Smalltalk

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

Moderatoren: Hortensie, Eule

Re: Smalltalk

Beitragvon wolkenfee » Sa 21. Feb 2015, 14:41

SmallTalk ist nichts, was mir Freude macht, aber ich habe ihn gelernt, denn ich habe festgestellt, dass viele, die nicht so sensibel sind für die Stimmungen anderer, über den SmallTalk eben genau das abklopfen, was ich instinktiv spüre: Ist mir der andere freundlich gesinnt? Verstehen wir uns? Bleibt es friedlich zwischen uns?
Ich spüre das, andere sind weniger sensibel als ich und nutzen dafür andere Methoden. Das ist in meinen Augen nicht besser oder schlechter als mein Weg, nur eben ein anderer. Ich erkenne dieses Vorgehen meines Gegenübers als gleichwertig zu meinem Vorgehen und komme ihm da gerne entgegen, wenn er oder sie das braucht.
wolkenfee
Full Member
 
Beiträge: 217
Registriert: So 16. Mär 2014, 20:39

Re: Smalltalk

Beitragvon jazzfan » Sa 21. Feb 2015, 15:09

Hallo Wolkenfee, das ist auch eine gute Sicht der Dinge! Vor allem "entschuldigt" das so einige Small Talks, da es dann eben doch einen Zweck erfüllt.
Weniger "Verständnis" habe ich allerdings bei guten Freunden / Bekannten, die das "Abklopfen" nicht mehr nötig hätten. Oder man schraubt die Erwartungen herunter.-)
jazzfan
 

Re: Smalltalk

Beitragvon wolkenfee » Sa 21. Feb 2015, 18:00

Hallo Jazzfan,
auch guten Freunden / Bekannten gestehe ich so ein "abklopfen" der Beziehung zu, denn ich selbst mache das über meine instinktive Wahrnehmung ja auch, nur mit dem Unterschied, dass es meinem Gegenüber nicht auffällt.
In meinen Augen hat jede soziale Interaktion mit Beziehung zu tun, mit Überprüfen, wo und wie man in einer Gruppe steht, wie die Beziehung zum Gegenüber ist. Auch bei Freunden passiert das, dass diese Beziehung eben überprüft wird. Und SmallTalk ist da in meinen Augen einfach ein soziales Schmiermittel.
Wie bei einem Motor. Der braucht auch Öl, damit alle Bestandteile gut zusammenarbeiten können. Das Benzin ist in dem Fall das, was die tieferen Themen sind, was den Anschub leistet für Veränderung, usw. Aber das Öl sorgt dafür, dass die Grundlage für den Anschub klappt und die Zusammenarbeit möglichst reibungslos läuft. Warum also nicht Schmiermittel in unsere Beziehungen investieren?
wolkenfee
Full Member
 
Beiträge: 217
Registriert: So 16. Mär 2014, 20:39

Re: Smalltalk

Beitragvon Hanna Marie » Sa 21. Feb 2015, 20:23

chaira hat geschrieben:..das dicke Ende kommt dann aber spätestens, wenn ich zu Hause bin:

Dann falle ich regelrecht in ein Erschöpfungsloch, fühle mich total ausgelaugt und oftmals auch richtig unglücklich. Außerdem grüble ich oft noch stundenlang über das, was ich gesagt, ob ich zu viel und zu laut gelacht habe, ob ich zu aufdringlich/aufgedreht war etc.pp..

Das passiert mir immer wieder, obwohl ich mir jedes Mal vornehme, das Ganze lockerer anzugehen - bislang habe ich es nicht geschafft..


