Lasten tragen - die verkannte Gabe - muss ich wirklich?

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Lasten tragen - die verkannte Gabe - muss ich wirklich?

Beitragvon sanfte_Wellness » So 6. Nov 2011, 09:19

Hallo!

Jemand stellte den interessanten Buchtitel Lastentragen - die verkannte Gabe ein.
Ich finde das Buch sehr interessant. Hier eine Kurzbeschreibung aus Amazon:

Es ist ein relativ neu entdecktes Phänomen: Etwa ein Fünftel aller Menschen empfindet wesentlich sensibler als andere - eigentlich eine ganz besondere Begabung. Doch Hochsensible leiden oft, finden ihre feine Wahrnehmung und ihre Reaktionen eher peinlich, werden auch von ihren Mitmenschen selten verstanden. Viele plagt innerer Schmerz, Selbstzweifel und gefühlsmäßige und gedankliche Verwirrung. Oft tragen Hochsensible, besonders in christlichen Gemeinden, unbewusst anderer Leute Lasten. - Mit ihrer umfassenden Erfahrung als Seelsorger und Betroffene wenden sich Dirk und Christa Lüling genau an diese: an die hochsensiblen Christen. Wie können sie Heilung empfangen von den Verletzungen aus Ablehnung, Unverständnis und Selbstzweifel, frei werden vom Joch unbewusst übernommener, fremder Lasten, wie können sie mit ihrer Gabe im Alltag umgehen? Wie bringen sie diese wertvolle Begabung in die Gemeinde ein?


Ich denke, dass sich das Lasten tragen für Andere nicht nur auf christliche Gemeinden bezieht, sondern auch auf das ganz alltägliche Leben. Da stelle ich mir nun die Frage, welche Lasten Fremder trage ich eigentlich mit??? Und: wie kann ich
frei werden vom Joch unbewusst übernommener, fremder Lasten,
??

Da stelle ich mir erst einmal die Frage, wessen Lasten trage ich eigentlich mit, und ja, es ist so: ich trage anderer Lasten mit!! Wie oft auch schon von anderen hier schon im Forum erwähnt: ich höre die Stimungenn und Gefühle heraus, oder ich analysiere die Situation "der Arme kann fast ncihts dafür, er sitzt in diesem Boot".. - aus dem er allerdings Schritte finden könnte, zum Aussteigen!!

Ich finde es hilfreich, mir anfangen zu sagen: dass ist NICHT mein Problem. Ich kann da JETZT NICHTS für tun, also entziehe ichmich jetzt dieser aufbürdenden Gefühle und zwanglaufig eingeleiteten Lösungs gedanken und -vorschläge durch mich..oder ein Ohr schenken usw.

Wenn ich die Gabe habe, Lasten zu tragen, muss ich dass denn? Denn da die Gabe ja einseitig verteilt ist, auf die 15 % HSPs...wer trägt denn meine Lasten?? Die muss ich ja auch noch tragen??

Wie denkt ihr denn so?

Liebe Grüße sanfte_wellness 1alie wub (ich bin und bleibe sanft auch trotz dieses beitrages _grin_ _yessa_ 1güt ) _hello_
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Re: Lasten tragen - die verkannte Gabe - muss ich wirklich?

Beitragvon DeepSky » So 6. Nov 2011, 09:49

Wenn ich die Gabe habe, Lasten zu tragen, muss ich dass denn? Denn da die Gabe ja einseitig verteilt ist, auf die 15 % HSPs...wer trägt denn meine Lasten?? Die muss ich ja auch noch tragen??


Liebe sanfte Wellness

Diese Frage stelle ich mir sehr häufig. Ich spüre auch primär die Stimmungen von Menschen. Diese Eindrücke kommen ja völlig ungefragt in mich hinein. Und wenn ich selbst grad in einem grossen Denkprozess stehe, wird mir das oft zu viel. Ich für mich versuche abzuwarten, bis die Person von selbst auf mich zu kommt. Das geschieht sehr häufig. Bei den anderen versuche ich mich tatsächlich mit der Haltung abzugrenzen, dass ich nicht für alles "zuständig" sein kann, obwohl ich es fühle.

