Ur-Vertrauen ?! oder doch nur Optimismus..?

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

Moderatoren: Hortensie, Eule

Wie optimistisch/ vertrauenselig bist du?

Ich glaube immer an das Gute im Menschen, dass alles gut wird
33
27%
Ich traue niemandem
11
9%
Ich glaube, ich habe ein gesundes Misstrauen
20
16%
Ich glaube, ich habe ein gesunden Optimismus
21
17%
Ich galube an Murphys law ( erwarte immer das schlimmste)
9
7%
mal so, mal so
29
23%
keine Ahnung
1
1%
 
Abstimmungen insgesamt : 124

Re: Ur-Vertrauen ?! oder doch nur Optimismus..?

Beitragvon oceanna » Fr 9. Nov 2012, 10:03

Ich habe eine Art von Urvertrauen durch spirituelle Erfahrungen gefunden .

Vorher war ich eher optimistischer Pessimist .
Wenn man sich das allerschlimmste ausmalt ,dann kommt es meistens nicht so schlimm und dann hat man Grund sich zu freuen .
Mit Optimismus hatte ich immer sehr schlechte Erfahrungen ,da das erhoffte beinahe nie eintrat .

Jetzt habe ich eine Art von bockigen Optimismus .
Ans Gute glauben aus Prinzip ,immer wieder davon reden ,immer wieder danach suchen ,manchmal darum kämpfen und das Schlechte soweit zu ignorieren ,dass es hoffentlich von alleine aus meinem Leben verschwindet .
Jede schlechte Erfahrung sofort durch eine gute Erfahrung neutralisieren .

Und dann treffe ich viele Leute ,die mir erzählen wie naiv diese Einstellung doch ist .
Aber ich habe soviele Jahre Todessehnsüchte gehabt ,da bin ich doch lieber naiv als depressiv .

Herzliche Grüsse _floating_heart
Die Menschen,die du auf dem Weg der Heilung triffst sind wie die Blumen am Wegesrand.
Geniesse sie in ihrer einzigartigen Schönheit und gehe sorgsam mit ihnen um.
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Re: Ur-Vertrauen ?! oder doch nur Optimismus..?

Beitragvon herzblut » Fr 9. Nov 2012, 14:13

Angsthase schrieb:
Als ich die Überschrift las, fiel mir ein Gespräch ein, daß ich letzte Woche mit meinem Sohn (10) hatte.
Wir sprachen über Freundschaft und Freunde. Er sah mich an und sagte: "Weißt Du, mit Freunden ist das anders als mit uns, wir haben ja sozusagen eine "eingebaute Liebe" .....
Es war nur ein Nebensatz, aber ich finde, er hat es sehr schön ausgedrückt.


_flov_ toller Junge
"Ich glaube, daß wenn der Tod unsere Augen schließt, wir in einem Lichte stehen, von dem unser Sonnenlicht nur der Schatten ist."

Arthur Schopenhauer

In tiefer Trauer um meine geliebte Hündin Linda, die am 12. Mai gestorben ist.
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Re: Ur-Vertrauen ?! oder doch nur Optimismus..?

Beitragvon Cassy5 » Fr 9. Nov 2012, 14:48

Ich werfe kurtz ein:

Ich habe ein enormes Urvertrauen. Bin fest von dem guen in jedem Menschen überzeugt und glaube daran das alles gut wird.

Lg Cassy
Am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut ist ist es nicht das Ende - Oscar Wilde
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Re: Ur-Vertrauen ?! oder doch nur Optimismus..?

Beitragvon angsthase » Fr 9. Nov 2012, 19:46

Hallo Herzblut,
vielen Dank!
Ja, das ist er _grinsevil_
LG Angsthase
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Re: Ur-Vertrauen ?! oder doch nur Optimismus..?

Beitragvon doris » Sa 10. Nov 2012, 20:53

Liebe Herzblut,

dazu fällt mir ein, dass ich bei Elisabeth Lukas, einer Schülerin Victor Frankls, auf den Ausdruck "urgewollt" gestoßen bin.
Das habe ich als sehr heilsam empfunden: die Einstellung, dass schon unser reines Dasein zeigt, dass wir unabhängig von uns selbst ganz einfach
hier gewollt sind. Wahrscheinlich ist das eine Grundvoraussetzung für Urvertrauen. Ich kann gut vertrauen, obwohl die Voraussetzungen
dafür objektiv nicht unbedingt da waren. Noch größer wird es von Tag zu Tag, seit ich auf Jesus vertraue. Irgendwie kaum noch zu erschüttern.
Das ist schon sehr schön!
doris
 

Re: Ur-Vertrauen ?! oder doch nur Optimismus..?

Beitragvon Ava » So 11. Nov 2012, 20:44

Ich habe mich jetzt für "mal so, mal so" entschieden... So richtig sicher bin ich mir da selber nicht.

Von meiner Kindheit und den frühesten Erfahrungen her bin ich wohl nicht wirklich mit dem Ur-Vertrauen ausgestattet, habe auch viel Negatives erleben müssen was mich geprägt hat und sich vor allem in meiner Kindheit und frühen Jugend gezeigt hat. Irgendwann habe ich angefangen mich bewusst damit auseinanderzusetzen und meine, ich nenne es mal "negative Grundhaltung", abzubauen. Ich würde sagen, dass ich immer noch ein gesundes Misstrauen habe, ich bin also nicht naiv oder komplett blauäugig. Andererseits versuche ich das Leben offen und angstfrei anzugehen und zuversichtlich zu sein in dem was ich tue. Ich denke, das Leben hat so viel zu bieten was ich mir andernfalls schon von vorneherein verbauen würde.
Ava
 

Re: Ur-Vertrauen ?! oder doch nur Optimismus..?

