mit jemandem umgehen dem es unmöglich auf einen einzugehen

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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mit jemandem umgehen dem es unmöglich auf einen einzugehen

Beitragvon oase » Fr 24. Feb 2012, 20:56

Ich habe ein Problem.
Ich habe mit jemandem zu tun der nicht in der Lage ist auf meine Grundbedürfnisse einzugehen (d.h. z.B. zu berücksichtigen das ich bestimmte Dinge ernster nehme usw., oder es hasse mich durchsetzen zu müssen, zu kämpfen [jeder Sieg setzt einen Rückzug des anderen voraus..., ich mag niemanden zu etwas zwingen, schon gar nicht möchte ich in seine 'Sphäre'(= seine Grundbedürfnisse) eindringen, möchte ich ja auch bei mir nicht]).
Momentan halte ich Distanz zu demjenigen, aber wie geht ihr damit um?
Ich meine seine Reaktionen zu ignorieren ist nicht wirklich sinnvoll, kann ich auch nicht wirklich (und in mich 'hineinfressen' möcht ich das nicht) aber darüber zu sprechen ist derjenige nicht in der Lage.
Tja das ist mein Problem.

I.d.R. haben die Leute genügend Zeit um auf mich einzugehen, hier ist es aber leider momentan nicht so, derjenige ist (gedanklich) sehr beschäftigt... und wir sehen uns zwingend öfter.

Liebe Grüße
oase
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Re: mit jemandem umgehen dem es unmöglich auf einen einzugeh

Beitragvon Anke » Sa 25. Feb 2012, 08:10

Mmh, finde ich schwierig das ganze. Ich finde wie man mit so jemandem umgeht kommt darauf an in was für einer Beziehung man steht. Begegnet mir so jemand im Job, dann wäre vielleicht professionelle Distanz nicht verkehrt. Besonders schwierig ist es, wenn man mit so jemanden im Familienkreis zu tun hat. Die kann man sich ja im Gegensatz zu Freunden nicht aussuchen...
Wo gehört Deine Person denn hin?

Schöne Grüße

Anke
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Re: mit jemandem umgehen dem es unmöglich auf einen einzugeh

Beitragvon oase » So 26. Feb 2012, 02:39

Es ist eher familiär.

Ich könnt ja was zur Situation schreiben, aber da beisst sich die Maus in den Schwanz, sprich wir drehen uns im Kreis, ...
Naja also es ist so, das derjenige über wenig Zeit verfügt (würde er über mehr Zeit verfügen hätte er ausreichend Zeit und wäre in der Lage darüber nachzudenken), weshalb eine solche Fragestellung für mich bisher eigentlich nie Bestand (dafür hatte bisher jeder Zeit, wenn ich es für ihn passend erklärt/gezeigt habe). Nun kann und will ich mich nicht in die 'Ressourcenverwaltung' einmischen, (über Dinge/Probleme zu reden löst diese am besten, hab ich jedenfalls bisher so festgestellt) und wenn ich jetzt einfach darüber reden würde würde abgeblockt werden und nerven möchte ich auch nicht (ich hatte es schon mal versucht, aber eine 'keine Zeit'-Reaktion war das Ergebnis...).
Und mit dem Zeit-lassen (sozusagen auf bessere Zeiten hoffen) ist das so eine Sache. Naja ich kann und möchte es ja auch nicht in mich hineinfressen.

Grübelnde Grüße
oase
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Re: mit jemandem umgehen dem es unmöglich auf einen einzugeh

