Sind auch eure Eltern etwas speziell?

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Sind auch eure Eltern etwas speziell?

Beitragvon Weltfremder » Fr 26. Jul 2019, 15:33

Möglicherweise hat ja Hochsensibilität eine erbliche Komponente, möglicherweise eine, die auch mit Asperger, ADS, ADHS zusammenhängt, bei denen man von einer Vererbung ausgeht.

Bei mir ist es so, dass auch meine Eltern etwas anders zu sein scheinen. Manche Gründe dafür haben wohl nicht so viel mit Psychologie zu tun, aber heutzutage leben beide wie ich sehr einzelgängerisch (ich lebe noch bei ihnen), so etwas wie einen "Freundeskreis" hatten sie nie gehabt - ich weiß nicht was das ist, und vielleicht will ich es auch gar nicht wissen. Ist das so etwas wie eine Clique? Solche gemeingefährlichen und freiheitsberaubenden Zusammenrottungen habe ich in der Schule schon gehasst! Zwar waren meine Eltern in ihrer Jugend anders als heute, quasi "normaler", und meine Mutter ist sogar auf jeden Fall extrovertiert. [Es ist auch die Frage, wer denn überhaupt normal ist- ich selbst empfinde auf dieser Welt die wenigsten Menschen als normal.] Nun, mein Vater ist von seinem Wesen her ähnlich wie ich, er hat so gut wie keine Sozialkontakte, allerdings ist er auch schon lange Zeit aus dem Erwerbsleben heraus, und recht krank. Als er jünger war, war er auch nicht der obercoole Macker, hatte aber durchaus Freunde. Womöglich war das früher auch einfacher, da auf dem Dorf jeder jeden gekannt hat usw., dieses Statusdenken noch nicht so verbreitet war usw. Heutzutage wird man ja oft schon gemobbt, wenn man keine Markenklamotten trägt, zu seiner Zeit gab es eher noch handgestrickte Sachen, da hatte niemand Markenklamotten. Nur so als Beispiel.

Ich wollte also darauf hinaus, ob auch eure Eltern, oder sonstige Verwandte, Anzeichen von HSP hatten.
Wie seid ihr so aufgewachsen? Wie waren Eltern? Hatten sie sehr viele Freunde, oder lebten sie isoliert?
Zuletzt geändert von Weltfremder am Fr 26. Jul 2019, 21:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Sind auch eure Eltern etwas speziell?

Beitragvon Raspberry » Fr 26. Jul 2019, 15:53

Ich bezeichne mich selbst als etwas speziell _läch_ Meine Mutter ist aus der Welschschweiz zunächst nach Zürich gezogen, (Schweizer)Deutsch hat sie nie richtig gelernt. Vielleicht wäre sie extravertierter in der Westschweiz, sie ist aber insofern integriert als sie reglmässig Freundinnen trifft. Wie ich allerdings am liebsten einzeln. Zusammen haben meine Eltern einen sehr kleinen Freundeskreis.

Ich komme nach meinem Vater, im Aussehen und auch, was Interessen betrifft. Er liest viel über Kultur und Religion und nach der Arbeit legte er sich meisten eine Weile hin. Im Büro war er nicht selten Kummerkasten. Zur Entspannung geht er gerne in die Natur. Seine Geschwister und meine Cousins und Cousinen sind teilweise etwas... extravagant. Allgemein künstlerisch veranlagt und teilweise aussteigerisch drauf. Ich gehe davon aus, dass erblich was dran ist und mein Grossvater väterlichseits die Gene eingebracht hat. Auch er legte sich gerne hin und beringte Vögel im Wald.

Auf Mutterseite scheint Alkoholismus ein Thema zu sein, aber sie ist in keiner Weise persönlich davon betroffen.

Ich finde die Frage interessant, aber auch schwierig zu beantworten, gerade bei Grosseltern.
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Re: Sind auch eure Eltern etwas speziell?

