S-Bahn fahren - Der reinste Horror

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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S-Bahn fahren - Der reinste Horror

Beitragvon Miguelito » So 17. Jul 2016, 11:57

Hallo ihr Lieben,

Ich fühle mich total unwohl bei eine S-Bahn Fahrt (oder ähnliches wie Bus, etc).
Normalerweise steige ich ein, bin dann unauffällig auf der Suche nach dem richtigen Sitzplatz (Darf nicht zu dreckig sein, darf nicht in die Gegenrichtung sein, darf kein Sitznachbar sein der unangenehm wirk) und dann geht es langsam los. Menschen die etwas tun was ich als nicht richtig erachte, laute Geräusche, laute Musik aus Kopfhörer von Sitznachbar, Gespräche, üble Gerüche, im Sommer Wärme und teilweise Sonnenlicht, der Gedanke was andere über mich denken und ob ich mich richtig verhalte und und und …

Ich klinge vielleicht etwas pingelig aber für mich ist das eine echte Qual. So schlimm, dass ich meine Arbeit auch gekündigt habe weil ich nicht mehr täglich S-Bahn fahren will.

Ich würde gerne wissen wie es euch bei eine S-Bahn Fahrt geht. Geht es euch vielleicht ähnlich wie mir? und wenn ja tut ihr was dagegen?
Miguelito
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Re: S-Bahn fahren - Der reinste Horror

Beitragvon Augenblick » So 17. Jul 2016, 14:12

Hallo Miguelito!

Erst einmal Herzlich Willkommen im Forum. _Mij_

Mit deiner Thematik bist du keinesfalls allein. Auch ich sehe mich damit immer wieder aufs Neue konfrontiert.

Deine Empfindungen kann ich somit gut nachfühlen und auch für mich stellen Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln
immer wieder eine Herausforderung dar.

Wobei ich sagen muss, dass die S-Bahn für mich dann immer noch ein stückweit erträglicher ist, zumindest dahingehend,
dass es räumlich und von einigen Sitzplätzen her alles etwas großzügiger und breiter gehalten ist, als in Bus und U-Bahn,
zumindest in Berlin.

Unangenehme Gerüche stehen für mich wohl auf Platz 1 der „Herausforderungen“.

Wenn möglich, dann wechsle ich den Wagon bzw. bei den durchgängigen U-Bahn-Zügen laufe ich dann an einen Platz im Zug,
wo es für mich „dufttechnisch“ gesehen angenehmer oder sogar neutral zugeht.

Ist dies alles nicht möglich, dann behelfe ich mir oft meiner Handcreme, die ich als angenehm empfinde und begebe mich
dann in die sog. „Denkerpose“, um möglichst lange den Geruch meiner Handcreme um die Nase zu haben.
So ähnlich wie auf diesem Bild.(ich hoffe, das klappt mit der Verlinkung)

Handcreme ist zwar nicht jedermanns Sache, aber für mich persönlich eine brauchbare Maßnahme.

Gibt es für mich keinen erstrebenswerten Sitzplatz, aus welchen Gründen auch immer, dann versuche ich einen Stehplatz
möglichst an der Tür zu ergattern. So kann man dann –insbesondere bei schlechter Luft und unangenehmen „Duftsinfonien“-,
bei jeder Station wenigstens kurz mal die Tür öffnen und wenn so gar nichts mehr geht, dann eben „flüchten“. _Bolt_

Ansonsten hilft zuweilen durch den Mund zu atmen, statt durch die Nase.

Laute (Telefon) Gespräche kann ich an manchen Tagen auch sehr schlecht ertragen bzw. ignorieren, wobei es auch immer
wieder Fälle gibt, in denen dies für mich auch eine „Quelle der Inspiration“ darstellt und ich auf humoristische oder
sonstige Weise inspiriert werde. Das macht es dann natürlich erträglicher. _yessa_

Andernfalls kann es evtl. auch hilfreich sein, sich selbst Kopfhörer aufzusetzen bzw. sich „Kopfhörer-Stöpsel“ in die Ohren
zu stecken und Musik, ein Hörbuch, Meeresrauschen oder sonstigen Tönen und Klängen zu lauschen, um sich in eine schönere
und entspanntere Stimmung zu katapultieren und das Drumherum akustisch nicht mehr so intensiv mitzubekommen.

