Übers Nicht Aushalten




Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

Moderatoren: Hortensie, Eule

Übers Nicht Aushalten

Beitragvon Elektra » Sa 8. Jun 2013, 06:40

Wenn ich so durch die Foren lese, fällt mir doch auf, dass Aushalten nicht gerade eine Stärke von HSPlern ist. Ist das bei Euch auch so? Also ich tu mich sehr schwer mit dem Aushalten. Sei es eine unbefriedigende Arbeitssituation, Probleme in Beziehungen oder Freundschaften oder auch nur ein langweiliger Abend bei Freunden. Früher hab ich versucht viel mehr auszuhalten, alleine der konventionellen Zwänge wegen. Aber mittlerweile seh ich das ganz oft nicht mehr ein, mich zu "quälen" nur um anderen mehr zu genügen. Vor den Anderen wird man dann gern als unbeständig, sprunghaft oder auch nicht beziehungsfähig eingestuft. Dabei merkt man doch nur viel schneller, dass einem etwas nicht gut tut. Und was einem nicht gut tut, sollte man unterlassen. Es ist generell wie eine Art Zwang, alles was Unlust und Unwohlsein verursacht, so schnell es geht beheben zu wollen. Kennt Ihr das auch?
Allerdings habe ich einen Wehrmutstropfen bei der Sache. Denn manche Dinge sollte man einfach mal aushalten, weil sich nur so eine Lösung ergeben kann. Oder wie seht Ihr das? Ich meine z.B. in menschlichen Beziehungen. Da kann man nicht alles gleich klären. Da ist es manchmal ganz gut, etwas Abstand davon zu kriegen. Allein schon, weil die Wenigsten auch HSP sind und eben nicht sofort alles aus der Welt schaffen wollen und müssen. Aber das auszuhalten fällt mir unglaublich schwer. Ich kann das oft nur ertragen, wenn ich mich gedanklich völlig von dem Menschen löse. Er muss mir also unwichtig werden, damit ich diesen Abstand ertrage. Und das tut mir unglaublich weh und gelingt mir auch doch nicht richtig.
Wie geht Ihr denn so damit um, wenn Ihr etwas aushalten müsst?
Der Sensible hat es immer schwerer im Leben - dafür lernt er auch mehr.
Benutzeravatar
Elektra
Full Member
 
Beiträge: 107
Registriert: Sa 10. Nov 2012, 10:44
Wohnort: Köln

von Anzeige » Sa 8. Jun 2013, 06:40

Anzeige
 

Re: Übers Nicht Aushalten

Beitragvon DarkShadows » Sa 8. Jun 2013, 08:58

Ich unterschreibe Deine Aussage mal zu 90%!

Bisher war ich recht "gut" im Aushalten. Wie Du schon geschrieben hast wird es von einem in der heutigen Gesellschaft einfach verlangt. Also "nicht so anstellen, nicht drüber nachdenken und weitermachen". Genau das schaffe ich aber auch nicht mehr. Ich denke dass ich in den letzten Jahren nicht nur für mich, auch für meine Umwelt unbequem und noch komplizierter geworden bin. Ich will nicht alles wollen was mir andere bewusst oder unbewusst einzureden versuchen! Leider habe ich für mich aber noch keinen alternativen Weg gefunden - ich weiß nur was ich nicht will, nicht was ich will (das Ausschlußprinzip kann man da leider auch nicht anwenden ;)).
Du hast Recht, manchmal gibt es kaum andere Möglichkeiten als etwas "auszuhalten". Ich finde dies aber mittlerweile nicht mehr für erstrebenswert denn es staut sich so eine Menge an die man im Idealfall irgendwie wieder los wird oder wie in meinem Fall solange sammelt, bis alles über einem zusammenbricht und man kein Land mehr sieht. Gibt es denn eine konkrete Person auf die sich Deine Frage bezogen hat? Eine Partnerschaft?
Auch hier geht es mir so wie Dir: Ich brauche bei einer Person einen "neutralen Status" erst dann kann ich versuchen ihn/sie aus meinem Leben zu streichen. Leider brauche ich ewig um sowas zu erreichen und die betreffende Person kann von mir bis dahin nicht losgelassen werden. Vielleicht ist dies der Fall da wir HSP unbewusst über eine andere Ebene Kontakt zu anderen Menschen knüpfen - etwas was über das Physische und Psychische hinaus.
Das Aushalten an sich fällt mir gerade derzeit extrem schwer. (Teilweise äußert sich dies schon mit körperlichen Symptomen.)
"Have I gone mad?" Hatter (Alice in Wonderland)

