dass sie sie so unehrlich sind, lügen und betrügen. Ich finde auch solche Sachen wie Hausaufgaben abschreiben und noch vielmehr in Tests und KAs abschreiben und spicken absolut nicht in Ordnung und war in der Schule ziemlich schockiert, wie viele das u.U. machen. Habt ihr sowas mal gemacht? Ich nie. Hätte eh zuviel Angst gehabt, erwischt zu werden.

Ich habe auch schon gelogen, so ist es nicht. Aber ich versuche es, wenn immer möglich zu vermeiden, denn ich schäme mich dafür. Ich selbst will ja auch nicht belogen werden. Manchmal sagen die Menschen außerdem Sachen, bei denen man nicht genau weiß, wie die das jetzt meinen. Auch das mag ich nicht.

Eine Taktik, die ich für akzeptabel halte, ist dagegen, ausweichend zu antworten, d.h. um den heißen Brei herum zu reden. Also Sachen zu verschweigen, auf eine subtile Art. Man wird etwas unangenehmes gefragt und wechselt geschickt das Thema, ohne dass es groß auffällt. Hat schon oft geklappt, wenn auch nicht immer. Also möglichst jemanden ablenken, damit er an seine Frage nicht mehr denkt. Man kann auch Worte teilweise so einsetzen, dass man jemanden gewissermaßen in die Irre führt, mit doppeldeutigen Formulierungen, wo man also immer noch behaupten oder vermuten könne, es wäre anders gemeint gewesen bzw. man hätte es auch anders verstehen können. Also ich verzichte nach Möglichkeit auf Notlügen und weiche dafür der Frage aus.

Außerdem kommt es auch ganz drauf an, wie man etwas sagt, man kann es z.B mit Formulierungen wie "manchmal" oder "vielleicht" abschwächen, wenn ihr versteht, was ich meine.

Naja, zusammenfassend kann man sagen, dass ich die meiste Zeit lieber einfach schweige. Schließlich bin ich bei den meisten Menschen eh nicht so gesprächig, außer wenn es gemeinsame Interesse und Themen gibt, was selten ist. Anderen Menschen meine Meinung über sie sage ich nur sehr selten, und nur Leuten, die mir nahe stehen und die nicht gleich den Kontakt abbrechen würden oder so. Vor allem meinen Eltern sage ich meistens meine Meinung. Meine Mutter sagt, ich wäre ein sehr beleidigender und verletzender Mensch ihr gegenüber, aber sie beleidigt mich auch selbst. Sie kann Kritik schlecht vertragen, wie die allermeisten Menschen. Menschen sind für gewöhnlich nahezu kritikunfähig. Und nehmen alles persönlich. Kann man nicht mal objektiv miteinander reden? Ist das so schwer?

Naja, über Asperger-Autisten wird gesagt, sie verhielten sich in sozialen Situationen wie ein Elefant im Porzellanladen und treten in jedes Fettnäpfchen. Mir wurde z.B. schon gesagt, ich wäre taktlos, oder zu direkt. Aber wenn ich distanziert bin wie meistens ist es auch wieder nicht recht. Ich kann das schlecht dosieren. Entweder jemand steht mir nahe oder halt gar nicht. Deshalb wären mir auch ein paar richtig enge Freundschaften lieber als viele oberflächliche Bekanntschaften. Ich möchte Menschen um mich haben, mit denen man ehrlich reden ,denen man sich anvertrauen kann. Offline bin ich sehr verschlossen, viele Sachen bespreche ich auch mit meinen Eltern nicht mehr. Und viele Leute erzählen auch vertrauliches unbedacht oder sogar absichtlich weiter, auch das habe ich schon oft erlebt. Deshalb muss ich mir genau überlegen, was ich jemand bestimmtem anvertraue.
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Re: HSP und Ehrlichkeit

Beitragvon Velvet » Mi 28. Aug 2019, 14:33

Hallo Ihr :),

ich fand es sehr spannend eure Antworten zu lesen. Vielen Dank, Source, Stoffel, Olli und Träumerle, für eure ausführlichen Gedanken und Meinungen :).


