Sich selbst annehmen oder sich doch ändern?

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Sich selbst annehmen oder sich doch ändern?

Beitragvon Fronco » So 8. Sep 2019, 13:59

Hallo Leute,

zunächst einmal: Ich bin neu hier und freue mich Mitglied dieses Forums sein zu dürfen :)
Vielen Dank an die Initiatoren, die dieses Board hier aufgestellt haben!

Mich beschäftigt als Hochsensibler seit einiger Zeit in Bezug auf meine Persönlichkeit vor allem eine Frage:
Ist ein HSP daran gehalten seine Persönlichkeit so anzunehmen wie sie ist oder ist Veränderung dieser möglich?
Wenn letzteres: Inwieweit?

Ich bin dahingehend etwas verwirrt und das hat einen gewissen Grund.
Vor gut 10 Jahren (da war ich 20) habe ich ein Buch von Tony Robbins geschenkt bekommen. Dem einen oder anderen hier könnte er ein Begriff sein.
Er ist der bekannteste Motivationscoach aus den USA und verhilft Menschen auf der ganzen Welt zu Bestleistungen. Sein Buch ist voller Informationen und Wissen darüber, was Motivationspsychologie unter der Lupe betrachtet genau bedeutet. Wie kommt der Mensch ins Handeln, wie erreicht er konsequent seine Ziele und Träume usw.
Ich muss zugeben, es hat mein Leben bereichert und ich habe zusätzlich sehr viel interessantes über den Menschen und seine Handlungsmotive lernen dürfen.

Nur geht sein Ansatz tendenziell in die Richtung wirklich alles an sich verändern zu können.
Ob du deine Schüchternheit bewältigen willst, ob du neue Freunde im Leben finden willst, ob du vom absoluten Sportmuffel zum Iron Man mutieren willst....du brauchst nur die richtigen Glaubenssätze in deinem Leben und eine "Umprogrammierung deines gesamten Mindsets".

In den letzten Jahren vollzieht sich ein gewisser Switch in meinem Denken über das ganze Thema. Insbesondere seit ich die Hochsensibilität kenne und an mir feststelle, tut es gut gewisse Dinge, die sich über Jahre nicht zu verändern schienen (trotz aller Motivationstricks etc.), einfach mal anzunehmen und einen gewissen Umgang damit zu finden.
Man kann es also gar nicht aus sich rausstreichen. Man muss mehr für sich herausfinden, welche Menschen, welcher Orte und welche Aktivitäten einem gut tun.
Beispielsweise habe ich mich lange Zeit im Fitnessstudio gequält, bis mir eines Tages endlich die Augen aufgingen und ich erkannte, dass ich mich zu diesem Stress einfach nur gezwungen habe, um einfach nur einen tollen, fitten Körper zu haben. Dass ich mit Ausdauersport mich weitaus glücklicher fühlte, fiel mir lange Zeit schwer vollkommen zu akzeptieren.

Interessant ist auch folgender Punkt an meinem Wesen:
Leute betrachten mich von außen als einen coolen, sehr sozial kompetenten Menschen mit viel Selbstbewusstsein.
Die wenigsten erahnen, dass ich an mir auch eine "komische" Seite habe und sehr gerne auch mal für mich alleine bin, so in meiner eigenen Welt.
Also irgendwie zum einen der coole Typ und auf der anderen Seite der Nerd. Ich selbst finde es toll, dass ich beide Seiten in mir habe, quasi facettenreiche Persönlichkeit.
Ist das aber normal oder eher unüblich?
Ich bin ja dabei noch einiges über meine Hochsensibilität zu erfahren.

Ich danke schon mal für alle Beiträge hierzu.

Grüße,
Fronco
Fronco
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Re: Sich selbst annehmen oder sich doch ändern?

Beitragvon wind-und-wellen » So 8. Sep 2019, 15:51

Hallo Fronco,

willkommen hier im Forum _Mij_


Fronco hat geschrieben:Mich beschäftigt als Hochsensibler seit einiger Zeit in Bezug auf meine Persönlichkeit vor allem eine Frage:
Ist ein HSP daran gehalten seine Persönlichkeit so anzunehmen wie sie ist oder ist Veränderung dieser möglich?
Wenn letzteres: Inwieweit?


