HSP und Umgang mit dem Tod

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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HSP und Umgang mit dem Tod

Beitragvon Denalane » So 18. Jun 2017, 20:43

Hallo ihr Lieben,

ich möchte heute ein trauriges Thema ansprechen. Kürzlich verstarb eine Bekannte von mir an Krebs.
Meine Frage ist: Wie geht ihr mit dem Tod von Bekannten um?

Da ich wirklich sehr sensibel bin, wundert mich es, dass ich in solch einer traurigen Situation rational denke (z.B. der Person geht es jetzt besser). Daher halte ich meine Trauer begrenzt. Ich bin sonst aber ziemlich nah am Wasser gebaut. Ich bin schon sehr sehr traurig darüber. Wie gesagt, denke ich, dass es der Person jetzt besser geht und glaube vielleicht indirekt sogar an etwas danach, da ich schon einmal eine Nahtoderfahrung gemacht habe.

Geht es jemandem genauso wie mir bezüglich der Trauer und dem Umgang mit Verstorbenen?

Liebe Grüße,
Denalane
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Re: HSP und Umgang mit dem Tod

Beitragvon Tacco » Mo 19. Jun 2017, 08:13

Hi Denalane mh ich denke darüber, das die Trauer ein körperlich-/seelischer Verarbeitungsprozess ist, auf den man keinen direkten Einfluss hat. Die Trauerphasen durchlebt meines Wissens jeder, es ist nur unterschiedlich wie intensiv und zu welchem Zeiptunkt. Mir ging es beim Tod meines nahestehenden Onkels ähnlich wie dir, ich hatte nicht Mal bei der Beerdigung weinen müssen. An einem beliebigen Tag ca. 1,5 Jahre später kam dann alles aus mir heraus. Wichtig ist jedenfalls, man braucht die Trauerphasen um mit dem Ereignis abzuschließen, das ist so wohl bei Menschen wie auch bei Tieren so. Wenn es bei dir noch nicht so weit ist, dann ist das genau so okay, es ist nur wichtig, dass dann wenn eine der Phasen eintritt, du sie zulässt das ist wichtig.

Lg Tacco.
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Re: HSP und Umgang mit dem Tod

Beitragvon Vennezia » Mo 19. Jun 2017, 12:12

Liebe Denalane,

"Sorry for your loss" sagt man in den USA und ich finde diesen Satz sehr passend. Im Deutschen hört er sich einfach nicht gut an, finde ich, daher übernehme ich ihn gerne direkt in Englisch.

Bei mir ist das irgendwie ganz unterschiedlich, wie ich darauf reagiere.

Bei meiner Oma z. B. hatte ich am Tag zuvor eine Ahnung... Wir haben sie nochmal besucht und irgendwie war mir klar, sie möchte gehen. Auch wenn sie noch soweit fit war. Am nächsten Tag kam schon der Anruf... Natürlich war ich traurig, aber es war ok für mich. Sie hatte ihr Alter erreicht, sie wollte nicht mehr bleiben und sie durfte sehr friedlich und ohne zu leiden gehen. Damit konnte ich eigentlich sofort meinen Frieden machen und es akzeptieren. Für sie hat es mich sogar irgendwie gefreut, dass sie so "leicht" aus dem Leben gehen durfte, als sie es sich auch gewünscht hat. Dieses Privileg hat ja leider nicht jeder...

Bei meinem Vater war es anders. Er starb viel zu jung an Krebs. Klar, er hat sehr gelitten und mein erster Satz war auch rational: "Er hat es geschafft, er ist erlöst!" Dennoch habe ich die Trauer nur schwer verarbeiten können. Ok, es war auch mein Vater und ich war noch viel zu jung, ich hätte ihn noch so gebraucht.. Heute, 17 Jahre später, fehlt er mir noch immer. Aber es ist besser geworden und ich bin heute froh, dass ich so einen lieben Papa überhaupt haben durfte!