Hallo, liebe Source, den Bezug zur HS fand ich hier deshalb wichtig zu erwähnen, weil ich persönlich (zweifelsfrei hoch empfindlich) eine deutliche Diskrepanz spüre zwischen meinen Prägungen und Konditionierungen (Überangepasstheit, wenig Selbstwertentwicklung, etc) und meinem eigenen Anspruch, ehrlich zu mir selbst und somit auch zu anderen zu sein. Ich lese nirgendwo häufiger als hier im Forum von z.B. Problemen der Selbstunsicherheit jeglicher Ausprägungen und frage mich, ob das die Ehrlichkeit im Leben nicht eher behindern kann.

Source hat geschrieben:Und ich finde es definitiv gerecht, anderen meine Wahrheit vorzuenthalten. Schließlich hat niemand einen Anspruch darauf

Die Aussage find ich total interessant. Das stimmt. Bestimmen und verantworten tust allein du, was du an andere heranträgst und was nicht.
Für mich persönlich würde ich sagen, dass es mein eigener Anspruch ist, so wahr-haft(ig) zu sein, wie es mir eben möglich ist. Weiß selbst nicht, wieso mir das so wichtig ist. Vielleicht, weil in meiner Familie so viel gelogen wurde. Ich kann ganz schlecht mit solchen diffusen Dingen in der Luft leben.
Ich finde es bemerkenswert und stelle es mir lebenserleichternd vor, wenn man mit dieser Thematik etwas lockerer umgehen kann.


Hallo Stoffel,

Stoffel hat geschrieben:Ehrlichkeit ist für mich sehr wichtig. Auch wenn ich manchmal verletzt bin, wenn mir jemand SEINE Wahrheit ins Gesicht sagt, ist mir das 100X lieber, als mir nach dem Mund zu reden und mich hintenrum nieder zu machen.


Ja, das empfinde ich auch so. Mit einer Wahrheit oder ehrlichen Meinung kann ich viel besser umgehen, als mit einer Lüge.

Stoffel hat geschrieben:Bei Menschen die mir etwas bedeuten, oder zu denen ich eine mir wichtige Bindung habe, egal ob arbeit oder privat, versuche ich immer ehrlich zu sein. Die Frage dabei ist dann immer, wie kann ich bei für mich wichtigen Menschen ehrlich sein, ohne sie zu verletzten. Das erfordert viel Erfahrung mit der jeweiligen Person, und Einfühlungsvermögen.

Ja, es gibt ja unzählig verschiedene Situationen, zu unterscheiden auch nochmal in private und öffentliche, ganz persönlich-nahe, und weniger nahe, wichtige und unwichtige Begebenheiten und Beziehungen, in denen- je nach dem- Ehrlichkeit unabdingbar oder auch nicht so ausschlaggebend ist. Zumal diese Gewichtung dann auch wieder rein subjektiv ist. Finde ich gut, dass du dir da so viele Gedanken darüber machst, wie du jeweils mit deinem Gegenüber umgehst.


Hallo Olli,

irgendeinolli hat geschrieben:ich selbst denke - andere ggf. im Unklaren zu lassen bedeutet nicht automatisch Unehrlichkeit zu leben, vielmehr
bedeutet das (zumindest für mein Verständnis) mich nicht stets in der Pflicht zu befinden mich für alles zu rechtfertigen.

Das finde ich auch einen sehr interessanten Gedanken. Das stimmt, man kann sich ja nicht permanent allen offenlegen und stets Einblicke gewähren in sein tiefstes Inneres oder auch nur in seine Gedanken. Man "darf" auch was für sich behalten.
Da fällt mir auch wieder Source´Satz oben ein, dass „niemand Anspruch auf meine Wahrheit hat“. Ja, das ist wohl so.

irgendeinolli hat geschrieben:Wenn andere meinen ihr Leben mit Unwahrheiten und Fassaden schmücken zu müssen, ist das ja meist ein Zeichen von
Unsicherheit und/oder Schwäche.