Beitragvon Träumerle » Fr 26. Jul 2019, 17:49

Hallo Weltfremder,

Das Thema gefällt mir. :-)

Meine Eltern wuchsen in den 70ern/80ern auf, also eine Phase des Umbruchs. Sie waren damals typische Kinder und Teenager, wie man sie sich aus dieser Zeit vorstellt, aber beide lebten in ihrer Jugend ihre wilde Seite aus. Im Gegensatz zu mir, der darauf wartet, bis er aus seiner Teenagerzeit raus ist, haben meine Eltern das Maximum aus dieser herausgeholt und waren doch sehr freiheitsliebend, aktiv und unternehmungslustig. Sie hatten definitiv Freunde - wie viele, weiß ich nicht, aber garantiert mehr als ich je hatte - mit denen entsprechend viel Zeit verbracht wurde. In der Kindheit waren es noch harmlose Sachen, aber später entwickelten sich diese Aktivitäten zu eher unberechenbaren Dingen: Die ganze Nacht wegbleiben, ohne Bescheid zu geben, mit dem anderen Geschlecht flirten, etc. Spaßbremsen waren sie keineswegs, in der Schule wurde regelmäßig für "ausreichend gute Laune" gesorgt und spätestens als junge Erwachsene waren sie auf diversen Partys, wo die verrücktesten Sachen gemacht worden (es gibt Bilder davon). Zum Glück haben sie von Zigaretten und Drogen die Finger gelassen, tragen aus gesetzlicher Sicht bis heute eine weiße Weste (wenn man von einigen Blitzern absieht) und fielen psychisch nie großartig auf. Um Sachen wie Mobbing musste man sich damals keine Gedanken machen.

Bereits im Teenageralter hat mein Vater sich sehr für Technik interessiert und oft an gewissen Dingen herumgebastelt, die damals modernsten Computer(spiele) gefeiert und träumte früh von einem Mofa und später einem Auto. Dieses Interesse ist (zu meinem Leidwesen) bis heute geblieben, überhaupt würde ich sagen, trägt mein Vater noch eine gewisse Jugendlichkeit in sich. Bei meiner Mutter ist diese hingegen ziemlich verblasst und man mag kaum glauben, dass sie mal so anders war. Doch von beiden habe ich mir schon anhören müssen, dass sie es sich wünschen würden, wenn meine Jugend ähnlicher wie deren verlaufen würde. Ich kann sie ein Stück weit verstehen. Es war damals ja üblich, so und nicht anders zu sein, weswegen sie denken, ich solle doch genauso handeln. Andererseits habe ich eigene Vorstellungen und Prinzipien, die ich auch nicht über den Haufen werfe. HS kann ich aber bei beiden und auch ihren Eltern ganz sicher ausschließen.

Meine Eltern unterscheiden sich eigentlich schon in vielen Komponenten, aber zusammen wirken sie gleich viel ähnlicher. Beide lassen sich sehr leicht stressen und es herrscht demnach ein hektisches und unausgeglichenes Klima bei uns. Auch ist es üblich, Gefühle immer rauszulassen, durch laute direkte Worte. Meine Schwester ist da nicht anders, eher noch extremer. Generell bin ich für diese Atmosphäre hier zu Hause nicht so gemacht. Ich bin halt viel stiller und verschlossener, zudem mag ich dieses überhastete Tempo nicht. Auch sind sie ziemliche Workaholics, mein Vater im Büro, meine Mutter im Haushalt. Die Kommunikation zwischen ihnen empfinde ich als sehr oberflächlich, so würde ich persönlich nie mit meiner Partnerin / Ehefrau reden. Unterm Strich also zum Nervenden tendierend, und was ich auch nicht abkann, wenn die in diesem abfälligen, ironischen Ton über mich und meine Eigenarten und -schaften lästern. Trotzdem findet die Zuneigung hier einen Platz, auch wenn ich mich ihnen gegenüber ziemlich distanziert verhalte. Ich habe das Gefühl, dass sie mich unterschätzen und mir, wenn auch unterbewusst, meine Freiheiten einschränken, was jedoch auch von mir aus kommen kann. Ich würde, wenn ich später eine Familie habe, Vieles ganz anders machen als sie und gucke mir da eigentlich nichts ab.

Speziell ist in meinen Augen jeder Mensch auf seine Art und Weise. #bäh#

Liebe Grüße,
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Ich weiß, ich bin ein HSP,
da ich die Welt ganz anders seh'.
Ich tue dies auf meine Weise,
nämlich ruhig und auch sehr leise.

Für mich ist's eine große Gabe,
wenn ich's auch nicht immer leicht habe.
Drum nehmt euch's nicht zu Herzen,
Ewig sind nicht mal die schlimmsten Schmerzen.

~Träumerle :-)
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Re: Sind auch eure Eltern etwas speziell?

Beitragvon Raspberry » Fr 26. Jul 2019, 19:10

Deine Eltern könnten altersmässig meine älteren Freunde sein _läch_ Finde deine Sichtweise spannend.
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Re: Sind auch eure Eltern etwas speziell?

