Manchmal etwas überfordert...

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Manchmal etwas überfordert...

Beitragvon littlebitsad » Mo 28. Apr 2014, 21:14

guten abend :-)

ich bin ziemlich neu hier, verfolge aber schon interessiert einige beiträge und wollte einfach mal meine aktuellen problematiken schildern und sehen, ob es jemandem vllt ähnlichkeit und evtl sogar tipps geben kann...

als erstes stören mich "kleine" geräusche sehr.. so größere sachen wie musik hören, konzerte oder so gehen total, aber die kleinen dinge sind für mich kaum auszuhalten... beispielsweise wenn man neben mir wenn sonst alles ruhig ist chips ist, mit der zeitung raschelt, generell zu laut ist, sehr laut atmet... komischerweise ist das aber nicht immer so, auf feiern zum beispiel oder bei freunden komm ich damit klar, aber so zu hause oder in ruhigen bereichen habe ich das gefühl es kaum auszuhalten... als ich zum beispiel mit meiner cousine im urlaub war haben wir nebeneinander geschlafen und sie hat durch die nase geatmet, man hat sie eben deutlich atmen gehört... die meisten menschen hätte dies wahrscheinlich null ausgemacht, aber ich konnte so einfach nicht schlafen, dieses kleine geräusch hat mich fast zur verzweiflung gebracht... das ist natürlich für mich, sowie auch für die menschen um mich herum anstrengend, da ich sehr schnell überreizt bin... zählt dieses "symptomatik" schon zu der der Hochsensibilität? _gruebel_

dann kommt bei mir noch hinzu, dass ich schon lange das gefühl habe, alles viel intensiver zu fühlen als andere. natürlich solche dinge wie musik, teilweise natur, fernsehserien etc. aber am meisten zeigt sich das mir bei menschen. ich habe teilweise das gefühl mich in jeden 2. menschen quasi (etwas übertrieben 647&/ ) zu verlieben. also nicht verlieben im sinne einer beziehung, sondern insofern, dass ich alles "gute" und "schöne" an diesem menschen sehe, ihn gerade zu idealisiere. sowas führt dann leider auch schnell zu abhängigkeiten, da ich deren wert über meinen stelle. es ist zwar einerseits ein schönes gefühl menschen so schätzen zu können und ich genieße es sehr zeit mit ihnen zu verbringen, aber andererseits ist es auch sehr anstrengend, da ich mich immer minderwertig fühle. ich hab das gefühl, ich fühle diese menschen und generell menschen viel mehr als andere. was mich dann wieder einsam werden lässt, wenn ich mit diesen "übergefühlen" alleine bin letztendlich. kommt das zufällig jemandem bekannt vor?

freue mich auf antworten! wub
littlebitsad
 

Re: Manchmal etwas überfordert...

Beitragvon irdeneinolli » Di 29. Apr 2014, 07:48

Hi,

ob das ein Zeichen von Hochsensibel ist, vermag ich nicht zu beurteilen..

Ich kenne solche Situationen zum einen von mir selbst - da gibts gewisse Essgeräusche, die manche Menschen machen können, wo ich aufspringen und reinschlagen könnte..

Und ich kenne das von anderen Leuten, gerade die berühmte Chipstüte, die bei einem Film knistert..

für mich habe ich festgestellt, je mehr negative Gedanken man mit solchen Geräuschen verbindet, desdo mehr nerven sie einen dann auch.
Ich habe mir daher angewöhnt - wenn ich merke, das mich etwas anfängt zu stören, damit einen positiven Gedanken zu verknüpfen.
Dann stört es auf einmal nicht mehr

Gruß
Oliver
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Re: Manchmal etwas überfordert...