Erst am Samstag habe ich per Whatsapp ( _fluch_ ) vom Tot eines ... tja und jetzt tu ich mich sehr schwer damit zu beschreiben, was er für mich war.... Bekannter? Das ist zu wenig? Freund? Ja irgendwie schon, auch wenn ich ihn nur etwa 1 1/2 Jahre kannte und wir uns nicht so oft gesehen haben. Aber, er war so väterlich (deutlich älter als mein Freund und ich... über meinen Freund lernte ich ihn kennen) und so herzensgut. Man konnte mit ihm viel Blödsinn machen, aber zur rechten Zeit fand er auch immer die richtigen Worte. Und nun ist er einfach ganz plötzlich viel zu jung eingeschlafen. Das hat mich geschockt, nach der Whatsapp hatte ich erstmal Herzrasen und musste allein sein.
Ich verstehe es noch immer nicht und es ist so schrecklich ungerecht. Es trifft immer diese herzsensguten Menschen so früh...
Geweint habe ich nicht, aber ich denke sehr viel darüber nach. Diesen Tot kann ich irgendwie nicht akzeptieren, anders als den von meiner Oma.
Es war doch noch nicht die Zeit dafür... Seine Lieben tun mir so unendlich leid..

Ich hätte noch mehr Beispiele, aber das würde jetzt hier ausarten. Was ich damit aufzeigen wollte ist einfach, dass das bei mir so unterschiedlich ist, wie die Menschen oder Lebewesen, die von uns gehen. Mal denke ich rational und es ist ok, mal schockt es ungemein und ist einfach zu früh, ungerecht, schrecklich traurig...

Aber ich denke, deine Reaktion ist völlig normal. Deine Bekannte hatte Krebs und wir können uns ja alle denken, dass das auch viel, viel Leid (psychisch und körperlich) mit sich bringt. Da kann der Tot wahrlich eine Erlösung sein und das sollte man sich dann auch bewusst machen.
Auch ich glaube nicht, dass mit dem Tot alles endet.

Liebe Grüße

Vennezia
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Re: HSP und Umgang mit dem Tod

Beitragvon Dottilinski » Mo 19. Jun 2017, 20:30

Hallo Denalane,

ich finde deine Frage sehr spannend, da ich leider massive Probleme mit dem Thema Sterben und Tod habe. Die Gedanken was danach kommt, ob etwas kommt, ob dann alles einfach vorbei ist, lösen oft Panik in mir aus.
Vor einigen Wochen starb eine ehemalige Kommilitonin von mir bei einem Autounfall. Ich hatte seit 3 Jahren nicht mal mehr Kontakt zu ihr, aber allein der Gedanke, wie es ihrem Verlobten gehen mag, das "hinein fühlen" in deren Welt, hat mich sehr schwer belastet. Ständig habe ich mich gefragt, wo sie jetzt ist, fühlt sie noch etwas, ist da einfach Nichts, etc.

Ebenso ging es mir bei meinem Opa ähnlich wie Vennezia: Er war schwer krank. Ich war noch ein Kind. In der Nacht, als er starb, wollte ich am Vorabend nicht in meinem Bett schlafen, da ich Angst hatte. Am Morgen, als ich aufwachte, wusste ich bereits, dass er tot ist.
Das klingt bestimmt ein wenig seltsam aber die Schwere dieses Themas begleitet mich schon lange und auch kontinuierlich.
Damit umzugehen fällt mir nach wie vor alles andere als leicht. Leider habe ich bislang auch keine Lösung für mich gefunden.
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Re: HSP und Umgang mit dem Tod

Beitragvon Denalane » Di 20. Jun 2017, 00:47

Danke dafür , dass ihr euren Leid und eure Erfahrungen mit mir geteilt habt.
Ich fühle mit euch.
Ihr habt alle Recht gehabt bzw hab ich mit euch allen was gemeinsam
-hatte auch eine Vorahnung
-bin trauriger als gestern d.h es kommt langsam
- denk auch daran, dass es ungerecht ist, da die Person herzensgut war
- ich denk viel an ihre Kinder/die Hinterbliebenen.
Wenn ich daran denke, irgendwann zu sterben, fühle ich mich unwohl. Aber ich hatte ja meine Nahtoderfahrung erwähnt. Ich bin vor 17 Jahren in Ohnmacht gefallen und auf den Kopf geknallt. Ich sah rückblickend mein Leben in Bildern (schnell und kurz, da ich erst in der Jugend war). Danach zog mich ein Licht an und das Gefühl war wirklich sehr schön. Es ließ mich fallen, ich erwachte und hatte richtig starke Kopfschmerzen...
Glaubt ihr an ein Leben danach?
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Re: HSP und Umgang mit dem Tod

