HSP und Freundschaften

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Re: HSP und Freundschaften

Beitragvon Sarina » Mi 10. Aug 2011, 19:39

danke, ich fühle mich auch verstanden _knüddel_

lieben Gruß
Sarina
Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar Bild
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Re: HSP und Freundschaften

Beitragvon apfelschnitz » Mi 10. Aug 2011, 19:42

Ich glaube das empfindet man so, weil wir dazu neigen uns anderen stärker verbunden zu fühlen (steht das nicht auch im Buch "Zartbesaitet"?).


Hi Sunine!

Ja, du hast recht. Ich hab es gestern Abend noch im Buch wiedergefunden. Vielen Dank auch für deine anderen Anregungen, es ist wunderbar zu lesen, dass man anscheinend kein Ausserirdischer auf diesem Planeten ist. ;-)

LG
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Re: HSP und Freundschaften

Beitragvon Zeitreisender » Do 11. Aug 2011, 00:36

Hallo Apfelschnitz,

ich klink mich hier denn jetzt nach einiger Überlegung auch mal mit ein, denn mich wurmt seit vier Wochen genau dieses Thema.
Mein bester Freund ist 1997 gestorben, weil er als Bluter 15 Jahre zuvor eine infizierte Dosis Gerinnungsfaktor bekam. Mit dem habe ich alles besprechen können, wirklich alles. Vom Urknall bis zu Beziehungsproblemen. Aus der Clique von damals ist eine Exot übrig geblieben und wir hatten die ganzen Jahre Kontakt, obwohl wir wenig Zeit hatten. In den Gesprächen ging es nicht immer in die Tiefe, aber wir waren uns einig, mindestens gute, wenn nicht sogar beste alte Freunde zu sein.
Vor vier Wochen ruft er mich an, erzählt mir, dass er heiratet und der Trauzeuge wird: ...Täteretäää.. Ein Nachbar.
Ich war noch niemals nicht irgendwo bei irgendwem Trauzeuge und diese bittere Pillen sitz mir dermaßen im Halse fest, dass ich nicht in der Lage war ihm zur Hochzeit zu gratulieren. Ich mag nachtragende Menschen nicht und zickig war ich auch noch nie, aber im Moment gönne ich mir den Rückzug und lebe ihn aus.
Wie gesagt, die Situation nervt mich, denn ich freue mich ja für ihn, aber enttäuscht bin ich trotzdem. Es ist seine Entscheidung und es liegt mir fern ihm ein schlechtes Gewissen machen zu wollen.
Seit ich die hsp-Erkenntnis habe bin ich auf die Suche nach Gleichgesinnten gegangen und habe zwei entfernte Zeitgenossen gefunden, mit denen ich jetzt die volle Palette abphilosophieren kann und mir scheint darin mein Weg zu liegen. Wir lassen uns Raum zum Atmen, bedrängen uns nicht, nähern uns vorsichtig an und sind doch voll anwesend, wenn wir uns austauschen.
Es bringt nichts den non-hsp böse zu sein, denn sie können uns nicht verstehen, aber es ist wohl auch Unfug sich an fruchtlosen Freundschaften festzuklammern. Weniger ist mehr.
Fazit: Du empfindest richtig.

ZR
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Re: HSP und Freundschaften

