HSP zwar erkannt - aber leichter wird es trotzdem nicht

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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HSP zwar erkannt - aber leichter wird es trotzdem nicht

Beitragvon katrin.blume » Sa 5. Okt 2013, 17:05

Hallo, ich tauche mal wieder aus einer Versenkung auf ;-) Bin zwar schon länger hier angemeldet, habe aber eine Weile nicht geschrieben. Finde es prima, dass ihr so viel hier schreibt und ich mich selbst so oft wieder finde.... Doch eine Sache macht mir wirklich Sorge: viele von euch schreiben, dass für sie eine Art Knoten geplatzt ist, seid sie erkannt haben, dass sie ein/e HSP sind. Dass nun alles viel einleuchtender und besser läuft.
Ich kann das leider nicht bestätigen. Ständig komme ich mir vor wie eine "Außerirdische". Meine Wahrnehmungen und Handlungsweisen unterscheiden sich massiv von denen meiner Mitmenschen. Auch wenn ich mir große Mühe gebe, das Leben nicht so schwer zu nehmen und lockerer an die Dinge ranzugehen, überkommt mich manches Mal so eine Traurigkeit. Denn ich würde so viel geben, damit ich einfach nur "normal" funktioniere. Aber ich mache fast immer alles anders als Andere - und das will ich nicht mehr. Doch egal, wie doll ich mich anstrenge, ich ecke immer an. Kennt ihr das? Was tut ihr dagegen?
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Re: HSP zwar erkannt - aber leichter wird es trotzdem nicht

Beitragvon Karmacoma » Sa 5. Okt 2013, 17:17

hallo katrin, ich bin ganz neu im forum.
bin mir das mit dem HSP erst vor einer woche bewusst gerworden.. wusste zwar schon immer das ich etwas anders bin aber jetzt wo ich es weiss ist es für mich auch schwieriger! ich versuche einfach nicht nachzudenken sondern nach gefühl zu handeln und ich selbst zu sein.. einfach in den tag zu leben.. weiss auch nicht, vielleicht hilft dir das was..
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Re: HSP zwar erkannt - aber leichter wird es trotzdem nicht

Beitragvon katrin.blume » So 6. Okt 2013, 13:13

Ja, so lange ich nur für mich bin, ist das auch kein Problem. Schwierig wirds nur, wenn ich mit anderen in Kontakt komme. Z.B. Arbeit oder Freundschaften...naja so tiefe Freundschaften habe ich eh nicht mehr, wahrscheinlich weil mich das zu sehr anstrengt. Ja, vermutlich muss man einfach "nur" damit leben...eine andere Idee habe ich auch nicht
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Re: HSP zwar erkannt - aber leichter wird es trotzdem nicht

Beitragvon Augustmond » So 6. Okt 2013, 14:05

Hallo Katrin, ich weiß nicht, ob es bei dir auch der Fall ist. Aber bei mir, waren oder sind es oft, sogenannte Schienen, die es mir schwer machen, überhaupt ich selbst zu sein. Ich habe zB. Das Unbewusste Muster ( inzwischen nicht mehr unbewusst :-) ) mich falsch zu fühlen, falsch zu sein, eben weil ich ja auch immer anders war. Aber dass sind wir ja gar nicht! Jeder Mensch ist ein Individuum und somit anders.
Ich bin dabei zu lernen, mich genau so anzunehmen wie ich bin. Ich bin nicht falsch und du auch nicht. Ich bin die ich bin und du auch. Selbstliebe, ist dass was uns weiterbringt und seit dem ich das Prinzip der Selbstliebe/ Selbstachtung/ Selbstannahme, über alles versuche zu stellen, klappt es auch immer besser im Freundeskreis bzw. Dieser hat sich geändert. Freunde sind die, welche dich so annehmen können wie du bist. NUR dafür DARFST du dich erst einmal so annehmen wie du bist! ;-)