Wenn man einen "digitalen Wegbegleiter" (sprich Smartphone etc.) besitzt, dann hilft es möglicherweise auch,
sich ein paar Bilder (von seinen „Lieblingsmenschen“, etwas Lustiges oder schöne Landschaftsmotive etc.) anzuschauen,
mit denen man sich dann gedanklich etwas ablenken kann. Mir persönlich hat dies schon öfter geholfen.

Gegen alles, was einem bei solchen Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln begegnet, kann man natürlich nicht immer etwas machen,
da hilft dann tatsächlich oft nur „Augen (und/oder Nase) zu und durch“ und sich seines eigenen Kopfkinos bedienen.
Ich selbst zumindest besitze ein sehr "großes und buntes Kopfkino“, womit ich mich in den meisten Fällen gedanklich sehr gut „wegbeamen“ und in angenehme (Traum) Welten begeben kann.

Nun gut, das waren jetzt ein paar kleine „Erste-Hilfe-Maßnahmen“ aus meinem persönlichen Erfahrungsschatz.

Wenn auch nichts (Neues) für dich dabei sein sollte, so weißt du zumindest, dass du mit deinen Empfindungen
und der "Problematik" nicht alleine bist.
Hilft zwar nichts gegen unangenehme Mitmenschen oder Gerüche, aber gibt ja möglicherweise zumindest das Gefühl,
dass man sich verstanden fühlt.

Ich wünsche dir, dass du hier ein paar - für dich -wertvolle und hilfreiche Anregungen bekommen und dir somit
die zukünftigen Fahrten vielleicht etwas angenehmer gestalten kannst. _yessa_

Liebe Grüße _flöwer_
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Gutes in den Menschen hineinhuschen kann.

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Re: S-Bahn fahren - Der reinste Horror

Beitragvon Teetrinkerin » So 17. Jul 2016, 15:20

Ich kenne das auch. Gerade in größeren Städten ist die Wahl Öffis oder Auto nicht ganz einfach.

Im Auto habe ich mein "Schneckenhaus" dabei, allerdings empfinde ich auch den Verkehr in Großstädten nicht so angenehm. Es ist nicht so, dass ich unsicher fahre, aber sofern ich den Weg nicht kenne und neue Straßenzüge an mir vorbeiziehen ist es einfach anstrengend, die Reize zu verarbeiten. Auf dem Land ist das einfacher, da weniger Reize vorhanden sind.

Öffentliche Verkehrsmittel waren eine Zeit lang schwieriger. Inzwischen kann ich mich mit Kopfhörern etwas abschirmen. Trotzdem finde ich es nicht unbedingt angenehm und es kostet Energie, die Reize zu verarbeiten. Zug ist da einfacher als Bus oder Straßenbahn / S-Bahn / U-Bahn. Das liegt wohl an der Enge und an der Route, denn der Zug fährt ja über Land und es gibt weniger Haltestellen - damit auch mehr "Ruhe".

Bald stehe ich vor der Wahl, ob ich Öffis nehme oder mit dem Auto fahre. Ich werde es ausprobieren und dann entscheiden, denn mein Empfinden wechselt - gerade wenn ich die Stecke kenne, wird es mit dem Auto einfacher. Öffis wären jedoch preiswerter...
Viele Grüße, Die Teetrinkerin
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Re: S-Bahn fahren - Der reinste Horror

Beitragvon InnerLight-HH » So 17. Jul 2016, 18:55

Hallo Miguelito,

auch ich gehöre zu den S- und U-Bahn-Fahrerinnen.
Seitdem ich nicht mehr täglich sondern nur noch 1 - 2x in der Woche S-Bahn fahre, ist es für mich auch anstrengender geworden, zumal meine Wohnung/Haus auch abseits alles Belebtem liegt (sieht man mal von Vögeln, Fröschen und Eichhörnchen ab) und ich so meist recht viel Ruhe um mich habe.