"Wo Leere ist, herrscht Sehnsucht." Verfasser unbekannt
Benutzeravatar
DarkShadows
Full Member
 
Beiträge: 197
Registriert: Fr 24. Mai 2013, 21:44

Re: Übers Nicht Aushalten

Beitragvon HopingSoul » Sa 8. Jun 2013, 10:18

Was bedeutet aushalten? Bedeutet es hinnehmen? Bedeutet es, zu warten?

Ich habe gerade einen langen Konflikt hinter mehr und Aushalten war dabei ein ganz wichtiger Punkt. Für mich habe ich den Begriff gefunden: In Liebe Geduld üben.

Ich übe mich in Geduld, weil ich weiß, dass es niemanden geholfen ist, wenn ich vorpresche. Damit kann man sovieles zerstören. Es lag aber auch daran, dass es mir wichtig war, es zu klären.
Es gibt durchaus Dinge, die ich nicht aushalten möchte. Aber inzwischen versuche ich diese Dinge nicht mit einem negativen Gefühl von mir zu weisen, sondern damit ins Reine zu kommen und es in dem Bewusstsein zu tun, meine Gründe dafür zu haben. Die müssen für nichts und niemanden außer mir gelten. Es ist noch ein weiter Weg für mich, mich nicht ständig rechtfertigen zu wollen, aber immerhin weiß ich es schon, dass ich es eigentlich nicht muss.

Wenn ich ein Gefühl nicht aushalte, gerade dann, sollte man es zulassen. Ihm den Raum geben, zu sein, es von allen Seiten zu betrachten und die Ursache zu finden- nur so lässt es sich wirklich auflösen. Aber verdammt ist das schwer! Die schlimmsten Gefühle treiben mich zur Selbstverletzung, nämlich dann, wenn ich dadurch jemand anderen schaden würde, weil es so extrem ist - dann lüchte ich mich zu mir selbst und verletze lieber mich als andere.

Nun habe ich es erstmal ganz anders gemacht und mir erlaubt, an mich zu denken. Dabei wurde jemand anderes verletzt und es tat mir leid, aber die Gründe dabei lagen durchaus auch bei der anderen Person, von demher relativiert sich das auch etwas. So ganz richtig machen kann man es einfach nicht . Und zumindest von einigen Menschen bekam ich die Bestätigung, dass mein Handeln richtig war. Hätte ich den anderen Schritt erwogen, hätte ich mich selbst verletzt und wäre von der anderen Person auch weiterhin verletzt worden. Ich denke, man darf sich selbst auch schützen!
Ein befreiendes Gefühl, wenn man merkt, dass man wieder ein Stück loslassen kann- und losgelassen wird. Ich atme Sonne und Leben. Habt einen schönen Tag voll positiver Momente und wenig Blicken zurück. Das Leben ist JETZT. Ihr steht mit euren Füßen drauf, umarmt es, umhüllt euch damit. Wie wollt ihr etwas belastendes festhalten, wenn eure Arme schon voller Leben sind?
Benutzeravatar
HopingSoul
Hero Member
 
Beiträge: 989
Registriert: Do 21. Feb 2013, 23:11

Re: Übers Nicht Aushalten

Beitragvon Mattania » Sa 8. Jun 2013, 22:37

Elektra hat geschrieben:Wenn ich so durch die Foren lese, fällt mir doch auf, dass Aushalten nicht gerade eine Stärke von HSPlern ist. Ist das bei Euch auch so?


Ich selbst kann für mich (noch) gar nicht sagen, ob das Aushalten eher als Stärke oder als Schwäche zu sehen ist. Oder ob ich gut oder nicht gut aushalten kann.

Da gibt es so viele Situationen, wo es jeweils unterschiedlich ist. Und bisher hab ich den richtigen Dreh, oder die richtigen Prioritäten nicht gefunden.

Mir stellt sich immer wieder die Frage, ob es sich am Ende als lohnend erweist, wenn ich jetzt eine zeitlang Umstände aushalte, unter denen ich leide. Oder ob sich die Umstände verschärfen, wenn ich nicht schnell was ändere.