Meine Meinung: JEDER Mensch kann sich im Rahmen seiner/ihrer eigenen Möglichkeiten wandeln und verändern - so lange es dabei kein Verbiegen oder krumm machen für andere ist, bei der man/frau "bei drauf" geht.

Einerseits geht es wirklich darum, sich selbst anzunehmen.

Andererseits stößt man/frau dabei aber immer mal wieder auf Grenzen bzw. bedeutet es, wenn man/frau das eigene Leben lebt, dass andere sich entfernen oder fern bleiben.

Ich glaube, das ist nicht absolut - sondern ein stetiger Wandel oder Wechsel von: sich selbst annehmen und sich im Rahmen der eigenen Möglichkeiten auch in der ein oder anderen Situation zu verändern.


Fronco hat geschrieben:Nur geht sein Ansatz tendenziell in die Richtung wirklich alles an sich verändern zu können.
Ob du deine Schüchternheit bewältigen willst, ob du neue Freunde im Leben finden willst, ob du vom absoluten Sportmuffel zum Iron Man mutieren willst....du brauchst nur die richtigen Glaubenssätze in deinem Leben und eine "Umprogrammierung deines gesamten Mindsets".


Ja, manchmal kann es wichtig und hilfreich und nötig sein, über sich hinauszuwachsen. Und ja, mit der entsprechenden Technik oder mit dem entsprechenden Willen ist (fast) alles möglich.

Aber macht es immer Sinn?

Oder ist es immer "gesund"?

Fronco hat geschrieben:Beispielsweise habe ich mich lange Zeit im Fitnessstudio gequält, bis mir eines Tages endlich die Augen aufgingen und ich erkannte, dass ich mich zu diesem Stress einfach nur gezwungen habe, um einfach nur einen tollen, fitten Körper zu haben. Dass ich mit Ausdauersport mich weitaus glücklicher fühlte, fiel mir lange Zeit schwer vollkommen zu akzeptieren.


Jepp - genau das meine ich U72(

Beispiel: Sprint über 100 Meter
Sicherlich kann man/frau mit dem entsprechenden Coach/Trainer seine eigene Leistung ans Maximum führen... aber irgendwo sind Grenzen... irgendwann lässt sich das Maximum nicht mehr steigern - selbst, wenn man/frau es wollte...

Und da ist es in meinen Augen wichtiger, sich selbst anzunehmen und die eigenen Grenzen zu akzeptieren.


Fronco hat geschrieben:Interessant ist auch folgender Punkt an meinem Wesen:
Leute betrachten mich von außen als einen coolen, sehr sozial kompetenten Menschen mit viel Selbstbewusstsein.
Die wenigsten erahnen, dass ich an mir auch eine "komische" Seite habe und sehr gerne auch mal für mich alleine bin, so in meiner eigenen Welt.
Also irgendwie zum einen der coole Typ und auf der anderen Seite der Nerd. Ich selbst finde es toll, dass ich beide Seiten in mir habe, quasi facettenreiche Persönlichkeit.
Ist das aber normal oder eher unüblich?


Was ist "normal"?

Normal - Norm... Begrifflichkeit...

Philosophische Frage: Nur weil ein großer Teil der Menschheit (=Norm) so-und-so ist, muss ich mich dann automatisch jener Norm anpassen?

Nein, ich bin wie ich bin - aber ich habe gelernt, es nicht jedem/jeder zu zeigen U72(

Für mich als HSP heißt das, dass ich mir ganz genau überlege, wem ich welche persönliche Schicht von mir präsentiere. Denn nicht alle Menschen kommen damit klar, dass man/frau nach außen hin vielleicht cool ist - und tief im Inneren noch eine Nerd-Seite hat.

Ich glaube, jeder Mensch hat eine Palette von Seiten an sich - nur sind sich nicht alle darüber bewusst. Und nicht alle können das annehmen, weil diese Seiten vielleicht einander gegensätzlich sind oder konkurrieren...

