Überaktive Grübelrübe-wie Geistesblitze bewahren?

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Überaktive Grübelrübe-wie Geistesblitze bewahren?

Beitragvon winterrose » Di 7. Okt 2014, 23:08

Meine Grübelrübe ist seit einigen Tagen auch wieder voll da. Meistens nervt die ja nur, aber z.Zt. ist das anders, da gibt es einen Geistesblitz nach dem anderen. Ihr werdet das ja sicher von euch kennen: die Grübelrübe denkt einfach so vor sich hin, ohne daß ihr das bewußt macht. Wenn ich jetzt versuchen würde, das absichtlich zu machen, z.B. ich möchte hier im Forum auf eine Frage antworten und denke deshalb darüber nach, dann habe ich meistens totalen "Kopfsalat" und finde die richtige Antwort nicht. Aber wenn ich nicht bewußt darüber nachdenke, sondern einfach gerade irgendetwas ganz anderes mache und auf einmal habe ich einen der oben erwähnten Geistesblitze, wie kann ich dann verhindern, daß die Antwort so schnell wieder verschwindet, wie sie gekommen ist? Das ist mir nämlich gerade vorhin passiert: leider weiß ich nicht mehr, warum mir das auf einmal eingefallen ist, ich kann es also auch nicht noch einmal denken.
Kennt ihr irgendwelche Strategien, wie man Geistesblitze bewahren oder wiederholen kann?
Oder hilft da einfach nur geduldig sein und hoffen, daß derselbe Gedanke nochmal zurückkommt? Hat das schon mal jemand von euch geschafft?
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Re: Überaktive Grübelrübe-wie Geistesblitze bewahren?

Beitragvon Die_Lucy » Mi 8. Okt 2014, 09:21

Da fällt mir nur ein: Aufschreiben! Immer ein Notizbuch in der Tasche haben, damit nichts verloren geht.

Hast Du nur Geistesblitze, wenn Du am Grübeln bist?
Ich weiß nicht ob es passt, aber Rilke soll mal gesagt haben, dass er Angst hat, seine Depressionen zu verlieren, da er fürchtet, dass mit den Dämonen auch die Engel gehen.
Ich habe mir schon oft Gedanken gemacht über dieses Motiv von "Genie und Wahnsinn" und bin nicht wirklich überzeugt, ob das tatsächlich stimmt. Ich bin mit einem relaxten un-wahnsinnigen Kopf viel kreativer.
(Ich hoffe, ich habe jetzt nicht an Deinem Thema vorbeigeschrieben)
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Re: Überaktive Grübelrübe-wie Geistesblitze bewahren?

Beitragvon winterrose » Mi 8. Okt 2014, 20:35

Bisher hatte ich schon viele Geistesblitze, die habe ich mir alle problemlos gemerkt. Das Notizbuch für die Tasche habe ich natürlich trotzdem und zuhause liegen sowieso überall Papier und Stifte rum, aber kann ich irgendetwas machen, wenn der Gedanke schon längst wieder verschwunden ist, bevor ich ihn aufschreiben konnte? Das ist mir jetzt wirklich zum ersten Mal passiert. Dabei war ich sehr überrascht, wie ich plötzlich die perfekte Antwort zu einer 18 Monate alten Frage gefunden habe, ohne daß ich überhaupt darüber nachgedacht hätte. Komischerweise habe ich nie Geistesblitze, wenn ich über irgendein Thema nachdenke, je mehr ich grüble, desto weniger fällt mir ein. Mein Unterbewußtsein arbeitet aber offenbar an diesem Thema weiter, denn diese Geistesblitze kommen immer viel später, wenn ich mich schon längst nicht mehr absichtlich mit der Frage beschäftige.
Was Du über die Grübelei bei Depressionen schreibst, kann ich nicht beurteilen (aber das ist auch ein anderes Thema).
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Re: Überaktive Grübelrübe-wie Geistesblitze bewahren?

Beitragvon halcyon » Mi 8. Okt 2014, 21:35

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...die memo-(notizzettel)-funktion vom handy. und das handy habe ich immer dabei.
oder ich schreibe mir selbst eine email mit dem text, den ich nicht vergessen möchte.
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Re: Überaktive Grübelrübe-wie Geistesblitze bewahren?

Beitragvon winterrose » Mi 8. Okt 2014, 22:51

Das klappt leider gleich aus drei Gründen nicht: auf dem Handy schreiben dauert bei mir so lange, daß inzwischen jeder wichtige Gedanke vergessen ist.
Den Computer nutze ich schon als Ideenspeicher (mache das auch so wie Du und schreibe mir selbst e-mails, oder hier im Forum), aber den habe ich ja unterwegs nicht dabei und tagsüber habe ich eigentlich die meisten Geistesblitze. Außerdem würde auch das zu lange dauern, um sekundenschnelle Gedanken festzuhalten. Am liebsten hätte ich ja einen automatischen Gedankenaufzeichner, aber stattdessen denke ich eher an irgendwelche Gehirntrainingstechniken.
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Re: Überaktive Grübelrübe-wie Geistesblitze bewahren?

