Schwierigkeiten etwas zu erzählen

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Schwierigkeiten etwas zu erzählen

Beitragvon Anna87 » Mi 17. Apr 2013, 23:05

Hallo ihr Lieben,

wenn ich mich mit anderen unterhalte, erzähle ich so gut wie nichts. Ich weiß auch gar nicht was ich von mir erzählen könnte. Ich kommuniziere dann eher über Fragen. Wenn man den Satz zu hören bekommt erzähl doch mal was, fühle ich mich unter Druck gesetzt und dumm. Keine Ahnung was es für eine Ursache haben könnte, warum das so ist. Mit meinen Eltern unterhalte ich mich nicht groß und so wirklich interessiere ich sie auch nicht.

Ganz liebe Grüße
Anna
Anna87
 

Re: Schwierigkeiten etwas zu erzählen

Beitragvon coconut » Do 18. Apr 2013, 06:33

Hallo Anna,

ich kenne dieses Gefühl zu gut. Ich treibe Gespräche auch meist durch Fragen voran, selten durch eigene Erzählungen oder ich schmettere die Phrase "Erzähl doch mal" mit "Naja.. gibt's nicht" ab. Selbst hier im Forum fällt es mir schwer, Sorgen in Worte zu fassen, obwohl ich es so oft versucht habe. Ich denke meist, du belastest Andere, es ist uninteressant, usw. Du schreibst von deinen Eltern, mit denen du nicht groß geredet hast. Ähnliche Situationen hatte ich auch in meiner Kindheit, besonders nachdem mein Vater verstorben ist. Vielleicht kommt diese Art also von früheren Erfahrungen und irgendwann wurde resigniert aufgegeben, so dass es sich bis heute fortgesetzt hat.

Noch zu deinen Eltern: Verstehe meine Überlegungen bitte nicht als Angriff. Ich denke, es hat sich sicher übertragen auf deinen Freundeskreis angefangen im Kindergarten von der Schule weiter in die nächsten Lebensetappen. Man blieb irgendwo für sich, wirkte auf Andere fröhlich und interessiert, doch sehr zurückhaltend. Zumindest kann ich mir all dies als Ursachen vorstellen.

Wie man rauskommt?... Indem man wohl aus sich rauskommt, aber die Blockade ist da.

LG,
coconut
Die Welt ist bunt und hat unendliche Graustufen, also warum sich auf Schwarz und Weiss beschränken?
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Re: Schwierigkeiten etwas zu erzählen

Beitragvon baumratte » Do 18. Apr 2013, 07:07

Die Ursachen liegen sicherlich grundsätzlich immer in den ersten Beziehungen, die man als Kind erlebte. Wie konnte ich mich meinen Eltern mitteilen, und wie haben sie darauf reagiert? Wenn es da schon schwierig war, überträgt man das automatisch auf alle anderen auch. Im Nachhinein kann man das natürlich nicht mehr ungeschehen machen, nur an sich arbeiten, wie und auch wieviel man von sich preisgeben kann. Fragen oder Forderungen wie "erzähl mal was" treiben einen natürlich auch erst mal in die Enge. Gegenfrage: "Was willst du denn hören?", dann muss sich das Gegenüber auch erst mal präzisieren, was er hören will. Was ich mache, was ich denke... Man muss es wohl in kleinen Schritten üben.
Das, was wir oft als falsch an uns betrachten, ist nur der Ausdruck unserer eigenen Individualität. (Louise Hay)
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Re: Schwierigkeiten etwas zu erzählen

Beitragvon Baronin » Do 18. Apr 2013, 07:36

Anna87 hat geschrieben:Hallo ihr Lieben,

wenn ich mich mit anderen unterhalte, erzähle ich so gut wie nichts. Ich weiß auch gar nicht was ich von mir erzählen könnte. Ich kommuniziere dann eher über Fragen. Wenn man den Satz zu hören bekommt erzähl doch mal was, fühle ich mich unter Druck gesetzt und dumm.Keine Ahnung was es für eine Ursache haben könnte, warum das so ist. Mit meinen Eltern unterhalte ich mich nicht groß und so wirklich interessiere ich sie auch nicht. Ganz liebe Grüße
Anna

1.) Es gibt absolut keinen Grund "gesprächig zu sein". menschen, die andere auffordern "nun erzähl mal was" wollen damit eigentlich nur "konversation machen" weil sie die Stille unangenehm finden. In unserem Leben ist ständig "Lärm" (die Musik/Radio/TV läuft). STulle empfindne viele als... peinlich und beunruhigend. Vielleicht auch weil sie anregt zum nachdenken.... und manche befürchten, dass Stille feindschaft signalisiert (Funkstille...) Es gibt nicht viele Menschen mit denen man entspannt schweigen kann.