Schon vor meinem Umzug aufs Land hatte ich mir angewöhnt, in den Öffis Musik via Ohrstöpsel zu hören, zu Häkeln oder zu Stricken oder ein Buch zu lesen. Für unangenehme Gerüche habe ich meist einen kleinen Parfümzerstäuber dabei. Den benutze ich auch, wenn ich igendwie an Rauchern vorbei komme, da ich Zigarettengeruch gar nicht ab kann.
Da sich aber auch immer wieder junge Frauen in der S-Bahn benehmen, als ob sie zu Hause im Bad wären (Schminken, Haare machen nebst Haarspraybenutzung, Nägel lackieren), hab ich da auch kein Problem damit, mal eine Runde Parfüm auszugeben *+* .

Was mir aber seit Neuestem auffällt ist, dass ich entsetzliche Schmerzen im Oberbauch bekomme, wenn es in der S-Bahn zu voll, zu laut oder zu unruhig wird. Das spüre ich oft schon, bevor die/der entsprechende "Störenfried/e" einsteigt. Die Schmerzen sind augenblicklich weg, wenn ich die S-Bahn verlasse.

Was mich auch noch sehr stört, sind die Musiker, die sich einfach in die S-Bahn schleichen und unaufgefordert mehr oder weniger schlechte Musik spielen, oft sogar mit Verstärker. Da werde ich sogar richtig aggressiv. Mittlerweile habe ich mir angewöhnt, laut und schief zu Quietschen, Miauen oder zu Jaulen. So kann ich wenigstens meinen extremen inneren Druck abführen.
Klingt komisch. Ist es auch. Aber ich muss halt was tun, wenn es mir schlecht geht.
Bei Straßenmusikern in der Fußgängerzone ist das anders. Da kann ich entscheiden, wie nah ich hin oder dran vorbei gehe. In einer S-Bahn bin ich irgendwie gefangen und bis zur nächsten Station können schon ein paar Minuten vergehen.

Ganz ganz schlimm sind Fußballveranstaltungen im Stadion, wenn dann mehr oder weniger gröhlend und/oder besoffen die Fans mit der S-Bahn fahren. Da bekomme ich akute Panikattacken. Wenn ich samstags oder sonntags mal in die Stadt fahren will, kucke ich sogar auf den Fußballkalender ob ein Spiel ansteht. Wenn ja, bleib ich zu Hause oder muss mir was Anderes einfallen lassen.

Am Liebsten fahre ich noch mit dem Bus, der ist meist nicht so voll und es sind auch nicht hunderte von Menschen drin sondern nur ein paar Dutzend. Allerdings dauern die Busfahrten oft 2-3 mal so lange....

Ich hab zwar ein Auto, aber ein sehr großes, ein Wohnmobil. Da ist es oft schwierig, einen passenden Parkplatz zu finden. Und ich kann obendrein im Dunkeln nicht Autofahren. Daher benutze ich doch sehr oft die Öffis.

Alles Liebe
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Re: S-Bahn fahren - Der reinste Horror

Beitragvon Artpoetry » Mo 18. Jul 2016, 01:40

Hallo,

mir ist das S-Bahn bzw. U-Bahn Fahren leider auch ein Graus.

Ich habe es beruflich so eingerichtet, dass ich nur wenige Stationen regelmäßig fahren muß. Somit habe ich über die Jahre die Einflüsse auf dieser Ebene wenigstens deutlich reduzieren können.

Im Auto hat man zwar einen "Blechschutz" außen herum, dennoch spürt man die Aggressivität, den Stress, die Hetzerei, die Paranoia der Menschen deutlich. Früher bin ich kurz links gefahren um mal zu überholen. Heute vermeide ich die linke Spur fast komplett wegen der Aggressivität, der Raserei. Es gehört in der heutigen Zeit fast "zum guten Ton" wenn man dem vorausfahrenden Fahrzeug auf wenige Zentimeter auffährt. Autofahren ist, so kommt es mir vor, wie der Sprung in ein großes Haifischbecken.