Beitragvon halcyon » Do 9. Okt 2014, 15:52

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...schon mal an ein diktafon gedacht?
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Re: Überaktive Grübelrübe-wie Geistesblitze bewahren?

Beitragvon Carolyn » Do 9. Okt 2014, 16:45

winterrose hat geschrieben:... aber stattdessen denke ich eher an irgendwelche Gehirntrainingstechniken.

Die Techniken, von denen ich so weiß, gehen eher daraus aus, sich Namen, Zahlen, Einkaufzettel, Vokabeln usw. leichter merken zu können. Das weite Feld des Auswendiglernens und Memorierens halt. Ich wüsste nicht, dass da etwas für Gedankenblitze funktioniert.

Ein Diktiergerät wäre jedoch schneller als jeder Stift und es gibt welche im "Hosentaschenformat". Wobei auch manche Handys diese Funktion haben, soweit ich weiß.
Wenn Du nicht an Dich glaubst, wird es kein anderer tun. (Kruppa/Grüschow)
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Re: Überaktive Grübelrübe-wie Geistesblitze bewahren?

Beitragvon fluffyfella » Do 9. Okt 2014, 22:21

Als ich dein Thema gelesen habe, wurde ich doch etwas neugierig und überlegte, wie das eigentlich bei mir so mit den Geistesblitzen ist, da mir eigentlich am laufenden Band Gedanken durch den Kopf schießen und ich niemals gelernt habe, wie man es abstellt und stattdessen versuche es als Vorteil zu nutzen.

Es ist mir vorher niemals aufgefallen, aber ich habe im Laufe der Jahre doch recht eigenartige und für mich persönlich effektive Wege gefunden, um Ideen nicht wieder zu verlieren. Ich beschreibe es einfach mal. Die Gedanken laufen durch meinen Denkapparat in serieller Form nacheinander ab, wobei ich einen Gedanken zu Gunsten eines anderen Gedanken kurz unterbrechen und danach wieder fortfahren kann. Die Gedanken laufen so nacheinander durch und passieren eine Art Filter, welcher die Gedanken kurz analysiert. Unwichtige oder uninteressante Gedanken werden nach kurzer Zeit einfach zu Gunsten des nächsten Gedankens verworfen.

Das für dich Interessante passiert dann, wenn in diesem Filter ein Gedanke auftaucht, den ich als wichtig oder zukunftsweisend erachte. Just in diesem Moment macht es geistig klick und ich "kralle" mich förmlich an diesem Gedanken fest. Ja, falls der Gedanke für mich große Bedeutung hat, dann habe ich es mir wohl angewöhnt genau in dem Moment des Auftretens den Gedanken festzuhalten und bewusst (!) an nichts anderes mehr zu denken. Das weitere Vorgehen hängt von der momentanen Situation ab. Falls ich Zeit habe, dann arbeite ich kurz darauf möglichst viele Szenarios im Kopf durch, die den Gedanken betreffen. Oft ist es dann auch so, dass ich eine zufriedenstellende Antwort erhalte und den Gedanken geistig abhacken kann und weiterdenken kann.

Falls ich keine Zeit habe, zum Beispiel beim Arbeiten, mache ich mir auf meine Arbeitsnotizen ein kleines Lesezeichen, dieses ist ein Satz oder einfach nur ein Wort. Dadurch dass ich diese Notiz ganz kurz festhalte, und somit neben dem reinen Denken daran auch noch meine Sinnesorgane ins Spiel gebracht habe, wird diese Idee in meinem Unterbewusstsein abgelegt (ich bin sehr intuitiv) und kann so bei einem späteren (zufälligen) Blick auf die Notiz, oder einem ähnlichen Ereignis, direkt wieder in meine serielle "Gedankenautobahn" angefügt werden.

Es gibt noch einen dritten Fall, nämlich der Fall, dass ein lohnenswerter Gedanke auftritt, ich aber gerade keine Lust habe, diesen abzuarbeiten. Es ist sehr merkwürdig, aber ich google bei Langeweile kreuz und quer durch das Internet und gebe diesen Gedanken in vereinfachter Form kurz ein, und sehe es dann bei der nächsten Smartphone-Nutzung in meinen Suchverlauf.

Dass ich mal einen Geisesblitz hatte und dieser verloren ging, ist glaube ich schon sehr lange nicht mehr vorgekommen, oder ich kriege das unbewusst garnicht mit. Um diesen wiederzuerlangen schlage ich aber vor, dass du deine Sinne als kleines Hilfsmittel einsetzt, um aus dem was du schon darüber weisst, abzuleiten was du wissen möchtest. Ein paar Beispiele: 1. Du weißt, was du vorher/danach gedacht hast; steht der vorherige Gedanke in einem indirekten Zusammenhang mit deinem Geistesblitz; Bist du erst dadurch auf den Geistesblitz gekommen, als du an diesen (bekannten) Gedanken dachtest. 2. Ist der Geistesblitz in Verbindung mit einer Sinneswahrnehmung aufgetreten? Zum Beispiel, als du etwas gesehen hast? An einem bestimmten Ort? Versuche es zu wiederholen.

Ich hoffe ich konnte dir ein paar Denkanstöße geben _läch_

Gruß
fluffyfella
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