Beitragvon apfelschnitz » Do 11. Aug 2011, 10:52

Zeitreisender hat geschrieben:Hallo Apfelschnitz,

ich klink mich hier denn jetzt nach einiger Überlegung auch mal mit ein, denn mich wurmt seit vier Wochen genau dieses Thema.
Mein bester Freund ist 1997 gestorben, weil er als Bluter 15 Jahre zuvor eine infizierte Dosis Gerinnungsfaktor bekam. Mit dem habe ich alles besprechen können, wirklich alles. Vom Urknall bis zu Beziehungsproblemen. Aus der Clique von damals ist eine Exot übrig geblieben und wir hatten die ganzen Jahre Kontakt, obwohl wir wenig Zeit hatten. In den Gesprächen ging es nicht immer in die Tiefe, aber wir waren uns einig, mindestens gute, wenn nicht sogar beste alte Freunde zu sein.
Vor vier Wochen ruft er mich an, erzählt mir, dass er heiratet und der Trauzeuge wird: ...Täteretäää.. Ein Nachbar.
Ich war noch niemals nicht irgendwo bei irgendwem Trauzeuge und diese bittere Pillen sitz mir dermaßen im Halse fest, dass ich nicht in der Lage war ihm zur Hochzeit zu gratulieren. Ich mag nachtragende Menschen nicht und zickig war ich auch noch nie, aber im Moment gönne ich mir den Rückzug und lebe ihn aus.
Wie gesagt, die Situation nervt mich, denn ich freue mich ja für ihn, aber enttäuscht bin ich trotzdem. Es ist seine Entscheidung und es liegt mir fern ihm ein schlechtes Gewissen machen zu wollen.
Seit ich die hsp-Erkenntnis habe bin ich auf die Suche nach Gleichgesinnten gegangen und habe zwei entfernte Zeitgenossen gefunden, mit denen ich jetzt die volle Palette abphilosophieren kann und mir scheint darin mein Weg zu liegen. Wir lassen uns Raum zum Atmen, bedrängen uns nicht, nähern uns vorsichtig an und sind doch voll anwesend, wenn wir uns austauschen.
Es bringt nichts den non-hsp böse zu sein, denn sie können uns nicht verstehen, aber es ist wohl auch Unfug sich an fruchtlosen Freundschaften festzuklammern. Weniger ist mehr.
Fazit: Du empfindest richtig.

ZR


Liebe(r) Zeitreisender,

vielen Dank für deine Antwort. So und so ähnlich ist es mir schon sehr oft gegangen. Ich weiß noch, dass bei der zweiten Hochzeit meines Vaters alle vor dem Trauzimmer standen und er plötzlich meinte, sie hätten gar nicht an Trauzeugen gedacht und dann kurzerhand meine Stiefschwester fragte - mich nicht. Ich war total geschockt, mein Vater ist mein ein und alles, und hab dann auch sofort gesagt, dass ich aber auch Trauzeugin sein möchte. Zum Glück hatte er es gar nicht persönlich gemeint, er ist in solchen Dingen ein echtes "Mehlauge". Wenn ich nicht interveniert hätte, hätte ich jahrelang darunter leiden müssen. Leider ist es bis heute so, dass meine Stiefschwester dauernd mit den beiden zu tun hat und ich fast gar nicht. Sie ist da aber auch komplett anders, geht einfach hin, fragt was sie fragen will, ist auch einfach ein gewinnender Mensch. Ich versuche, es nicht zu persönlich zu nehmen, aber mich kränkt, dass mein Vater anscheinend nicht daran denkt, dass ich einfach zu zurückhaltend bin und deshalb mehr auf mich zugeht.

Bevor ich in den Quark gekommen bin bei meinen Mitmenschen, bin ich schon x-mal rechts und links von anderen überholt worden...

Hmmm, hoffentlich klingt das nicht zu konfus...

Ich habe jetzt gerade wieder eine Situation mit einer eigentlichen Freundin, die ich schon öfter erlebt habe und wo mich jetzt so sehr der Frust packt, dass ich eigentlich überhaupt keine Freundschaften mehr möchte.

Eines der Hauptprobleme - zumindest bei mir - ist wohl, dass ich es als unglaublich anstrengend empfinde mich mit jemandem anzufreunden. Ich brauche ewig lange Annäherungsphasen, eine gute Vertrauensbasis und die Loyalität und Zuverlässigkeit muss bewiesen sein, bevor ich bereit bin, mich wirklich einzulassen. In diesem Fall ist es mal wieder (nach 4 Jahren Bekanntschaft) ganz klar, dass das nix wird. Es haben sich zwar seit 2 Jahren Anzeichen gezeigt, aber man hört ja nicht auf zu hoffen...

Somit habe ich das Gefühl, das meine ganze "Arbeit" (vor allem an MIR selber) umsonst war. Sehr ermüdend...

Vielen Dank nochmal für Deine Gedanken, hoffentlich lese ich noch mehr dazu.

Grüße
apfelschnitz
apfelschnitz
 

Re: HSP und Freundschaften

Beitragvon ja » Do 11. Aug 2011, 12:29

Hallo,


seit tagen „drücke“ ich mich vor-um diesen thread.
Ein sicheres zeichen dafür das das thema von mir beachtet werden will _yessa_

also möchte ich meine perspektive zu dem thema formulieren.
Mich irritierte das mich quasi allen euren beschrieben gesichtspunkten anschliessen konnte und andererseits nicht! So gar nicht – das gab mir zu denken.