Das kenne ich auch gut, nachträglich alles "prüfen" oder noch schlimmer, sich über "Gesagtes oder Verhalten meinerseits" ärgern (enge Freunde sagen dann, nur du siehst das so).. Eine schwer zu ändernde Energieverschwendung, welche keiner versteht. Diese daraus resultierende "Vorbereitung" auf Treffen/ Gespräche mit Bekannten oder Fremden, kann auch einschrenkend sein und unflexibel machen, obwohl man es gedanklich vielleicht gar nicht ist (bin sehr Kommunikativ und vielseitig interessiert), es wird dann wohlmöglich auch manchmal falsch verstanden/ man wird falsch eingeschätzt, was einen wiederum ärgert..
Hanna Marie
 

Re: Smalltalk

Beitragvon Accelerando » Fr 5. Jun 2015, 23:17

Smalltalk löst in mir fast schon körperliche Schmerzen aus. Ich habe allerdings gelernt diese Schmerzen für kurze Zeit, das heißt ein oder zwei Minuten, zu ertragen und so Kontakte zu anderen Menschen nicht direkt wegen scheinbarer Unhöflichkeit aufs Spiel zu setzen.
Wenn ich Leute besser kenne, gebe ich ihnen irgendwann aber klar zu verstehen, dass ich an Smalltalk nicht im geringsten interessiert bin. Wer das nicht überlebt, wäre wohl auch kein guter Freund geworden.
Accelerando
 

Das Kreuz mit dem Smalltalk...

Beitragvon KrautUndRüben » So 13. Sep 2015, 16:45

Hallo! _moin_


In einem anderen Thread und in so ziemlich jedem Gespräch, das ich führe, muss ich mich meistens sehr zusammenreißen, um nicht wieder eine Grundsatzdiskussion heraufzubeschwören oder einfach das gegenüber mit meinem tiefsinnigen Gerede völlig zu überfordern. Nun denke ich - wie wohl alle hier - anders; also auf eine andere Art. Wie eine Art Netzwerk, das so schnell von einem Eck zum nächsten geht, dass einem schwindelig wird. Es baut sich während ich spreche immer weiter aus und wird wie eine Wolke über meinem Kopf, die ich mir anschauen kann, Dinge einzeln betrachte, wieder zurückgehe und zu immer neuen Schlüssen komme. Ich vergesse die Welt um mich herum dabei völlig. Es ist so schwierig, bei der Sache zu bleiben, gibt es doch so viele Möglichkeiten, die man erkunden kann. Nach jahrelanger Tätigkeit als Lehrerin - ja, man soll es kaum glauben, aber ich habe mal vor größeren Mengen gesprochen! Ohne Skript!! - habe ich Smalltalk gelernt, aber ich genieße ihn nicht wirklich. Es kann als Beginn ok sein, aber dann geht's ans Eingemachte. _lüpe_


Wie geht ihr damit um? Ist das bei euch ähnlich?
LG, KrautUndRüben

Wer mag, kann mir fünf Begriffe für meinen Kurzgeschichten-Blog per PN schicken.
Die freundlichen Spender erhalten dann auch die Adresse dazu. _rosegirl_
Benutzeravatar
KrautUndRüben
Gold Member
 
Beiträge: 306
Registriert: Mi 9. Sep 2015, 05:41
Wohnort: Im Ausland

Re: Das Kreuz mit dem Smalltalk...

Beitragvon Puck » So 13. Sep 2015, 17:04

Ich entdecke seit einiger den Tiefengehalt von Smalltalk und bin fasziniert.
Das is nich umsonst eine Kunstform.
Wesentliche Informationen in kurze, allgemein gehaltene Sätze zu packen ist nicht leicht aber möglich - spart Zeit und Energie.
Kurze Geplänkel stärken die soziale Bindung ohne das es zu verbindlich wird.

Und jeder hat irgendwie "sein Ding", worüber man flott eine Info Über sein Befinden erhält.