Womit du meine Frage/Vermutung bestätigst, dass man aus Selbstunsicherheiten heraus vielleicht eher lügt, als aus einer gefestigten Persönlichkeit?

irgendeinolli hat geschrieben:Ich ziehe dann nur meine Konequenzen daraus für mich persönlich und halte mich von so Menschen eher mit gesunder Distanz.


Wie machst du das dann, solche Menschen auf Distanz zu halten? Sagst du ihnen ehrlich, dass du nicht mit ihnen klarkommst und deshalb lieber auf Distanz bleibst? Mir fällt sowas extrem schwer.
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Re: HSP und Ehrlichkeit

Beitragvon Velvet » Mi 28. Aug 2019, 14:34

Teil 2...

Hallo Träumerle,

Träumerle hat geschrieben:Manchmal kann die Wahrheit wehtun.

Auf jeden Fall. Aber tut es nicht genauso weh, dem anderen eine Lüge glauben zu machen? Verletzt man ihn nicht genauso damit?
Das ist wirklich sehr schwierig abzuwägen, finde ich. Und vielleicht gibt es da auch gar kein "richtig" oder "falsch".

Träumerle hat geschrieben: Beide Seiten der Medaillen sind eben nicht immer möglich und wenn ich die Wahrheit erzähle, dabei aber jemanden verletze, habe ich doch ein viel schlechteres Gewissen, als wenn ich lüge, um die Person damit zu "schützen".

Das verstehe ich. Das ist sicher auch wieder ganz individuell und persönlich abzuwägen, ja. Es kommt da sicher auch immer darauf an, worum es geht. Ich denke mir aber auch, dass mich niemand „schützen“ muss vor seiner ehrlichen Meinung, sondern es bei mir liegt, wie ich dann damit umgehe.

Träumerle hat geschrieben:Lügen und Verschweigen sind auch noch mal zwei Paar Schuhe.

Hm, für mich selbst nicht wirklich. Aber auch hier käme es wieder auf die Inhalte an, um die es geht. Beim Verschweigen ist man sicher nicht ganz so aktiv wie beim Lügen. Aber unterm Strich, wenn mir etwas mich Betreffendes, Bedeutungsvolles verschwiegen würde, wäre ich, glaube ich, genauso irritiert, als hätte man mich angelogen.

Träumerle hat geschrieben: Manche meiner Wahrheiten waren derart ehrlich, sodass vermutlich viele andere sich nicht getraut hätten, diese auszusprechen (wage ich jetzt mal zu behaupten), trotzdem, bzw. gerade deshalb, hatte diese eine große Wirkung. Und zwar eine positive. Das heißt aber nicht, dass ich immer so handle.


Das finde ich mutig von dir :).

Träumerle hat geschrieben:In der schriftlichen Kommunikation bin ich übrigens wesentlich ehrlicher, …

Das geht mir auch so. Was denkst du, woran das liegen könnte?

Träumerle hat geschrieben: Andererseits könnte ich mir auf Anhieb dutzende Dinge vorstellen, die ich schlimmer fände, als belogen zu werden. Zwar kommt es da auch auf die Situation an, aber im Allgemeinen vertrete ich diese Haltung. Wenn man mal so darüber nachdenkt: Wer weiß, wie die Welt ohne Lügen aussehen würde? Ob es dann überhaupt noch Menschen gäbe? Vor Menschen, die immer ehrlich sind - wobei ich glaube, dass diese Zahl auch sehr begrenzt ist - habe ich jedenfalls größten Respekt. Allein schon, weil ich das nie könnte…


