Quälen, ja oder nein?

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Re: Quälen, ja oder nein?

Beitragvon Erdbert » Do 14. Feb 2019, 17:36

hallo cindy,

was ist denn das thema? der themenersteller wurde ja mehrfach um aufklärung gebeten:

izmi hat geschrieben:Hm, ich kann Dir nicht ganz folgen. Hast Du vielleicht ein Beispiel?

Jamania hat geschrieben:Was genau ist denn mit quälen gemeint?

Erdbert hat geschrieben:mika1983, dein spruch in der fussnote soll ein hinweis sein, wie man an dargebotene inhalte herangeht? soll hier ein problem erkannt oder gelöst werden, oder soll man nur gemeinsamkeiten mit anderen usern sammeln?


und Shannon ist sich nicht sicher ob sie richtig "interpretiert" hat:

Shannon hat geschrieben:Ich hoffe, ich habe Deine Frage richtig interpretiert und Du kannst mit meiner Antwort etwas anfangen.

1 themenersteller, 1 mod, 5 beteiligte user und 4 davon sind sich nicht sicher, worum es geht.

ich dachte zunächst, der TE greift unter anderem narzissmus, täter-opfer mechanismen auf. es kam bisher keine korrektur von seiner seite.

cindy sun hat geschrieben:bitte zurück zum eigentlichen Thema oder woanders...in einem der vielen bereits vorhandenenThreads...weiterdiskutieren.
Ich möchte nicht noch einmal daraufhinweisen.


nun noch mehr verunsicherung. es ist doch klar dass sich weitere fragen auftun, aber man soll keine antwort erwarten, interpretiere ich jetzt mal... viele doppelpunkte, wo man sich scheinbar eine information reininterpretieren oder reinraten soll, interpretiere ich nochmals... _lüpe_
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Re: Quälen, ja oder nein?

Beitragvon Jamania » Do 14. Feb 2019, 17:41

Hallo Erdbert,

ich denke cindy sun bezieht sich auf den Drall, der jetzt hier ins Thema kommt:
Erdbert hat geschrieben:glaubst du denn dass es HS nicht gibt? es gibt ja einige hinweise darauf dass wenige menschen ein höher erregbares nevensystem haben. deshalb glaube ich dass es HSP gibt.


Der Rest ist für mich durchaus mit dem Thema verbunden, aber vielleicht kann cindy sun das ja bestätigen oder richtig stellen.

Mit dieser Frage können wir aber gerne in einen entsprechenden Strang, den es bereits gibt, umziehen.

Ich schaue mal danach und stelle es dann rein, kann aber ein wenig dauern. :-)
Jamania
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Re: Quälen, ja oder nein?

Beitragvon Erdbert » Do 14. Feb 2019, 18:10

Jamania hat geschrieben:Ich schaue mal danach und stelle es dann rein, kann aber ein wenig dauern. :-)

ach so, alles klar. und danke! :-)
ich mache hier aber auch mal kurz weiter weil es auch gerade hier und heute gut zu meiner situation passt.
mika1983 hat geschrieben:Wie sehr quält ihr euch? Sprich, wenn ihr wirklich was wollt? Wo ist der Punkt, an dem ihr aufgebt? Gleich beim ersten kleinen Widerstand oder seid ihr ausdauernd und leidensfähig bis zum Schluss?

als qual empfinde ich es nicht, wenn ich etwas erreichen will, sondern als motivation. wenn ich diese motivation habe, gebe ich nicht auf weil ich dank HS sehr schnell merke, ob etwas zäh oder gut vorangeht und sich überhaupt lohnt, tiefer einzusteigen. bei kreisgedreh und eristischer oder unpräziser kommunikation bin ich relativ schnell raus, aber als aufgeben empfinde ich es nicht, sondern als energiesparend für etwas das in zukunft mehr bereichert.

mika1983 hat geschrieben:Vorallem aber, was und wie viel erwartet ihr in dieser Hinsicht von euren Mitmenschen?
Wurdet ihr schonmal darin enttäuscht, dass ihr einmal für einen Menschen euer letztes Hemd gegeben habt und andere sich für euch kein Bein ausreißen würden?