Beitragvon Tacco » Di 20. Jun 2017, 07:46

Hi Denalane ich glaube das man deswegen ein Problem damit hat zu sterben, weil man jetzt gerade nicht in der Situation ist. Wenn es so weit ist denke ich, dann merkt oder spürt man einfach das die Zeit gekommen ist und es ist dann okay los zu lassen. Und ich denke das Problem oder das unwohl fühlen kommt daher, weil es sich unstimmig anfühlt wenn man jetzt sterben würde. Aber in dem man jetzt gerade darüber nachdenkt, betrifft es das Jetzt. Der Gedanke, zu sterben wenn man ganz alt ist und sein Leben gelebt hat wäre für mich viel positiver. Oder wenn man schwer krank ist und leiden muss, dann stelle ich mir das durchaus als Erlösung vor zu sterben. Aber da der Körper von jedem von uns irgendwann aufgebraucht ist, bringt es aus meiner Sicht nichts Angst oder Unwohlsein vor dem Tod zu haben, weil es bei jedem irgendwann so weit ist.

Da nur der Körper aufgebraucht ist, und die Seele den Körper verlässt, muss vermutlich mit der Seele danach ja irgendwas passieren. In meiner Vorstellung ist es so das ein Baby nach der Geburt beim 1. Atemzug seine persönliche Seele mit dem Atemzug erhält. Die Frage ist nur ob sich die Seele das selbst aussuchen kann in welchen Körper sie möchte, oder ob das so zusagen zugeteilt wird oder automatisch passiert. Wie ist denn deine Vorstellung?

Lg Tacco.
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Re: HSP und Umgang mit dem Tod

Beitragvon Dottilinski » Di 20. Jun 2017, 08:19

Hallo Denalane,

oft habe ich mir die Frage gestellt und weiß irgendwie immer noch nicht so richtig eine Antwort darauf. Ich denke schon ähnlich wie Tacco, dass die Seele weiterlebt. Aber was heißt das? Wie soll man sich das vorstellen? Mir fällt das ziemlich schwer.
Erstaunlich finde ich, so wie du es auch beschreibst, dass alle Menschen, die schon mal eine Nahtoderfahrung erlebt haben, das gleiche berichten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dann einfach alles vorbei ist und dann nichts mehr kommt. Aber bei der Überlegung WAS dann kommt, stoße ich doch sehr an meine Grenzen.
Allerdings glaube (und hoffe) ich, dass man sich auf irgendeine Weise wieder sieht.
Und immer wenn wir lachen stirbt irgendwo ein Problem.
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Re: HSP und Umgang mit dem Tod

Beitragvon Vennezia » Di 20. Jun 2017, 09:39

Das mit den Vorahnungen finde ich jetzt sehr, sehr spannend! Denn das kenne ich von mir auch...

Bei meiner Oma war es so. dass wir sie ja am Tag zuvor noch besucht haben. Sie war normal wie immer, konnte aufstehen wie immer und aß noch ihre Lieblingspizza (Schinken :-)) mit uns. Als sie am Abend zu Bett ging sah ich sie an und es rutschte mir so raus: "Sag mal Oma, kann es sein, dass du keine Lust mehr hast?" Ich war richtig erschrocken über das, was ich da gesagt hatte, aber in diesem Moment hab ich schneller gesprochen als ich nachdenken konnte. Doch meine Oma schockte das gar nicht und sie bestätigte meine Ahnung. Auf dem Heimweg sagt ich noch zu meinem Ex-Mann, dass ich sehr bald damit rechne, dass es soweit ist. Obwohl sie noch so gut aussah. Tja und am nächsten Tag war es dann auch schon soweit. Das kam dann allerdings auch für mich ziemlich plötzlich...

Bei meinem Opa hatte ich vorher einen ganz doofen Traum. Er war sehr krank, ich war allein mit ihm in einer Art Luftblase. Er sagte, wenn ich ihm 5 Küsschen gebe, wird er wieder gesund! Ich war damals so 12 Jahre alt.
Als ich aufwachte am Morgen, war ich sehr besorgt um meinen Opa. Es ging ihm bis dahin gut, also schüttelte meine Mutter über meine Sorgen glaube ich eher den Kopf, aber auf meine Bitte hin rief sie bei Oma und Opa an, um sich zu versichern, dass es alles gut geht. Es war alles gut! Puh...
Aber am nächsten Tag brachte mein Vater mir den Haustürschlüssel in die Schule, dem Opa war die Aorta im Bauch gerissen...... ICH WUSSTE ES!!!
Er hatte lange gekämpft und die 5 Küsschen habe ich ihm nie gegeben. Als er nach langer Krankheit dann starb, habe ich mir als junges Ding da ewig Gedanken drum gemacht...