LG A.
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Re: HSP zwar erkannt - aber leichter wird es trotzdem nicht

Beitragvon katrin.blume » So 6. Okt 2013, 14:42

Was meinst du denn mit Schienen? Regeln?
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Re: HSP zwar erkannt - aber leichter wird es trotzdem nicht

Beitragvon Augustmond » So 6. Okt 2013, 15:08

Schienen nennt man die Dinger, in die ,man unbewusst immer wieder hinein rutscht. Verhaltensmuster werden die auch genannt und diese entstehen meist oder vielleicht auch immer, durch Unbewusste Muster- wie zB. Das Muster des sich falsch Fühlens. Nur das es uns meist gar nicht bewusst ist, weil es unser Unterbewusst sein ist, welches dieses Denken über uns selbst angenommen hat.
Es entsteht meist schon in der Kindheit: wir sind durch HSP zurückhaltend/ brauchen erst mal Zeit. Unsere Umwelt reagiert mit Unverständnis. Wir sind als Kind nich in der Lage dies bewusst wahrzunehmen. Unser Unterbewusstsein, registriert aber, das etwas nicht mit uns stimmen kann, sonst würden die anderen ja nicht so reagieren. Dadurch entwickelt es ein Muster und unser Merkmal der HSP, entwickelt sich in die schwache die negative Richtung. Denn immer, wenn wir wieder in so eine Situation kommen, verstärkt sich das Muster, denn es erinnert sich ja ans letzte mal. Es bekommt seinen Verdacht also jedesmal bestätigt. Wir verhalten uns immer verunsicherter, weil das Muster ja immer mehr greift und wir fühlen nicht nur mehr, dass wir einfach mehr Zeit brauchen um uns mit etwas vertraue zu machen, sondern wir fühlen uns angespannt und falsch, weil wir ja nicht falsch sein wollen, versuchen wir uns anzupassen, denn als HSP lieben wir ja auch noch die Harmonie. Und schon haben wir eine teufelsschiene. Aber keine Bange, durch Bewusstheit derselben, kann man sie durch langsames angehen und erkennen durchbrechen. Es ist möglich und auch sehr schön zu erfahren, dass wir nicht falsch sondern einfach nur Induvidien sind, welche liebenswert und einfühlsam sind. Vor allem, wenn wir uns selbst annehmen und unsere grenzen für uns selbst akzeptieren. :-)
Ende des Romans... ;-)
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Re: HSP zwar erkannt - aber leichter wird es trotzdem nicht

Beitragvon Ährengast » So 6. Okt 2013, 17:30

katrin.blume hat geschrieben:Hallo, ich tauche mal wieder aus einer Versenkung auf ;-) Bin zwar schon länger hier angemeldet, habe aber eine Weile nicht geschrieben. Finde es prima, dass ihr so viel hier schreibt und ich mich selbst so oft wieder finde.... Doch eine Sache macht mir wirklich Sorge: viele von euch schreiben, dass für sie eine Art Knoten geplatzt ist, seid sie erkannt haben, dass sie ein/e HSP sind. Dass nun alles viel einleuchtender und besser läuft.
Ich kann das leider nicht bestätigen. Ständig komme ich mir vor wie eine "Außerirdische". Meine Wahrnehmungen und Handlungsweisen unterscheiden sich massiv von denen meiner Mitmenschen. Auch wenn ich mir große Mühe gebe, das Leben nicht so schwer zu nehmen und lockerer an die Dinge ranzugehen, überkommt mich manches Mal so eine Traurigkeit. Denn ich würde so viel geben, damit ich einfach nur "normal" funktioniere. Aber ich mache fast immer alles anders als Andere - und das will ich nicht mehr. Doch egal, wie doll ich mich anstrenge, ich ecke immer an. Kennt ihr das? Was tut ihr dagegen?