Kennst du das auch: da kommt jemand mit einem Problem. Du spürst aber, dass die Person bewusst oder unbewusst Dinge verschweigt oder auf jeden Rat eine Ausrede hat, kurz: sich gar nicht helfen lassen will. Da grenze ich mich dann auch recht schnell ab und gehe dann lieber doch selber auf eine Person zu, die von sich aus nicht kommt, es ihr aber wirklich nicht gut geht.

Ich bin der Meinung, dass man auch als HSP auch mal nein sagen darf. Ein Arzt oder Therapeut lehnt auch Patienten ab, wenn die Praxis zu voll ist. Warum sollten wir das nicht auch? Wir haben sogar noch den Vorteil, dass wir herauspüren können, wer wirklich in Not ist.

Wer trägt unsere Lasten? Hm. Es würde wohl schon vieles erleichtern, wenn uns die Gesellschaft wirklich erkennen und voll und ganz integrieren würde. Davon ist aber zur Zeit nicht viel zu sehen. Leider. Ich für mich finde im Glauben eine Möglichkeit, meine Lasten abzugeben, nicht alleine tragen zu müssen. Aber das ist halt sehr persönlich, was für einen Weg man da findet

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Re: Lasten tragen - die verkannte Gabe - muss ich wirklich?

Beitragvon sanfte_Wellness » So 6. Nov 2011, 10:07

Hallo DeepSky,

danke für deine Antwort!

Kennst du das auch: da kommt jemand mit einem Problem. Du spürst aber, dass die Person bewusst oder unbewusst Dinge verschweigt oder auf jeden Rat eine Ausrede hat, kurz: sich gar nicht helfen lassen will. Da grenze ich mich dann auch recht schnell ab und gehe dann lieber doch selber auf eine Person zu, die von sich aus nicht kommt, es ihr aber wirklich nicht gut geht.



Ja, stimmt, das kenne ich. Es gab Zeiten, da konnte ich mich sehr lange an solchen Äußerungen aufhalten, bis ich selbst nervös und "hibbelig" wurde, evtl. ging es sogar bis hin zum leichten gereizt sein. Da muss ich dann gedanklich vorbauen und mich ebenfalls abgrenzen.

Überhaupt ist es wohl wirklich eine Hilfe, gedanklich sich Situationen, Symptome und sich eigener Verhaltensweisen klar zu werden, um entsprechend für einen selbst die jeweils unguten Situationen vorzubeugen.

Und das ist wirklich ein gutes Beispiel:
Ein Arzt oder Therapeut lehnt auch Patienten ab, wenn die Praxis zu voll ist.
_yessa_ 1güt

Es würde wohl schon vieles erleichtern, wenn uns die Gesellschaft wirklich erkennen und voll und ganz integrieren würde. Davon ist aber zur Zeit nicht viel zu sehen. Leider. Ich für mich finde im Glauben eine Möglichkeit, meine Lasten abzugeben, nicht alleine tragen zu müssen. Aber das ist halt sehr persönlich, was für einen Weg man da findet


hm, vielleicht _hüüh_ , aber erwarten kann ich ja nichts von Anderen, denn ich erwarte von mir auch nicht, (nicht mehr) diese oder jene Gruppe zu verstehen - und zu integrieren!!! _yessa_ cyclop . Ich galabue, mit seinen eigenen, individullen Anlagen muss man sich selbst ..."erfolgreich durch den Alltag navigieren" (lernen) (Habe ich aus Link Focus "Der gute Laune Couch" Link: http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber ... 46236.html

Wer trägt unsere Lasten? (Zitat)

Mir wurde gerade bewusst, dass ich es mittlerweile einfach irgendwie _mal besser , mal schlechert - gegelenrt habe, selbst mit anstehenden Problemen oder Themen klarzukommen. Als "Analytikerin" erforsche ich mein Problem, hole mir Info-Mateiral herbei und versuche mir meine eigenen Probleme selbst zu er-analyseiren..klappt auch miestesnes. Manchmla hätte ich allerdings doch gerne jemand, wo ich einfach nur abladen könnte..meine Sorgen und all die Begleitgefühle.... Da ich aber die Erfahrung gemacht habe, dass andere sich eher verwirren lassen dadurch, oder ich sie nicht mit diversen Themen belasten möchte..bzw. ich erkannt habe, das ich schneller durch Aallein denken ans Ziel komme - lasse ich es halt..hat aber ne WEile gedauert, bis zu der Erkenntnis

Liebe Grüße sanfte_wellness 1alie wub
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Re: Lasten tragen - die verkannte Gabe - muss ich wirklich?