Ich hab vieles so lange ausgehalten, bis ich nicht mehr anders konnte, als ohne Rücksicht auf Verluste andere Umstände zu schaffen. Und ich hab von psychologisch geschulten Leuten gesagt bekommen, dass ich in bestimmten Situationen zu schnell aufgegeben hätte, anstatt "Durststrecken" auszuhalten und mich aktiv um Verbesserung zu kümmern. Tscha. Da haben wir das Problem wieder: Wie kümmert man sich um Verbesserung, wenn man nur weiß, was NICHT gut ist, aber keine Idee hat, was GUT ist, weil man das nicht kennt?

Ist meine Fähigkeit, es lange in eigentlich unerträglichen Zuständen auszuhalten, eine Stärke?
Wäre es eher eine Stärke, unerträgliche zustände zu beenden, sobald man sie als unerträglich erkannt hat?
Ist es nur eine Stärke, wenn man Unerträgliches in Erträgliches umzuwandeln weiß, indem man das eigene Handeln so ändert, dass sich die Umstände ändern?
Oder muss man es gar schaffen, unerträgliche Zustände in der eigenen Wertung so umzuwandeln, dass sie gar nicht mehr unerträglich sind?

Ich jedenfalls halte aus. Zu oft. Zu viel. Zu lange. Obwohl es mir schon nach sehr kurzer Zeit damit schlecht geht. Und obwohl ich EMPFINDE, dass ich es NICHT aushalte. Ich tue es. Und weiß nicht, wieso eigentlich.

Manno.
Mattania
Full Member
 
Beiträge: 110
Registriert: Mo 25. Jun 2012, 21:12
Wohnort: Bremen

Re: Übers Nicht Aushalten

Beitragvon katrin.blume » So 9. Jun 2013, 01:04

HopingSoul hat geschrieben:Was bedeutet aushalten? Bedeutet es hinnehmen? Bedeutet es, zu warten?

Ich übe mich in Geduld, weil ich weiß, dass es niemanden geholfen ist, wenn ich vorpresche. Damit kann man sovieles zerstören. Es lag aber auch daran, dass es mir wichtig war, es zu klären.
Es gibt durchaus Dinge, die ich nicht aushalten möchte. Aber inzwischen versuche ich diese Dinge nicht mit einem negativen Gefühl von mir zu weisen, sondern damit ins Reine zu kommen und es in dem Bewusstsein zu tun, meine Gründe dafür zu haben. Die müssen für nichts und niemanden außer mir gelten. Es ist noch ein weiter Weg für mich, mich nicht ständig rechtfertigen zu wollen, aber immerhin weiß ich es schon, dass ich es eigentlich nicht muss.



Finde ich ein sehr guter Ansatz. Würde ich einfach alles, was mir quer geht, nicht aushalten - sondern es so durchziehen, dass es mir dabei 100 % gut ginge, wäre ich ein einsamer Mensch. Leider bin ich sehr anders als die meisten Menschen. Aber diese Individualität könnte ich nur ausleben, wenn ich andere damit verletze. Und dann wäre ich einsam. Das wiederum würde mich ebenfalls unglücklich machen. Es ist so eine Gradwanderung, wie sehr man Dinge aushalten muss oder ob man etwas sagt. Ich habe beide Extreme versucht: direkt meine Meinung offen kommuniziert. Hat mir häufig mehr Nachteile verschafft. Dann das Gegenteil: aushalten, Klappe gehalten und Augen zu und durch. Da bin ich aber irgendwann innerlich durchgedreht und habe mich aus der Situation befreit. Irgendwie ist es sehr schwierig den goldenen Mittelweg zu finden. Immer dieses Gefühl, dass man so anders ist. Einfach blöd. Früher hab ich mich für meine Andersartigkeit regelrecht gehasst. Inzwischen verstehe ich sie zumindest und bin nur noch traurig, wenn ich mal wieder merke, dass ich anecke. Oft wünsche ich mir, einfach nur normal zu sein. Gibt es wirklich so viele Vorteile als HSP? Oder reden wir uns das nicht schön?
"Was immer du tun kannst oder erträumst zu können, beginne es.
Kühnheit besitzt Genie, Macht und magische Kraft.
Beginne es jetzt." (J.W. von Goethe)
katrin.blume
Full Member
 
