Musik als Ventil

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

Moderatoren: Hortensie, Eule

Musik als Ventil

Beitragvon René1987 » So 15. Jan 2012, 18:57

Hey...

Wenn man in der Lage ist sehr sensibel zu sein und viele Emotionen und Eindrücke zu speichern, passiert es zumindest bei mir manchmal, das ich so zu sagen garnicht mehr weiß, was ich eigendlich gerade fühlen soll. Mit etwa 16 habe ich angefangen Gitarre zu spielen. Nach kurzer Zeit wurde es zu verbissener Arbeit. 1-2 Jahre später wurde es zu einer absoluten Leidenschaft. Mit meinem Intrument bin ich mitlerweile in der Lage, dass aufzufangen, was mir mit Verstand und Grübeln nicht mehr möglich ist. Es ist auch so, dass ich in der Lage bin, gewisse Emotionen durch das Gitarre spielen abzulassen. Auch das Musik hören an sich hilft mir sehr dabei.

Ich habe einen Bericht gesehen, in dem man Menschen nach traumatischen Erfahrungen mit Klängen therapiert. Auch schwerbehinderte Kinder und Jugendliche sprechen auf solche Behandlungen an. Ich fand es wahnsinnig interessant, dass Musik die Macht hat so etwas zu bewirken und das wir in der Lage sind Harmonien und Melodien emotional wahrzunehmen. Ich rede nicht von Texten sondern reiner instrumentaler Musik.

Mich würde interessieren ob es euch auch so geht. Hilft es euch in bestimmten Situationen, die mit eurer sensibilität zu tun haben Musik zu hören? Oder vielleicht einen gewissen Song? Wenn ja was für Musik ist es?

Freue mich auf Antworten

Schönen Gruß
René1987
 

Re: Musik als Ventil

Beitragvon bumblebee » So 15. Jan 2012, 21:24

Hi,

Musik ist wirklich ein Ventil. Ich höre Musik, wenn ich Feierabend habe. Da kann ich sie richtig genießen, an meinen starken Boxen vom PC aus, wo ich alles mit einem Klick an hab, was mir gefällt. Einen Mp3 Player habe ich jedoch nicht. Ich kann die Musik unterwegs nicht genießen, da sind zuviele andere Reize, die mich ablenken und ich möchte mir die Musik für besondere Momente aufheben. Wie eben zb den Feierabend oder eine gute Party. Oder wenn ich mal wieder einen längeren Artikel verfasse, stelle ich mir das passende Genre zu diesem Thema ein. Ich glaube auch, dass uns die Musik, die gerade läuft in unserer derweiligen Artikulation beeinflusst. Das man sensibler antwortet, wenn sanfte Töne erklingen, melancholischer wird, wenn tragische Klänge ertönen und enthuiastischer/optimistischer, wenn tanzbare Musik ertönt. Deshalb habe ich mir abgewöhnt, nur noch traurige Lieder zu hören. Ab und an gönne ich mir eins, aber dann fällt es mir sehr schwer, wieder aus den tiefen Emotionen herauszukommen. Meist schalte ich dann nochmal ein fröhliches Lied ein, um zufrieden einschlafen zu können. Wenn tanzbare Musik läuft, tanze ich auf den Stühlen, vor den Kochtöpfen und singe mit, als würde ich ein Konzert geben. Das ist immer toll! _flöwer_ Und wenn richtig traurige Lieder kommen, scheine ich vollkommen in einer Welt zu versinken und bin dann lange Zeitg ganz still. Eindrucksstarke Lieder gehen mir die nächsten 2 Tage dann nicht mehr aus dem Kopf. Es ist wie, als wenn die Musik weiter läuft, nur dass die anderen sie nicht hören. Und mein Gemüt bewegt sich enstprechend des Genres dazu.
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Re: Musik als Ventil

Beitragvon René1987 » So 15. Jan 2012, 22:38

Ich geb mir hier in meinem Wohnzimmer auch immer ein Konzert.
Will garnicht wissen wie bescheuert das aussieht. icon_kidra

Mach immer die Schalosien runter, weil ich Angst habe, dass das jemand sieht.
Is schon cool n Rockstar zu sein. Kann mich da voll drinnen verlieren.
Was nervt ist daraus zu erwachen

Schön, dass du mich da verstehst
René1987
 

Re: Musik als Ventil

Beitragvon ja » Mo 16. Jan 2012, 14:13

hallo rené1987,


die musik hat in meinem sein eine lebensgestaltende rolle _angel_

wirklich, bevor ich wusste das es hs überhaupt gibt hat mir das eintauchen in lieder das emotionale überleben gesichert!
Was hätte ich bloss ohne die sterne gemacht:

http://www.youtube.com/watch?v=yu5OlZ_7EB8

ernsthaft.

Wenn ich überlastet war bin ich „zappeln“gegangen, energie loswerden, am besten ska, punk, rock ...
als teenagerin war ich ziemlich eine rock'a'bella

und als ich im koma war, war der akkustische sinn der der mich diese realität hat wieder finden lassen.


let the good times roll
supercool
ja.
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Re: Musik als Ventil

Beitragvon tootsie » Mo 16. Jan 2012, 18:45

Oh ja, Musik ist für mich ein absolutes Ventil. Ich singe dann gerne mit oder tanze dazu.

Lieder, die mich in einer bestimmten Phase begleitet haben, bringen mir ALLES wieder: Gerüche, Gesichter, Gefühle. Es ist total verrückt.

Ich mag klassische Musik. Würde sogar so weit gehen, dass Musik ein Gottesbeweis für mich ist. So etwas Geniales, was die Seele berührt, muss einfach mehr sein, als nur eine Aneinanderreihung von technisch erzeugten Klängen. Ob Bach oder Pop - Musik ist einfach mehr als nur die Summe von Tönen.

