Unangenehme Dinge schieben bis zur "Beinahekatastrophe"

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Unangenehme Dinge schieben bis zur "Beinahekatastrophe"

Beitragvon rene261 » Mo 26. Dez 2016, 22:40

Hallo liebe Forengemeinde!

Eine kleine Situation - konstruiert zwar, aber prinzipiell übertragbar:

Auf meinem Schreibtisch liegt ein Schreiben/Formular einer Behörde. Ich muss es ausfüllen/bearbeiten und zurückschicken, vielleicht zwei Seiten. Das meiste geht schnell, aber nicht alles, manche Daten muss ich erst umständlich ermitteln.
Als ich das Schreiben finde, ist es der Abend eines langen Arbeitstages. Ich habe durchaus noch Zeit, fange an. Aber als ich zu der Stelle komme an der ich die Daten erst recherchieren muss ist Ende: Mein Kopf ist leer, ich habe keine Kraft, lege das Schreiben zur Seite. Morgen sieht die Welt besser aus.
Tut sie leider nicht.
Das Schreiben liegt nach einer Woche immer noch dort.
Am nächsten Tag bekomme ich beim Blick in den Briefkasten einen Schreck: Eben jene Behörde hat mich angeschrieben.
Puls und Blutdruck schießen hoch - ich weiß ja was in dem Brief steht. Und eben deshalb öffne ich ihn erst gar nicht. Ja, heute Abend schicke ich euch eurer Formular!
Nur fehlt mir am Abend wieder die Kraft. Und so liegt nicht nur das unbearbeitete Formular auf dem Schreibtisch sondern die Mahnung ungeöffnet gleich daneben.
Das Spiel geht so bis zur zweiten oder dritten Mahnung, die ich dann doch mal öffne, das Schreiben an die Behörde fertig mache, die 50,-€ Säumnisgebühr gleich mit überweise und froh bin, die Sache endlich los zu sein.

Funktioniert in gleicher Weise wunderbar auch beim Einreichen von Abrechnungen oder Rückmeldung bei anderen Leuten...
Eigentlich total unlogisch, ist auch kein "Standartverhalten" kommt aber immer wieder - zu oft - vor.

Meine Frage nun:
Kennt ihr so was auch?
Und was denkt ihr, ist das - in dieser Ausprägung - HSP-typisch. Oder ist es einfach "klassische Aufschieberitis"?

LG René
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rene261
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Re: Unangenehme Dinge schieben bis zur "Beinahekatastrophe"

Beitragvon the_pilgrim » Di 27. Dez 2016, 00:46

Hi René,

das ist - denke ich - klassische Aufschieberitis.

Eine Lösung für Formulare habe ich mal von einer Freundin gekriegt: einfach nur einen Teil ausfüllen und unvollendet abschicken. Dann hat man reagiert und seinen Teil erfüllt, zwar nicht gut, aber man hat.

Danach hat man Zeit, denn die müssen das erst bearbeiten. Im nächsten Schreiben fragen sie dann nach den Sachen, die noch nicht ausgefüllt wurden. Das kann man dann bearbeiten so weit man es schafft, abschicken - ggf. wieder unvollständig - und das Spiel geht weiter. So erkauft man sich Zeit für diesen Scheiß.

Das Problem erledigt sich zwar nicht schneller, geht auch nicht weg, aber man hat mehr Zeit, muss keine Säumnisgebühr zahlen und war nur (u.U. wiederholt) zu doof das Formular vollständig auszufüllen. So what, sollen die doch denken, was sie wollen.

LG,

the_pilgrim
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Re: Unangenehme Dinge schieben bis zur "Beinahekatastrophe"

Beitragvon Miss Marple » Di 27. Dez 2016, 12:57

Super Idee...pilgrim..

Mit Formularen kenne ich das auch...über fordert mich restlos...
Die ganze sucherei...ausfüllen.... Ätzend....

Sonst schien ich nix...

LG
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Miss Marple
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Re: Unangenehme Dinge schieben bis zur "Beinahekatastrophe"

Beitragvon jules1976 » Di 27. Dez 2016, 17:49

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jules1976
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