Beitragvon Améliela » Di 29. Apr 2014, 08:10

Ohhhhhhh jaaaaaa und WIE ich das kenne... ich musste grad lachen. Typisches Beispiel bei uns Zuhause; ich bin total glücklich verheiratet und liebe meinen Mann über alles, aber wenn der neben mir auf dem Sofa sitzt und ein Joghurt isst, dann könnte ich AUSRASTEN!!! Dises Geräusch macht mich WAHNSINNIG! Oder er hat so eine Art zu schlucken, die mich, wenn es ganz still ist wahnsinnig stört. Das selbe gilt für meinen Sohn, es gibt manchmal Geräusche, die er macht, die mich, meist wenn es ansonsten ganz still ist, absolut grauenhaft nerven... das allerdings hängt dann mit meiner nervlichen Überreizung zusammen - das Jogurt nervt mich soviel ich weiss IMMER 647&/

Aber auch das mit dem idealisieren kenne ich wirklich gut. Seid ich mich aber besser darauf achte, weil ich mir das immer wieder bewusst mache, ist es besser geworden. Ich war hinterher immer so schrecklich enttäuscht, weil der Andere nicht das gehalten hat, was er aus meiner Sicht ( vermeindlich) vesprochen hat. Bei genauerem Nachdenken, habe ich aber gemerkt, dass ich nur meine Wunschvorstellungen auf diesen Menschn projeziert habe. Und wenn dann nicht das zurückkam was ich mir erhofft (oder selber gegeben) habe, war ich wahnsinnig enttäuscht und frustriert. Früher habe ich das unzählige male in der Liebe erlebt (ich war immer verliebt und hatte unzählige Männer), später dann bei Freundinnen (ich war immer auf der Suche nach der PERFEKTEN!).
Meine Lösung für das Ganze; Erwartungen runterschrauben, versuchen mit etwas Distanz mehr Realität in die Beziehung zu bringen und klarer zu sehen. Und vor allem, selber nicht ganz soviel investieren, weil gerade wir HSP dadurch glauben, das selbe vom Andern erwarten zu dürfen. Ich versuche immer zu denken (es klappt nur noch nicht so gut): "Wenn ich mich jetz für diese Person aufopfere, weil ich glabe dies zu müssen, komme ich dann damit klar, wenn das selbe nicht zurückkommt?!" Und zuguterletzt, habe ich ach gemerkt, dass ich mich dadruch selber weniger unter Druck setze, und mir auch mal öfter die Freiheit nehme zu sagen, sorry, aber ich stehe zur zeit nicht zur Verfügung.
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Re: Manchmal etwas überfordert...

Beitragvon Améliela » Di 29. Apr 2014, 08:13

irdeneinolli hat geschrieben:Ich kenne solche Situationen zum einen von mir selbst - da gibts gewisse Essgeräusche, die manche Menschen machen können, wo ich aufspringen und reinschlagen könnte..



smgp* HAAHAHAHAHAHAAAAA..... Genauuuuuu...... aber wie gesagt mit negativen Gefühlen hat das bei mir und meinem Mann wirklich nicht zu tun. Ich versuche ihn seid Jahren zu überzeugen, dass einzig und alleine DIE ART wie er seinen Joghurt löffelt einfach SCHEISSE ist _grinsevil_ _grinsevil_ _grinsevil_
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Re: Manchmal etwas überfordert...

Beitragvon irdeneinolli » Di 29. Apr 2014, 08:38

grööööhl...

das meinte ich doch.. es liegt an/in Dir, nicht an Deinem Mann (sorry möchte Dir da nicht zu nahe treten)
bei mir ist es mein Bruder, der eine besondere Art hat zu kauen, er schmatzt nicht, aber das Geräusch, was seine Lippen machen, wenn er isst, macht mich ab und an rasend.. dann schaue ich mich quasi von außen an und schaue als 3. Person auf die Situation und lache mich schlapp über mich selbst.

und denke dann drüber nach, was ich wohl für selbstverständliche Dinge an mir habe, die andere ggf. zur Raserei bringen.. sicherlich einige..

versuch das doch auch mal, so zu löffeln wie Dein Mann.. (falls noch nicht ausprobiert) ist vielleicht mal lustig

LG
Oliver
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Re: Manchmal etwas überfordert...

Beitragvon Améliela » Di 29. Apr 2014, 16:38

Tjaaaaaaa Oli ich hab eine bessere Lösung gefunden _grinsevil_
Ich habe meinen Mann überzeugt vegan zu leben - das heisst KEIN Joghurt mehr im Hause B. _grinsevil_

Jajaja... Du siehst ich bin GENIAAAAAAAL smirl
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Re: Manchmal etwas überfordert...