Beitragvon Weltfremder » Fr 26. Jul 2019, 22:30

Träumerle hat geschrieben: Meine Eltern wuchsen in den 70ern/80ern auf, also eine Phase des Umbruchs. Sie waren damals typische Kinder und Teenager, wie man sie sich aus dieser Zeit vorstellt, aber beide lebten in ihrer Jugend ihre wilde Seite aus.
Was bedeutet das konkret? Ist das ein Widerspruch?

Die meinigen sind deutlich älter, könnten womöglich deine Großeltern sein. Also in den 70ern hätten sie schon Eltern werden können. Meine Mutter ist nicht aus Deutschland, sie hatte kaum so etwas wie eine Jugend, dafür ist sie aber auch, sagen wir, nicht so verdorben. Dort war es nicht so mit ausgehen und lauter solchen Sachen, da gab es höchstens mal Kino. Vor allem aber Arbeit, immer. Wenig Luxus. Daher ist sie, sagen wir, eher so drauf wie eine von hier, wenn sie mindestens zehn Jahre älter wäre. Ist gewissermaßen auch sehr konservativ. Mein Vater muss wohl in seiner Jugend auch mal eine etwas wilde Zeit gehabt haben, während des Studiums, wahrscheinlich auch schon früher, aber bestimmt nicht so wild wie die Jugend in den 80ern. Zu seiner Schulzeit ging man mal ins Kino oder auf den Jahrmarkt. Drogen waren noch nicht so verbreitet. Aber er trank glaube ich auch ziemlich viel Alkohol in jungen Jahren, dafür später gar nicht mehr. Auch hat er schon mit 14 oder 15 ab und zu geraucht, damals bekam man überall Tabak, nicht wie heute mit Alterskontrolle usw. Aber im Vergleich zu heute war es beschaulicher und lockerer, denke ich. Da mir immer solche Was-wäre-wenn-Gedankengänge durch den Kopf gehen, hatte ich ja auch schon überlegt, wie es gewesen wäre, wenn ich mein eigener Vater wäre, sozusagen, also ob ich im Leben besser zurechtkommen würde oder zurechtgekommen wäre, an seiner Stelle, wenn ich in der Zeit damals aufgewachsen wäre. Aber letztendlich weiß ich es nicht. Insgesamt war es wohl auch nicht ganz ohne, was die damals getrieben haben, ich will es so genau gar nicht wissen. Auf jeden Fall war die Musik deutlich besser. Und ich komme mit Leuten aus dieser Zeit deutlich besser zurecht als mit Gleichaltrigen oder generell mit Leuten, die noch nicht so alt sind. Aber als Gleichaltriger damals wäre ich mit denen wahrscheinlich nicht so gut klargekommen. Jetzt aber kann ich z.B. mit meinen Onkel interessante und lange Gespräche führen, als junger wilder Revoluzzer wäre er mir wahrscheinlich weniger sympathisch gewesen. Ich komme besser mit Leuten zurecht, die ihre "wilden Jahre" schon weit hinter sich haben, oder sogar nie richtig wilde Jahre hatten. Meine Oma hatte auch nicht viel von ihrer Jugend, das war mitten im Krieg. Leider ist sie vor ein paar Monaten verstorben, sie fehlt mir sehr, da ich nur noch sie hatte, mit Gleichaltrigen usw. habe ich ja schon lange nichts mehr zu tun.

Träumerle hat geschrieben: Im Gegensatz zu mir, der darauf wartet, bis er aus seiner Teenagerzeit raus ist, haben meine Eltern das Maximum aus dieser herausgeholt und waren doch sehr freiheitsliebend, aktiv und unternehmungslustig. Sie hatten definitiv Freunde - wie viele, weiß ich nicht, aber garantiert mehr als ich je hatte - mit denen entsprechend viel Zeit verbracht wurde.


Mir geht es ähnlich, aber ich weiß nicht, ob sich das je ändern wird, so schnell bestimmt nicht. Denn die meisten Leute führen heute sehr lange so ein Partyleben mit ständig feiern gehen, Disko, Nightlife bis in die frühen Morgenstunden, weit über die Jugendjahre hinaus. Mein Nightlife dagegen findet allenfalls vor dem PC statt. _läch_

Aber so etwas wie dieses sich halber bewusstlos betrinken, kiffen, überhaupt diese ganze exzessive Ausgeherei, die oft mit "feiern gehen" umschrieben wird- was gibt es bitte an einem normalen Wochenende zu feiern?! _%_ - hasse ich einfach nur und weiß nicht, was daran so toll sein soll. Außerdem bin ich gläubig und allein schon deswegen dagegen, aber es liegt mir auch persönlich einfach nicht.