Hallo katrin,

das eigene Neuwissen um HSP braucht nicht unbedingt mit einem Mal was positiv ändern. Weil es sich ja um keine Krankheit handelt, die wegbehandelt werden könnte. HSP bleiben dauerhaft überdurchschnittlich sensibel, das lässt sich nicht wegschnippeln wie eitrige Mandeln.
"Dagegen tun" - gegen Hochsensilbilität - würde ich selbst ohnehin gar nicht anstreben. Die Vorzüge der erweiterten Wahrnehmung schätzen
lernen, eigene Stärken gezielt selbstfördern, da kann einiges schöne
aus dem eigenen Inneren sprudeln, wenn man sich drauf einlässt - eine Quelle in Dir, zu der Du Tag und Nacht Zugang hast. :-)
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Re: HSP zwar erkannt - aber leichter wird es trotzdem nicht

Beitragvon Nordlicht100 » Mo 7. Okt 2013, 17:45

katrin.blume hat geschrieben:Denn ich würde so viel geben, damit ich einfach nur "normal" funktioniere. Aber ich mache fast immer alles anders als Andere - und das will ich nicht mehr. Doch egal, wie doll ich mich anstrenge, ich ecke immer an. Kennt ihr das? Was tut ihr dagegen?


Hallo Katrin,

ich kann sehr gut nachvollziehen was Du geschrieben hast, aber Gott sei Dank gibt es für "normal" ja keine verbindliche Definition. Jede(r) von uns ist erstmal so wie er/sie ist und je nach Erziehung, Umfeld etc. erlernen wir bestimmte Verhaltensweisen, Regeln usw.. Von daher kann ich es sehr gut verstehen, dass Du bei Dir selbst nach den Ursachen sucht warum Du aneckst, aber vielleicht hat das ja auch mit Deinem Umfeld zu tun???
Eine ganze Zeit habe ich auch zuerst bei mir gesucht was ich falsch gemacht habe, aber seit ich mich unter anderem mit dem Thema Hochsensibilität befasst habe, musste ich doch immer wieder feststellen, dass nicht ich "das Problem" bin, sondern eher die anderen! So nach dem Motto, meine Vorgehensweise war die richtige/vernüftigte, aber eben anders als bei den Anderen. Nur weil alle anderen handeln muss es nicht richtig oder "normal" sein.

Ansonsten kann ich Dir natürlich keinen pauschalen Rat geben, außer eventuell auch die anderen mal zu fragen, ob Deine Wahrnehmung stimmt oder ob aus deren Sicht vielleicht alles in Ordnung ist.

Viele Grüße
Nordlicht100

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Re: HSP zwar erkannt - aber leichter wird es trotzdem nicht

Beitragvon Britannia » Mo 7. Okt 2013, 19:49

katrin.blume hat geschrieben: Denn ich würde so viel geben, damit ich einfach nur "normal" funktioniere. Aber ich mache fast immer alles anders als Andere - und das will ich nicht mehr. Doch egal, wie doll ich mich anstrenge, ich ecke immer an. Kennt ihr das? Was tut ihr dagegen?


Hallo Katrin,

hmm, ich vermute mal, da liegt das Problem. Kann es sein, daß Du nicht wirklich akzeptieren kannst, HS zu sein? Mir kommt es so vor als wäre das für Dich etwas "schlimmes", eben anders zu sein und alles anders zu machen? Und daß Du Dich anstrengst heißt ja auch mehr oder weniger, daß Du noch nicht 100%ig zu Dir/Deiner HS stehst? Also, das ist jedenfalls das, wie ich Deine Worte interpretiere, das muß natürlich nciht stimmen.