Beitragvon Améliela » Di 29. Apr 2014, 20:26

Mensch hab ich mich heute amüsiert beim Abendessen!!! Der Sohn (8Jahre) meiner Freundin der äusserst hochsensibel ist hat bei uns gegssen. Wir sassen also so am Tisch, wie er plötzlich total geladen zu meinem Sohn sagt:
"Mensch jetz SCHMATZ doch nicht immer so! Das regt mich dermassen auf!!!!!!!!!!!"
Erst da ist mir aufegefallen, dass mein Sohn wirklich wahnsinnig laut schmatzt, und mir das einfach nie bewusst war, weil er eben "mein Kleiner" ist...
Ich hab den armen Jungen dann immer beobachtet, und hab richtig mit ihm gefühlt, wie er sich mehr und mehr genervt hat, und sich richtig zusammenreissen musste, weils ihn so dermassen geärgert und gestört hat. Ich musste dann einfach lachen und ihm von unserem Gespräch hier erzählen. Hab ihm dann erklärt, dass ich mich genau so fühle wie er, und mich das wirklich auch sehr aufregen kann... inklusive der Joghurt Story hihihihiiii... wir mussten dann beide sehr lachen. Meine beiden Männer hingegen waren sich ebenfalls einig:
"HA-HA-HA... ihr beide seid wirklich SEHR LUSTIG!!!" _bash_ _bash_ _bash_
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Re: Manchmal etwas überfordert...

Beitragvon norain » Mi 30. Apr 2014, 10:52

Améliela hat geschrieben:Meine Lösung für das Ganze; Erwartungen runterschrauben, versuchen mit etwas Distanz mehr Realität in die Beziehung zu bringen und klarer zu sehen. Und vor allem, selber nicht ganz soviel investieren, weil gerade wir HSP dadurch glauben, das selbe vom Andern erwarten zu dürfen. Ich versuche immer zu denken (es klappt nur noch nicht so gut): "Wenn ich mich jetz für diese Person aufopfere, weil ich glabe dies zu müssen, komme ich dann damit klar, wenn das selbe nicht zurückkommt?!" Und zuguterletzt, habe ich ach gemerkt, dass ich mich dadruch selber weniger unter Druck setze, und mir auch mal öfter die Freiheit nehme zu sagen, sorry, aber ich stehe zur zeit nicht zur Verfügung.

Ja dieser Teil gefällt mir. Aber was ist wenn ich etwas tue und helfe und der andere es nicht will, weil er meint er müsste das Gleiche tun zu müssen?
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Re: Manchmal etwas überfordert...

Beitragvon irdeneinolli » Mi 30. Apr 2014, 12:24

hehehe.. den Joghurt komplett abzuschaffen ist natürlich auch eine Lösung.. iwikx _läch_
herrlich!!
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Re: Manchmal etwas überfordert...

Beitragvon Améliela » Mi 30. Apr 2014, 20:20

norain hat geschrieben:Aber was ist wenn ich etwas tue und helfe und der andere es nicht will, weil er meint er müsste das Gleiche tun zu müssen?


Ich würd mal ganz salopp sagen, dann ist das sein Problem. Ich weiss nicht, aber ich glaub ein echter Freund kann das dann auch nicht sein. Mir fällt auf unter echten Freunden ist oftmals irgendwie einer mehr der Geber und einer mehr der "Nehmer". Kann sein, dass ich bei einer Freundin der Nehmer bin und bei einer anderem der Geber. Es kommt wirklich sehr drauf an in welcher Rolle sich beide Wohl fühlen. Ich habe zum Beispiel eine Freundin, bei der ist es so, dass wir uns aus verschiedenen Gründen fast auschliesslich bei ihr treffen. Sie kocht, und backt dann immer wie wild und verwöhnt mich. Ich darf mich dafür kaum einmal erkenntlich zeigen. Ich habe das so akzeptiert. Dafür geb ich das dann bei jemand anderen mal zurück, obwohl sie davon ja nichts hat, und bin dann aber auch nicht stinkig wenn von der Seite wenig bis gar nichts kommt.
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