Beitragvon tootsie » So 6. Nov 2011, 11:48

Hallo sanfte Wellness!

Danke für den Beitrag!

Du fragst: "Wenn ich die Gabe habe, Lasten zu tragen, muss ich dass denn?"

Die Frage stelle ich mir auch immer wieder. Zuerst musste ich mir überhaupt bewusst werden, dass ich NICHT alle Lasten tragen muss. Genauso wie Du es geschrieben hast. Jetzt ist der zweite Schritt dran: immer Rücksprache mit meinem Innern zu halten, ob ich jetzt noch mehr Lasten anderer auf mich nehmen kann oder gerade nicht. Das empfinde ich als sehr anstrengend. Die innere Zwiesprache.. das kostet ja auch wieder Energie big_ohnmacht

Ich hab in dem Buch von Lülling gelesen und da stand "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst". Und da hatte ich plötzlich ein GANZ KLARES MASS, an welchem ich mich demnächst wieder ausrichten will. Ich glaub nämlich, wenn man SICH SELBST auch genug liebt, dann kommt ein Ungleichgewicht garnicht erst zu Stande. Dann sorgt man abwechseln für sich und für den andern und hält alles in der Waage. Ich hatte definitiv Zeiten, wo ich mich nicht "genug geliebt" habe. Ich dachte, ich bin so stark, dass ich nichts brauche. Und immer warn die andern die Wichtigsten! Heute denke ich: das war nicht nur dumm von mir, sondern auch vermessen.

Viele liebe Sonntagsgrüsse, elefant2 elefant2 elefant2 elefant2 elefant2 elefant2 elefant2 elefant2 elefant2 elefant2
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Re: Lasten tragen - die verkannte Gabe - muss ich wirklich?

Beitragvon Ninuschka » So 6. Nov 2011, 14:10

tootsie hat geschrieben: Ich glaub nämlich, wenn man SICH SELBST auch genug liebt, dann kommt ein Ungleichgewicht garnicht erst zu Stande. Dann sorgt man abwechseln für sich und für den andern und hält alles in der Waage. Ich hatte definitiv Zeiten, wo ich mich nicht "genug geliebt" habe.


Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen! Mir fällt die Eigenliebe heute noch schwer. Ich arbeite daran, schon lange, aber es gelingt nicht immer. Ich meine, es hat mit dem mangelnden Urvertrauen zu tun. Für andere habe ich oft mehr Verständnis als für mich selbst. Nicht zu helfen, sich abzugrenzen, das schaff ich nur selten. Wenn sich jemand an mich wendet, dann fühle ich sofort mit, lade mir einen Teil dessen auf und suche nach Lösungen. Es ist wie ein Zwang. In der Folge überfordere ich mich oft damit und habe weniger Kraft für mich. Wie gesagt, Problem erkannt und in Arbeit. Aber es ist ein langer Weg...

Liebe Grüße, Ninuschka
Ninuschka
 

Re: Lasten tragen - die verkannte Gabe - muss ich wirklich?

Beitragvon tootsie » Fr 11. Nov 2011, 12:41

@ Ninuschka
Wenn sich jemand an mich wendet, dann fühle ich sofort mit, lade mir einen Teil dessen auf und suche nach Lösungen. Es ist wie ein Zwang.


WIE EIN ZWANG _reib_

Ich bin dieses Jahr über mehrere Monate in die Bresche gesprungen für jemanden in meiner Familie, wo einfach kein anderer da war. Das fand ich eigentlich selbstverständlich. Zunächst. Später hab ich dann gehört, dass es doch eine Menge Personen gegeben hätte, die hätten helfen können. Die haben sich aber nicht gerührt. Da bin ich so wütend geworden. Weil ich mir dachte: Wieso gebe ICH meine ganze Kraft und Energie und die andern rühren sich nicht??? Nach langem Zetern und Nachfragen fiel bei mir der Groschen. Sie hatten die Hilfsbedürftigkeit der Person einfach nicht bemerkt.