In den öffentliche Verkehrsmitteln ist es etwas unmittelbarer und es sind viel mehr Egos auf kleinem Raum. Das macht es auf andere Art kompliziert. Diejenigen die "gröber" sind (im Sinne von: kompromissloser), die unbeschwerter ihr Ego exponieren können, verschaffen sich leichter den Raum. Ob es ein Kinderwagen ist der mir wie selbstverständlich einfach am Morgen über den Fuß gefahren wird, gefolgt von einem Blick "warum stehst Du da noch wenn ich mit meinem Kinderwagen komme", ob es jemand ist der gerade genüsslich seinen "wohlriechenden" Fleisch-Burger mit Sauce auf engstem Raum (unter meiner Nase, auf meiner Jacke tropfend) verspeist, ob jemand direkt neben mir in einer Lautstärke völlig irrelevante Themen in sein Handy spricht, oder besser... schreit (keine Notfälle sondern einfach nur BlaBla)... da ist so viel Ignoranz... viele Menschen, so stellte ich fest, lieben das Gedränge sogar... sie lehnen sich dann gerne an, suchen den körperlichen Kontakt sogar, wollen provozieren, fühlen sich richtig wohl dabei. Im Sommer, wenn die Körpergerüche sehr stark sind, ist das "Wohlempfinden" besonders stark ausgeprägt.

Ich versuche mir mit Musik zu helfen. Außerdem vermeide ich die Stoßzeiten wenn möglich.

Nun, man könnte an dieser Stelle noch vieles schreiben. Obige Zeilen sollen auch kein Vorwurf sein, denn es ist eben so wie es ist. Jeder ist so wie er ist und wir leben in einer immer schnelleren, stressigeren, oft auch gröberen und oberflächlicheren Welt. Gröber, weil einfach die feinen Schwingungen, das Spüren und Wahrnehmen des anderen, das "schön das Du da bist, hier ist Platz für mich und auch Platz für Dich" kaum noch spürbar ist. Wer sich den Platz kompromisslos und ohne Rücksicht auf Verluste erkämpfen kann ist fein raus. Je kompromissloser desto besser. Genau diese Eigenschaft fehlt mir "leider" völlig. Wer nicht darum kämpfen will, hat Probleme.

Das obige Thema ist ein Symptom von größeren, globaleren Prozessen. Als spürender Mensch, als Mensch dem Werte, Anstand, Wahrnehmung, Einfühlen wichtig ist... sind diese Prozesse schwer verdaubar. Dennoch.. Perspektiven gibt es immer.

Gruß und viel Kraft

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Ich helfe gerne, aber muß es nicht.
Ich sage was ich spüre, darüber diskutiere ich nicht.
Ich unterstütze gerne, Kampf brauche ich nicht.
Jeder kann sein, so wie er ist.

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Re: S-Bahn fahren - Der reinste Horror

Beitragvon Ferkelsohn » Mo 18. Jul 2016, 14:19

Für mich ist das Thema mit den Öffis grundsätzlich das Gleiche. Ich habe nur das grosse Glück nicht in einer Grossstadt damit fahren zu müssen sondern nur vom Land in eine sehr kleine Stadt. Da sind die Züge nie überfüllt, man bekommt immer einen Platz ohne Nebenmann (oder -frau) und die Leute sind offenbar noch nicht so degeneriert wie in einer Grossstadt. Denn geschminkt hat sich in meinem Zug noch keiner und schon gar keinen Haarspray versprüht.
Jedenfalls würde ich aus den genannten Gründen auch nie in eine Grossstadt ziehen wollen.

Allerdings würde ich an dieser Stelle ein paar weiterführende Fragen stellen wollen:
- Ist dieses Verhalten wirklich nur für HSP störend? Bemerken das die anderen gar nicht?
- Und sollten es andere doch bemerken, machen sie bei der nächsten Gelegenheit nicht selbst das Gleiche?
Ich beobachte viel (grade in den Öffis) und daher weiss ich aus Erfahrung, dass der der grade noch geschimpft hat, weil ein anderer so laut telefoniert hat, sich ein paar Tage später lautstark mit seinem Nachbarn unterhält.
Und beim Autofahren ist das nicht anders.