2.) was du über dich sagst. Der Satz tut mir fast weh. "ich weiß gatr nicht was ich von mir erzählen könnte..." ich bin überzeugt, dass es hunderttaussend sachen gibt, die du erzählen könntest. Gedanken die du hast, Fragen, die du dir stellt, Themen dich interessieren. Meine Vermutung ist aber, dass du im Kopf bereits eine (unbewußte) Schere hast, die heißt "das interessiert doch keinen". Und so erstickt jeder Impuls von sich zu erzählen bereits im Keim.

3.) Noch erschreckender finde ich allerdings die Aussage: "Mit meinen Eltern unterhalte ich mich nicht groß udn so wirkjlich interessiere ich sie auch nicht." Mein erster Impuls ist es dich feste in den Arm zu nehmen und dir zu sagen, dass du ein wundervoller Mensch bist. Udn der nächste ist, dir zusagen, dass ich mir sicher bin, dass du von riesigem Intresse für deine Eltern bist. Aber vielleicht können sie das nicht zeigen. Vielleicht denken Deiner Eltern "Sie will halt gar nichts erzählen. Dann lassen wir sie lieber in Ruhe" oder aber sie sind so sehr mit sich beschäftigt, dass sie keine Fragen finden.

4.) Wenn du darunter leidest, dass du das Gefühl hast "uninteressant" zu sein, dann ist das kein unentrinnbares Schicksal. Es gibt Kontaktübungen, die man selbst ausführen kann, die helfen "Smalltalkthemen" auf einem aktiven Speicher zu haben. Die kann man dann - zunächst - wie eine Programm abspulen. Das lässt sich lernen.

Manchmal kann es auch sein, dass es hilft seine inneren "überzeugungen", die meist unbewußt die eigene Wahrnehmung und Bewertung der Reaktionen anderer steuern, zu suchen und sich mal anzuschauen, ob diese Überzeugungen hilfreich oder hinderlich im Kontakt mit anderen sind.
Ich zum beispiel glaube, dass ich zu laut, aufdringlich, dumm, unattraktiv, nervig und weinerlich bin.
(Und wahrscheinlich ist das nicht das Ende der Fahnenstange).
Von einigen dieser Überzeugungen weß ich mittlerweile woher sie kommen. Z.B. hat mein größerer Bruder immer statt "Gesundheit" wenn ich geniest habe "Schönheit, gesuznd bist du ja" gesagt. ER fand das lustig. Bei mir aber hat sich eingegraben, dass ich nicht schön bin. Ein andere großer Bruder hat, wenn irgendwelche Themen diskutiert wurden udn ich meine Meinung einbrachte gesagt "Was weiß du denn schon?". Mein Vater sagte mir einmal "Du bist dumm und dass muss dir einfach mal jemand sagen". Meine Mutter sprach oft von meiner "spastischen Handhaltung" und wenn ich weinte, dann wurde mir von meiner Familie gesagt , ich solle nicht so rumheulen, mich nicht so anstellen, endlich mal still sein, nicht so empfindlich sein.
Jetzt bin ich erwachsen. Ich kann erkennen, dass viele dieser Worte nicht absichtlich verletztend gemeint waren. dass vieles von dem was ich abbekommen habe, in Dingen begründet war, die ich nicht verantwortet hatte. Dass es oftmals der hilflose versich war mich aufzumuntern oder gar zu trösten. Aber wenn ich auf eine Party gehe, dann zeihe ich m,ich lieber zurück als "mensche zu nerven", wenn jemand meine Arbeit kritisiert, dann ist das sofort für mich eine vernichtung meiner selbst, ich habe sogar eine Freundschaft verloren, weil ich den Schmerz nicht verwunden habe, dass diese Freundin meinte "Du bist zu laut".
Jeder Tag ist ein neuer Tage im Kampf gegen den CHor innerer Stimmen, geformt aus all den "nettigkeiten", die ich als Kind so angesammelt habe. Mancher Tag funktioniert besser, mancher schlechter.