Meine Vermutung: je höher die Sensibilität ausgeprägt ist, um so bewusster kann man/frau diese Seiten in sich selbst wahrnehmen und dahingehend auch annehmen...
Liebe Grüße von wind-und-wellen

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Re: Sich selbst annehmen oder sich doch ändern?

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Do 12. Sep 2019, 08:10

Hallo,

und willkommen, Fronco! :-)

Mit deiner Frage meinst du die Wahl zwischen: „Ich kann an mir alles verändern, wenn ich nur will“ und „Ich bin einfach toll, so wie ich bin“ (z. B. als HSP)?

Lebensnah finde ich es, wie wind-und-wellen hier schreibt – dass beides jeweils für sich genommen so nicht gilt:
wind-und-wellen hat geschrieben:Ich glaube, das ist nicht absolut - sondern ein stetiger Wandel oder Wechsel von: sich selbst annehmen und sich im Rahmen der eigenen Möglichkeiten auch in der ein oder anderen Situation zu verändern.

Zudem würde ich meinen, dass die beiden Ansagen dann doch auch „Glaubenssätze“ sind und dass sie beide eine Haltung vermeintlicher eigener Grandiosität darstellen, denn: a) kann ich mich nicht grundlegend verändern b) muss ich nicht alles von mir blindlings annehmen.
Damit sind sie eben nicht „richtig“, sondern verzerrte Wahrnehmungen. icon_winkle

Aber abgesehen davon, diesen mittlerweile weit verbreiteten Drang/Zwang zur SELBST-Optimierung kann ich ohnehin nicht nachvollziehen.
Das läuft doch auf die Einstellung raus: „Wenn was mit dir schiefläuft, liegt es nicht an irgendwelchen Verhältnissen/Umständen, sondern dann biste nur nicht optimal ‚programmiert‘ und machst was falsch.“ - Angesichts von Fehlern in Systemen und Organisationsformen (nebst kollektiven Problematiken) im Außen, für deren Verbesserung man sich einsetzen könnte, sehe ich diesen vorrangigen Blick auf die SELBST-Verbesserung als doch sehr eng gefasst an.

Viele Grüße
Anima
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Re: Sich selbst annehmen oder sich doch ändern?

Beitragvon Goldvogel » Do 12. Sep 2019, 16:28

Klar kann man sich bis zu einem gewissen Grad ändern, aber man sollte dabei immer sich selbst treu bleiben und sich damit auch wohlfühlen. Alles andere ist ein verbiegen und das ist auf Dauer alles andere als gesund. Da ist es eindeutig besser, sich selber so anzunehmen, wie man ist. Es gibt ja auch immer Dinge, in denen man sich nicht ändern kann, so gerne man es auch wollte. Ich würde z.B. gern mal auf ein Konzert meiner Lieblingsband gehen, aber ich kann es nicht, weil mich allein schon die Lautstärke völlig überfordern würde. Ich bin nunmal sehr geräuschempfindlich und solange ich nicht altersbedingt schwerhörig werde, kann ich das auch nicht ändern. Diese Geräuschempfindlichkeit wird nun mal bleiben. Das ist eines der Dinge, mit denen ich nunmal leben muss.
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Re: Sich selbst annehmen oder sich doch ändern?

Beitragvon Fronco » Sa 14. Sep 2019, 09:02

Anima (Lufthauch) hat geschrieben:Aber abgesehen davon, diesen mittlerweile weit verbreiteten Drang/Zwang zur SELBST-Optimierung kann ich ohnehin nicht nachvollziehen.
Das läuft doch auf die Einstellung raus: „Wenn was mit dir schiefläuft, liegt es nicht an irgendwelchen Verhältnissen/Umständen, sondern dann biste nur nicht optimal ‚programmiert‘ und machst was falsch.“ - Angesichts von Fehlern in Systemen und Organisationsformen (nebst kollektiven Problematiken) im Außen, für deren Verbesserung man sich einsetzen könnte, sehe ich diesen vorrangigen Blick auf die SELBST-Verbesserung als doch sehr eng gefasst an.