Damit will ich nicht meinen Vorpostern unterstellen, dass sie auch so sind, aber viele sind schon so, dass sie einen grossen Unterschied machen zwischen "ich werde gestört" und "ich störe andere".
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Re: S-Bahn fahren - Der reinste Horror

Beitragvon InnerLight-HH » Di 19. Jul 2016, 00:03

Was mir im Bezug auf die Bemerkungen von Ferkelsohn und ArtPoetry einfällt (auch an mir selber):

sobald man nicht mehr alleine fährt - also Freund/in-en, Familienmitlglieder dabei hat (auch via Telefon), ist man automatisch lauter, man unterhält sich, lacht. Dann stört man eventuell selbst die anderen Mitfahrer....

..und das mit dem "Schönheitssalon" in der S-Bahn hab ich wirklich so erlebt.
Einmal waren zwei junge Mädchen, ca. 14 Jahre, unterwegs, die haben sich gegenseitig die Haare schön gemacht und sich geschminkt. (erelbt man auch recht häufig mittlerweile morgens, wenn die Damen es zu Hause nicht mehr geschafft haben, sich aufzuhübschen)
Und erst kürzlich stieg eine junge Frau ein, setzte sich mir gegenüber (die S-Bahn war nicht voll) und wollte sich die Nägel lackieren, bzw. erstmal Lackentferner benutzen. Immerhin hat sie mich gefragt, ob es mich stört und ich hab ja gesagt, weil ich einfach mega-geruchsempfindlich bin. Sie hat sich dann woanders hin gesetzt....
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Re: S-Bahn fahren - Der reinste Horror

Beitragvon blauesklavier » Di 19. Jul 2016, 12:20

Hallo Miguelito,

danke für deine interessanten Beitrag.

Auch für mich ist S-Bahn oder Bus-Fahren sehr "spannend", da ich alles und jeden mitbekomme. Ich habe mir angewöhnt, milder in meinen Gedanken zu sein. Wenn jemand seltsam riecht, halte ich Abstand, versuche in mein Tuch zu atmen (das man je nach Wunsch mit einem Lieblingsduft versehen kann). Er macht es nicht mit Absicht und er kann auch nichts dafür, dass ich so "empfindlich" bin.
Gespräche bekomme ich immer sehr mit - Musik hilft. Andererseits komme ich mit Musik im Ohr auch nicht immer zurecht, da ich ja zeitgleich sehr schreckhaft bin. Lesen kann ich auch immer nicht, da mir dabei schlecht wird. Manchmal genieße ich auch einfach das "bunte Chaos". Es ist ja auch toll, was mir alles nicht entgeht, während die anderen wie geistesversunken in die Bahn steigen. Aber natürlichb strengt mich das vor der Arbeit schon sehr an, da ich tausend Eindrücke gesammelt habe, bevor mein Tageswerk beginnt, was auch wieder sehr viele Eindrücke, Gefühle und Empfindungen "braucht".

Nun komme ich eher aus einer mittleren Stadt, die Bahnen sind nicht so voll, alles etwas übersichtlicher. In den riesigen Städten sieht das mit SIcherheit noch einmal anders aus. Ich kann dich also sehr gut verstehen!

Liebe Grüße,
blauesklavier
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Re: S-Bahn fahren - Der reinste Horror

Beitragvon Miguelito » Fr 22. Jul 2016, 16:19

Erstmal vielen dank für all die Antworten :-)

Tatsächlich kann ich mich in einigen von euch ganz gut wieder finden. Vor allem bei Artpoetry und blauesklavier.

Zu Ferkelsohns Frage kann ich sagen, dass mir sowas eher bei nich HSP aufgefallen ist, wobei ich mich ja selber in so eine Situation schon mal gefunden habe 647&/

Manche von den Tips finde ich ziemlich hilfreich. Wie das einkremen und aus einen perfumierten Tuch zu riechen. Ich werde das selber mal ausprobieren.