Bei meinem Vater ähnlich.. ich habe sogar den Tag geträumt, an dem er gehen würde!

Gruselig! Aber offenbar für HSP's nichts Ungewöhnliches?

LG Vennezia
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Re: HSP und Umgang mit dem Tod

Beitragvon Steffee » Di 20. Jun 2017, 20:40

Hallo und guten Abend :)

Auch ich kenne diese Angst - vor allem wenn es um meinen eigenen "Tod" geht, wobei es bei mir nicht die Angst vor dem Sterben ist, sondern viel mehr die Angst, nicht mehr Dinge erleben zu dürfen oder können, die ich möchte. Also...habe ich mit anderen Worten eher Angst davor, keine Zukunft zu haben, wenn ich früher sterben würde, als ich es mir quasi "wünsche". Warum diese Angst? Weil ich mit den Gedanken dauernd in der Zukunft "bin", anstatt mich auf das wesentliche zu beziehen, was WIRKLICH existiert - die Gegenwart!
Würde ich jetzt in diesem Moment aus irgendeinem Grund tot umfallen, würde das ansich nichts ausmachen, denn Gedanken, sind meines erachtens auch "Formen", eben Gedankenformen, und alles, was Form ist, ist vergänglich. Somit würde sich beim Tod auch meine Gedanken an die Zukunft auflösen und meine Aufmerksamkeit währe unweigerlich vollkommen auf das gerichtet, was JETZT geschieht - der Tod. Daher haben die Menschen, wenn sie sterben keine Angst mehr. Wie auch viele Menschen mit Nahtoderfahrungen berichten: Ein unglaublicher Frieden, welcher für unseren "kleinen" Verstand - unsere Gedanken - unbegreiflich ist!
Ich habe mich die letzte Zeit - und tue es immer noch - viel mit Leben und Tod auseinandergesetzt, besonders auf die spirituelle Ebene, daher ist meine Angst davor wesentlich geringer geworden, wenn auch noch nicht vollständig weg.

Ich möchte gerne ein paar Zeilen von Eckhart Tolle aus seinem Buch "Stille spricht" mit euch teilen, zu genau diesem Thema, denn sie bauen mich dahingehend auf. Vielleicht kann ja auch der ein oder andere etwas für sich daraus ziehen :)

Wie kurzlebig doch jede menschliche Erfahrung ist und wie vergänglich das gesamte Leben! Gibt es etwas, das nicht Leben und Tod unterworfen ist, irgendetwas, das ewig währt?
Bedenke einmal Folgendes: Wenn es nur eine Farbe gäbe, zum Beispiel Blau, und die ganze Welt samt allem, was darin ist, wäre blau, dann gäbe es kein Blau. Es müsste noch etwas da sein, das nicht blau ist, damit das Blau erkannt werden könnte; sonst würde es nicht >hervorstechen< und infolgedessen nicht auch existieren.
Muss nicht auch etwas da sein, das nicht flüchtig und vergänglich ist, damit die Vergänglichkeit aller Dinge eingesehen werden kann? Mit anderen Worten: Wenn alles, einschließlich deiner selbst, vergänglich wäre, wüsstest du es überhaupt?
Bedeutet nicht die Tatsache, dass du die Kurzlebigkeit aller Erscheinungsformen einschließlich deiner eigenen beobachten und bewusst miterleben kannst, dass es etwas in dir gibt, das nicht dem Verfall preisgegeben ist?
Mit zwanzig erlebst du deinen Körper als stark und kraftvoll; sechzig Jahre später erlebst du deinen Körper als schwach und alt. Wahrscheinlich denkst du auch anders als mit zwanzig, aber das Bewusstsein, in dem du erlebst, dass dein Körper jung oder alt ist oder dass dein Denken sich verändert hat, ist unverändert geblieben. Dieses Bewusstsein ist das Ewige in dir - es ist reines Gewahrsein. Es ist das gestaltlose eine Leben. Kannst du das verlieren? Nein, denn du bist es.


