Mein Leben, viele Ecken und Kanten... von dietrich_berlin

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

Moderatoren: Hortensie, Eule

Mein Leben, viele Ecken und Kanten... von dietrich_berlin

Beitragvon dietrich_berlin » Do 11. Jul 2013, 10:48

Bezüglich des Helfersyndroms habe ich natürlich eine eigene Ansicht gewinnen müssen. Ich bin zu 100 % schwer behindert und trotzdem möchte ich möglichst vielen Menschen helfen. Emotional sind sehr viele Menschen auf Hilfe angewiesen. Trotz der Gemeinschaft in einer Gruppe sind sie einsam. Einsamkeit kann aber nur durch Aufmerksamkeit anderer bekämpft werden. Vermeidung von Einsamkeit ist natürlich auch Depressionen vorzubeugen. Seht ihr das genauso?
dietrich_berlin
 

Re: Mein Leben, viele Ecken und Kanten, viel Verletzung!

Beitragvon dietrich_berlin » Do 11. Jul 2013, 10:52

So ziemlich jeder hat wohl das Gefühl, nicht in diese Welt zu passen. Umso mehr, als dass es viele Gelegenheiten gibt, wo die Welt uns zeigt, wir werden nicht gebraucht oder gewollt. Seit 1970 sitze ich im Rollstuhl, und ich weiß genau wovon ich rede. Aber es gibt dennoch den starken Wunsch in eine Welt zu gehören,vielleicht nicht unbedingt in diese, aber in eine Welt in der die Menschen Aufmerksamkeit dem anderen schenken und nicht blind werden vor den Bedürfnissen anderer.
dietrich_berlin
 

Re: Mein Leben, viele Ecken und Kanten, viel Verletzung!

Beitragvon dietrich_berlin » Do 11. Jul 2013, 11:25

In einem öffentlichen Forum eines sehr bekannten Netzwerkes wurde ich so angesprochen, »Du passt nicht in diese Welt und es ist nicht normal, sich eine rosarote Welt wie die der Pippi Langstrumpf zu wünschen.« Wunderwelt, ist nicht das was ich mir wünsche, sondern dass die Menschen lernen aufeinander zu zu gehen und aufmerksam für die Bedürfnisse anderer sind. Doch das scheint nicht bei jedem anzukommen. Viele verachten andere, weil sie einfach nur nett sein möchten. Oft wird man schief angeschaut, wenn man dem anderen aufrichtig einem guten Tag wünscht und der Person auch noch dabei in die Augen schaut.

Schlechte Eigenschaften oder Charakterzüge möchten viele Menschen nicht ablegen. Das Thema Rauchen oder Alkoholmissbrauch ist für viele schon ein Reizthema geworden. Als Antwort bekommt man, wenn man die Menschen auf die Gefahren aufmerksam macht, »ich rauche gern, ich trinke gern,« willst Du es mir verbieten? Jedem ist es natürlich freigestellt sein Leben so zu gestalten, wie er es wünscht. Aber warum wird es als negativ angesehen, um das Wohl anderer besorgt zu sein?
dietrich_berlin
 

Re: Mein Leben, viele Ecken und Kanten, viel Verletzung!

Beitragvon originalC » Do 11. Jul 2013, 14:52

Hallo, Dietrich_Berlin,

dietrich_berlin hat geschrieben:In einem öffentlichen Forum eines sehr bekannten Netzwerkes wurde ich so angesprochen, »Du passt nicht in diese Welt und es ist nicht normal, sich eine rosarote Welt wie die der Pippi Langstrumpf zu wünschen.« Wunderwelt, ist nicht das was ich mir wünsche, sondern dass die Menschen lernen aufeinander zu zu gehen und aufmerksam für die Bedürfnisse anderer sind. Doch das scheint nicht bei jedem anzukommen. Viele verachten andere, weil sie einfach nur nett sein möchten. Oft wird man schief angeschaut, wenn man dem anderen aufrichtig einem guten Tag wünscht und der Person auch noch dabei in die Augen schaut.

Schlechte Eigenschaften oder Charakterzüge möchten viele Menschen nicht ablegen. Das Thema Rauchen oder Alkoholmissbrauch ist für viele schon ein Reizthema geworden. Als Antwort bekommt man, wenn man die Menschen auf die Gefahren aufmerksam macht, »ich rauche gern, ich trinke gern,« willst Du es mir verbieten? Jedem ist es natürlich freigestellt sein Leben so zu gestalten, wie er es wünscht. Aber warum wird es als negativ angesehen, um das Wohl anderer besorgt zu sein?


