Unterschied zwischen "normal" sensibel und hochsensibel

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Unterschied zwischen "normal" sensibel und hochsensibel

Beitragvon Anna87 » Do 24. Jan 2013, 18:40

Hallo,

ich bin gerade noch immer am heraus finden ob ich nur "normal" sensibel oder hochsensibel bin.
Hatte schon Tests gemacht bezüglich Hochsensibilität und das Ergebnis war positiv.
Trotzdem habe ich gerade noch mit Zweifeln zu kämpfen.
Wie kann man es heraus finden ob man nur "normal" oder hochsensibel ist?

Liebe Grüße
Anna
Anna87
 

Re: Unterschied zwischen "normal" sensibel und hochsensibel

Beitragvon WhiteDevil » Fr 25. Jan 2013, 02:57

Der Test ist nicht zu empfehlen, weil er sehr ungenau ist.
Am besten liest du dir Infotexte durch und überprüfst diese auf Übereinstimmung mit deinen Verhaltensweisen.
WhiteDevil
 

Re: Unterschied zwischen "normal" sensibel und hochsensibel

Beitragvon ja » Fr 25. Jan 2013, 07:49

Guten morgen anna!


was ist den für dich der Unterschied?

(im übrigen sind meinem erfahrungswert nach zweifel ob man es denn ist ein extrem sicheres indiz dafür)


_flov_
ja.
weniger ist mehr

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Re: Unterschied zwischen "normal" sensibel und hochsensibel

Beitragvon kikilino » Fr 25. Jan 2013, 09:18

Hallo Anna,

diese Frage kenne ich. _läch_ Ich habe sie mir auch schon des öfteren gestellt, man will ja alles genau wissen und ja von allen Seiten beleuchten, keine Möglichkeit auslassen... _yessa_

Es ist ziemlich schwierig denke ich, das Thema zu fassen. Die 'Indizien' kommen nicht bei jedem in geballter Form zusammen und zudem ist es einfach sehr schwierig gerade die Gefühlsebene mit der 'breiten Masse' der menschheit zu vergleichen. Woher soll ich wissen, ob andere genauso intensiv fühlen. Die Frage, die man sich stellt ist ja eigentlich nicht ob man intensiver wahr nimmt, sondern in welchem Spektrum sich das befindet. Man kann es sich zum Beispiel als Pyramide vorstellen, wo in der oberen Spitze die Menschen angesiedelt sind, die am 'meisten fühlen'. Dann stellt sich doch die Frage, wo man bei dieser Pyramide dann die Grenze zieht für den Begriff 'hochsensibel'. Mir erscheint das sehr willkürlich und ich denke nicht, dass es da einen klar definierten und trennbaren 'Balken' gibt, den man einfügen kann. Ich hoffe, dass das verständlich erklärt war wie ich es meine. )wwq

Ich habe dieses Gedankenkarusell für mich abgestellt darüber nachzudenken, weil es für mich persönlich keinen Unterschied macht. ich weiß, dass ich in manchen Bereichen sehr sensibel bin und sich das von sehr vielen Menschen unterscheidet, meine Wahrnehmungen sind einfach stärker ausgeprägt als bei der 'Masse'. Wie stark sich das vom 'Durchschnittswert' abhebt ist doch eigentlich irrelevant. Wichtig ist, dass ich weiß, dass es sich unterscheidet und ich anders damit umgehen muss (zB darf ich nicht davon ausgehen, dass andere genauso stark fühlen und mich darauf einstellen, es nicht erwarten; ich muss mich in manchen Bereichen etwas schützen, darf nicht enttäuscht sein, wenn andere meine Gefühlswelt nicht erkennen oder damit nicht umgehen können usw.).

Es gibt halt keine Skala an der man seine Gefühle messen könnte und somit vergleichen kann. Es hapert ja in unserer Sprache und unter uns Menschen schon an genauen Definitionen...Trauer ist Trauer, Wut ist Wut, Freude ist Freude...nur beim körperlichen Schmerz hat man versucht ihn etwas genauer zu beschreiben. Allerdings gibt es viele unterschiedliche Arten des gleichen Gefühls, unterschiedliche Intensitäten...jedoch 'enorm wütend' bezeichnet bei jedem Menschen etwas anderes, denn die Definition der Gefühle kann nur in uns getroffen werden und nicht als allgemeiner Richtwert. Vielleicht mit dem Schmerzempfinden vergleichbar, mancheiner ist ja auch dort empfindlicher und wird vielleicht schon sehr starke Schmerzen haben, wenn er sich mit einer Nadel gepickst hat bzw. es so empfinden.