an mitmenschen habe ich keine besondere erwartungshaltung da ich nicht von mir auf andere schliesse und auf keine adäquate gegenleistung hoffe, sofern ich mir uneigennützig motivationsbedingt und unbehemdet für jemand anderen "ein bein ausreisse". mir sind gründe und strukturen für die angesprochenen verhaltensweisen durchaus bekannt, daher kann ich mich recht gut abgrenzen und quäle mich grundsätzlich auch nicht lange mit strukturierung von dingen anderer, die für mich längst gedanklich "durch" sind. auch das ist eine reine energiesparmassnahme für neues und unbekanntes. _yessa_

vielleicht demnächst mal wieder woanders, hier ich bin raus. hier komme ich gedanklich gerade nicht weiter. _reib_
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Re: Quälen, ja oder nein?

Beitragvon Walter66 » Do 14. Feb 2019, 20:41

Hallo Michael,

spannende Frage, das Thema kenne ich gut.
mika1983 hat geschrieben:Wie sehr quält ihr euch? Sprich, wenn ihr wirklich was wollt? Wo ist der Punkt, an dem ihr aufgebt? Gleich beim ersten kleinen Widerstand oder seid ihr ausdauernd und leidensfähig bis zum Schluss

Ich gebe relativ spät auf. Egal, ob es um Beziehungen oder andere Dinge geht. Das hat Nachteile und Vorteile:
Nachteil: Mann kann sich gut verrennen und hat viel Zeit und Kraft investiert, um dann doch die Entscheidung zu treffen, die man vielleicht schon nach 10 Minuten hätte treffen können. Oder man investiert Stunden oder Tage, um eine Sache preiswerter zu bekommen. Die vielleicht nur geringe Preisersparnis wiegt dann oft den Zeitaufwand für das Suchen nach einem günstigeren Angebot nicht auf.
Kenne ich beides und lenke in scheinbar aussichtslosen Situationen eher ein, als früher, ich bin also weniger verbissen. Für zweiteres nehme ich auch schon mal eine Preiszuschlag in Kauf, um für mich wertvollere Zeit zu sparen.
Vorteil: Man bleibt an vielen Stellen dran, wo andere aufgeben. Ich bin Autodidakt sowohl im Freizeitbereich als auch in beruflichen Dingen. Bei vielen Sachen im IT - Bereich muss man sich durchbeißen und dranbleiben. Da ist es schon mal hilfreich, wenn man sich an ein Problem auch mal ein bissl festbeißt und nicht zu schnell aufgibt. Ich bin als ziemlich geduldig bekannt, wenn ich Leuten etwas erkläre bzw. vermittle.
Ich kann nicht sagen, wo quälen anfängt anfängt und es gibt auch bei mir Punkte, wo ich aufgebe. Falls sich Deine Frage auf zwischenmenschliches bezieht: Wenn andere Personen im Spiel sind, fällt es mir deutlich schwerer, etwas aufzugeben. Da kann es schon mal passieren, dass ich anstatt der biblischen 2. Meile noch 1 - 2 weitere Meilen zuviel mitgehe.
mika1983 hat geschrieben:Vorallem aber, was und wie viel erwartet ihr in dieser Hinsicht von euren Mitmenschen?
Wurdet ihr schonmal darin enttäuscht, dass ihr einmal für einen Menschen euer letztes Hemd gegeben habt und andere sich für euch kein Bein ausreißen würden?

Ich erwarte von meinen Mitmenschen nicht, dass sie so für eine Sache ... kämpfen, wie ich das tue. Aber ich habe in den letzten Wochen schmerzlich an anderer Stelle gemerkt, dass ich in Beziehungen oft verbindlicher bin und auch bereit bin, mehr zu investieren und dadurch wohl auch mehr erhoffe, als mein Gegenüber bereit ist, in die Beziehung zu investieren. Es passt nicht ganz zum Thema, aber mir wurde das schmerzlich bewußt, als ich mich dafür entschied, WhatsApp aufzugeben. Ich habe viele Kontakte, also auch im echten Leben, mit denen ich bis dahin über WhatsApp rege kommuniziert habe. Nach dem Abklemmen von WhatsApp ist fast Funkstille, weil kaum einer bereit ist, mit mir auf andere Art und Weise zu kommunizieren (bei mir gehen mehrere Messenger, Email, Telefon, zur Not SMS... nur eben kein WhatsApp oder Facebook). Ich bin an vielen Stellen echt aussen vor, weil es für meine Kontakte (wohlgemerkt, langjährige Kontakte aus dem echten Leben) zu viel Mühe ist, anders mit mir zu kommunizieren, als mit WhatsApp.

