Manchmal fühle ich mich so "unmännlich"

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Re: Manchmal fühle ich mich so "unmännlich"

Beitragvon DesdiNova87 » So 23. Sep 2018, 13:06

Hi,

ich bin da ganz bei Frank_SH:

Frank_SH hat geschrieben:Was findest du männlich? Das ist wichtig, alles andere ist unwichtig.


Und wie auch Velvet schreibt, viele Erwartungen werden von außen formuliert.

Du musst dich auf dich selbst besinnen und nach deinen eigenen Werten leben. Lass' dich dabei nicht von Kleingeistern aufhalten, die irgendwas von dir erwarten, nur wegen deines Geschlechts. Ich bin z.B. Musiker und entspreche mit der künstlerischen Ader die dahinter steckt auch eher weniger dem propagierten Männerbild. Als Jugendlicher habe ich mich da auch manchmal schwer getan.

Aber das ist nur eine Schranke in deinem Kopf; Kommentare in der Richtung kommen meistens von Leuten, die selbst unsicher sind und sich schwertun bei anderen eine Entfaltung zu beobachten.
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Re: Manchmal fühle ich mich so "unmännlich"

Beitragvon Alpenrahm » So 23. Sep 2018, 14:09

Vielen lieben Dank für euer verständnisvolles Feedback _roseboy_

Bei einigen Sätzen bekam ich eine Gänsehaut und auch etwas Pipi in die Augen. Besonders dieses "Nah am Wasser gebaut sein" stieß bisher in Männerkreisen meistens auf Kopfschütteln und Unverständnis. Früher habe ich noch gegen die Tränen angekämpft, doch mittlerweile weiß ich, dass ich sie eh nicht unterdrücken kann. So reagiere ich nun einmal auf Freude, Trauer oder rührselige Momente und Begebenheiten.
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Re: Manchmal fühle ich mich so "unmännlich"

Beitragvon Natty » So 30. Sep 2018, 07:15

Alpenrahm hat geschrieben: Momentan macht sie mir aber auch das Herz schwer, da sie für 14 Tage mit ihrem Mann im Urlaub ist und sich seit 3 Tagen nicht gemeldet hat.


Hallo Alpenrahm,

zu diesem Kummer von Dir erzähle ich Dir einfach mal wie ich bin und mich verhalte: Ich habe auch meistens Menschen mit denen ich engeren Kontakt halte und mich faßt täglich mit denen, zumindest kurz, austausche/kontaktiere. Wenn sie sich nicht mehr melden, dann ist das fürchterlich für mich. Ich hatte/habe jetzt aber gerade eine Zeit, wo faßt gar nichts mehr von meiner seite aus geht, da ich so fertig bin. Und im Urlaub, da möchte ich einfach mal vollkommen von daheim und Allem abschalten und nicht verpflichtet fühlen mich jeden Tag oder alle paar Tage daheim bei jemanden zu melden. Früher hat mich das "melde Dich mal ausdem Urlaub, ruf mal an!" von meiner Mutter verrückt gemacht. Zumal es damals noch sehr kompliziert war vom Ausland aus eine Telefonmöglichkeit zu finden und mit der fremden Sprache und Anweisung zu kapieren. Ich glaube, das sollte man nicht persönlich nehmen, wenn sich jemand aus dem Urlaub heraus nicht meldet. Wenn sich derjenige nach dem Urlaub wieder "normal" oft meldet, ist die Welt in Ordnung, finde ich.

Das mit Deinem unmännlich fühlen kann ich gut nachempfinden, auch wenn ich eine Frau bin. Mir sind so Männer wie Du sehr oft viel sympathischer als die anderen Männer. Mit Männern die sich machomäßig, angeberisch, laut, obercool usw. aufführen habe ich sowieso ein Problem und gehe eher auf Abstand.

Ich denke, mit Deiner Art kommst Du zwar bei Männern als Kumpel/Freund kaum an, aber Du hast eine viel größere Chance als die andere Art von Männern eine Frau zu finden die tiefsinniger und wahrscheinlich auch treuer ist als die Art von Frauen welche auf diese andere Art von Männern fliegen.