Musik kann mich aufbauen, aber auch traurig machen. Musik hat Macht über mich. Aber dieser Macht gebe ich mich gerne hin.

Tolles Thema _schf_
Viele Grüsse,
Tootsie
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Re: Musik als Ventil

Beitragvon Raven » Di 17. Jan 2012, 13:38

Ich benutze Musik auch ganz gezielt, um meine Laune zu verbessern. Wenn ich richtig sauer/wütend/genervt bin höre ich mir recht punkige musik an, wenn ich traurig bin entsprechend traurige Lieder, solange, bis meine Stimmung richtig in die Musik eingetaucht ist. Und dann höre ich mir Schritt für Schritt immer fröhlicher werdende Lieder an: über wütend/traurig s_032 , melancholisch soakes , schlecht-drauf-Musik big_cry2 , neutral _nüxweiss_ , leicht gehoben _yessa_ , Tanzlieder _dans_ bis gute Laune Musik _10_ an und merke, dass die Lieder meine Stimmung mit hoch ziehen, so dass es mir dann wieder besser geht. Hab für jede Lebenslage entsprechende Musik _grin_
Raven
 

Re: Musik als Ventil

Beitragvon Kath » Di 8. Mai 2012, 22:58

Musik ist definitiv das, was mich am Leben hält. Habe schon immer sehr gerne Musik gehört und mache seit 12 Jahren aktiv Musik. Spiele Klavier, Altsaxophon, und lerne jetzt auch Gitarre. Klassische Musik und Jazz mag ich am liebsten, aber auch andere akustische und elektronische Musik. Wenn ich aus dem Haus gehe, habe ich immer meinen mp3-Player dabei, auf diese Weise kann ich die 1000 nervigen Geräuschquellen durch eine einzige ersetzen und bin gleich viel weniger angestrengt. Musik ist wie ein schützender Kokon für mich, und die beste Möglichkeit für emotionalen Ausgleich.
Kath
 

Re: Musik als Ventil

Beitragvon Dezember » Di 8. Mai 2012, 23:32

Ich spiele auch Klavier und Altsaxophon und mag klassische Musik am liebsten ;)
Ich wurde im Unterricht sogar oft darauf hingewiesen, dass ich aufpassen muss, die Emotionen eines Stückes nicht zu sehr hervorzubringen...
Musik hat bei mir ganz extreme Einflüsse auf meine Stimmung. Fröhliche, flotte Musik, meist dann noch mit dem richtigen Beat, kann mich in Höchststimmung versetzen, düstere Musik kann mich stundenlang melancholisch stimmen. Wenn ich ein Gefühl "herbeirufen" will (manchmal genieße ich es, richtig down zu sein, wenn ich das Gefühl schon zu lange nicht mehr hatte...), dann muss ich nur die richtige Musik hören. Klappt immer.
Dezember
 

Re: Musik als Ventil

Beitragvon Hortensie » Mi 9. Mai 2012, 15:00

Bei mir ist es wie bei dir, Dezember - bei guter Launer flotte Musik, manchmal auch gerne etwas melancholischer. Rock, Pop, Beat, Reggae und vor allem klassische Musik.

Bei uns zu Hause geht nichts ohne Musik. Ich selber singe, habe Blockflöte gelernt, Klavier gespielt, die Gitarre geschrammelt, quergeflötet und bin zurück zu den Holzflöten aus Ahorn, Kirsche und Palisander. Die klingen so schön erdig, warm, man kann die Holzart fühlen und hören. Dazu hören wir hier quer durch die Hitlisten und singen im Kanon, mehrstimmig oder solo - wie es gefällt!
Und wenn's ganz irre wird, steht neben mir die Beatbox und macht den Rhythmus zu Klezmermusik. *soifz*

Das ist so schön und erfüllend!

LG, Hortensie
pragmatisch und bodenständig
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Re: Musik als Ventil

Beitragvon phoenixe » Mi 9. Mai 2012, 22:33

Ich kann mich nur anschließen. Ohne Musik - ohne MEINE Musik - geht gar nichts. Ich habe drei Ventile, die mich durch
die Irrungen und Wirrungen meines Lebens getragen haben: Musik, Schreiben und Ruhe.
Ohne Musik fehlt mir also ein Drittel meiner Lebensqualität!
Ich hatte vor nicht allzu langer Zeit eine musik-, schreib- und ruhelose Phase und da war von mir nur noch
eine Hülle unterwegs.

Musik konsumiere ich nicht in Masse. Ich höre manche Lieder seit zwanzig Jahren und sie sind Teil von mir geworden.
Und manchmal entdecke ich etwas Neues, das analog meiner eigenen Entwicklung so wunderbar in mein Leben passt.
Als ich mich in der leeren Phase befand, stieß ich zufällig auf eine CD. Und die Musik war wie eine Offenbarung.
Es war, als hätte der Komponist auf eine Scheibe gebrannt, wie ich aktuell fühle. Es war alles da. Die Verzweiflung, der Schmerz, die Aggression, die Trauer und die Hoffnung.
Ich höre dieses (für mich) Meisterwerk und ich fühle mich verstanden.

Menschen, die in der Lage sind ihre Gefühle auf diese Art und Weise sichtbar zu machen, bewundere ich auf´s Tiefste und bin so
dankbar daran teilhaben zu dürfen.

Musik kann mich in einen schwerelosen Zustand versetzen, in dem ich loslassen kann...

Liebe Grüße
phoenixe
... also bin ich nischeninhaberin, -verwalterin und mit den jahren -verfechterin geworden...
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