HSP und Uni-leben

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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HSP und Uni-leben

Beitragvon Maryse98 » Fr 11. Mai 2018, 11:48

Guten Tag!

Ich bin ganz neu hier und habe mich mal ein bisschen durch die Foren gelesen. Ich habe leider wenig zum Thema Uni-leben gefunden und dachte ich fange hier mal ein Thema an :)
Zu mir: Ich bin 19 und studiere seit einem Jahr. Ihr kennt das sicher alle: aus Filmen und dem Internet hat man so ein gewisses Bild von seiner Studentenzeit und wie es ablaufen sollte. Da ich HSP bin, war mir schon klar dass ich mich nicht jeden Abend auf einer Studentenparty sehen werden. Zudem bin ich auch noch introvertiert und schüchtern (das ist aber schon besser gweorden). Und ich muss sagen dass ich festgestellt habe, dass wenn man nicht so der Party gänger ist, es wirklich schwierig ist Freunde zu finden. Ich habe versucht meine Komfortszone zu verlassen und Leute anzusprechen, aber wenn ich dann zu einer Club nacht eingeladen wurde und abgesagt habe, ist der Kontakt dann immer sehr schnell wieder abgebrochen.

Frage: Habt ihr vielleicht Erfahrungen zum Thema Freunde and der Uni finden wenn man HSP (und introvertiert) ist?

Wäre schön sich weniger alleine und seltsam zu fühlen :D
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Re: HSP und Uni-leben

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Fr 11. Mai 2018, 13:41

Maryse98 hat geschrieben:Frage: Habt ihr vielleicht Erfahrungen zum Thema Freunde and der Uni finden wenn man HSP (und introvertiert) ist?
Wäre schön sich weniger alleine und seltsam zu fühlen :D


Hallo Maryse98, :-)

ja, ich zähle mich auch zu den Introvertierten.
Meine sozialen Kontakte/Freundschaften in meinem Uni-Leben speisten sich in der Hauptsache aus meinen WGs. Ich habe über die ganzen Studentenjahre in etlichen WGs gewohnt. Anfangs noch ziemlich unbedarft mit Leuten, die mir dann aber wegen ihrer Party-Vorlieben und Geselligkeiten doch zu viel wurden.
So habe ich mir dann andere gesucht und auch gefunden, die selbst eher „häuslich“ und naturverbunden waren (auch wenn sie überhaupt nicht HSPs waren!!), und wir haben auf dem Land gewohnt und sind immer mit dem Rad zur Uni gefahren.
Ab und zu gab es ein paar kleine Wechsel, aber im Grunde blieben es dann immer so vier-fünf Leute, mit denen ich viel anfangen und zusammen machen konnte. Das hat mein Studentenleben auch wirklich angenehm und schön gemacht.

Vielleicht kannst du es auch so ähnlich probieren?

Viel Glück und herzlich willkommen hier! :-)
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Re: HSP und Uni-leben

Beitragvon Fuchur » Fr 11. Mai 2018, 15:09

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Da es in jeder Stadt und an jeder Uni unterschiedliche Bedingungen gibt und ich den persönlichen Vergleich daher schwierig finde, habe ich nur einige Ideen:

Durch Sport- und Freizeitangebote (der Uni) ähnliche Leute finden.

(Online-) Anzeigen aufgeben und eher nach gemeinsamen Hobbys schauen, neben der Uni Nachbarschafts- und Freunschaftsportale wie "new-in-town" oder wie sie alle heißen, nutzen; VHS-Kurse belegen, kleine Vernissages besuchen...
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Re: HSP und Uni-leben

Beitragvon Moonsorrow » Fr 11. Mai 2018, 15:23

Tipps zum finden hab ich keine, ich hab das jetzt aufgegeben nach dem 4. Semester.

Vielleicht liegts daran, dass ich etwas außerhalb der Stadt wohne und eh für alles ne halbe Stunde fahren müsste (Öffis sind ab gewissen Uhrzeiten sehr bescheiden). Vielleicht liegts auch daran, dass ich mit 27 erst mit studieren angefangen habe und der Altersunterschied zu groß ist. Ich habe einen Freund gefunden, mit dem ich mich ab und an treffe, es gibt wenige (auch eher die älteren), zu denen ich mich in den Vorlesungen setze oder mit denen ich etwas lerne. Mit den meisten kann ich aber einfach nix anfangen, die sind gefühlt sehr hibbelig und oberflächlich.

Ich geniesse es sogar irgendwie, mit dem ganzen "Studentenleben" nicht viel zu tun zu haben. Da kann ich mich besser auf den Stoff konzentrieren und bin entspannter, weil man nicht alles mitmachen muss und ich besser auf meine Bedürfnisse eingehen kann icon_winkle
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Re: HSP und Uni-leben

Beitragvon Rauhnacht » Sa 12. Mai 2018, 09:10

Ich hab mir am Anfang auch schwer getan neue Freunde zu finden. Von der Uni aus bin ich zwar immer wieder in Kontakt mit Leuten gekommen, die haben meistens jedoch ausserhalb gewohnt und der Kontakt ging nach dem Semester mehr oder weniger verloren. Mit der Zeit haben sich jedoch ein paar Leute rauskristallisiert die heute zu meinen besten Freunden zählen.