Freundschaft ist für mich ein sehr sehr hohes ideal,
denn es vereint die menschlichkeit in sich!


Die schule des lebens präsentierte mir eine reihe extreme lernerfahrungen,
mit den details möchte ich euch nicht behelligen

als momentane essenz daraus würde ich kristallisieren,
jeder darf sein.
Und ist gleichwertig.
(„ich darf jeden lieben – und muss keinen mögen!“)

als ich erwartungshaltungen auf einen person („beste freundin“) lebte und mich sehr auf einen menschen fokussierte (mit meinen wünschen und bedürfnissen)
überforderte ich uns alle.

Mittlerweile ist mein weg die akzeptanz,
sowohl meiner wünsche, bedürfnisse und möglichkeiten,
als auch die meines gegenüber.

Seit ich dies konsequent lebe,
werde ich unendlich emotional beschenkt, freundschaften die all meine erwartungshaltungen übertreffen.




Dankbare Grüße,
ja.
weniger ist mehr

-------------------------------------------------------------------------------



+ ja ist im März 2017 nach langer schwerer Krankheit friedlich eingeschlafen +
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Re: HSP und Freundschaften

Beitragvon schnattchen » Do 11. Aug 2011, 15:56

Au weia, ich bin doch immer wieder erschüttert, wie sehr ich mich in Euren Gefühlen und Gedanken wiederfinde! Genau da, wo ich mich fühle wie 1alie zeigt Ihr mir, dass es auch Andere gibt, die so fühlen! Vielen Dank dafür!

Genau dieses "Zurückweisungsproblem" habe ich auch permanent. Wenn eine Freundin z.B. nicht sofort auf meine Nachricht antwortet bin ich umgehend total unglücklich und denke mir, dass sie meine Meinung bestimt doof fand und lieber gar nicht antwortet, als meine Gefühle zu verletzen, oder, dass ich ihr einfach nicht wichtig genug bin, um sich die Zeit für eine Antwort zu nehmen. Eigentlich stellt sich immer heraus, dass sie gar nicht in der Nähe des PCs war, also meine Nachricht gar nicht lesen konnte icon_redface Heute war sie z.B. beim Kinderarzt den ganzen Vormittag und ich saß am PC, sie meldet sich nicht, sie meldet sich nicht = ich nerve sie! Völlig gaga! Ich muss da echt an mehr gelassenheit arbeiten!

Ganz kleinlaut schreibe ich darunter, dass ich mir dies schon oft gesagt habe und mich bemühe, diese Gefühle sich aber immer wieder heimtückisch anschleichen! icon_redface

Ich habe auch häufig das Gefühl einer Ungleichheit in Freundschaften. Also, ich denke, ich finde die Frau total toll und liebenswert und sie nimmt mich nur so mit, weil kein Anderer da war.

Ich war zum Beispiel gestern wieder bei einer lieben Pekipmami, die ich einfach als Mensch total mag und mit der ich die Treffen immer sehr genieße und bisher war ich irgendwie immer der Meinung, hm, wie formulier ich das gescheit? Sie würde mich mehr hinnehmen, als mögen. Ich denke immer, sie ist toller, als ich, was soll sie mit mir? Klingt doof, aber so ganz banal gibt es meine unterschwelligen Gefühle wieder.

Gestern sitz ich so auf ihrem Sofa, Ihr Säugling bäuert an meine Schulter und ich denke, hey, eigentlich sind wir längst Freundinnen! Nur mit mir aus dem Pekipkurs trifft sie sich noch, sie würde sich nicht über diesen langen Zeitraum regelmäßig melden, nur um MIR einen Gefallen zu tun. Also, warum sollte ich mir weiterhin wünschen, mit ihr befreundet zu sein, wenn dies doch offensichtlich schon, so ziemlich unbemerkt von mir, geschehen ist. Ich nehme mir also vor, unsere Treffen einfach so zu benießen, wie sie sind und mich nicht ständig zu fragen, ob sie sich auch wohl fühlt mit mir! Haltet mir bitte die Daumen für diesen Vorsatz!