Für mich ist das ein totales Rätsel! Es war doch - so dachte ich - so offensichtlich, was zu tun war. Es ist so, als wenn ein Feuer in einem Zimmer brennen würde, es ist "offensichtlich", aber keiner unternimmt was. Ist es dann nicht normal, dass derjenige, der das Feuer zuerst bemerkt, gleich hinrennt und Löschmaßnahmen einleitet??? Ja, ich denke es ist normal. Blöd nur, dass es immer dieselben sind, die es merken.

Für mich ist also der nächste Lernschritt: nicht sauer werden, wenn von nirgendwoher Hilfe kommt, sondern erstmal davon ausgehen, dass die andern "die Krise" noch nicht bemerkt haben. Dann lernen, aktiv um Hilfe zu BITTEN. Wenn dann immer noch nichts passiert, kann man sich immer noch ärgern. Jaa, ein langer Weg. big_smoke

Wie ist das bei Dir?
Viele Grüsse, Tootsie
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Re: Lasten tragen - die verkannte Gabe - muss ich wirklich?

Beitragvon Ninuschka » So 13. Nov 2011, 17:08

Für mich ist also der nächste Lernschritt: nicht sauer werden, wenn von nirgendwoher Hilfe kommt, sondern erstmal davon ausgehen, dass die andern "die Krise" noch nicht bemerkt haben.


Was für ein Erkenntnisgewinn für mich! SO habe ich das noch nie gesehen! Genau genommen, bin ich immer davon ausgegangen, dass andere auch immer sofort erkennen, was los ist. Mit mir, mit anderen...Und wundere mich dann, wenn nichts passiert. Meisst werde ich dann aktiv und zeige, dass ich Hilfe brauche. Es fällt mir gerade erst beim drüber nachdenken auf, dass so gut wie nie jemand von allein auf mich zukommt. Mh...

Ich denke wie Du, dass sofortige Erkennen der emotionalen Situation einer Person einer der Hauptgründe für unsere (manchmal anstrengende) Hilfsbereitschaft ist. Ich seh das aber auch als meine größte Stärke. Über diese Empathie hab ich hier schon viel interessantes gelesen. Und ich habe mich wiedergefunden.

Liebe Grüße, Ninuschka
Ninuschka
 

Re: Lasten tragen - die verkannte Gabe - muss ich wirklich?

Beitragvon Arya » Mo 14. Nov 2011, 16:38

Ihr sprecht mir ja alle sowas von aus der Seele... bei mir ist das auch immer so, dass ich anderen Sofort helfe, mir Ihre Probleme auflade und dann nach Lösungen suche. Umgekehrt sitze ich manchmal zu Hause und erwarte, dass etwas passiert und sich jemand mal aufopferungsvoll um mich kümmert. Die anderen sehen aber oft gar nicht, daß es ein Problem gibt und ihre Hilfe gefragt wäre. Ganz oft ist es dann so, daß ich meine Probleme alleine bewältige, weil ich nur schwer jemanden um Hilfe bitten kann. Ich möchte keine Last für andere sein, bin mir ja manchmal selbst zu anstrengend. Das kann etwas mit mangelnder Akzeptanz und Selbstliebe zu tun haben.
Als ich Anfang des Jahres für 4 Wochen auf einer Reise war, mit Rucksack und ganz alleine, da habe ich erstmal gemerkt, daß eine riesige Last von meinen Schultern gefallen ist, weil ich ganz weit von zu Hause weg war. Raus aus meinem alltäglichen Umfeld, das mich ganz viel Kraft gekostet hat und immer ganz viel von mir gefordert hat.
Mir ist bewußt geworden, daß ich mich abgrenzen muss und eben einfach öfter mal nein sagen, damit mir nicht alles zu viel wird. Das ist gar nicht so leicht. Aber noch schwerer ist für mich, von anderen Menschen ihre volle Aufmrksamkeit und Hilfe anzufordern. Wie ist das denn bei euch?
Arya
 

Re: Lasten tragen - die verkannte Gabe - muss ich wirklich?