Ich denke auch, immer ehrlich in allem zu sein ist wenig lebensdienlich und letztlich auch unmöglich. Und es verlangt ja auch keiner von einem. Da würde wahrlich alles zusammenbrechen, wenn jeder jedem seine Meinung ständig ins Gesicht sagen würde. Ein bisschen Diplomatie ist sicher eine gute Lebensversicherung ;)

Dir und euch allen hier einen schönen Tag und vielen Dank nochmal für eure offenen Antworten :)

Viele Grüße
Velvet
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Re: HSP und Ehrlichkeit

Beitragvon Träumerle » Do 29. Aug 2019, 17:25

Hallo Velvet :-)

Es mag sein, dass Lügen und schmerzende Wahrheiten für manch einen ethisch betrachtet gleichgestellt sind. Der Unterschied aber ist, dass die Person bei einer Lüge, die sie und ihre Gefühle schützt, die Verletzung nicht spürt und mir für gar nichts böse sein kann. Doch schmerzende Wahrheiten schaden der Person direkt, auch das Argument "Hey, das ist doch nur die Wahrheit", hilft, wie ich immer wieder erfahren habe, auch nicht viel, um sich irgendwie zu rechtfertigen. Hinzu kommt, dass die meisten Konflikte in meinem Umfeld entstehen, weil einer die Wahrheit sagt - worauf der andere gereizt reagiert. Ich bin da ganz bei dir, das ist wie in der Kunst: Es gibt kein richtig oder falsch. icon_winkle

Velvet hat geschrieben:Ich denke mir aber auch, dass mich niemand „schützen“ muss vor seiner ehrlichen Meinung, sondern es bei mir liegt, wie ich dann damit umgehe.

Jein. Wenn man sich im Vornherein schon denken kann, dass die Person die Wahrheit nicht so gut aufnimmt, sollte man, finde ich, schon Rücksicht nehmen und damit hinterm Berg halten. Aber versetz dich mal ins Gegenüber: Gerade wenn die Person mir nahesteht würde ich es nicht riskieren, das gute Verhältnis zu gefährden, bloß weil man sich schwört, immer ehrlich zu sein. Du etwa schon?

Mit dem Verschweigen wollte ich jetzt auch eher auf Dinge anspielen, die eh nicht so erwähnenswert sind, zumindest nicht für die entsprechende Person. Dann fände ich es auch unangebracht, klar, aber alles, was die Person nicht betrifft, kann an sie weitergegeben werden, muss aber nicht. Mein persönliches Problem liegt ja genau darin, dass ich im Verschweigen manchmal die einzige für mich mögliche Form der Kommunikation sehe, was den lieben Mitmenschen ziemlich auf den Keks gehen kann. Denn ich habe auch schon wegen meiner Verschwiegenheit negative Reaktionen geerntet und das ist einfach so ein Punkt, der da noch ausbaufähig wäre... 647&/ aber ich stehe dazu.

Dass ich in der schriftlichen Kommunikation ehrlicher bin, ist für mich eigentlich ganz naheliegend, ich mag sie lieber als die mündliche und kann mich dann auch viel besser und sicherer artikulieren. Klar, sicher ist mir auch schon mal eine Lüge über die Tastatur gehuscht, doch das sind beim Schreiben ja wirklich Ausnahmefälle. Ich kann ebenfalls authentischer mit meinen Gefühlen umgehen und über meine Worte nachdenken. Gerade Letzteres ist nützlich dabei, um über eine Aussage in Ruhe nachzudenken, anstatt gleich zu einer Notlüge greifen zu müssen. So kann ich die Wahrheit verschleiern, also etwa in diese Richtung, wie es Weltfremder ausgedrückt hatte. Generell nehme ich mich schriftlich als weniger gehemmt wahr und kann viele Wahrheiten einbringen, die ich mündlich wieder einmal verschweigen würde. Letzten Endes ist auch mein Gegenüber ein Faktor: Wie sehr vertraue ich ihm? Wie geht er mit meinen Wahrheiten und auch meinem Schweigen um?