Also rein praktisch gesehen kann man gar keine klare Trennlinie definieren, wo 'sehr sensibel' aufhört und 'hochsensibel' anfängt denke ich. _nüxweiss_
kikilino
 

Re: Unterschied zwischen "normal" sensibel und hochsensibel

Beitragvon Argus » Fr 25. Jan 2013, 13:21

Hallo Anna,
HSP unterliegen, in ihrer Gruppe, genauso einer breiten Streuung ihrer Fähigkeiten und Befindlichkeit, wie jeder andere (nicht-hochsensible) Mensch auch, sie können, insbesondere in den Ausprägungsgraden, sehr unterschiedlich sein, ich schätze, das ist Dir klar. icon_winkle

Meine Gedanken dazu, wie immer, ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

Die Hochsensibilität ist nicht die nahtlose Steigerung von sehr sensibel, sondern etwas Eigenes. Basis der HS sind anscheinend wesentlich offenere Filter in der Wahrnehmung und (viel entscheidender) eine „andere“, mindestens komplexere Verarbeitung, dieser, ohnehin schon ungleich größeren Datenmenge, der Menge von zeitgleichen Eindrücken und Wahrnehmungen.

Beides findet, nach derzeitigen Erkenntnissen, im „Kopf“ statt, verfügen HSP, eher nicht über sensiblere Sinne(-sorgane), einige mir bekannte HSP tragen beispielsweise eine Brille oder haben einen Teil ihrer Hörfähigkeit verloren.

Erste(?) Untersuchungen u.a. von Dr. Arthur Aron (Ehemann von Elaine Aron) deuten angeblich auf einen „neuronalen Unterschied“ (im Gehirn) zu nicht Hochsensiblen hin.
Das „Gebilde“ Hochsensibilität, genauer die Hochsensivität umfasst also offenbar deutlich mehr, als nur sensibel und empfindsam zu sein. (ohne Wertung!)

Genug zur Theorie, vielleicht schreibe ich an anderer Stelle mal mehr.

Es kann für das Selbstverständnis (sich selbst zu verstehen) sehr wichtig sein, sich als HSP (oder eben nicht) zu erkennen, kann es doch vieles erklären.
Wenn ich das eine oder andere Mal auf einen Test, z.B. im Internet hinweise, schreibe ich, nicht ohne Grund immer dazu:

_director_ Achtung!
Dieses Testergebnis sollte niemals für sich alleine stehen, muss immer mit dem (bisherigen) er-Leben übereinstimmen. Es kann bestenfalls in eine bestimmte Richtung zeigen.

Der vielleicht einfachste Weg es herauszufinden ist, mit HSP zu kommunizieren, mindestens ihre Geschichten, ihr Erleben kennenzulernen (zu lesen?). (Auch sehr sensiblen) Nicht-Hochsensiblen, man kann ja nicht pauschal von unsensiblen Menschen sprechen, fehlt allerdings das Wiedererkennen und allermeist das Verständnis, in /für diesen Begebenheiten, mit allen Emotionen, wie Gänsehaut, Fell, Tränen, tiefes berührt sein, was auch immer. _nüxweiss_

Wenn ich beispielsweise erkläre, dass ich, und das ist tatsächlich so, in meinem Leben vielleicht 3 Paar wirklich >passende< Schuhe besaß, können _yessa_HSP in aller Regel damit etwas anfangen, n-HSP nicht, stellen mir, manchmal nach einem Moment des „Denkens“ die verdutzte Frage: „Aber die hast Du doch selbst gekauft, oder?“ _nüxweiss_

Jaaaaa, habe ich. icon_winkle


Sensible und Hochsensible, u.U. von einem Reiz gleichermaßen angesprochen, gehen offenbar anders damit um. Die „nur“ (auch sehr) sensible Person, geht erfahrungsgemäß schneller zur Tagesordnung über, hat es schnell vergessen, während eine HSP schon mal, Zusammenhänge und /oder mögliche Folgen erkennend(?), über Stunden, Tage, noch länger damit beschäftigt sein, einen einmal gestarteten Denkprozess nur schwer stoppen kann, wenn er denn überhaupt, in dem Moment, vollständig bewusst ist (wird).