Lieber Zeitreisender,
ich kann Deine Gefühle bezüglich der Hochzeit so gut nachvollziehen! Wie oft ging es mit exakt so oder ähnlich! Ich frage mich dann nicht, warum der Freund in genau diesem Fall so entschieden hat, ich ziehe unsere komplette Freundschaft in Zweifel. Und es tut weh! Sehr! Aber, genau wie Apfelschnitz schon schrieb, es sind eben die meisten nicht so empfindsam und haben überhaupt nicht auf dem Schirm, was ihre Entscheidungen für Andere bedeuten. Ich hoffe sehr, dass Ihr Beiden wieder zusammenfindet! Natürlich nach einer angemessenen Zeit des Rückzugs.

Liebste Grüße
Schnattchen
schnattchen
 

Re: HSP und Freundschaften

Beitragvon Sensi » Do 11. Aug 2011, 16:27

Ok, jetzt habe ich Euch besser verstanden.
Dass ich mich erstmal schwer damit getan habe liegt vielleicht daran, dass ich das so wie Ihr hier schreibt nicht kenne.

Ich kann mich da am ehesten "Ja" anschließen.

Ich habe auch nicht so viele gute Freunde, aber die, die ich habe sind mir sehr gute und liebe Freunde.
Und das war irgendwie schon immer so.
Ich hatte nie das Gefühl der Eifersucht oder dem anderen nicht zu genügen usw.

Dass ich mich oft gerne zurückziehe und auch mit mir selbst gerne allein bin; das Recht nehme ich mir heraus und das wird auch völlig akzeptiert.
Ich gönne meinen Freunden deren Leben auch mal ohne mich und sie nehmen mich so wie ich bin.
Ich kann es nicht leiden von irgendjemandem eingeengt zu werden, genausowenig enge ich jemanden ein.
Ich denke, das ist für eine wirklich gute Freundschaft, so wie ich sie verstehe, auch Voraussetzung.
Das setzt auch gegenseitiges Vertrauen voraus.

Liebe Grüße
Sensi
Sensi
 

Re: HSP und Freundschaften

Beitragvon Kopfkino » Do 11. Aug 2011, 17:00

Hallo zusammen!

Ich möchte mich dann auch mal zu diesem Thread äußern, da es sich bei mir auch oft eher schwierig verhält Freundschaften zu schließen und diese auch zu halten, auf der anderen Seite sehne ich mich sehr danach, da Freundschaft, so wie ich es verstehe, einen sehr hohen Stellenwert hat. Es hat etwas von seelischer Verschmelzung und ich weiß natürlich, dass diese Erwartung sehr hochgesteckt ist. Erst gestern habe ich noch darüber nachgedacht, dass ich in der Vergangenheit immer eine Person hatte, auf die ich mich sehr eingeschossen habe, die meine volle Aufmerksamkeit hatte. Das hielt dann immer eine gewisse Zeit an und dann trennten sich die Wege, einfach auch weil man sich weiterentwicklet hat und es ab einem gewissen Punkt nicht mehr stimmig war. Außerdem hatte ich oft die Tendenz mich in dieser Beziehung chamäleonartig zu verhalten. Meine Belange nach hinten zu schieben, was natürlich irgendwann sehr einseitig wurde.

Ich habe eine gute Freundin, die ich nun bereits seit 19 Jahren kenne, mit der ich mich verbunden fühle. Egal, wie viel Zeit zwischen den Gesprächen liegt, wir können immer wieder anknüpfen und befinden uns oft in ähnlichen Lebenslagen, mit ähnlichen Gedanken/ Gefühlen. Wir unterscheiden uns aber in einem Punkt maßgeblich, nämlich dass ihr die intensive Gefühlswelt, die ich kenne, vollkommen ab geht. Sie versteht/ verstand mich oft deswegen nicht, und ich unterdrückte auch dort diesen Aspekt meines Wesens. Ich kam mir oft sehr lächerlich vor, dass ich mir so viele Gedanken mache und mich in Sachen reinsteigere, über die andere nur schmunzeln und es abtun. Nun weiß ich ja noch nicht so lang dass ich eine HSP bin, und diese Tatsache läßt mich nochmal anders auf die Dinge blicken. Ich habe ihr davon erzählt, und sie nahm es gut auf, war sehr interessiert. Wenn ich heute mit ihr rede, bin ich aber immer noch die Person die sich ihr ein wenig angepaßt hat, und wohl schon mehr aus sich heraus kommt, jedoch nicht so wie es sein könnte. Was nach wie vor von mir ausgeht. Mit angepaßt, meine ich nicht, dass ich Verhaltensweisen übernehme bzw. spiegele, ich lasse diese Aspekte weg, die in der Vergangenheit auf keinen fruchtbaren Boden gestoßen sind. Und das nach 19 Jahren. Wenn ich mir das so vor Augen halte, finde ich es selbst sehr sonderbar, aber es ist eben so.