Natürlich - Diplomatie! Wie konnte ich eine meiner ausgeprägtesten Charaktereigenschaften vergessen? _läch_ Das ist so etwas wie mein Wegweiser, wenn es um Ehrlichkeit geht.

@Weltfremder: Ich fand die Bemerkung in deinem letzten Absatz, dass du so zwischen Distanz und Direktheit hin- und herschwankst, übrigens ziemlich interessant. Obwohl ich mit Sicherheit kein Asperger-Autist bin, habe ich auch diese Neigung, entweder sage ich etwas komplett unbedacht oder äußere mich zu etwas gar nicht, was ich jedoch nicht zwingend als (gewollt) taktlos bezeichnen würde. Bei dir wäre ich aufgrund deines Asperger-Autismus da nicht so sicher, nur merke ich bei mir immer wieder, wie ich nach einer ungefilterten, "bauchigen" Aussage ein schlechtes Gewissen bekomme. Heißt, ich will das eigentlich gar nicht und bin in solchen kurzen Momenten nicht mehr Herr meiner Sinne, doch im nächsten Augenblick würde ich das Gesagte wieder sofort zurücknehmen wollen. Im Schriftlichen könnte ich das - wie oben beschrieben, diese Art der Kommunikation ist mehr auf mich zugeschnitten. Um die richtigen Worte zu finden brauche ich zu lange, um ein Gespräch aufrecht zu erhalten, aber genauso lange, dass ich nicht endlos überlegen muss, was ich tippe.

Gibt es bei dir/euch da auch solche Unterschiede?

Erneut einen schönen Abend.

Liebe Grüße,
Träumerle
Ich weiß, ich bin ein HSP,
da ich die Welt ganz anders seh'.
Ich tue dies auf meine Weise,
nämlich ruhig und auch sehr leise.

Für mich ist's eine große Gabe,
wenn ich's auch nicht immer leicht habe.
Drum nehmt euch's nicht zu Herzen,
Ewig sind nicht mal die schlimmsten Schmerzen.

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Re: HSP und Ehrlichkeit

Beitragvon Velvet » Fr 30. Aug 2019, 08:11

Hallo Weltfremder,

vielen Dank auch dir für deinen Beitrag.

Weltfremder hat geschrieben:Daher würde es mich interessieren, ob ihr eigentlich Atheisten seid, wenn ihr hier sagt, Lügen wären ok?

Ich hab mich über die verschiedenen, ehrlichen Antworten hier gefreut, zumal es ein Thema ist, über das viele sicher nicht gern sprechen, schon gar nicht öffentlich. Und ich denke es steht jedem frei, es mit dieser Thematik im Leben so zu halten, wie er es für sich und sein Gegenüber als vertretbar und angebracht hält. Und das vom Christ bis hin zum Atheist und wieder zurück. Für mich hat das nichts mit Glauben, sondern mit den eigenen Wertemaßstäben zu tun, die man vor niemandem rechtfertigen muss.
Wenn ich nur ehrlich bin, weil ich Angst vor einem strafenden Gott und seinen irdischen Vertretern habe, entspricht das nicht meinem persönlichen Bild von innerer Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit, sondern eher einem von außen aufgezwungenen Verhalten.

In diesem Sinne bin ich wieder bei meinem Problem, nur in umgekehrter Richtung: Ich hab´ manchmal Angst die Wahrheit zu sagen, weil sich mir tief eingeprägt hat, dass das harte Strafen nach sich zieht.

Aus Angst heraus kann nichts Gerades wachsen. Und Verbote/Gebote samt angedrohter Bestrafung bei Nichteinhaltung, halte ich persönlich für ein wenig geeignetes Mittel, moralisch/ethische Werte zu vermitteln. Meine persönlichen Maßstäbe habe ich nicht daraus gebildet, sondern eher aus den Möglichkeiten und Freiheiten die ich hatte und mir genommen habe, um mein Leben und das anderer Menschen, kennen- und verstehen zu lernen.