Beitragvon sanfte_Wellness » Di 15. Nov 2011, 04:09

Hallo Ayra,

ich habe festgestellt, dass ich, wie mittlerweile erkennt, nur mir selbst die beste Hilfe sein kann im Rahmen meiner Wesensart. Es gab Zeiten, da habe ich mir emotionales Verstehen oder Einfühlungsvermögen von anderen gewünscht, aber irgendwie war ich mit dem, was als Ergebnis kam, nie zufrieden, oder das Gewünschte kam nicht oder nicht in der Qualität, wie ich es gerne gehabt hätte.

Eine Zeit lang fiel es mir mal leichter, praktische Hilfe einzufordern, aber irgendwann merkte ich, dass ich eigentlich gar nicht von der Hilfe von anderen abhängig sein möchte - und emotional auch nicht.

Nein sagen zu lernen kann hierfür ein wichtiger Schritt sein, aber auch versuchen, sich emotional abzugrenzen und wenn das nicht geht, dann eben mich örtlich abzugrenzen. Eine gewisse örtliche Distanz, kann eine grundsätzliche Distanz bewirken, die es auch mal entschuldigt, jetzt nicht sofort dieses oder jenes tun zu sollen oder parat zu stehen, wenn jemand mal wieder Probleme hat. Mir war es wichtig, einen gewissen Draht zu mir bedeutenden Leuten zu halten, aber eben eine Selbstschutz-Distanz mir selbst zu gewähren und beachten und anderen so mitzuteilen, auch, um keine fragenden Gedanken oder Gefühle bei ihnen aufkommen zu lassen a la " Warum melde ich mich nicht mehr, warum will die nichts mehr mit mir zu tun haben". Sowas von mir gespürt, kann dann wieder die Spirale von schlechtem Gewissen, Schuldgefühle und moralische Bedenken hinsichtlich meines eigenen Verhaltens besonders in sozialer - freundschaftlicher Hinsicht auslösen, der im schlimmsten Fall mich Probleme anhören lässt, die ich icht anhören will oderBesuche abstatten lässt, bei Personen, wo ich weiß,k dass mir der Aufenthalt dort nicht gut tut.

Boah, ne Reise, ganz allein mir Rucksack, Respekt! Würde ich auch gerne, traue ich mir nur leider nicht. Grüße! _yessa_ 1güt
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Re: Lasten tragen - die verkannte Gabe - muss ich wirklich?

Beitragvon Jamania » Di 15. Nov 2011, 10:09

Mir fällt zum Thema Lastentragen was ganz anderes ein: Menschen Eigenverantwortung und Selbstständigkeit wegnehmen.

Es ist ein schmaler Grat zu helfen, also ein pragmatisches Ungleichgewicht zu beheben und damit gleichzeitig ein soziales Ungleichgewicht zu schaffen.
Wer Hilfe annehmen kann und auch dauerhaft damit leben kann u.U. nichts Gleichwertiges zurückgeben zu können, der hat auch einen starken Charakter - oder er ist undankbar und weiß nicht zu schätzen... _gruebel_
Vielleicht weiß mancher auch gar nicht, wie er nachdem das dringende behoben ist, dauerhaft damit umgehen kann und will.

Was beim Gegenüber ankommt... nochmal eine ganz eigene Geschichte.
Oft hört man von Leuten, die "immer sofort helfen, aber nie hilft ihnen jemand".

Vorauseilende Hilfe - auch ein guter Weg, um sich selbst in der Welt aufzuwerten - ganz für sich selbst.
Wäre da nur nicht das böse Vergleichsauge, das rechts und links feststellt, wie alleine man mit dieser guten Ausprägung ist, wie wenig die anderen tun.
Aber ist "die Gabe" wirklich so gut?
Wird sie wirklich nur aufgrund von Mitgefühl angewendet?
Warum dann jammern, wie wenig andere das so machen wie man selbst...

Ich finde es z.B. viel leichter, etwas für andere zu tun, zu helfen als selber Hilfe anzunehmen.
Etwas geben ist ein schönes Gefühl, und ganz nebenbei (natürlich will man das nicht _anonym_ ) auch eins der Überlegenheit.
Hilfe annehmen ist eine Königsdisziplin, dazu gehört viel Würde und Stabilität, sonst wird der Kontakt zum Helfenden dauerhaft nicht mehr erträglich.
Das habe ich immer im Kopf, wenn ich Hilfe anbiete, es ist selten heroisch, sondern mit vielen Abwägungen verbunden.
Jamania
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