Beitragvon Anke » So 26. Feb 2012, 07:58

Der Großteil meiner Familie (insbesondere meine Eltern) besteht aus solchen Menschen... Die optimale Lösung für dieses Problem habe ich noch nicht gefunden! Es verletzt immer wieder. Ich bemühe mich sie so zu nehmen wie sie sind. Es gibt ja trotzdem Bereiche, in denen wir uns austauschen können. Leider bestimme selten ich die Themen, aber was erträgt man nicht alles für die verrückte Verwandschaft. Über mein Innenleben kann ich mit Ihnen eben in der Regel nicht reden (abgesehen von sehr, sehr seltenen kurzen Lichtmomenten). Aber da gibt es andere Menschen... Mein Mann muss sich z.B. nach einem Besuch bei meinen Eltern alles anhören, was sich während des Besuchs so alles angestaut hat. Es bringt einfach nichts mit Ihnen über die Probleme zu reden. Eine Besserung hält max 1 Woche an und nicht selten hören sie noch nicht mal richtig zu... Ich habe inzwischen akzeptiert, dass sie sich nicht ändern werden.
Außerdem musste ich einfach lernen, dass ich nicht der Mittelpunkt der Welt bin und nicht jeder Rücksicht auf mein Befinden, meine Gefühle oder meine Bedürfnisse nehmen muss.
Versuch doch mal ein wenig innere Distanz zu dem Menschen aufzubauen und vielleicht auch die Kontaktzeiten ein wenig zu reduzieren, dann ist der Leidensdruck für dich vielleicht nicht so groß...

Ich wünsch Dir viel Glück!

Anke
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Re: mit jemandem umgehen dem es unmöglich auf einen einzugeh

Beitragvon oase » Mo 27. Feb 2012, 02:20

Außerdem musste ich einfach lernen, dass ich nicht der Mittelpunkt der Welt bin und nicht jeder Rücksicht auf mein Befinden, meine Gefühle oder meine Bedürfnisse nehmen muss.

Ich weis was du meinst. Wenn ich meine Bedürfnisse berücksichtige muss ein anderer zurückstecken. (sobald ich sie zum Ausdruck bringen muss, weil ein anderer 'über die Stränge schlägt')
Also z.B. Jemand macht einen Spaß und hat daran vergnügen. Dieser Spaß beinhaltet aber einen zweiten der diesen Spaß/Witz nicht witzig findet (er ärgert sich). Bringt der zweite das nun zum Ausdruck (berücksichtigt nun also sich [sein Ich]) muss der andere zurückstecken (sich weniger berücksichtigen - halt keinen Spaß machen).[das Beispiel auf die Spitze getrieben ist so das, was man unter Mobbing versteht, sofern sich der zweite über den 'Witze' gerissen werden nicht wehrt]

Nun bin ich genauso auf diesem Planeten wie jeder andere.
D.h. wenn jemand zu mir kommt und meint 'ich bin jetzt DA' (und alle anderen dürfen neben mir existieren...), dann bin ich auch DA, was zumeist dazu führt das derjenige weniger DA ist und ich damit auch weniger DA bin/sein muss.
Ich mag es aber am liebsten wenn ein DA nicht erforderlich ist (= nicht kämpfen).
Ich reflektiere in der Beziehung zumeist die Bewegungen/Äußerungen meines Gegenübers, verhalte mich aber lieber zurückhaltend bis ich Gewissheit habe, das derjenige wirklich DA sein will und nicht nur einen anstrengenden Tag etc. hatte. Das führt meist dazu das ich lieber zuhöre als selbst rede, vor allem bei mehr als einer Person. Find ich etwas suboptimal aber naja... hab dafür bisher keine bessere Lösung gefunden.

Aber zurück zum Topic, das Problem ist eigentlich das, das ich Sachen/Dinge tun soll, die der andere für sich als störend empfindet. Also z.B. benötige ich Ruhe um zu arbeiten und kann dann nicht sofort aufspringen, das verlangt aber derjenige. Wohingegen derjenige selbst das für sich einfordert (und ich das selbstverständlich berücksichtige)... [oder sollte ich demjenigen einfach zeigen wie rücksichtslos/unachtsam er ist?, also einfach selbst so tun was ich eigentlich berücksichtigt wissen will, find ich eigentlich gar nicht gut, höchstens als Beispiel um den 'Blick' des anderen auf das Problem zu lenken...]