LG Walter
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Re: Quälen, ja oder nein?

Beitragvon mika1983 » Di 19. Feb 2019, 11:30

Hallo zusammen,

erstmal sorry für die späte Rückmeldung, hab die Dialoge zwar verfolgt aber noch keine Zeit gefunden ausführlich zurückzuschreiben.

Mir ging es genau darum, was Walter hier schon beschrieben hat.
Das Kern Thema ist Uneigennützigkeit.

Prinzipiell habe ich immer das Gefühl, dass ich - wohl aufgrund meiner Kentnisse und Fähigkeiten - mehr für andere mache (machen kann) als andere für mich. Somit empfinde ich es ab einem bestimmten Punkt als Qual, wenn ich für andere - aus welchem Grund auch immer - mit-, vor- oder nacharbeiten muss.

Das war der Hintergrund der ursprünglichen Frage.

Wir leben leider in einer Zeit, in der jeder immer bequemer wird und sich keiner mehr Mühe gibt etwas für den anderen zu tun.
Ich denke, wir sind eben alle zu reich, uns geht es zu gut. Wenn ich ohne meinen Nächsten verhungern würde und er ebenso, wäre das Gefühl in der Gesellschaft, die Aufoperungsbereitschaft einem anderen gegenüber, vermutlich wesentlich höher.

Vielleicht ist auch genau deswegen, warum ich mich so oft ausgenutzt fühle.

LG,
Mika
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Re: Quälen, ja oder nein?

Beitragvon mika1983 » Mi 20. Feb 2019, 13:18

2 Beispiele noch dazu:


Fall 1 - Ein langer anstrengender Tag liegt hinter dir. Endlich hast du es dir gemütlich gemacht und willst nicht mehr aufstehn. Du willst aber noch etwas zu trinken.
a) Stehst du auf und holst dir was?
b) Bleibst du liegen und denkst, mach ich später wenn ich eh aufstehe.
c) Du bittest jemand anderen es zu tun.

Fall 2 - Ein langer anstrengender Tag liegt hinter dir. Endlich hast du es dir gemütlich gemacht und willst nicht mehr aufstehn. Ein anderer bittet dich, dich ihm etwas zu trinken zu holen, weil er gerade mit etwas beschätigt ist.
a) Du prüfst erstmal, wie wichtig dir seine Beschäftigung erscheint und motzt ihn an, dass er sich gefälligst selbst etwas holen kann.
b) Du quälst dich ohne einen Mucks auf, und holst ihm/ihr etwas, weil du ja so ein bamherziger Mensch bist.
c) Du diskutierst mit ihm, dass er/sie gerade gar nichts zu trinken braucht :)

c) sicher als Spass gemeint.

An einer alltäglichen Situation, egal ob zuhause oder im Beruf kommen wir genau an diese Punkte. Gerade wir hochsensiblen können wesentlich präziser abwägen wie wichtig was ist - wodurch m.E. sich ein kontinuierliches Spannungsfeld aufbaut.

Ich hoffe ich konnte etwas plastischer darstellen, was ich eingangs ansprechen wollte.

LG
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Re: Quälen, ja oder nein?

Beitragvon Eisvogel » Sa 23. Feb 2019, 12:55

mika1983 schreibt:
Wir leben leider in einer Zeit, in der jeder immer bequemer wird und sich keiner mehr Mühe gibt etwas für den anderen zu tun.
Ich denke, wir sind eben alle zu reich, uns geht es zu gut. Wenn ich ohne meinen Nächsten verhungern würde und er ebenso, wäre das Gefühl in der Gesellschaft, die Aufoperungsbereitschaft einem anderen gegenüber, vermutlich wesentlich höher.