Deine Worte sind Aufrecht und wahr.
Beim Rauchen sehe ich das so (bin Raucherin): Es ist OK zu sagen das es schädlich ist, aber bevormunden lassen will sich keiner! Ich möchte nicht jedes mal wenn ich mir eine anzünde ermahnt werden, was ich mir damit antue. Auch wenn es nur gut gemeint ist. Es gibt Dinge im Leben, die muss man eben selbst entscheiden dürfen. Ich fände es auch toll, wenn man enger zusammen stehen würde, aber eben als "freier" individueller Mensch.

Die Aussage, die du da in diesem Forum bekommen hast, finde ich schrecklich. Sowas sagt man nicht! Jeder empfindet anders und Wünsche und Träume muss jeder haben dürfen und auch äußern dürfen!
Ich finde auch deine Vorstellung schön, wenn die Leute mehr aufeinander zugingen.
Als DDR-Kind kenne ich auch, dass man auf der Straße grüßt und so weiter. Aber durch meine Ängste/ Ticks, gehe ich den Menschen lieber aus dem Weg die mir begegnen und ich nicht kenne. Allerdings kann ich bei einem Lächeln einer Fremden Person auch mal zurücklächeln, wenn es ernst gemeint ist. Wünscht mir jemand einen guten Tag, dann freue ich mich und kann das nur zurück wünschen. Viele sind wohl so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass sie nicht merken das sie mit ihrer Ignoranz verletzen. Und ich schließe mich da nicht ganz aus.

Hach, da fällt mir doch was zum Gruß ein: Wenn ich zur Arbeit fahre (und auch beim zurück fahren) steht immer ein sehr alter Mann an der Straße und grüßt die vorbeikommenden Autos. Das erste mal hab ich gedacht, was´n da los? Auf der Rückfahrt hab ich dann gegrüßt und hab mich gefreut wie ein kleines Kind, weil er dann gelächelt hat. Jetzt mache ich ihm jeden Tag 2x die Freude und Grüße ihn zurück. Nicht schlimm! Jeden Tag eine gute Tat oder mehr, wenns geht! iwikx

LG OC
Manchmal muss man sich seine Gedanken einfach aus dem Kopf schütteln!!! _headbang_
originalC
u.n.e.n.t.b.e.h.r.l.i.c.h.
 
Beiträge: 1187
Registriert: Di 9. Jul 2013, 08:20

Re: Mein Leben, viele Ecken und Kanten, viel Verletzung!

Beitragvon wind-und-wellen » Do 11. Jul 2013, 15:17

dietrich_berlin hat geschrieben:Schlechte Eigenschaften oder Charakterzüge möchten viele Menschen nicht ablegen. Das Thema Rauchen oder Alkoholmissbrauch ist für viele schon ein Reizthema geworden. Als Antwort bekommt man, wenn man die Menschen auf die Gefahren aufmerksam macht, »ich rauche gern, ich trinke gern,« willst Du es mir verbieten? Jedem ist es natürlich freigestellt sein Leben so zu gestalten, wie er es wünscht. Aber warum wird es als negativ angesehen, um das Wohl anderer besorgt zu sein?


Sich um das Wohl anderer zu sorgen ist das eine - die andere Seite ist, wie diejenige Person es aufnimmt, wenn sich jemand um sie sorgt...

Ich für mich kann sagen: Wenn mir jemand seine Sorgen um mich mitteilt, kann ich mir das anhören. Und auf mich wirken lassen. Was ich allerdings daraus mache, ob ich das umsetzen kann oder will, ist eine andere Sache. Denn auch ich möchte ja mein Leben selbst gestalten können - in dem Rahmen, dass ich niemand anderen dabei beeiträchtige.

Allergisch reagiere ich dann, wenn ich mehrmals auf ein und dieselbe Sorge hingewiesen werde. Das mag ich nicht. Denn das hört sich für mich dann so an, als ob mich die andere Person manipulieren will...

Vielleicht ist es das, was andere dann als negativ bezeichnen?