Warum ich so ausschweife? Weil ich Dir ein beispiel geben möchte, wie gefährlich es ist, die Aussagen anderer zu verinnerlichen. Ich bin mir sicher, dass du ein reiches udn farbenfrohes Innenleben hast. Glaube nur nicht du seist nicht interessant oder hättest nichts zu erzählen. Höre lieber in dich hinein und finde heraus, was in dir passiert, wenn du mit anderen zusammen bist. Welche Gefühle kommen auf, wenn du etwas sagen möchtest? Und dann gehe der Spur nach. Die Warhrscheinlichkeit ist groß, dass du auf irgendeine Überzeugung triffst, die besagt "es interessiert niemanden, was ich sage"... und dann kannst Du beginnen diese Aussage zu entkräften. Und dann wird es leichter, etwas zu erzählen...wenn es dir wichtig ist.
----------------------------------------------------

Erste Hilfe bei negativer Gedankenspirale
Erstmal Durchatmen und dann:
Abprüfen der Situation auf realistische Sichtweise:
1.) Entspricht der Gedanke den Tatsachen?
2.) Hilft mir dieser Gedanke in der Situation weiter? Erleichert mir der Gedanke meine Handlungsfähigkeit?
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Re: Schwierigkeiten etwas zu erzählen

Beitragvon Gänseblümchen » Do 18. Apr 2013, 08:01

Liebe Anna87,

Schreibst du Tagebuch? Da erzählst man sich selbst ja vieles. Vielleicht finden sich dabei auch Dinge, die nicht zwischen zwei Buchdeckeln verschlossen bleiben müssen. Ich sammle dort z.B. schöne Sprüche, spontane Gedanken oder auch Anekdoten. Letzteres hat zwei positive Seiten: man kann ungezwungener über Dinge sprechen, die nicht so toll gelaufen sind, lernt aber auch gleichzeitig, sie mit Humor zu nehmen.
Kleines Beispiel: Ich habe gerade einen Verband an der Hand wegen einer Verbrennung. Ich habe Pappadums (indische Linsenmehlfladen) frittiert und dabei Fett abbekommen. Fett kam auf die Herdplatte, es hat kurz gebrannt, aber es ist sonst nichts weiter passiert. Die Geschichte kann man wunderbar mit ein paar Wortspielen wie "mein Fett abbekommen" zu einer amüsanten Geschichte verpacken. Ich möcht damit kein Mitleid, aber es ist eine wunderbare Gelegenheit um dann über die tolle indische Küche zu philosophieren.
Nur Mut! Ich bin mir sicher, dass viele Gedanken in dir sind, die sehr interessant zu hören sind. Vielleicht kannst du auch spannende Zusammenfassungen von Büchern erzählen, die Lust machen, dass man es liest. Auch das wäre eine Übung, bevor du mit eignen Erlebnissen beginnst. Als HSP hast du die Gabe viel mehr von einer Situation zu erleben. Mach sie dir zu Nutze, denn diese Details machen das was du sagst zu einem Erlebnis für die Anderen.

@Baronin: es ist ein wenig Off Topic, aber im Englischen sagt man ja anstatt "Gesundheit" beim Niesen "Bless you" bzw. "God bless you" Vielleicht auch etwas, das du dir beim nächsten Niesen selbst sagen kannst
Gänseblümchen
 

Re: Schwierigkeiten etwas zu erzählen

Beitragvon Karin » Sa 20. Apr 2013, 11:41

Baronin hat geschrieben:
Es gibt absolut keinen Grund "gesprächig zu sein". menschen, die andere auffordern "nun erzähl mal was" wollen damit eigentlich nur "konversation machen" weil sie die Stille unangenehm finden. In unserem Leben ist ständig "Lärm" (die Musik/Radio/TV läuft). STulle empfindne viele als... peinlich und beunruhigend. Vielleicht auch weil sie anregt zum nachdenken.... und manche befürchten, dass Stille feindschaft signalisiert (Funkstille...) Es gibt nicht viele Menschen mit denen man entspannt schweigen kann.


Manchmal kann es auch sein, dass es hilft seine inneren "überzeugungen", die meist unbewußt die eigene Wahrnehmung und Bewertung der Reaktionen anderer steuern, zu suchen und sich mal anzuschauen, ob diese Überzeugungen hilfreich oder hinderlich im Kontakt mit anderen sind.

.........gehe der Spur nach. Die Warhrscheinlichkeit ist groß, dass du auf irgendeine Überzeugung triffst, die besagt "es interessiert niemanden, was ich sage"... und dann kannst Du beginnen diese Aussage zu entkräften. Und dann wird es leichter, etwas zu erzählen...wenn es dir wichtig ist.


