HSP und Narzissten, wie grenzt Ihr Euch ab?

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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HSP und Narzissten, wie grenzt Ihr Euch ab?

Beitragvon Veilchen » Di 9. Okt 2018, 20:03

Hallo zusammen,

in vorherigen Beiträgen hier schrieben einige, dass gerade HSP Narzissmus feiner oder eher wahrnehmen könnten als andere, umgekehrt, dass Narzissten die Verletzlichkeit einer HSP schnell wahrnehmen können.
Meine Frage ist: Wenn Ihr an Narzissten geratet, bzw. diese in Eurem direkten Umfeld erlebt, wie grenzt Ihr Euch innerlich ab?

Ich bin momentan aufgrund Sporttrainings in meiner Freizeit an eine bestimmte Gruppe gebunden, die ich nicht so schnell verlassen kann aus verschiedenen Gründen. Mein Trainer ist ein netter Mensch, seiner Partnerin, omnipräsent, attestiere ich nach Gesprächen mit anderen und vielen erlebten Situationen krankhaften Narzissmus. Abschotten des Partners, Neid, doppeldeutige Kommunikation, Großartigkeitsgefühle, etc..

Ich selbst erlebte von ihr schon fiese, aber durchaus auch subtil gestreute Bemerkungen im Hinblick auf meine Person. Auch wird sich bei ganz normalem Smalltalk mit dem Partner dann ihrerseits regelrecht dazwischen gedrängt, er wird teilweise per Mobilfunkanruf kontrolliert, wenn er nur einen km aus ihrer Sichtweite entfernt ist.

Bei fiesen Bemerkungen kann ich mein Selbstwertgefühl bis jetzt noch wieder herstellen.

Momentan schlimmer ist es, ansehen zu müssen, was der Partner erleben muss, verbale Herabsetzung auch vor anderen, Ironien, Zwingen zu bestimmten Dingen, obwohl es ihm z.B. körperlich gerade schlecht geht. Jeder normale Mensch würde sagen, seine Sache, ich hingegen leide gerade darunter. Wohlgemerkt, ich habe keine Ambitionen im Sinne Flirtereien, die Situationen sind aber nahezu unerträglich für mich. Und er selbst merkt es augenscheinlich nicht.

Ebenso sehe ich die kleine Schar der Anhänger, die die Frau um sich schart, alles Menschen, die komplett nach ihrer Pfeife tanzen, ihr nach dem Mund reden. Die im Zweiergespräch mit mir sogar auch meine Wahrnehmung teilen, im Kontakt mit der Dame aber wieder die Fahne nach ihr ausrichten. Ein paar wenige Menschen, die u.a. meine hier dargestellte Wahrnehmung teilen, verlassen das Ganze auch komplett.

Und ich denke die ganze Zeit: Warum merken es die anderen, inklusive dem Partner nicht? Langfristig bin ich wohl auch weg, derzeit geht es nicht; Wie lasse ich das nicht mehr so an mich heran?
Hat jemand eine Idee?
Veilchen
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Re: HSP und Narzissten, wie grenzt Ihr Euch ab?

Beitragvon hs_positiv » Di 9. Okt 2018, 21:28

Huhu!

Schon wieder ein neuer Beitrag zum Thema Narzissmus - da muss ein Nest sein! Nein, bestimmt ein Zufall! :)

Du beantwortest dir die Frage doch selbst, wenn du der Auffassung bist, dass HSP angeblich eine Neigung zu Narzissten haben:

Veilchen hat geschrieben:
Bei fiesen Bemerkungen kann ich mein Selbstwertgefühl bis jetzt noch wieder herstellen.

Weiterhin am Selbstwert arbeiten und nicht einlullen lassen, sich hinterfragen, warum über andere nachgedacht wird und nicht über die eigenen Bedürfnisse.

(Dabei stellt sich mir die Frage, was diese ganzen Psychothemen anderer Menschen mit HSP zu tun haben.)
hs_positiv
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Re: HSP und Narzissten, wie grenzt Ihr Euch ab?

Beitragvon melly » Mi 10. Okt 2018, 14:34

hs_positiv hat geschrieben:
(Dabei stellt sich mir die Frage, was diese ganzen Psychothemen anderer Menschen mit HSP zu tun haben.)