Überhaupt sind Jugendliche die Leute in der Gesellschaft, diejenigen, die mir am allerunsympathischsten sind, ich kann mit ihnen überhaupt nicht, ich bin komplett anders als die. Ich finde, Kinder sind so mit 12 Jahren oft noch relativ in Ordnung, zumindest die netteren unter ihnen, aber so ab 14 spätestens finde bzw. fand ich die einfach nur noch zum davonlaufen, ich war echt geschockt und traurig darüber. Vor allem ,da manche Leute in diesem Alter dem Gruppendruck völlig erliegen und aus sich einen ganz anderen Menschen machen lassen, ihre "uncoolen" aber individuellen Hobbys aufgeben uvm. Mir wäre es das nicht wert gewesen, ich war schon immer im Zweifelsfall lieber alleine, anstatt mich auf irgendsoeinen Mist einzulassen.

Manchmal hätte ich gerne Freunde, denn inzwischen bin ich sehr einsam, aber das müssten schon sehr außergewöhnliche Leute sein, die mir sehr ähnlich sind. Da muss so gut wie alles passen. Es ist nicht so, dass ich nie jemanden sympathisch fand, aber niemanden fand ich so toll, um wirklich mit ihm befreundet sein zu wollen. Zumal es in der Jugend schwer ist, Einzelfreundschaften zu haben, leider lassen sich in dieser Zeitphase die Menschen besonders stark vom Rudelinstinkt leiten, zu meinen Leidwesen. Ich hasse so etwas wie freiheitsberaubenden Gruppendruck, ich zog es vor, ich selbst zu bleiben, anstatt Freunde zu haben. Ich fühlte mich unter Jugendlichen noch viel deplatzierter als unter Kindern. Mit Kindern konnte man noch etwas anfangen, man fand noch einen gemeinsamen Nenner, z.B. Playmobil spielen, aber was soll ich mich Jugendlichen überhaupt machen? Ich wüsste mit denen gar nichts anzufangen, ich kann ja schon mit Erwachsenen kaum etwas anfangen, ich kann überhaupt keinen Smalltalk und habe große Probleme mit Blickkontakt.
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Re: Sind auch eure Eltern etwas speziell?

Beitragvon Weltfremder » Fr 26. Jul 2019, 22:32

Träumerle hat geschrieben: Meine Eltern unterscheiden sich eigentlich schon in vielen Komponenten,

Bei mir auch.

Träumerle hat geschrieben: aber zusammen wirken sie gleich viel ähnlicher.

Bei mir eher: Gegensätze ziehen sich an.


Träumerle hat geschrieben: Beide lassen sich sehr leicht stressen und es herrscht demnach ein hektisches und unausgeglichenes Klima bei uns. Auch ist es üblich, Gefühle immer rauszulassen, durch laute direkte Worte.

Kenne ich eher von meiner Mutter, auch von manchen Verwandten.
Träumerle hat geschrieben: In der Kindheit waren es noch harmlose Sachen, aber später entwickelten sich diese Aktivitäten zu eher unberechenbaren Dingen: Die ganze Nacht wegbleiben, ohne Bescheid zu geben, mit dem anderen Geschlecht flirten, etc. Spaßbremsen waren sie keineswegs, in der Schule wurde regelmäßig für "ausreichend gute Laune" gesorgt und spätestens als junge Erwachsene waren sie auf diversen Partys, wo die verrücktesten Sachen gemacht worden (es gibt Bilder davon). Zum Glück haben sie von Zigaretten und Drogen die Finger gelassen, tragen aus gesetzlicher Sicht bis heute eine weiße Weste (wenn man von einigen Blitzern absieht) und fielen psychisch nie großartig auf. Um Sachen wie Mobbing musste man sich damals keine Gedanken machen.


Wie kann man in der Schule für gute Laune sorgen? Durch üble Streiche?
Und genau diese Sachen, die du sonst so beschreibst, das ist ein großer Teil der Dinge, die mich an Menschen so stören, ja, die ich regelrecht verabscheue.
Träumerle hat geschrieben: Generell bin ich für diese Atmosphäre hier zu Hause nicht so gemacht.