Möchte ich bekräftigen. Super geschrieben. smgp*
Liebe Grüße
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Re: Schwierigkeiten etwas zu erzählen

Beitragvon Demouser » Sa 20. Apr 2013, 22:52

Baronin hat geschrieben:
Anna87 hat geschrieben:Hallo ihr Lieben,


Manchmal kann es auch sein, dass es hilft seine inneren "überzeugungen", die meist unbewußt die eigene Wahrnehmung und Bewertung der Reaktionen anderer steuern, zu suchen und sich mal anzuschauen, ob diese Überzeugungen hilfreich oder hinderlich im Kontakt mit anderen sind.
Ich zum beispiel glaube, dass ich zu laut, aufdringlich, dumm, unattraktiv, nervig und weinerlich bin.
(Und wahrscheinlich ist das nicht das Ende der Fahnenstange).
Von einigen dieser Überzeugungen weß ich mittlerweile woher sie kommen. Z.B. hat mein größerer Bruder immer statt "Gesundheit" wenn ich geniest habe "Schönheit, gesuznd bist du ja" gesagt. ER fand das lustig. Bei mir aber hat sich eingegraben, dass ich nicht schön bin. Ein andere großer Bruder hat, wenn irgendwelche Themen diskutiert wurden udn ich meine Meinung einbrachte gesagt "Was weiß du denn schon?". Mein Vater sagte mir einmal "Du bist dumm und dass muss dir einfach mal jemand sagen". Meine Mutter sprach oft von meiner "spastischen Handhaltung" und wenn ich weinte, dann wurde mir von meiner Familie gesagt , ich solle nicht so rumheulen, mich nicht so anstellen, endlich mal still sein, nicht so empfindlich sein.
Jetzt bin ich erwachsen. Ich kann erkennen, dass viele dieser Worte nicht absichtlich verletztend gemeint waren. dass vieles von dem was ich abbekommen habe, in Dingen begründet war, die ich nicht verantwortet hatte. Dass es oftmals der hilflose versich war mich aufzumuntern oder gar zu trösten. Aber wenn ich auf eine Party gehe, dann zeihe ich m,ich lieber zurück als "mensche zu nerven", wenn jemand meine Arbeit kritisiert, dann ist das sofort für mich eine vernichtung meiner selbst, ich habe sogar eine Freundschaft verloren, weil ich den Schmerz nicht verwunden habe, dass diese Freundin meinte "Du bist zu laut".
Jeder Tag ist ein neuer Tage im Kampf gegen den CHor innerer Stimmen, geformt aus all den "nettigkeiten", die ich als Kind so angesammelt habe. Mancher Tag funktioniert besser, mancher schlechter.

Warum ich so ausschweife? Weil ich Dir ein beispiel geben möchte, wie gefährlich es ist, die Aussagen anderer zu verinnerlichen. Ich bin mir sicher, dass du ein reiches udn farbenfrohes Innenleben hast. Glaube nur nicht du seist nicht interessant oder hättest nichts zu erzählen. Höre lieber in dich hinein und finde heraus, was in dir passiert, wenn du mit anderen zusammen bist. Welche Gefühle kommen auf, wenn du etwas sagen möchtest? Und dann gehe der Spur nach. Die Warhrscheinlichkeit ist groß, dass du auf irgendeine Überzeugung triffst, die besagt "es interessiert niemanden, was ich sage"... und dann kannst Du beginnen diese Aussage zu entkräften. Und dann wird es leichter, etwas zu erzählen...wenn es dir wichtig ist.



Ich quote nochmal den letzen Absatz, weil er wunderbar ist und ich mich da zu 100% wiederfinde :)

Danke!
Demouser
 

Re: Schwierigkeiten etwas zu erzählen

Beitragvon catflap » So 21. Apr 2013, 01:15

Hi Anna,

frueher war ich auch immer sehr ruhig, weil ich wirklich nicht wusste was ich erzaehlen soll. Und dann immer die Ansage 'erzaehl doch mal was'. Da war es ganz aus. Lass dir auf jeden Fall nix einreden. Es ist voellig OK ruhig zu sein und es gibt da kein richtig oder falsch. Falls du das aber aendern willst und gerne mit anderen mehr ins Gespraech kommen moechtest, kannst du mal anfangen zu erforschen warum du nix zu erzaehlen weisst. Zum einen kann es sein, dass du es quasi nicht gelernt hast, so wie ich. Ja, man muss Kindern wirklich Konversation beibringen bzw. ihnen es nicht abgewoehnen. Letzteres war bei mir der Fall da ich eine sehr dominante Mutter habe und was immer ich auch sagte oder wollte nicht zaehlte.