Ich kann nicht für andere sprechen, aber für mich war/ist es auch eine Erleichterung, von meiner HS zu wissen und herausgefunden zu haben, daß es eben "solche und solche" Menschen gibt. icon_winkle
Denn vorher hatte ich so irgendwie gedacht, alle anderen wären in gewisser Weise gleich oder zumindest ganz ähnlich und vor allem "richtig", nur ich "ticke falsch"! Und dieses ständige Gefühl, FALSCH zu sein, das hat mich enorm runtergezogen.
Und ich habe eben nun aufgehört, es jedem Recht machen zu wollen und mich für irgendwas anzustrengen, damit ich akzeptiert werde. Denn das funktioniert sowieso nicht.
Das eigene Sein und Tun zu akzeptieren und aufhören zu kämpfen, das hilft meines Erachtens.

Inzwischen weiß ich, daß es Leute wie mich eben gibt, die zu einer Minderheit unter den Menschen gehören. Aber daß daran ganz und gar nichts falsches ist. Seitdem lerne ich langsam, aber stetig, zu mir und meinen Eigenschaften, meinem Sein und meiner Art zu stehen.

Das heißt aber nicht, daß ich nicht trotzdem immer noch dieses Alien-Gefühl habe und mich auf dem ganzen Planeten extrem fremd fühle. Also, es ist wohl so, daß man es natürlich schon nicht immer leicht hat, als Sehender unter Blinden, oder wie ich es formulieren soll. 647&/ Aber auch diese Tatsache versuche ich zu akzeptieren.

Mir hilft es, mich mit Menschen zu umgeben die mir gut tun, die ähnlich drauf sind und mich größtenteils verstehen und vor allem annehmen wie ich bin. Auch das konnte ich erst, nachdem ich von meiner HS erfuhr, denn vorher war mir ja überhaupt nicht klar, daß es diese Menschen durchaus gibt und ich eben nicht "falsch" oder "unnormal" bin.
Britannia
 

Re: HSP zwar erkannt - aber leichter wird es trotzdem nicht

Beitragvon katrin.blume » Mo 7. Okt 2013, 20:14

Wisst ihr, es ist nicht so, dass ich mich als "falsch" sehe. Bloß bin ich irgendwie falsch in dieser Welt denke ich manchmal. Denn um mich herum sind die Leute so leistungsfähig und ich staune immer, wie viel die so schaffen. Mich machen die einfachen Dinge des Alltags oft schon so müde.
Naja ich kann mich ja nicht einfach weg beamen...ich weiß doch, dass die Menschen es prinzipiell nicht böse meinen. Aber ich hab eben oft sehr viel Kritik bekommen, weshalb ich unsicher bin. Und dann ist da noch die nervige Jobfrage. Wenn man nicht angepasst ist, wird es echt schwierig, denn ich kann nun mal nicht überall arbeiten. Zu viel Druck und dominante Chefs, die einen in eine Richtung drücken, kann ich nicht ab. Die Alternative wäre arbeitslos sein...das ist keine für mich.

@Ährengast: Hier sind ja ein paar Leute, die sehr gut darin sind, ihre HSP-Fähigkeiten zu schätzen. Vielleicht kann ich das von ihnen lernen.

@Britannia: Ich glaube, man muss es sich auch leisten können, zu seinem HSP zu stehen....dann wäre es sicher kein Problem. Ich mag diese Erkenntnis auch nicht dauernd als Entschuldigung nehmen...nach dem Motto: "Ich kann nix dafür...ich bin eine HSP."

@Augustmond: Ich glaube, dass du recht hast. Dieses Gefühl des Falsch-Seins ist schon richtig in mir verankert. Leider weiß ich nicht, wie man das rauskriegt. Es hat sich auch schon so manifestiert, dass ich mich manchmal selbst nicht mehr leiden kann. Aber da bin ich dran. Dass ich mir immer wieder sage, dass ich gut bin, wie ich bin. So lange bis ich es irgendwann auch selbst glaube.

@Nordlicht Das ist eine sehr gesunde Einstellung für die eigene Seele. Dahin möchte ich auch kommen, dass ich weiß, ich bin ok so und wenn dann haben eher andere das Problem.
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