Noch ein Beispiel, dann bin ich wieder verschwunden.
Wenn man ein Erdnussbutterbrot isst und die möglichen unterschiedlichen Geschmacksnuancen, verschiedener Hersteller für sich erkennt, schmeckt, kann man sicher(?) von (mehr oder weniger) sensibel sprechen.

Wenn einem beispielsweise gleichzeitig, den Unsinn einiger EG-Subventionen zum Thema Import, Transport und Verarbeitung von Erdnüssen in Europa in den Kopf kommt.
Sich einem bewusst wird, das ein Erdnussfarmer, mal Präsident der USA war.
Daran denkt, wie man sie zum ersten Mal kennen (und lieben?) gelernt hat, die damalige Umgebung und Menschen im Kopf, einschließlich der Fußverletzung (in dieser Umgebung entstanden), jetzt mit dem gleichen scheußlichen Gefühl im Bauch dazu, wie damals.
Sich auch in der Abwesenheit von Kindern bewusst darüber ist, dass Kinder unter drei Jahren keine (ganzen) Erdnüsse essen dürfen, wegen der Gefahr des Einatmens.
Einem der letzte Einkauf dieser Erdnussbutter präsent ist, genauso wie die (damals) zerbröselte Erdnussschalen im Bett, und, und, und...

Wie geschrieben, gleichzeitig zum Genuss(?), während eine andere Person versucht, Kontakt aufzunehmen, mit einem sehr aufdringlich empfundenen Parfüm /Rasierwasser, mit viel zu wenig körperlichen Abstand, man äußerlich nicht reagiert, nicht reagieren kann und einem am Ende große Unsensibilität (auch Arroganz oder Blödheit wird da gerne genommen) vorgehalten wird. Hmmm?

Dann kann man schon mal auf Hochsensibilität tippen, es liegt jedenfalls sehr nahe. _läch_

Wenn Du es herausbekommen willst, mein Tipp:
Lies, mindestens hier im Forum, erkenne Dich (wieder), oder eben auch nicht. _grinsevil_

LG

Argus
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Re: Unterschied zwischen "normal" sensibel und hochsensibel

Beitragvon ja » Fr 25. Jan 2013, 13:50

Hallo argus,


Die Hochsensibilität ist nicht die nahtlose Steigerung von sehr sensibel, sondern etwas Eigenes. Basis der HS sind anscheinend wesentlich offenere Filter in der Wahrnehmung und (viel entscheidender) eine „andere“, mindestens komplexere Verarbeitung, dieser, ohnehin schon ungleich größeren Datenmenge, der Menge von zeitgleichen Eindrücken und Wahrnehmungen.

Beides findet, nach derzeitigen Erkenntnissen, im „Kopf“ statt, verfügen HSP, eher nicht über sensiblere Sinne(-sorgane), einige mir bekannte HSP tragen beispielsweise eine Brille oder haben einen Teil ihrer Hörfähigkeit verloren.

Erste(?) Untersuchungen u.a. von Dr. Arthur Aron (Ehemann von Elaine Aron) deuten angeblich auf einen „neuronalen Unterschied“ (im Gehirn) zu nicht Hochsensiblen hin.
Das „Gebilde“ Hochsensibilität, genauer die Hochsensivität umfasst also offenbar deutlich mehr, als nur sensibel und empfindsam zu sein. (ohne Wertung!)

Genug zur Theorie, vielleicht schreibe ich an anderer Stelle mal mehr


schriebst du.

ich würde mich sehr freuen wenn du dazu mehr - eigenen thread, verfasst!

ich halte das thema für immens wichtig und betrachtens wert!

_flov_

ja.
weniger ist mehr

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Re: Unterschied zwischen "normal" sensibel und hochsensibel

Beitragvon Argus » Fr 25. Jan 2013, 14:27

Hallo ja,
gerne!

Argus
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