Beiträge: 132
Registriert: Do 6. Jun 2013, 22:38
Wohnort: Ruhrgebiet

Re: Übers Nicht Aushalten

Beitragvon KameHameHaa » So 9. Jun 2013, 01:07

Asche auf mein Haupt: Die scheißverfickte drecks kifferei ließ mich oftmals viel zu viel 'aushalten'...
Extrem langweilige 'Freunde', extrem widrige Umgebung am Arbeitsplatz, Extremst aufreibende Partnerschaften..
ja vonwegen : Sei Cool, Sei gechillt, sei Entspannt, mach dich mal Locker...
Das ist alles für'n A R S C H !
Das Kiffen trug seinerseits nie zu einer Besserung der Umstände bei.
...
Gut, jetzt mal abgesehen von dem Mist.. ,
das Aushalten ist eine elendige Gradwanderung.
Die eine Vertraute Stimme meines Umfeldes sagt ich solle Endlich mit dieser 'Vergeistigung' aufhören ( WTF?)
Die andere wiederum behauptet : Leb es aus, nimm dir die Zeit die du brauchst !
Was nun? Die Pflanze am Strunk abhacken oder blühen Lassen?
Einzeln für sich alleine liegen beide Falsch, zusammengenommen haben sie Recht.

Was konnte ich dabei schon herausfinden ?
In einer Beziehung ist aushalten verdammt wichtig!
am Arbeitsplatz jedoch -> fuck 0ff !
nein.. so verallgemeinert lässt sich das nun auch nicht sagen...

Was soll die Geheimniskrämerei..
Hier bin ich Kame, nur ein Name...
Im Job permanent von Kollegen gedisst zu werden : Fatal! Da ist mit aushalten NICHTS zu erreichen, es wird nie aufhören!
Vom Lebenspartner Ständig für 'Fehler' verantwortlich gemacht werden, Ihre schlechte Laune aushalten... JA, klar ! Dazu bin ich lange und ausdauernd bereit,
solange bis ich begreife : daran wird sich Nichts ändern, es wird Immer so weitergehen.


Es sind immer Fremde Menschen an einer Situation beteiligt die 'ausgehalten' werden muss, und zum gleichen Teil auch Ich Selbst. Es gab eine Schlüsselsituation die verdammt hell leuchtet(im glücklichen sinne) :
RiesenTerror, RiesenStreit, RiesenWut auf Zwei seiten. Doch beide waren in der Lage das Fehlverhalten, welches zur Eskalaiton führte, nicht beim gegenüber, sondern bei sich selbst zu suchen um sich anschließend dafür zu entschuldigen.
Von W u t zur F r e u d e in nichtmal 30 Sekunden.... .

@ Mattania, "...ohne rücksicht auf Verluste.. " ja, das 'Eisenbereiftsein' kommt mir sehr vertraut vor..
KameHameHaa
 

Re: Übers Nicht Aushalten

Beitragvon GoldenTulip » So 9. Jun 2013, 10:21

Hi ihr,
an dem Thema bin ich auch gerade dran und tauche dafür mal aus der Versenkung auf _Mij_

Die Dualisierung von Aushalten oder Nicht-Aushalten impliziert einen künstlichen Gegensatz, der mich nicht unbedingt weiterbringt, merke ich.
Dahinter steht ja der Wunsch, seine Grenzen zu kennen und zu wahren, sie auch ausdrücken zu können. Und gleichzeitig seinem Gegenüber Respekt zu zollen. Auch dessen Grenzen zu respektieren.

Da kommt es einmal auf die Sprache an, in der man seine Bedürfnisse mitteilt (die guten alten Ich-Botschaften)und auf eine grundsätzlich empathische Haltung.
Mir gefällt dabei ein Satz, den ich letztens gelesen habe: Sich ernst zu nehmen, aber nicht wichtig.
Das meiste Porzellan wird in Ego-Fights zerschlagen, oder aus einer ängstlichen Gemütslage heraus, nicht mehr gemocht zu werden, wenn man ehrlich ist.
Das passiert aber meistens dann, wenn mit Schuldzuweisungen um sich geworfen wird, gibt man dagegen etwas von sich selbst Preis, nimmt das dem anderen gehörig den Wind aus den Segeln.