Die Frage, die da bei mir übrig bleibt, ist:
Vielleicht gibt es dann doch psychologische und therapeutische Mittel, um Verbesserungen in der eigenen Denkweise und Wahrnehmung zu erzielen?
Nur man kennt diese nicht oder hat diese nicht konsequent eingeübt etc.

Und an alle, die hier geantwortet haben: Vielen Dank!
Fronco
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Re: Sich selbst annehmen oder sich doch ändern?

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Sa 14. Sep 2019, 09:47

Fronco hat geschrieben:Die Frage, die da bei mir übrig bleibt, ist:
Vielleicht gibt es dann doch psychologische und therapeutische Mittel, um Verbesserungen in der eigenen Denkweise und Wahrnehmung zu erzielen?
Nur man kennt diese nicht oder hat diese nicht konsequent eingeübt etc.


Das ist sicher so möglich, ja. (Dabei würde ich dann übrigens das "konsequente Einüben" weniger im mentalen Bereich als im Handlungsbereich für nützlich ansehen.)

Bei der Selbst-Optimierung stört mich allerdings die einseitige Betrachtungsweise.

Stell dir eine Pflegekraft im Altenheim vor, die auf einen Burnout zusteuert - soll man dieser sagen: "hey, du siehst das nur falsch, du denkst nur falsch, bleib gelassen, sei selbstbewusst usw."?
Oder ist es nicht mindestens so erheblich, auch die Umstände (Personalmangel, Arbeitsbelastung mit alten, kranken Menschen, Schichtarbeit, Kollegenquerelen usw.) mit einzubeziehen, deren Veränderungen als Zielpunkte durchaus wichtiger sein könnten als die Veränderung der eigenen psychischen Ausstattung?
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Re: Sich selbst annehmen oder sich doch ändern?

Beitragvon Source » Sa 14. Sep 2019, 14:35

Fronco hat geschrieben:Nur geht sein Ansatz tendenziell in die Richtung wirklich alles an sich verändern zu können.
Ob du deine Schüchternheit bewältigen willst, ob du neue Freunde im Leben finden willst, ob du vom absoluten Sportmuffel zum Iron Man mutieren willst....du brauchst nur die richtigen Glaubenssätze in deinem Leben und eine "Umprogrammierung deines gesamten Mindsets".


Das hört sich sehr nach NLP (Neurolinguistisches Programmieren) an. Dass die Entwicklungsmöglichkeiten eines jeden Menschen begrenzt sind, ist hier ja schon geschrieben worden. Was NLP ebenfalls nicht berücksichtigt, sind die Grenzen, die uns durch die Gesellschaft gegeben werden. Jemand aus einem armen Milieu mit wenig Bildung und Sozialkapital hat von vorneherein schlechtere Chancen auf ein hohes Einkommen, Bildung, Sozialkapital und Gesundheit als jemand aus einem reichen Milieu mit viel Bildung und Sozialkapital. Der Ansatz dieses Motivationstrainers weist allein dem Einzelnen die Verantwortung für Erfolg und Scheitern zu. Man kann aber nicht alles sein, was man sein möchte, auch wenn solche Motivationstrainer es glauben machen wollen.