Ich halte Smalltalk nicht für oberflächlich - schlechter ST ist das.
Puck
 

Re: Smalltalk

Beitragvon schwarz » So 13. Sep 2015, 17:41

Ich halte es mit Smalltalk eher pragmatisch...und sehe ihn somit (mittlerweile) weder als gut noch als schlecht... Im Beruf ist er sicher mal notwendig und er ist definitiv ein Türöffner...und dann sieht man, will der andere oder ich selber überhaupt eintreten...?
schwarz
Hero Member
 
Beiträge: 571
Registriert: Mo 3. Aug 2015, 15:13

Re: Smalltalk

Beitragvon KrautUndRüben » So 13. Sep 2015, 17:47

Oh, wir wurden verschoben. Das hat mich grade total verwirrt. _%_

@Puck: Eigentlich habe ich auch genau das bei der Arbeit gemacht. Das war in der Erwachsenenbildung. Englisch. Da beherrsche ich den Smalltalk sogar besser als im Deutschen. Aber fortgeschritte Schüler gehen sehr gerne über Smalltalk hinaus. Nichts verbessert den Wortschatz schneller. Wenn ein Thema für mich stark "beladen" ist, kann ich mich da nicht kurzfassen. Ich kann die Bilder in meinem Kopf dann nicht wirklich zusammenfassen. Das muss hier und da beleuchtet werden. In solchen Momenten wünsche ich mir manchmal, Gedankenübertragung wäre normal wäre. Bilder sprechen einfach für sich und man muss nicht ständig nach dem richtigen Worten suchen, um diese zu beschreiben.
LG, KrautUndRüben

Wer mag, kann mir fünf Begriffe für meinen Kurzgeschichten-Blog per PN schicken.
Die freundlichen Spender erhalten dann auch die Adresse dazu. _rosegirl_
Benutzeravatar
KrautUndRüben
Gold Member
 
Beiträge: 306
Registriert: Mi 9. Sep 2015, 05:41
Wohnort: Im Ausland

Re: Hs und „die kunst des smalltalk“

Beitragvon sourcream » So 13. Sep 2015, 20:25

ja hat geschrieben:Wie ist das für euch?
Welchen stellenwert hat der smaltalk für euch?
Wann/wie wendet ihr ihn an?
Könnt ihr „gut“ smaltalken?


Wissbegierige grüsse sendet,
ja.


ich bin auf Arbeit nicht gut im Smaltalk. ES muss auch keinen interessieren was ich zuhause mache. Ich rede nicht gern über privates. Es gibt ja viele schwarze Schafe auf Arbeit und genau die erkenne ich meistens nicht oder erst wenn es zu spät ist, also bin ich vorsichtig geworden, weil ich schon einige Erfahrungen erlebt habe. Ich kann nicht erkennen welches Spiel die dann treiben wollen, worauf sie hinauswollen. Ich habe schon oft erlebt das die mit denen ich mich gut verstehe sagen " die ist falsch" oder "die versucht das und das zu machen..." und ich weiß nicht wie die das erkennen das sie falsch ist und antworte meist mit einem "jaa echt'? " Kann man hinter eine Fasade gucken? Ich mein wenn jemand die ganze Zeit zu mir nett ist denke ich an nix böses und dann später ist sie nicht mehr nett, wundere ich mich immer und ich weiß nicht was ich dann verkehrt gemacht habe.


mit meiner Freundin, mit meinen Eltern, Verwandten führe ich gerne Gespräche, über alles und jeden, weil ich ihnen vertraue und weiß das da nix passiert. Aber bei anderen Leuten die ich nicht gut kenne halte ich lieber den Mund, muss ich nicht mehr haben, weil ich gemerkt habe das ich "böse" Menschen die was vor haben nicht erkenne und irgendwie immer ins Fettnäpfchen trat weil ich evtl zu viel erzählt habe?
sourcream
Full Member
 
Beiträge: 127
Registriert: Mo 27. Mai 2013, 17:19

VorherigeNächste


Ähnliche Beiträge


Zurück zu Hochsensibilität Allgemein

Wer ist online?

0 Mitglieder

cron