Thema ansprechen beim Arzt?




Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Thema ansprechen beim Arzt?

Beitragvon Weidenfee » Sa 15. Nov 2014, 21:08

Hallo, ich bin neu und weis erstmal nicht weiter mit den vielen Infos.
Ich habe sehr bald meinen alljährlichen Kontrolltermin bei meinem Neurologen.Er ist sehr verständnisvoll.
Ich frage mich ob ich ihm erzähle was ich in den letzten Tagen über HPS, in Bezug auf mich, herausgefunden habe. Einerseits weis er vielleicht einen Therpeuten zu diesem Problem andereseits hab ich Angst das er mir nicht glaubt.- Wenn ich einfach so eine eigene Diagnose stelle. - Das hat ja in der Vergangenheit keiner der Phsychotherpeuten herausgefunden.
Was Ratet Ihr mir?

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von Anzeige » Sa 15. Nov 2014, 21:08

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Re: Thema ansprechen beim Artzt?

Beitragvon Ellana » Sa 15. Nov 2014, 21:22

Ich sehe keinen Grund, es ihm nicht zu erzählen, zumal Du schreibst, dass er sehr verständnisvoll ist. Du kannst ja gucken, ob die Situation passt und ihm sagen, was Du gelesen hast und Du Dir vorstellen kannst, dass das auf Dich passt. ...und selbst wenn er sagt, dass er es anders sieht: Dann kannst Du Dir seinen Eindruck anhören und dann immer noch gucken, was Du glauben willst und was Dir hilft.
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Re: Thema ansprechen beim Artzt?

Beitragvon Weidenfee » Sa 15. Nov 2014, 21:46

ja gut das werde ich machen. Die Erkenntnis - was mit mir los ist - hat mir jetzt schon geholfen. Ich seh die Menschen um mich rum mit ganz anderen Augen.
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Re: Thema ansprechen beim Artzt?

Beitragvon Ellana » Sa 15. Nov 2014, 21:50

Darf ich fragen wie?
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Re: Thema ansprechen beim Artzt?

Beitragvon Weidenfee » Sa 15. Nov 2014, 22:16

nun, zunächst sehe ich Sie mal an - vorher ging mein Blick nämlich eher zum Boden. Ich sehe sie neugierig an und versuche hinter Ihren Gesichtern zu lesen. Manche sind sogar leicht irritiert ..und andere lächeln wenn sie merken das sie gesehen werden. Ich stell mir vor, irgendwann zu erkennen, ob da noch Jemand ist - Einer der sensibel ist wie Ich. Da fällt mir grad das Lied ein was ich so mag. "Dienen" von Ich und Ich. ":Jemand der weicher ist und stärker noch als Du:" Ich kann nicht glauben das es so Jemanden gibt. Ich bin überzeugt. Deshalb lebe ich konsequent alleine.
ups das war gleich zu viel Antwort.Entschuldige !
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Re: Thema ansprechen beim Artzt?

Beitragvon Ellana » Sa 15. Nov 2014, 22:24

Wenn wir die letzten beiden Zeilen, die nur halb beschrieben wurden, zusammen fassen, dann sind es insgesamt 4 Zeilen Antwort. Ich finde das ganz und gar nicht viel.
Erstaunlich finde ich, dass Du die anderen erst anguckst, seitdem Du vermutest, HSP zu sein. Hattest Du vorher kein Interesse an den anderen oder Dich einfach nicht getraut?
Für mich ergibt sich viel im Gespräch oder wenn ich den Menschen zuhöre. Sehen, ob jemand HSP ist? Ne, ich glaube, das geht nicht. Man kann was spüren, aber ne Gewissheit bekommt man dadurch nicht. Denke ich.
...aber auf jeden Fall schön, wenn es Dir jetzt dadurch besser geht!!!
Für mich ergeben sich einige Probleme dadurch, die ich noch nicht gelöst habe. Eine gewisse Sensibilität tut gut, aber wie man damit in dieser Außenwelt gut leben soll, frage ich mich doch manchmal.
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Re: Thema ansprechen beim Artzt?

Beitragvon Weidenfee » Sa 15. Nov 2014, 22:55

ich fang mal mit deinem letzten Satz an. Die Außenwelt. Ich habe meine Sensibilität immer als Makel empfunden, weil meine Umwelt sehr hässlich damit umging. Ich habe mich - mit dem wie ich bin - immer als Außenseiter gefühlt. Und das war ich auch. Soweit ich konnte habe ich mich verkrochen bzw. war immer sehr still. Was natürlich immer wieder die "Wölfe" angezogen hat.Gehänselt, verspottet, ausgegrenzt - Das nagt enorm am Selbstwert.
Im Laufe meines Lebens habe ich gelernt wenigstens mit mir selbst gut zu sein und mein "anders sein" nicht immer zu verurteilen. Ich habe auch noch keine Lösung für meine Probleme - aber das Kind hat jetzt einen Namen. UND ich fühl mich nicht mer so alleine - da ich diese Forum gefunden habe.
Welche Auswirkungen hat HS in deinem Alltag?
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Re: Thema ansprechen beim Artzt?