Und wenn gar nichts geht, weil man gemobbt oder "gedisst" wird und nach etlichen Bemühungen keine Änderung in Aussicht steht, kann man glaube ich nur die Situation, z.B. einen Arbeitsplatz verlassen.

Letztendlich kann "der Andere" aber immer nur Auslöser für Gefühle sein; was sich dann in mir abspielt, liegt in meiner Lesart dessen, was da vor sich geht, was ich an Resonanz zulasse. Ich neige daher zu der Auffassung, dass es sinnvoll ist, seine Energien darauf zu verwenden, sich seine Gefühle bewusst zu machen, sie wahrzunehmen, sich aber seine Handlungen nicht davon diktieren zu lassen.
Als Zielvorgabe, an der Umsetzung arbeite ich natürlich auch noch.
Ist ja für HSP nicht so leicht, sich gut abzugrenzen, damit die Emotionen anderer nicht durch einen durchhuschen oder einen auffressen, wenn die lieben Mitbürger ihre vampirischen Fünf Minuten haben...

Love it
Leave it
or Change it.

Liebe Grüße
Conny
Differenzierung ist der Untergang der Gedankenlosigkeit -Tse-Tse
Benutzeravatar
GoldenTulip
Gold Member
 
Beiträge: 397
Registriert: Mi 27. Jun 2012, 13:18

Re: Übers Nicht Aushalten

Beitragvon Emmaphina » So 9. Jun 2013, 10:47

GoldenTulip hat geschrieben:Love it
Leave it
or Change it.

Liebe Grüße
Conny



smgp*

Danke! Das hat mir gerade mega geholfen!

Lg Emmaphina
Emmaphina
 

Re: Übers Nicht Aushalten

Beitragvon KameHameHaa » So 9. Jun 2013, 22:09

Jau :)
GoldenTulip , Danke für die cleveren Worte !
KameHameHaa
 

Re: Übers Nicht Aushalten

Beitragvon Sarriette » So 9. Jun 2013, 23:33

Super Thema, beschäftige ich mich auch gerade sehr intensiv mit.

In manchen Punkten bin ich aufgrund von Erfahrungen schon rigoros.
Der Arbeitsplatz verschlingt bei weitem mehr Energie als er sollte und ich "muss" Dinge tun oder tolerieren, die meinen Werten nicht entsprechen? Dann kündige ich eben!
Der Mensch vor mir raubt mir meine Kraft und hat nur Zeit, wenn er sich "auskotzen" muss, aber nie, wenn ich ihn bräuchte oder gerne Schönes teilen würde? Nein!
Bei engeren Bekanntschaften oder gar Freundschaften fiel es mir am Anfang ECHT schwer, nicht ständig hinter den Leuten herzulaufen, aber die Energie, die ich in diese Beziehungen stecke, bekomme ich nicht zurück und sie ist an anderer Stelle einfach besser investiert.
Anders ist das in meiner Beziehung - da halte ich "aushalten und am Ball bleiben" für sehr sinnvoll.

Aushalten ist für meinen HSS-Teil manchmal wirklich nötig, da mir sonst einiges fehlen würde _flov_
Ich sehe es außerdem als Übungsfeld. Bereiche, die mir sehr wichtig sind wie zB dafür zu sorgen, dass nicht dauernd Aufgaben, welcher Art auch immer liegenbleiben und mich dann an anderer Stelle überfordern (Haushalt, Einkäufe, Verwaltung etc.) oder Freundschaften pflegen würden einfach "brach liegen", wenn ich da nicht eine gewisse Kontinuität und "Aushalten" von Erschöpfungszuständen einrechne.
Aus Ausgleich schlafe ich inzwischen mehr, lege mich auch nachmittags mal hin oder bin einen ganzen Tag zu Hause und tue nichts...manchmal (so wie zur Zeit) schätze ich das allerdings noch falsch ein und bin dann wieder SEHR erschöpft.

Aushalten bedeutet für mich nicht, mir unangenheme Dinge gefallen zu lassen oder übergriffige Situationen zu lassen wie sie sind, sondern mehr Ausdauer und Disziplin zu entwickeln, die mir wiederum dabei helfen sollen, Projekte etc. bis zum Ende durchzuziehen und DANN eine Pause zu machen ;)
Sarriette
 

Nächste


Ähnliche Beiträge


Zurück zu Hochsensibilität Allgemein

Wer ist online?

0 Mitglieder

cron