Ich irgendwie auch nicht, jedoch ist mir dann wiederum bei uns eher schon zu wenig los, die Atmosphäre gleicht oft einem Sarg, und ist nicht mehr großartig anders als die bei meiner Oma in ihren letzten Lebenjahren; jeder sitzt in seinem Zimmer und macht sein eigenes Ding. Meine Eltern haben früher auch etwas mehr unternommen als heute, aber inzwischen ist besonders mein Vater nur noch unfassbar träge, man kann mit ihm rein gar nichts anfangen. Ich komme mir fast vor wie in einem Altersheim oder sogar einem Pflegeheim.

Träumerle hat geschrieben: Speziell ist in meinen Augen jeder Mensch auf seine Art und Weise.

Naja, in manchem vielleicht schon ,aber ich bin immer wieder frustriert darüber, wie unfassbar öde, primitiv, zeitgeistkonform, mainstreammäßig und opportunistisch die Menschen sind. Das finde ich echt schade. Die unterscheiden sich doch nur in Nuancen voneinander. Und es wäre auch schön, wenn sich die weniger schlechten ihnen von den schlechten wenigstens ansatzweise distanzieren würden.
Zuletzt geändert von cindy sun am So 28. Jul 2019, 17:36, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitate angepasst und Verfasser hinzugefügt
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Re: Sind auch eure Eltern etwas speziell?

Beitragvon Träumerle » Sa 27. Jul 2019, 13:40

Hallo Weltfremder,

Pardon, da habe ich mich mehrmals missverständlich ausgedrückt.

Zum Einen meinte ich mit dem Warten, aus meiner Teenagerzeit raus zu sein, nicht, dass ich später feiern gehe, was ich nämlich nie vorhaben werde. icon_winkle Ich meine damit lediglich das Warten darauf, generell erwachsen zu sein, da es mir dann viel mehr Freiheiten, Selbstständigkeit und -verwirklichung schenkt.

Für gute Laune in der Schule haben sie ja nicht alleine gesorgt, es war eher so eine kollektive Sache der Klasse und auch keine üblen, sondern tatsächlich harmlose Streiche.

In dem, was du sonst schreibst, gebe ich dir aber Recht, vor allem, was du über Jugendliche sagst. Bin ja selber einer von ihnen und verbringe mit Gleichaltrigen sage und schreibe 0,0 % meiner Freizeit. _läch_ Das Forum lehrte mich, dass es auch andere, mir sehr ähnliche gibt, aber die, die sich hier in der Schule und auf den Straßen tummeln, sind für mich genau diese, die du beschrieben hast. Ich gehe (möglicherweise aufgrund früherer Erfahrungen) grundsätzlich davon aus, dass jeder in meinem Alter mir zunächst kritisch, gar feindlich gesinnt ist, ehe mir das Gegenteil bewiesen wird. Und auch dann habe ich das Gefühl, könnte dieses Verhältnis jederzeit wieder auf Null kommen, wenn auch nur ein winziger Fehler gemacht wird. Erwachsene ermöglichen mir da die Gespräche und auch die Einfachheit, die ich bei meiner Generation vergeblich suche.

Insgesamt könnte ich mit deinen Eltern vielleicht etwas mehr anfangen, bzw. stünde ich ihnen charakterlich näher. Auch euer Klima würde ich nicht unterschätzen, lieber zu leise als zu laut. Du glaubst nicht, wie nervig es sein kann, wenn du deinen Namen durch das ganze Haus brüllen hörst, weil irgendjemand was von dir will. Da ich hier auch schon von bösartigen Eltern gelesen habe, sollten wir uns trotzdem nicht allzu sehr beschweren - dass man seine Eltern manchmal als nervig, peinlich oder sonstwie unangenehm empfindet, ich glaube, das hat nahezu jeder. :-)

Liebe Grüße,
Träumerle
Ich weiß, ich bin ein HSP,
da ich die Welt ganz anders seh'.
Ich tue dies auf meine Weise,
nämlich ruhig und auch sehr leise.

Für mich ist's eine große Gabe,
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~Träumerle :-)
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Re: Sind auch eure Eltern etwas speziell?

Beitragvon Weltfremder » Di 30. Jul 2019, 03:15

@Träumerle:
Das erste hatte ich bei dir auch so verstanden, also dass du auf das Erwachsensein wartest, aber nicht auf das Feiern und solche Sachen.

Ja, es scheint tatsächlich noch vereinzelt ein paar andere Jugendliche zu geben, allerdings hatte ich bisher die Erfahrung gemacht, dass noch mal anderster bin als die, die anders sind.

Unsere Eltern scheinen noch in Ordnung zu sein, schlimmer geht immer.
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