Beitragvon Ellana » Sa 15. Nov 2014, 23:04

Naja, dass die anderen eben nicht so sind und ich dann gucken muss, wie ich damit umgehe. Es ist selten anders herum, denke ich.

Weidenfee hat geschrieben:Im Laufe meines Lebens habe ich gelernt wenigstens mit mir selbst gut zu sein und mein "anders sein" nicht immer zu verurteilen.

Das finde ich mit das Wichtigste. Wenn das gelingt, ist es schon gut.

Manchmal mag es helfen, wenn man benennen kann, was ist. Ich will immer gleich weiter: Wie kann ich es lösen? Es zu wissen, was ist, kann gut sein, aber es löst die Probleme nicht unbedingt. Deswegen bin ich auf der Suche nachdem, was Lösungen bringt.
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Re: Thema ansprechen beim Artzt?

Beitragvon Julie » So 16. Nov 2014, 22:03

ich habe diese HS irgendwie in einer extremeren Ausprägung. Ich glaube, es hängt mit dem Alter zusammen, irgendwo hab ich gelesen, daß es stärker wird, je älter man wird.
Deshalb merke ich schon oft, daß ich anders bin als die anderen. Besonders wenn ich in einer Gruppe bin. Da möchte ich dazugehören, kanns aber nicht, weil ich so feinfühlig bin, mehr wahr nehme, auch langsamer bin in manchem. In so Situationen ziehe ich mich erst mal zurück, um mit mir selber ins Reine zu kommen, bis ich wieder dazustehen kann, daß ich eben so bin wie ich bin.

Eben weil ich so feinfühlig bin, auch so schmerzempfindlich bin, habe ich es ein paar Mal beim Arzt angesprochen, bei verschiedenen, beim Zahnarzt z. B., oder bei meiner Hausärztin. Meine bisherige Erfahrung ist, daß keiner Bescheid weiß und ich dann erklären muß, was das heißt, Beispiele bringen. Da fühle ich mich zusätzlich unverstanden.
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Re: Thema ansprechen beim Artzt?

Beitragvon yingyang » Mo 17. Nov 2014, 13:11

Hallo,

das ist für mich auch gerade ein Thema. In meinem Bekanntenkreis erwähne ich das sowieso nicht, eine gute Freundin, die Psychologie studiert hat, hat das mal erraten. :)

Es ist bei mir auch so, dass mir zu Hause als Kind häufig vorgeworfen wurde, dass ich zu empfindlich sei. Allerdings war das eher die Rechtfertigung dafür, mich schlecht behandeln zu können. Da hätte man schon ein Roboter sein müssen, um gerade als Kind sich nicht irgendwie verletzt zu fühlen. In einer Therapie habe ich dann viele Jahre später gelernt, dass es im Endeffekt genau dazu geführt hat, nämlich, dass ich meinen eigenen Gefühlen nicht mehr getraut habe und mich von diesen abgetrennt habe, eben um mit den Verletzungen klarzukommen. Ich musste erst mühsam wieder lernen, mit meinen Gefühlen in Kontakt zu kommen und diese auszuhalten. Seither geht es mir jedoch viel besser, und ich stelle immer wieder mit Erstaunen fest, wie viele Dinge ich wahrnehmen kann, die andere anscheinend nicht wahrnehmen, weswegen ich mich auch jahrelang für "nicht normal" gehalten hatte als Kind.

Jetzt habe ich wieder eine Psychotherapie angefangen, aus ganz anderen Gründen, und bedingt durch Umzug diesmal bei jemand anderem. Natürlich kamen auch irgendwann die familiären Probleme und der Hintergrund zur Sprache. In der letzten Sitzung meinte die Therapeutin dann zu mir, dass ich "zu empfindlich" reagiere auf Grund der Erfahrungen, die ich in meiner Kindheit gemacht habe. Ich habe erstmal nichts dazu gesagt, aber ich muss gestehen, dass für mich, das schon irgendwie ein rotes Tuch ist. Das erinnert mich stark an meinen Vater und seine Rechtfertigungen... ich will auf keinen Fall wieder da hin, dass ich quasi meine Gefühle verleugnen soll, wenn mich jemand in meinen Augen schlecht behandelt.

Ich frage mich dann schon, ob die Therapeutin sich mit Hochsensiblen nicht auskennt und ob ich sie darauf ansprechen soll? Und sollte sie da nicht von alleine drauf kommen? Ich frage mich schon, ob ich die Therapie überhaupt noch weiterführen soll, denn jemand, der mir erklärt, dass ich "zu sensibel" bin, ist irgendwie das Letzte, was ich brauche. Hat da jemand Erfahrungen gemacht?

LG, yingyang
On ne voit bien qu'avec le coeur, l'éssentiel est invisible pour les yeux (A. de Saint-Éxupery)
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