Ich hab bisher eigentlich immer festgestellt, das jeder in der Lage ist das zu fühlen was ich fühle/empfinde, der eine braucht nur länger und der andere weniger lange oder stärkere Ereignisse um emotional bewegt zu werden. Danach gehend versuche ich jedem die Zeit einzuräumen die er braucht, hier auch. Nun geht diese Thematik (glaube ich) aber schon länger, d.h. Wochen/Monate? k.A. Jedenfalls hat sich bei mir jetzt einiges angesammelt, und ich muss schon deshalb Distanz wahren um nicht neben demjenigen 'hochzugehen'. (was mir heute leider doch passiert ist und nunja mir noch etwas mehr Klarheit über die Ursächlichkeiten gebracht hat)

Im Endeffekt läuft es darauf hinaus, das ich demjenigen Zeit einräume (ich belasse die Probleme und lasse denjenigen damit erstmal in Ruhe). Aber dieser jemand setzt diese Zeit dann für seiner Meinung nach wichtigere Dinge ein. (was ja auch eigentlich so angedacht ist(?), aber in dem Umfang?)
Frage ist nun, kann ich ihm denn 'vorschreiben' was er mit der von mir eingeräumten Zeit anstellt, sprich wenn ich die Probleme so löse, dann muss ich diese Lösung von Anfang bis Ende durchziehen.(?)
Dies hieße aber das ich genau auf diesem Weg ausgenutzt werden kann, indem sich der andere nie Zeit nimmt, sprich ich müsste ihn zwingen (kämpfen) damit er sich die Zeit nimmt, sprich in seine Sphäre eindringen und entscheiden was gut für ihn ist (= was irgendwie mit Manipulation zu tun hat oder doch nicht?).

Ich hoffe das war jetzt nicht zu verwirrend.

Liebe Grüße
oase
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Re: mit jemandem umgehen dem es unmöglich auf einen einzugeh

Beitragvon Anke » Mo 27. Feb 2012, 07:20

Für mich stellt sich die Frage wie Deine emotionale Beziehung zu der Person ist. Willst Du dessen Anerkennung / Zuwendung / Liebe? Schätzt Du diese Person abgesehen von dieser anscheinend egozentrischen Haltung? Oder ist es ein Gefühl von Verpflichtung weil es irgendwie Familie ist? Alles Fragen, die Du hier natürlich nicht beantworten musst, die Du Dir aber selbst stellen solltest. Wenn Du dieser Person ansonsten sehr nahe stehst dann lohnt es sich meiner Meinung nach zu investieren, um ein für Dich akzeptables Miteinanderumgehen zu erreichen. Ansonsten übe ich gerade in vielen Lebensbereichen das Loslassen. Mit manchen Menschen ist man in manchen Bereichen des Lebens einfach nicht kompatibel. Ich versuche meine Mitmenschen einfach so zu nehmen wie sie sind und nicht an ihnen rumzumodelieren (gar nicht soooo einfach). Wenn jemand Verhaltensweisen an den Tag legt die für mich nicht erträglich sind, dann gestalte ich den Kontakt so, dass ich möglichst wenig mit den störenden Verhaltensweisen Kontakt habe. Z.B. ein Freund von uns ist sehr sparsam und wenn man ihn besucht sind häufig nicht ausreichend Getränke da oder das Knabberzeug schon pappig und alt. Wir versuchen dann einfach ihn häufiger zu uns einzuladen oder bringen was mit. Oder meine Eltern, die in der Regel sehr seltenfragen wie es mir geht oder was es neues gibt, sondern lieber ihren Stress bei mir abladen. Da habe ich die Telefonate auf einmal wöchentlich reduziert und akzeptiere, dass sie so sind wie sie sind. Dann ärgere ich mich eben einmal die Woche über deren Egozentrik, aber eben auch nicht häufiger.
Bei deinem Mobbingbeispiel ist mir aufgefallen, dass Du (so wie ich es verstanden hab) auf die Versuche reagieren würdest. Ist das nicht genau das was jemanden der mobbt noch beflügelt?
Also ich kann die Vorgehensweise mit dem Loslassen nur empfehlen.

Viel Erfolg und schöne Grüße

Anke _flöwer_
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