Ich glaube einfach die Tatsache dass sich uns psychische Probleme anderer Menschen zum teil sehr "anspringen" schafft Gesprächs- oder Disskussionsbedarf.
Klar hat das Psychische Problem eines Anderen nicht direkt etwas mit mir zu tun, genauso wenig wie theoretisch das heiße Getränk von meinem Gegenüber mich direkt tangiert. Schüttet mein Gegenüber mir sein heißes Getränk aber ins Gesicht tangiert es mich sehr wohl.
Und ich denke dass es sich ein bisschen so anfühlt in Gegenwart von Menschen die ein starkes Psychisches Problem haben, zumindest habe ich das Ähnlich erlebt. Ich konnte mich dem einfach nicht entziehen.
melly
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Re: HSP und Narzissten, wie grenzt Ihr Euch ab?

Beitragvon Moony » So 14. Okt 2018, 10:39

Die Methapher des heißen Getränks ist dazu sehr schön gewählt.
Versuche eine Grenze zu finden, wo du dich wohl fühlst.
Der Narzismuss kann schon manchmal ziemlich häßlich von Aussen sein.
Doch man darf nie vergessen, dass es in erster Linie deine Seite der Wahrnehmung ist.
Wer weiß, was diese Menschen durchgemacht haben, vielleicht ist Ihr Narzismus auch eine
Sicherheitsschicht, die sie brauchen um sich selbst wohl zu fühlen.
Und sie selbst würden sich vielleicht eher als sehr selbstbewusst wahrnehmen...

Oft kann man solche Menschen nicht wirklich belehren.
Da muß das Leben selbst ihr Lehrer werden...

Vielleicht findest du auch ein wenig Entlastung, wenn du mal deine Antennen auf das
schärfst, was an ihnen schön genug ist, um ihren übertriebenen Narzismus zu überstrahlen.
Moony
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Re: HSP und Narzissten, wie grenzt Ihr Euch ab?

Beitragvon Raspberry » Do 18. Okt 2018, 09:04

Ich weiss nicht, ob mir Narzissten schon begegnet sind, aber wenn ich jemandem nicht traue, und wenn es nur ein Bauchgefühl ist, erzähle ich nichts persönliches mehr. Ich versuche, mich als möglichst langweilig darzustellen, was mich gar nicht stört, weil die meisten sich sowieso nicht die Bohne für holotropes Atmen oder sonst was interessieren und ich zu meinem Schutz lieber langweilig bin als verschroben. Langweiler bieten wenig Angriffsfläche und ich kann in aller Ruhe mein Sachbuch von Stanislas Groff lesen, was mich entspannt und glücklich macht. Ich schütze so, was mir wichtig ist. Romane von Hera Lind wären mir weniger wichtig und wenn jemand darauf herumhacken will, bitte.

Hs-positivs Bemerkung finde ich durchaus wichtig: Es hilft uns nicht, wenn wir überall Narzissten, toxische Beziehungen oder emotionalen Missbrauch sehen und es uns zur Aufgabe machen, diesen Menschen zu helfen. Wir sind nur uns verpflichtet, als zweites unserer Familie oder unseren Freunden. Dabei ist es eigentlich egal, ob vor mir ein simples Lästermaul steht oder ein Narzisst. Die notwendigen Schutzmassnahmen ergeben sich aus dem Verhalten, nicht aus der klinischen Diagnose, so interessant diese auch sein mag. Steinzeitlich ausgedrückt: Es spielt keine Rolle, ob uns ein Säbelzahtiger oder ein Mammut angreift, wir müssen sowieso um unser Leben rennen. Wenn wir es geschafft haben, können wir immer noch diskutieren, was für ein Vieh uns angegriffen hat.

Mitgefühl ist gut und recht, ich habe aber allmählich den Eindruck, Hochsensible haben grundsätzlich genug davon und entsprechende religiöse Aufrufe sind für Normalsensible gedacht.
Raspberry
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Re: HSP und Narzissten, wie grenzt Ihr Euch ab?

Beitragvon cindy sun » Do 18. Okt 2018, 11:39

Wenn ihr mal Narzissmus in die Suchfunktion eingebt, tauchen jede Menge Themen dazu auf.
Oder eben auch andere Schlagworte, die in Frage kommen.
Vielleicht findet ihr ja etwas, dass euch hier im Faden nützt und weiterbringt.

LG, cindy sun
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