Fronco hat geschrieben: Interessant ist auch folgender Punkt an meinem Wesen:
Leute betrachten mich von außen als einen coolen, sehr sozial kompetenten Menschen mit viel Selbstbewusstsein.
Die wenigsten erahnen, dass ich an mir auch eine "komische" Seite habe und sehr gerne auch mal für mich alleine bin, so in meiner eigenen Welt.
Also irgendwie zum einen der coole Typ und auf der anderen Seite der Nerd. Ich selbst finde es toll, dass ich beide Seiten in mir habe, quasi facettenreiche Persönlichkeit.
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Ich denke, es ist völlig "normal", dass du diese Seite nicht zeigst. Wir alle geben doch bestimmte Seiten von uns nicht preis, um so gesehen zu werden, wie wir möchten oder sollen. Ich habe auch viele Facetten, die andere Menschen sicherlich nicht unbedingt immer erkennen, weil ich sie nicht in jeder Situation zeige.
Schwierig wäre es, wenn du ständig das Gefühl oder den Eindruck hast, Andere nehmen dich überhaupt nicht so wahr, wie du dich siehst. Das wäre z. B. der Fall, wenn du dich in sozialen Situationen völlig unsicher fühlst, deine Mitmenschen dich jedoch als sehr selbstsichere, souveräne Person wahrnehmen. Wenn Selbstbild und das Fremdbild dermaßen differieren, würde ich das als problematisch sehen. Den Eindruck habe ich bei deiner Schilderung aber nicht.
Dass wir diese verschiedenen Persönlichkeitseigenschaften haben, hängt auch mit den Bedingungen zusammen, unter denen wir aufgewachsen sind. Wenn wir diese diskrepanten Eigenschaften haben, dann haben sich sicherlich ihren Sinn und ihre Funktion. Problematisch wird es lediglich dann, wenn diese Eigenschaften mit Glaubenssätzen zusammenhängen, die nicht zur heutigen Situation passen. Ein Beispiel für einen solchen Glaubenssatz: Ich muss mich immer so verhalten, wie es andere von mir erwarten, damit ich geliebt oder gemocht werde. Meine eigenen Wünsche und Bedürfnisse sind sekundär.
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Re: Sich selbst annehmen oder sich doch ändern?

Beitragvon Fronco » Sa 14. Sep 2019, 16:42

Source hat geschrieben:
Fronco hat geschrieben:Nur geht sein Ansatz tendenziell in die Richtung wirklich alles an sich verändern zu können.
Ob du deine Schüchternheit bewältigen willst, ob du neue Freunde im Leben finden willst, ob du vom absoluten Sportmuffel zum Iron Man mutieren willst....du brauchst nur die richtigen Glaubenssätze in deinem Leben und eine "Umprogrammierung deines gesamten Mindsets".


Das hört sich sehr nach NLP (Neurolinguistisches Programmieren) an. Dass die Entwicklungsmöglichkeiten eines jeden Menschen begrenzt sind, ist hier ja schon geschrieben worden. Was NLP ebenfalls nicht berücksichtigt, sind die Grenzen, die uns durch die Gesellschaft gegeben werden. Jemand aus einem armen Milieu mit wenig Bildung und Sozialkapital hat von vorneherein schlechtere Chancen auf ein hohes Einkommen, Bildung, Sozialkapital und Gesundheit als jemand aus einem reichen Milieu mit viel Bildung und Sozialkapital. Der Ansatz dieses Motivationstrainers weist allein dem Einzelnen die Verantwortung für Erfolg und Scheitern zu. Man kann aber nicht alles sein, was man sein möchte, auch wenn solche Motivationstrainer es glauben machen wollen.


Und was ist, wenn dir ein solcher Motivationstrainer sagt, dass dein Erfolg vor allem davon abhängt, ob du wirklich fest und überzeugt daran glaubst?

Mit einem starken Glauben kann man Berge versetzen, heißt es.
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Re: Sich selbst annehmen oder sich doch ändern?

Beitragvon Source » Sa 14. Sep 2019, 16:50

Ausschlaggebend ist doch nicht, was der Trainer sagt, sondern was du tust und welche subjektiven (= Glaubenssätze) und objektiven Grenzen (=Einkommen, Bildung, Sozialkapital) dein Handeln hat. Wenn überhaupt etwas Berge versetzt, dann ist es nicht der Glaube, sondern das Handeln. Dieses "Jeder ist seines Glückes Schmied"-Denken hilft da meiner Erfahrung nach nicht.
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Re: Sich selbst annehmen oder sich doch ändern?

Beitragvon wind-und-wellen » Sa 14. Sep 2019, 17:30

Fronco hat geschrieben:Und was ist, wenn dir ein solcher Motivationstrainer sagt, dass dein Erfolg vor allem davon abhängt, ob du wirklich fest und überzeugt daran glaubst?

Mit einem starken Glauben kann man Berge versetzen, heißt es.


Na, dann könnten wir ja alle demnächst neue Weltrekorde auf 100 Meter laufen, oder? U72( icon_winkle
Liebe Grüße von wind-und-wellen

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