Schlechter Orientierungssinn - Zusammenhang mit HS?

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Schlechter Orientierungssinn - Zusammenhang mit HS?

Beitragvon Walter66 » Sa 5. Jan 2019, 17:04

Hallo zusammen,

es gab schon mal ein Austausch zum Thema Autofahren und HS.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen HS und schlechtem Orientierungssinn?
Im Auto-Thread habe ich, glaube ich, geschrieben, dass Autofahren an sich für mich schon sehr anstrengend ist und dass ich mich sehr konzentrieren muss, um durch den ganzen Lichter-, Schilder- und Eindrücke - Wald durchzukommen.

Was mich dabei regelmäßig an die Grenze zum Ausrasten bringt, ist, dass ich keinerlei Orientierungssinn habe. Wenn ich meine, etwas wiederzuerkennen, den Weg dann einschlage (Fuß oder Auto egal) merke ich erst nach einer Zeit, dass ich in eine völlig falsche Richtung renne / fahre. Mir irgendwelche Punkt zu merken, geht kaum. Ich kriege die Verbindungen zwischen den Ortsteilen gedanklich nicht hin. Ich werde mir wohl noch zusätzlich mit einem Fußgängernavi helfen (Google Maps geht kaum für Fußgängernavigation).

Meine Frage, da ich seit einigen Wochen vieles im Licht der HS betrachte: Ist das ein HS - Thema?
Oder haben HS eigentlich eher einen guten Orientierungssinn, weil sie mehr Details aufnehmen. Oder ist es gerade das, was es mir so schwer macht, den richtigen Weg zu finden?

Wenn es nach Eurer Erfahrung bzw. nach Eurem Wissen nix mit HS zu tun hat, freue ich mich auch über den Hinweis. Mir geht es nicht darum, HS mit allem möglichen Themen "zu überfrachten", sondern ich bin noch in der Findungsphase, was bei mir zur HS gehört und ob es dann ggfls. andere Herangehensweisen gibt. Unabhängig davon: Am pragmatigsten wäre ein gutes Fußgängernavi und mich nicht mehr über die Orientierungslosigkeit zu ärgern.

LG Walter66
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Re: Schlechter Orientierungssinn - Zusammenhang mit HS?

Beitragvon Sonne-über-der-Stadt » Sa 5. Jan 2019, 17:12

Ich persönlich habe einen sehr grottigen Orientierungssinn, kann keine Karten lesen und weiss nicht, wo Westen und Osten ist. -Schk_
Bei mir hat es aber nichts mit meiner HS zu tun, sondern ist einfach so. Dafür kann ich ja andere Sachen. ;-)
@Walter66: Aus einem anderem Thread habe ich ja gelesen, dass das Thema Depression auch da ist. Manche Menschen haben ja dadurch auch kognitive Eintrübungen (oder auch durch Medis).
Bin gespannt, wie es bei anderen ist.
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Re: Schlechter Orientierungssinn - Zusammenhang mit HS?

Beitragvon Walter66 » Sa 5. Jan 2019, 17:58

Danke für Deinen Beitrag.
Kartenlesen kann ich ganz gut und auch als Beifahrer per Karte Navigieren. Aber ich kann in der Örtlichkeit nichts davon umsetzen. Wegen der Depri: Die Medies nehme ich seit 2008, depressiv bin ich aber schon viel länger. Orientieren konnte ich mich noch nie. Meine Frau, HSP und depressiv ist da um Längen besser, als ich und kann sich m.M.n. sehr gut orientieren.
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Re: Schlechter Orientierungssinn - Zusammenhang mit HS?

Beitragvon DesdiNova87 » Sa 5. Jan 2019, 18:59

Hallo Walter66,

ich habe einen ausgezeichneten Orientierungssinn. Ich fahre auch grundsätzlich ohne Navi; ich schau mir die Strecke die ich fahren will vorher auf Karten an (Autoatlas, Google Maps, Google Earth). Dabei präge ich mir die Muster etc. ein, für längere Strecken klebe ich mir manchmal noch einen kleinen Merkzettel ans Armaturenbrett, mit den wichtigsten Abfahrten.