Zu von vor 20 Jahren kann ich keinen Unterschied feststellen, außer, dass einige mit Handy die Wege blockieren.

Zwischen Aufopferungsbereitschaft und Hilfsbereitschaft liegen bei mir jede Menge Einzelschritte, so würde ich mich nie für jemanden aufopfern, denn eine Opfergabe erinnert mich an Religionen oder Personen mit Helfersyndrom.

Wenn ich das Gefühl des Ausgenutztwerden hätte, würde ich es überprüfen.

mika1983 schreibt:
An einer alltäglichen Situation, egal ob zuhause oder im Beruf kommen wir genau an diese Punkte. Gerade wir hochsensiblen können wesentlich präziser abwägen wie wichtig was ist - wodurch m.E. sich ein kontinuierliches Spannungsfeld aufbaut.

Auch anhand deiner Beispiele lande ich beim Helfersyndrom und nicht bei HS.
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Re: Quälen, ja oder nein?

Beitragvon exsitu » Sa 23. Feb 2019, 15:59

mika1983 hat geschrieben:Fall 2 - Ein langer anstrengender Tag liegt hinter dir. Endlich hast du es dir gemütlich gemacht und willst nicht mehr aufstehn. Ein anderer bittet dich, dich ihm etwas zu trinken zu holen, weil er gerade mit etwas beschätigt ist.
a) Du prüfst erstmal, wie wichtig dir seine Beschäftigung erscheint und motzt ihn an, dass er sich gefälligst selbst etwas holen kann.
b) Du quälst dich ohne einen Mucks auf, und holst ihm/ihr etwas, weil du ja so ein bamherziger Mensch bist.
c) Du diskutierst mit ihm, dass er/sie gerade gar nichts zu trinken braucht :)

c) sicher als Spass gemeint.

An einer alltäglichen Situation, egal ob zuhause oder im Beruf kommen wir genau an diese Punkte. Gerade wir hochsensiblen können wesentlich präziser abwägen wie wichtig was ist - wodurch m.E. sich ein kontinuierliches Spannungsfeld aufbaut.
LG

Ich sehe keinen Grund, zwischen a) Motzen und b) sich Quälen zu wählen; das sind nur die Extreme.

Wenn jemand einen Wunsch äußert und um einen Gefallen bittet, kann man die Bitte einfach ablehnen. Ohne einen Streit oder Kampf daraus zu machen. Einfach ganz spannungslos nein sagen. Nein, jetzt nicht, ich bin erschöpft und will mich ausruhen, Punkt. Und man kann auch selber einen Wunsch äußern: Falls du doch in die Küche gehst, bring mir bitte auch was zu Trinken mit. Dann kann der andere wiederum entscheiden, ob er deinen Wunsch erfüllt oder nicht.

Es sind ja zwei erwachsene Personen, nehme ich an, die gleichberechtigt miteinander umgehen und gleichermaßen für die Gestaltung des Umgangs verantwortlich sind. Jeder hat das Recht, für sich selber zu beurteilen, wie wichtig ihr oder ihm etwas ist, das muss nicht eine HSP für beide entscheiden. Allerdings wäre jemand, der seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse grundsätzlich für wichtiger hält als die meinen, für mich kein möglicher Partner zum Zusammenleben.
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Re: Quälen, ja oder nein?

Beitragvon Eisvogel » Sa 23. Feb 2019, 16:34

exsitu schreibt:
Ich sehe keinen Grund, zwischen a) Motzen und b) sich Quälen zu wählen; das sind nur die Extreme.

mika1983 schreibt:
An einer alltäglichen Situation, egal ob zuhause oder im Beruf kommen wir genau an diese Punkte. Gerade wir hochsensiblen können wesentlich präziser abwägen wie wichtig was ist - wodurch m.E. sich ein kontinuierliches Spannungsfeld aufbaut.

Ja, es sind Extreme und ich habe vorhin schon überlegt, ob ich darauf genauer eingehen sollte. Wenn "wir" HSP alles so wahnsinnig differenziert sehen, warum dann diese Extrembeispiele?
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