Weltfremder hat geschrieben:Die Menschen messen leider auch mit zweierlei Maß: Ich bekam schon oft genug unangenehme Sachen ins Gesicht gesagt, aber wenn ich dann die Wahrheit über jemanden sage, sorgt es für Empörung.


Ich denke, mit „der Wahrheit“ ist es so eine Sache. Wenn ich z.B. zu jemandem sage:“ Du bist mir unsympathisch.“ ist das meine Meinung und Wahrheit. Mehr nicht. Und wenn mir wichtig ist, dem anderen das so zu sagen, muss ich ihm überlassen, wie er darauf reagiert.

Weltfremder hat geschrieben: Ich finde auch solche Sachen wie Hausaufgaben abschreiben und noch vielmehr in Tests und KAs abschreiben und spicken absolut nicht in Ordnung und war i der Schule ziemlich schockiert, wie viele das u.U. machen. Habt ihr sowas mal gemacht? Ich nie. Hätte eh zuviel Angst gehabt, erwischt zu werden.

Ja, das hab´ich des öfteren gemacht ;). Das hatte meist weniger Konsequenzen, als wenn ich gesagt hätte, ich hab die Hausaufgaben vergessen oder für einen Test nicht gelernt.

Weltfremder hat geschrieben:Man wird etwas unangenehmes gefragt und wechselt geschickt das Thema, ohne dass es groß auffällt.

Ich würde gern dahinkommen, einfach sagen zu können: „Darauf möchte ich dir nicht antworten.“

Weltfremder hat geschrieben:Außerdem kommt es auch ganz drauf an, wie man etwas sagt, man kann es z.B mit Formulierungen wie "manchmal" oder "vielleicht" abschwächen, wenn ihr versteht, was ich meine.

Ja, verstehe ich. Man windet sich halt heraus. Aber warum macht man das und sagt nicht klar und deutlich, was Sache ist? Genau darum geht es mir- in meinem Leben zumindest. Es lädt mich z.B. jemand auf einen Kaffee bei sich ein und ich habe absolut keine Lust darauf. Nun muss ich ja nicht sagen:“Oh nein, allein die Vorstellung, drei Stunden lang bei dir wie gefesselt zu sitzen und mir Dinge anzuhören, die mich nicht interessieren, weckt in mir leichtes Grausen...“ Ich könnte doch aber sagen: „Lieb von dir, aber darauf habe ich keine Lust.“ Stattdessen sage (schwindle) ich: „ Oh, heute hab ich noch einen Termin, ein andermal gern...“ … das nervt mich total an mir.

Weltfremder hat geschrieben:Menschen sind für gewöhnlich nahezu kritikunfähig. Und nehmen alles persönlich. Kann man nicht mal objektiv miteinander reden? Ist das so schwer?

Kannst du denn gut mit kritischen Meinungen dir gegenüber umgehen und immer leichtfüßig auf der Sachebene bleiben? Ich finde das schon schwer.

Weltfremder hat geschrieben:Ich möchte Menschen um mich haben, mit denen man ehrlich reden ,denen man sich anvertrauen kann. Offline bin ich sehr verschlossen, ...


Das geht mir auch so und ich habe ein paar solcher Menschen in meinem Leben. Ich könnte mir vorstellen, dass, wenn du offline sehr verschlossen bist, sich vielleicht niemand traut, mit dir ehrlich zu reden oder sich dir freundschaftlich anzuvertrauen? Man muss dem anderen ja ebenso ein Freund werden und sein, vertrauensvoll und offen. Sonst funktioniert das einfach nicht, würde ich denken. Dein Gegenüber muss ja irgendwie die Chance haben dich kennenzulernen, um auch zu dir Vertrauen aufbauen zu können. Ich habe immer wieder gute Erfahrungen damit gemacht das Risiko einzugehen, mich zu zeigen und damit wohl das Gefühl vermittelt, dass sich der andere auch zeigen kann. So entstand dann allmählich Nähe und Vertrauen...

Viele Grüße
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