Dabei habe ich schon immer von einem sehr guten räumlichen Vorstellungsvermögen profitiert. Wenn ich durch ein Gebiet laufe, kann ich mir gedanklich vorstellen, wie es von oben aussieht.

Dadurch dass ich diese Dinge immer weiter trainiert habe, baut sich immer mehr Wissen über Regionen und deren Unterteilung auf, bspw. Grenzen der Bundesländer, Flüsse usw.. An der Uni mussten wir z.B. auch mal alle US-Staaten auswendig lernen und auf einer Karte einzeichnen können, das konnte ich gut lernen und da ist auch heute noch was von hängen geblieben, auch wenn ich sicher nicht mehr jeden Staat hinbekomme.

Neben dieser räumlichen Orientierung habe ich mir noch eine recht simple Methode gegen das Verlaufen/Verfahren antrainiert. Jede Abbiegung und jeden Richtungswechsel präge ich mir ein, und später kann ich wie an einer Schnur zurücklaufen. Das ist z.B. bei Waldspaziergängen nützlich.

Grundsätzlich habe ich die Himmelrichtungen auch stets im Kopf und kann mich anhand der Ausrichtung von Kirchtürmen, dem Sonnenstand und des Nachts an den Sternen orientieren. Das haben wir früher bei den Messdienern beigebracht bekommen, wo wir generell sehr viel im Freien unternommen haben.

Zusammengefasst ist mein guter Orientierungssinn ganz klar einer meiner Stärken und ich laufe selbstbewusst in dichteste Wälder und denke nicht darüber nach, ob ich mich verlaufen könnte. Bei einigen Gelegenheiten bin ich bei solchen Spaziergängen auf "verlorene" Wanderer und Wanderinnen getroffen, die froh waren, dass jemand ihnen den Weg zurück in die Zivilisation erklären konnte.

LG DesdiNova87
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Re: Schlechter Orientierungssinn - Zusammenhang mit HS?

Beitragvon fee » Sa 5. Jan 2019, 22:16

Hallo Walter66,

ich kann mich bei dem Thema DesdiNova87 anschließen. Ich habe einen super Orientierungssinn. Viele nennen mich ihr persönliches, lebendes Navi ;)
Im Erdkundeunterricht habe ich es geliebt, den Atlas quasi zu inhalieren. Aber auch wenn ich an Orten bin, von denen ich keine Straßenkarte vorher angeschaut habe, kann ich mich sehr schnell orientieren. Ich hab die Himmelsrichtungen im Gefühl, da ist so ein Bauchkribbeln.

Viele Grüße von der fee:)
und mein Leben ist sehrwohl ein Ponyhof...
... kann ich ja nix dafür, wenn das da draußen nicht wahrgenommen wird.
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Re: Schlechter Orientierungssinn - Zusammenhang mit HS?

Beitragvon Walter66 » Sa 5. Jan 2019, 23:58

Danke,

mir scheint, dass meine Orientierungsprobleme nix mit meiner HS zu gun haben, da es sehr unterschiedlich bei Euch ist. Ich finde Euren guten Orientierungssinn beeindruckend :-), gut dass es Euch gibt.

LG Walter66

Edit:
Sorry, ich sehe gerade im Nachhinein, dass es das Thema schon gegeben hat:

[url]treffpunkt-hochsensibilität.de/11590502nx46300/hochsensibilitaet-allgemein-f8/orientierungssinn-t869.html[/url]
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Re: Schlechter Orientierungssinn - Zusammenhang mit HS?