P.S.: Das sind sehr interessante Gedanken, so dass ich daraus einen eigenen Thread gebastelt habe, damit sie in dem ursprünglichen nicht untergehen U72(
Liebe Grüße von wind-und-wellen

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Warmer, weicher Sand unter den Füßen - Wind streicht durchs Haar - grenzenlose Freiheit...
Benutzeravatar
wind-und-wellen
Hero Member
 
Beiträge: 858
Registriert: Mo 30. Jan 2012, 15:06
Wohnort: Berlin :-/

Re: Mein Leben, viele Ecken und Kanten... von dietrich_berli

Beitragvon kikilino » Do 11. Jul 2013, 16:16

dietrich_berlin hat geschrieben: »Du passt nicht in diese Welt und es ist nicht normal, sich eine rosarote Welt wie die der Pippi Langstrumpf zu wünschen.«
Als Antwort bekommt man, wenn man die Menschen auf die Gefahren aufmerksam macht, »ich rauche gern, ich trinke gern,« willst Du es mir verbieten? Jedem ist es natürlich freigestellt sein Leben so zu gestalten, wie er es wünscht. Aber warum wird es als negativ angesehen, um das Wohl anderer besorgt zu sein?


Hallo Dietrich,

zu den beiden Dingen möchte ich auch etwas sagen, denn ich empfinde beides als 'übergriffig'. Wer bestimmt denn, was 'normal' ist? Und wieso soll die Welt nur aus 'gleichen' Menschen bestehen? Wie langweilig wäre das denn? Ja, es gibt Ideen die utopisch sind (die vorgestellte empfinde ich nicht unbedingt als das _grinsevil_ )...aber gerade die Utopien sind es, die uns Menschen weiter bringen. Wer hätte vor hunderten von Jahren schon geglaubt, dass wir mal einen Blick auf unsere Erde werfen können und auf dem Mond landen.

Das zweite sehe ich allerdings anders als Du denn auch dies empfinde ich als übergriffig. Sich zu sorgen um seine Mitmenschen ist nett, aber hat eben auch seine Grenzen. Einem guten Freund kann ich vielleicht sagen, dass ich mir Sorgen mache weil er ungesund lebt (Süchte, ungesundes Essen, Bewegungsmangel etc.). Einem Menschen so etwas zu sagen, der einem nicht derart nahe steht impliziert irgendwie eine 'mütterliche Sogfaltspflicht' bzw. spricht ihm die eigene Entscheidungsgewalt/ Willen ab und hat den Touch des Entmündigens. Wenn man zudem den anderen auch noch auf die Gefahren hinweist gibt man ihm indirekt zu verstehen, dass man ihn für 'zu doof hält' diese selbst zu kennen. Wenn ich ein Stück Torte esse so möchte ich auch nicht, dass der Fremde vom Nachbartisch mich über den Zuckergehalt aufklärt weil ich ja vielleicht trotzdessen mich für die Torte entschieden haben und das, obwohl ich vielleicht sogar eine Speckrolle habe. Vielleicht möchte ich eben bewußt etwas ganz anderes als mein Tischnachbar? Vielleicht sind mir andere Dinge wichtig als der breiten Masse? Vielleicht gibt es ja auch einfach Menschen, die es anders möchten als sie es können. In solchen Fällen wäre es zudem noch sehr negativ, wenn sie ständig auf ihre Unzulänglichkeit von Fremden angesprochen werden.

Bei Süchten kommt hinzu, dass der Süchtige selbst erkennen muss, was mit ihm los ist.

Bei dem Thema "schlechte Eigenschaften oder Charakterzüge möchten viele Menschen nicht ablegen" frage ich mich, wer das Recht hat dieses zu beurteile? Was ist schlecht und was ist gut? Und wieso sollte sich ein Mensch nach der Sortierung eines anderen Menschen richten müssen? Solange man niemandem schadet denke ich sollte auch niemand über den anderen urteilen und ihn bewerten. Ich glaube, dass man am ehesten Menschen hilft, wenn man ihnen etwas Gutes tut oder sagt. _flov_
kikilino
 



Ähnliche Beiträge

Viele Grüße aus Gelsenkirchen
Forum: Vorstellungsrunde
Autor: Anonymous
Antworten: 3
Vorstellung von dietrich_berlin
Forum: Vorstellungsrunde
Autor: Anonymous
Antworten: 3

Zurück zu Hochsensibilität Allgemein

Wer ist online?

0 Mitglieder

cron