Tipps:
- mach Sport der dir gefällt, dort lernt man schnell neue Leute kennen
- nimm an Angeboten der Uni teil/engagier dich, z.B. Fachschaften, Asta usw.
- besuch Kompaktseminare (wenn es die an deiner Uni gibt). Oft ist man in kleinen Gruppen und kann leicht Kontakt zu anderen Menschen knüpfen
-gib dir Zeit! Es braucht manchmal einfach bis du einen festen Freundeskreis zusammen hast (bei mir ging es auch ca. 1 Jahr)
- wenn du zu einer Clubnacht eingeladen wirst kannst du auch nur mit zum Vortrinken (muss ja kein Betrinken sein) und du sagst einfach, dass du Clubs nicht magst. Hab ich auch immer gemacht/mach ich immer und hat gut funktioniert

Ich wünsch dir viel Erfolg bei der Suche :)
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Re: HSP und Uni-leben

Beitragvon Maryse98 » Sa 12. Mai 2018, 10:21

Hey,

Vielen Dank für eure schnellen Antworten!
Das mit dem Sport wäre sicherlich eine sehr gute Option. Bislang habe ich mich noch nicht getraut, aber ich denke ich muss mich da dann jetzt echt mal selbst aus meiner Komfortszone drücken.
@Rauhnacht, das mit dem nur zum Vortrinken zu gehen ist eine wirklich gute Idee. Sowas geselliges mag ich nämlich total gerne.
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Re: HSP und Uni-leben

Beitragvon Neongrau » Sa 12. Mai 2018, 12:27

Hallo Maryse98,

ich studiere jetzt auch schon im 2. Semester, und bin für mein Studium in eine ganz neue Stadt gezogen in der ich vorher niemanden kannte. Meine Lebensweise habe ich vor allem anfangs auch ständig mit der "allgemeingültigen" gesellschaftlich verbreiteten Form eines Studentenlebens verglichen, und da ich weder Parties noch Clubs leiden kann, und zudem noch Frühaufsteher bin (problematisch bei Treffen am späten Abend), habe ich nach wie vor erhebliche Probleme sozialen Anschluss zu finden. Der Tipp von Anima mit den WGs kann sicher durchaus hilfreich sein, ich beispielsweise könnte mir das überhaupt nicht vorstellen (mit Ausnahme von Menschen, die ich schon gut kenne), und bin mit meiner kleinen aber eigenen Wohnung sehr glücklich. Den Hochschulsport habe ich auch schon versucht, allerdings hat das da auch nicht geklappt und daher habe ich es wieder sein lassen, weil es mir einfach keinen Spaß gemacht hat. Natürlich hat man so mehr Zeit zum Lernen und für das Studium selbst, aber mir fehlt es trotzdem ziemlich. Daher lese ich hier gespannt mit und schließe mich deiner Frage an, vielleicht gibt es ja noch ein paar gute Ideen. :-)

Viele Grüße,
Neongrau
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Re: HSP und Uni-leben

Beitragvon Maryse98 » Sa 12. Mai 2018, 12:39

Hallo Neongrau,

wow, tut echt gut zu lesen, dass es jemandem genau so geht. Ich bin nämlich auch fürs studium weiter von zuhause weg gegangen (in die Niederlande). Und ich wohne auch allein. Ich hatte anfangs überlegt in eine WG zu ziehen, aber ich brauche eben sehr meine Ruhe und Freiraum und habe mich dann auch für eine kleine eigene Wohnung entschieden.
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Re: HSP und Uni-leben

Beitragvon Neongrau » Sa 12. Mai 2018, 14:28

Hallo Maryse98,

ich glaube auch nicht, dass es auf Dauer so viel bringt, sich ständig gegen seine Hochsensibilität und Introvertiertheit aufzulehnen. Natürlich kann man sich antrainieren öfters mal unter Menschen zu gehen, aber in einer WG wäre ich auf lange Sicht so überreizt, dass mir auch die Möglichkeit zum Kennenlernen neuer Leute wenig genützt hätte. Die Frage die ich mir eher stelle ist: Wo lernen sich hochsensible, introvertierte Menschen wie wir kennen? Denn selbst wenn man sich mal zu einer Party oder Clubbesuch überreden sollte, trifft man da vermutlich eher nicht auf Gleichgesinnte. Leider bin ich bisher weder in meiner Stadt noch im Internet auf der Suche nach geeigneten Treffpunkten fündig geworden.

Viele Grüße,
Neongrau
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Re: HSP und Uni-leben

Beitragvon Maryse98 » So 13. Mai 2018, 15:47

Neongrau hat geschrieben: Wo lernen sich hochsensible, introvertierte Menschen wie wir kennen?


Hallo,

das ist schwierig zu sagen. Ich denke das ist wie bei anderen dingen, je mehr man danach sucht, desto weniger findet man es. Wahrscheinlich muss man einfach 'Glück' haben. Und genau das, ist eben das Problem. Man fragt sich halt wie viel Geduld man noch haben muss. Wahrscheinlich werden wir auch nie eine richtige Antwort auf die Frage bekommen...
Und das mit dem auflehnen: Ich stimme dir vollkommen zu! Es gibt immer wieder Menschen die sagen mann soll üben/lernen extrovertierter zu sein. Aber das klingt doch falsch. Das klingt so als wäre nur extrovertiertheit 'richtig'. Aber das stimmt nicht. Und man sollte doch eher seinen charakter annehmen und wertschätzen, oder? auch wenn das vielleicht dauert.
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