Beitragvon Saxo » So 6. Jan 2019, 22:53

Meine Frau und ich sind beide HS. Meine Frau aber noch einiges stärker. Sie hat einen sehr guten Orientierungssinn bei kleinen Distanzen. Also aus dem Einkaufszentrum runter ins Parkhaus und dann 2x rechts, dann 3x links, dann rechts und geradeaus und dann nochmal links und da steht das Auto. Ist immer wieder der Hammer. Ich habe einen guten Orientierungssinn bei großen Distanzen. Wo ist Norden, wo ist Süden? Ist der Ort, wo wir hin müssen, im Norden oder im Süden? Es ist Nachmittag, wir fahren auf der Autobahn und die Sonne ist auf der linken Seite. Fahren wir nach Norden oder Süden? Nach Norden natürlich. Bei solchen für mich einfachen Sachen steigt sie dann aus. Irgendwie witzig ;-).
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Re: Schlechter Orientierungssinn - Zusammenhang mit HS?

Beitragvon rene261 » Mo 7. Jan 2019, 21:17

Hallo zusammen,

auch ich habe einen ziemlich guten Orientierungssinn.
Der vermutete Zusammenhang ist auch kaum zu erklären, denn als HSP nimmt man ja all die vielen Details wahr, die einem dann bei der Orientierung helfen.
Demnach müssten HSP sogar einen ausgesprochen GUTEN Orientierungssinn haben.

LG René
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Re: Schlechter Orientierungssinn - Zusammenhang mit HS?

Beitragvon Walter66 » Di 8. Jan 2019, 09:04

Interessant ist, dass der Thread, den ich leider erst später entdeckt hatte (hatte ich im letzten Beitrag erwähnt), genau in die andere Richtung lief und man könnte da den Eindruck kriegen, Orientierungslosikeit sei eine HS-Sache.

[url]www.treffpunkt-hochsensibilität.de/11590502nx46300/hochsensibilitaet-allgemein-f8/orientierungssinn-t869-s10.html[/url]

Hier sieht es genau anders herum aus :-). Ich ziehe für mich daraus, dass ich einen schlechten Orientierungssinn habe und das nicht unbedingt HS - bedingt ist. Ich denke auch nicht, dass sich das groß reparieren lässt und dass es für mich nicht viel Sinn macht, viel Zeit und Kraft darin zu investieren. Meine Orientierungs-Lösung wird eine technische sein, nach der ich noch suche. Aber das suchen nach der technischen Lösung hat mit HS nix zu tun ;-),

LG Walter66
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Re: Schlechter Orientierungssinn - Zusammenhang mit HS?

Beitragvon neko » Mi 16. Jan 2019, 19:06

Mein Orientierungssinn ist gut. Früher war ich oft ohne Navi im Außendienst und anhand der Himmelsrichtungen weiß ich auch wenn ich mich verfahre zumindest die Richtung. In manchen Städten darf man oft erst nach mehreren Kilometern links abbiegen, und wenn man sich verfahren hat wird es dadurch nicht einfacher. Viele Details in der Umgebung merke ich mir auch, so dass ich nach längerer Zeit noch Erinnerung habe.
Im Jungedclub hatten wir mal Nachtschnitzeljagdten und im Dunkeln konnte ich mich besser orientieren als andere. Wir wurden mit verbundenen Augen ins Auto gesetzt und anhand der Strecken und Abbiegungen wusste ich sofort, wo wir waren, weil ich damals schon viel mit dem Rad die Gegend erkundet hatte.
Das räumliche Vorstellungsvermögen ist bei mir auch gut. Ich kann mich gut in 3D-Software einarbeiten und Figuren aus Ton modellieren sowie einigermaßen zeichnen. Als Kind konnte ich beim Zauberwürfel erst eine Farbe und dann auch recht schnell alle, da ich mir die Schritte merken und Folgeschritte gut vor dem inneren Auge vorstellen kann. Dabei ging ich nach Ausschlussverfahren vor. Flussdiagramme und Schalttafeln habe ich bisher recht schnell verinnerlicht.
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