Es kann auch sein dass du dir unbewusst unsicher bist. Hast du Gedanken wie zum Beispiel 'ich habe nichts Interessantes beizutragen, wen interessiert das schon oder Angst dich zu blamieren'? (siehe Baronin)

Wie dem auch sei, wenn du das aendern willst dann kannst du das machen _köss_ Ueberleg dir selber welche kleinen Schitte du nehmen kannst, z.B. ist es einfacher nur mit einer Person Zeit zu verbringen (aber nicht gleich zu viel, mangels Gespraechsstoff _läch_ icon_winkle ) als mit der Gruppe. In der Gruppe gehen viele unter, ich auch. Es hilft auch wenn du reflektierst, also was haettest du sagen/fragen koennen und das naechste Mal wendest du es dann an. Das dauert sicher ne Zeit, aber nimm sie dir.

Ich brauchte mehrere Jahre um das richtig zu lernen, als auch fuer's berufliche Umfeld, aber ich bin immer die ruhige geblieben. Leute die mir sagen ich sei so ruhig koennen mich mal hintenrum. Es sagt einem doch auch keiner dass man zu viel von sich gibt, oder. Denen ihr Pech. Wie schon erwaehnt fuehlen sie sich vielleicht unwohl, wenn jemand gar nix sagt aber der Satz 'erzaehl doch mal was' zeugt auch davon, dass sie sich in dich gar nicht reinversetzen koennen. Sensibler waere es wenn sie mit dir ein Gespraech anfingen und es quasi fuehren.
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Re: Schwierigkeiten etwas zu erzählen

Beitragvon himbeere84 » Di 23. Apr 2013, 18:10

Hallo Anna,

deinen Beitrag kann ich wirklich ein zu eins kopieren.
Ich weiß auch nie was ich erzählen soll, und hasse auch solche Fragen wie "und was gibt es neues" oder "wie gehts dir" Bis auf alles beim alten und ha mir gehts gut, hab ich darauf nicht zu sagen, dabei ist es mir total unangenehm, weil die anderen ja erwarten, dass man etwas erzählt.

Ich kann dich also vollkommen verstehen, nur leider habe ich dafür auch noch keine Lösung.
Bei mir ist es sogar schon soweit, dass ich manchen Situationen aus dem Weg gehe.
Wenn ich z.B. Im Supermarkt eine Bekannte sehe, versuche ich ihr aus dem Weg zu gehen, ich laufe dann extra in andere Gänge, nur um dem Gespräch aus dem Weg zu gehen.

Ein Arzt meinte zu mir, dass ich wohl an einer Sozialphobie leide ich auf jedem Fall eine Verhaltenstherapie machen soll, nur ist der erste Schritt sehr schwer.

Ist es bei dir denn auch so, dass du wenn du was erzählst, dass du so schnell wie möglich fertig werden willst?
himbeere84
 

Re: Schwierigkeiten etwas zu erzählen

Beitragvon narzisse » Di 23. Apr 2013, 19:44

also smalltalk treiben, finde ich auch unheimlich anstrengend und ich kenne das sogar von mir, dass ich bekannten gesichtern im alltag auch gerne aus dem weg gehe, weil für mich auch meistens so eine unangenehme, angespannte stimmung in der luft liegt, wenn man dann auf teufel komm raus ein gespräch führen muss, weil man sich eben kennt oder schon einmal gesehen hat. klar, wenn ich jemanden sehe, den ich sehr gern habe, dann ist das noch mal etwas anderes, aber ansonsten geht es mir ganz genauso. es kommt so erzwungen rüber.

da finde ich den begriff "soziophobie" schon etwas übertrieben.

ich mein.. mit engen freunden oder menschen, mit denen man schlichtweg auf einer wellenlänge surft, kann man ja auch etwas unbefangener sprechen und da kommt vielleicht erst gar nicht die frage "und was gibts neues?" oder die aufforderung "erzähl mal was!" zustande. da ist es auch einfach mal in ordnung, wenn man nicht so viel zu erzählen hat.
es wird immer wieder einmal vorkommen, dass sich wege trennen, auch aus dem grunde heraus, weil du deine grenzen achten möchtest.. aber du wirst auch auf kontakte stoßen, die das zu schätzen wissen und dich deinerselbst lieben
und um so mehr du mit dir ins reine kommst, um so schöner werden solche kontakte
mit menschen, die dich achten so wie du das auch irgendwann tun wirst
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