Liebe Grüße
Natty
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Re: Manchmal fühle ich mich so "unmännlich"

Beitragvon Saxo » Mi 10. Okt 2018, 08:06

Alpenrahm hat geschrieben:Ich interessiere mich weder für Fußball oder Boxen, trinke keinen Alkohol, bin weder laut noch selbstbewusst. Daher fühle ich mich manchmal wie kein richtiger Mann.

Ich trinke auch so gut wie keinen Alkohol. Wenn ich mit Kollegen abgemacht habe und etwas später dran bin, haben sie für mich schon eine Cola bestellt während sie ihr schon ihr 2.Bier trinken. Boxen mag ich auch nicht. Fußball ist für die TV-Anstalten billiges Programm. Mit deiner Abneigung gegen diese Dinge wärst du bei den IT-lern wahrscheinlich ein ganz normaler :-).
Alpenrahm hat geschrieben:War weder laut noch prollig, wie die meisten anderen dort. Ich fühlte mich sehr ausgegrenzt. Meine einzige Bezugsperson war wieder einmal eine gefühlvolle Frau. Die anderen Männer machten einen Bogen um mich und einmal wurde ich sogar gefragt, ob ich schwul sei.

Gibt es hier andere Männer, denen es so ähnlich geht. Über ein Feedback würde ich mich sehr freuen.

Das kenne ich sehr gut von mir selbst. Ich war meine ganze Jugend so und bis ich fast 30 war. Aber ich bin da ein gutes Stück rausgekommen. Kann mich ganz gut unterhalten, was ich früher fast gar nicht konnte (der große Schweiger). Und ich bin sogar glücklich verheiratet. Also: Das ist kein Schicksal. Man kann da was machen.

Mit 30 wurde mir klar, dass ich was tun muss, wenn ich nicht im Leben allei bleiben möchte. Also ging ich viel abends in Discos. Habe da für mich alleine rumgehopst. Dorthin allein hinzugehen war aber schon mutig für meine Verhältnisse. Dann habe ich Tanzkurse gemacht. Das machen wohl viele. Das hat mir sehr viel gebracht, weil man dann während eines Kurses und der Anschlusskurse immer wiederdie gleichen Leute trifft. Mit der Zeit können dann zurückhaltende Leute langsam auftauen. Einmal machte ich einen kleinen Schwerz zusammengebaut aus dem Blödsinn, der mir manchmal durch den Kopf geht. Zu meiner völligen Verwunderung haben viele gelacht. Das war eine ganz wichtige Erkenntnis: Ich werde gar nicht einfach nur negativ wahrgenommen. Das habe ich echt während 30 Jahren immer geglaubt. Wenn man aus seinem Vereinsamungsrückzugswinkel nicht rauskommt, macht man diese Erfahrung nicht. Aber die ist ganz wichtig um die Kehrtwende einzuleiten. Bleibt man in seiner Zurückgezogenheit behaftet, verstärkt sich immer mehr das Selbstbild, das die anderen mit einem nichts zu tun haben wollen. Aber tatsächlich stimmt das gar nicht.

Ich würde dir sehr empfehlen unter die Leute zu gehen, damit du auch positive Erfahrungen machst, die die Kehrtwende einleiten können. Tanzkufrse sind vielleicht nicht besonders originell, aber ist allemal gut genug. Bei populären Sachen wie Salsa kannst du dich ohne Partnerin anmelden, weil eh Frauenüberschuss ist. Die Tanzkurse haben mir viel gebracht um lockerer zu werden und anzufangen etwas mit den Leuten zu plaudern. Abends in die Discos oder das Gelernte vom Tanzkurs anwenden hat mir kaum was gebracht. Das ist sehr anonym, die Leute sind sich dort alle fremd und man kann keinen Smalltalk üben. Wird manchmal schon fast als Anmache empfunden.
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Re: Manchmal fühle ich mich so "unmännlich"

Beitragvon TinaL. » Sa 20. Okt 2018, 08:53

Ich bin zwar kein Mann, aber ich möchte dir trotzdem antworten. Du musst nicht dem gängigen Männertyp entsprechen, um männlich zu sein. Du bist ein ganz besonderer Mann und auf mich wirkst du viel sympathischer, als die unsensiblen Männer.
Bleib wie du bist!

Gruß Tina
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