Wobei mir eine Sache noch aufgefallen ist. Seitdem mir das mit der Bahnfahrt bewusst geworden ist. Ist die Bahnfahrt tatsächlich etwas angenehmer geworden. Glücklicherweise muss ich aber auch nicht mehr tätlich S-Bahn fahren. Werde aber weiterhin daran arbeiten in so eine Situation so klar zu kommen dass ich nicht besonders gereizt/gestresst werde.

Nochmal vielen vielen dank an alle smirl
Und entschuldige bitte meine grausame Rechtschreibung *yoda* xD
Miguelito
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Re: S-Bahn fahren - Der reinste Horror

Beitragvon Artpoetry » Sa 23. Jul 2016, 01:56

@Miguelito
Du brauchst Dich für Nichts zu entschuldigen. Alles gut :-)
Im Gegenteil... Dein Beitrag ist interessant und regt zum antworten an.

Ergänzung zu meinen obigen Worten:
Was ich oben bereits schrieb "Genau diese Eigenschaft fehlt mir "leider" völlig."... meinte ich auch weitgehend so. Dies bezieht sich nicht nur auf das Thema S-Bahn, sondern eben generell. Deswegen ist dieses Thema auch im erweiterten Sinne interessant.

Mir fehlt die Eigenschaft mich kompromisslos gegenüber anderen Menschen durchsetzen zu wollen. Ich sehe dies übrigens nicht unbedingt als Nachteil. Es ist einfach eine Entscheidung die man irgendwann trifft, eine Entscheidung welche Prioritäten man setzen will.

Wenn man kompromissloser, egoistischer wird, auf Kosten anderer lebt, sich den Raum anderer zum eigenen Vorteil "erkämpft", dann geht dies meiner Erfahrung nach langfristig nicht gut. Es verändert logischerweise die Persönlichkeit. Letztlich geht dies nur auf eigene Kosten, auf Kosten der eigenen, sagen wir... inneren Zufriedenheit, Ruhe, eigener Werte. Einmal damit begonnen, wird man ruppiger, aggressiver, unzufriedener und verliert irgendwann den inneren Glauben an das Gute, an das Positive in sich selbst. Das mag sich etwas spirituell anhören, aber ich vermute, viele verstehen gut was ich damit zum Ausdruck bringen möchte.

Wenn ich z.B. in der U-Bahn auf meinem Handy angerufen werde, so drücke in den Anruf entweder weg, oder melde mich ganz kurz mit leiser Stimme, auf umstehende Leute achtend, so dass ich sie nicht störe und sage am Telefon dass ich gerade öffentlich bin und nicht sprechen kann. Evtl. ergänze ich, dass ich andere Fahrgäste nicht stören will. Dadurch vermeide ich auch, dass andere meine privaten Dinge mitbekommen die sie ja nichts angehen. So schütze ich meine und die Privatsphäre des anderen. Jeder meiner bisherigen Anrufer versteht das. Dies ist nur ein kleines Beispiel aus dem Thema dieses Beitrages. Früher gab es kein Handy in den öffentl. Verkehrsmitteln. Früher konnte man auch gut leben ohne Handy in der S-Bahn.

Selbstverständlich bin ich kein "Musterbeispiel", aber ich versuche mich zu bemühen, versuche das zu verbessern was ich beeinflussen kann. Mich selbst. Alles andere macht ja keinen Sinn.

Natürlich ist es auch wichtig sich selbst zu schützen und "Zähne zu zeigen" wenn notwendig. Das ist eine schwierige Gradwanderung, nicht so einfach wenn man die heutige in der Gesellschaft weit verbreitete und zelebrierte Kompromisslosigkeit nicht mitmachen mag, und ein anderes spannendes Thema.

Zum Gruß

A.
Ich teile gerne, aber ich reibe mich nicht.
Ich helfe gerne, aber muß es nicht.
Ich sage was ich spüre, darüber diskutiere ich nicht.
Ich unterstütze gerne, Kampf brauche ich nicht.
Jeder kann sein, so wie er ist.

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