Was Eckhart Tolle als "Bewusstsein" bezeichnet, kann man auch Seele nennen. Anisch...ja es ist schwer erklärbar, aber nach Eckhart Tolle, aus spiritueller Sicht...und aus eigener Erfahrung (keine Nahtoderfahrung, sondern Erfahrung mehr, in Kontakt mit dem Bewusstsein (die Seele) zu kommen, als dem Verstand)...gibt es keine "persönliche" Seele, wie hier auch eingige geschrieben haben und glauben. Ich mag euren Glauben nicht wegzaubern... :) aber mal ein paar neue Gefühlsanregungen (evtl. auch Gedanken - aber die sind weniger wichtig) dalassen.
Aus dieser Sicht hier betrachtet, gibt es nur eine EINZIGE Seele, die sich nur in unzähligen "Verkleidungen" manifestiert. Das heißt, in uns jedem steckt diese eine einzige Seele, wir begegnen uns quasi immer nur uns selbst - in einer anderen (Menschen-)Form! Wenn die Form stirbt...dann löst sich einfach nur eine Form auf..."mehr nicht" (das hört sich vom Verstand betrachtet her nun so an, als könne man nicht glauben, dass es etwas "einfaches" ist, es muss doch etwas kompliziertes, ja gar schreckliches sein!). Doch wenn man stirbt, dann ist es so, und dann gibt es keine Zeit mehr darüber nachzudenken, ob es nun einfach - schwer, gut - schlecht, schön oder traurig ist. Es IST dann so, in diesem Moment, und...dann herrscht wohl nur noch Frieden, so wie wir auch von Nahtodberichten erfahren. Die Form - die löst sich auf. Und was bleibt stattdessen? Die Seele...die in anderen (Menschen-)Formen weiterlebt...

Übrigens...möchte ich noch etwas anders so "einfaches" (was aber kompliziert scheint) in den Raum werfen. Und zwar die Frage: Kann man das Leben überhaupt verlieren? Wir Menschen neigen dazu, zu sagen "Ich HABE ein Leben", als wäre >Ich< und >das Leben< zweierlei und >Ich< wäre getrennt davon. Somit ist aus Verstandessicht das Leben also wirklich etwas, was ich verlieren könnte - denn wenn man etwas HAT, dann kann man es verlieren und daher fühle ich mich bedroht davon.
Aber...bedenke mal Folgendes: Welches >Ich< kann AUßERHALB des >Lebens< existieren? Was kann überhaupt außerhalb vom LEBEN existieren? Das funktioniert nicht! Dieser Gedanke "Ich und mein Leben, welches ich verlieren kann", ist daher eigentlich ein grundlegender "Fehler", eine "Täuschung" des Verstandes. Wenn du aber vom Leben GETRENNT nicht existieren würdest, warum existierst du dann? Eben...weil du kein Leben HAST, sondern weil du Leben BIST. Du BIST das LEBEN! Und wie kannst du etwas verlieren, was du BIST? Das ist unmöglich! Du kannst nur etwas verlieren, das du hast, aber nicht, was du bist...
Dies ist der "Unanfechtbare Beweis der Unsterblichkeit" nach Eckhart Tolle...

...und für mich sehr bedeutsam! :)

Viele liebe Grüße,
Steffee
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Re: HSP und Umgang mit dem Tod

Beitragvon Dottilinski » Mi 21. Jun 2017, 07:51

Hallo Steffee,

ich finde deinen Beitrag wirklich total interessant, wenn ich ihn auch mehrfach lesen musste und kurzzeitig einen Knoten im Gehirn hatte _grin_
Insbesondere der letzte Abschnitt eröffnet ganz neue Perspektiven. Dass das Leben und das "Ich" eins sind, habe ich noch nie so betrachtet.
Mit der EINEN Seele tue ich mich ein bisschen schwer, kann es aber gut nachvollziehen, was damit gemeint ist. Nur was macht dann die Unterschiedlichkeiten der Menschen aus, wenn es nur eine Seele gibt?

Ich finde es sehr spannend, dass es Leute gibt, die ebenfalls dieses Gefühl der Vorahnung schon mal hatten. Lange habe ich mir darüber gar keine Gedanken mehr gemacht. Irgendwie war es teilweise "normal" für mich, wobei ich zuvor nie jemanden getroffen habe, der von ähnlichen Situationen berichtet hat (bis jetzt) .
Dies und auch Berichte von Nahtoderfahrungen (die ich nicht selbst erlebt habe) lassen mich auf daran glauben, dass es nach dem Tod noch etwas muss. An zufalle glaube ich prinzipiell eh nicht U72(
Und immer wenn wir lachen stirbt irgendwo ein Problem.
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