Erst vor kurzem habe ich einen Kontakt abgebrochen, da ich die vielen Ungewissheiten nicht mehr ertragen konnte, auch wenn ich noch eine Zeit lang daran zu knabbern hatte, war es für mich der bessere Weg. Es handelte sich um ein Paar, und ich habe mich mit ihr sehr gut verstanden. Es hat sich zwischen uns langsam aufgebaut, und mit langen Pausen dazwischen, hat es 3 Jahre gedauert bis wir an dem Punkt waren, an dem wir gegenseitig das Gefühl hatten uns dem anderen offenbaren zu können. Es war eine schöne Erfahrung, durfte aber nicht lange andauern, da ihr Partner eifersüchtig wurde und Verlustängste oder dergleichen entwickelt hat, und so irgendwann mal angefangen hat, einen Keil zwischen uns zu treiben. Ich kam damit nicht gut zurecht, aber noch weniger mit dem mangelhaften Einwirken ihrerseits. Sie beteuerte immer wieder, dass ihr die Freundschaft wichtig sei, aber ich merkte es nicht. Das war für mich irgendwann nicht mehr auszuhalten und so beendete ich diese "Qual". Es mag paradox klingen, aber ich fühle mich mit dieser Situation besser. Konflikte aushalten gehört wohl auch nicht unbedingt zu den Stärken von HSP.

Es ist derzeit sehr ruhig um mich, mit meinen gewohnten Kontakten. Die ich sehr schätze, würde mir aber mal wieder etwas mehr geistigen Austausch wünschen, und ich denke ich muß mal wieder an fremde Türen klopfen.

Ich bin aber auch sehr schnell überfordert in diesem Bereich, und benötige immer einen gewissen Freiraum. Ohne dem geht es nicht. Ich muß zwischendurch die Möglichkeit haben, nur für mich zu sein und alles nochmal in Ruhe zu reflektieren. Ständiger Kontakt, wie man es häufig beobachtet, wo jeden Tag der Stand der Dinge abgefragt wird, oder so ähnlich, ist für mich der Albtraum.

Außerdem brauche ich sehr lange um die Basis abzuchecken, sicheren Boden zu erspüren um mich öffnen zu können. Dem liegt die Angst vor Enttäuschung, Zurückweisung und Verletzung zugrunde.

So sieht es bei mir mit dem Thema Freundschaft aus.

Lg,

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Re: HSP und Freundschaften

Beitragvon windchen » Do 11. Aug 2011, 19:18

hallo ihr alle,
immer wieder tut es mir in diesem forum so geht zu lesen, dass ich mit meinen schwierigkeiten mit dem thema freundschaften nicht die einzige bin, die da schwierigkeiten hat, bzw. anders tickt oder andere erwartungen hat?
was meint, kann man auch in einer nicht-hsp eine richtige freundin fürs leben finden?
irgendwie scheint mir das schwierig, weil ich eben doch die intensiven gespräche und das tiefergehende als das für mich so wichtige empfinde...
kennt ihr das auch, dass ihr nach kontakt mit anstrengenden non-hsp total durchgeschwitzt und gestresst seid?
windchen
 

Re: HSP und Freundschaften

Beitragvon apfelschnitz » Do 11. Aug 2011, 20:51

was meint, kann man auch in einer nicht-hsp eine richtige freundin fürs leben finden?


Hi windchen,

ja, dass glaube ich trotz allem ganz bestimmt. Ich habe diese "eine" Freundin (seit 16 Jahren), aber ich bin vor einigen Jahren sehr weit weggezogen und wir sehen uns deshalb nur sehr selten.

Sie ist eindeutig keine HSP, aber einfühlsam, tolerant, geduldig und klug. Sie hat oft zu mir gesagt, dass sie zwar einige meiner Gefühle nicht nachvollziehen kann, aber trotzdem Verständnis für mich hat.

Leider scheint es nicht sooooo viele von ihnen zu geben und ich schätze, so jemand "passiert" einem einfach. Ich versuche, nicht zu suchen, kann mich aber auch nicht dagegen wehren mich immer mal wieder zu fragen, ob dieser Mensch irgendwo unter den Leuten ist, die man so kennenlernt.

LG
apfelschnitz
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