Beitragvon Sonnenblume_SS » So 21. Sep 2014, 12:00

Etwas älterer Thread wie ich sehe, aber irgendwie wurmt mich das Thema doch auch immer mal wieder...

und eigentlich gibt es dazu immer nur viele Fragezeichen und selten Antworten, oder?

Ich schätze mich als optimistisch ein - habe aber auch das Gefühl, ein geringes Urvertrauen zu haben.
Ich habe vor 2-3 Jahren in einem Seminar an der Uni von dieser speziellen Art des Vertrauens erfahren.

Es erschien mir alles logisch: Freuds Theorien, die Tatsache dass ein Baby Liebe benötigt, um ein Urvertrauen zu bilden, speziell in den ersten zwei Lebensjahren.

Im Seminar war es wie ein Aha-Moment: das fehlt mir! Das hätte ich gerne! Nur wie?

Und vorallem: warum habe ich es nicht? Meine Mutter ist auch HSP, ein sehr verletzlicher, einfühlsamer Mensch. Nun erinnere ich mich natürlich nicht an meine ersten zwei Lebensjahre, aber aus Erzählungen weiß ich, dass eigentlich alles harmonisch war: erstes Kind, intakte Ehe, ruhige Wohngegend. Da ich die erstgeborene war, bekam ich ungeteilte Aufmerksamkeit und wurde stets umsorgt und geliebt.

Wie passt das jetzt zusammen damit dass ich mich insgesamt emotional unstabil, von vielerei immer wechselnden Ängsten geplant, schlichtweg wie ein Mensch ohne Urvertrauen fühle?
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Re: Ur-Vertrauen ?! oder doch nur Optimismus..?

Beitragvon RioParana » Do 30. Apr 2015, 08:06

Sonnenblume_SS hat geschrieben:
Ich schätze mich als optimistisch ein - habe aber auch das Gefühl, ein geringes Urvertrauen zu haben.


Es erschien mir alles logisch: Freuds Theorien, die Tatsache dass ein Baby Liebe benötigt, um ein Urvertrauen zu bilden, speziell in den ersten zwei Lebensjahren.

Im Seminar war es wie ein Aha-Moment: das fehlt mir! Das hätte ich gerne! Nur wie?

Und vorallem: warum habe ich es nicht? Meine Mutter ist auch HSP, ein sehr verletzlicher, einfühlsamer Mensch. Nun erinnere ich mich natürlich nicht an meine ersten zwei Lebensjahre, aber aus Erzählungen weiß ich, dass eigentlich alles harmonisch war: erstes Kind, intakte Ehe, ruhige Wohngegend. Da ich die erstgeborene war, bekam ich ungeteilte Aufmerksamkeit und wurde stets umsorgt und geliebt.

Wie passt das jetzt zusammen damit dass ich mich insgesamt emotional unstabil, von vielerei immer wechselnden Ängsten geplant, schlichtweg wie ein Mensch ohne Urvertrauen fühle?


Hallo, auch wenn der Thread schon älter ist, wollte ich das Thema wieder reaktivieren.
Bei mir ist es ähnlich. Ich hatte meines Wissens auch eine gute und behütete Kindheit und weiß absolut nach der Freud´schen Theorie nicht, wo mein geringes Urvertrauen herkommt.

Meine persönliche Theorie ist es, dass das Urvertrauen sich in den folgenden Jahren (Erfahrungen in der Kita, Schule, Pubertät etc.) entweder festigt oder stark ins schwanken gerät. Ich persönlich habe die Zeit der Vorpubertät (ca. 10 - 13 Lebensjahr) als eine Zeit in meinem Leben wahrgenommen, in der das Urvertrauen geringer wurde. Andererseits kann ich auch nicht genau beurteilen, ob ich vorher ein ausgeprägtes Urvertrauen hatte oder nicht.

Eine andere Theorie, die sich wieder an Freud anlehnt, ist dass HSP Mütter, emotional schwanken und ggf. inkonsequent sind - gerade, weil sie sich so in ihr Kind einfühlen können und dann erste Reaktionen durch Reflektion direkt oder indirekt "in Frage stellen". Diese Inkonsequenz merkt ein Kind und es bekommt keine "klare Linie", lernt später nicht was es heißt sich "richtig oder falsch" zu verhalten, wird immer unsicher sein und zweifeln.

Ich denke, es ist wichtiger konsequent zu sein, als Fehler zu machen. Da keiner von uns fehlerfrei ist und gleichzeitig dazu fähig ist, Fehler zu reflektieren, sollten die Fehler zukünftig dann konsequent vermieden werden.

Liebe Grüße,
RioParana
RioParana
 

Re: Ur-Vertrauen ?! oder doch nur Optimismus..?

Beitragvon herzblut » Sa 2. Mai 2015, 15:40

ich habe mich gerade mit dem Thema "Seelenalter" beschäftigt und könnte mir hier Erklärungen zu
Paradoxien bei unserem psychologischen Wissenstand herleiten.

http://www.seele-verstehen.de/themen/se ... elenalter/
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Re: Ur-Vertrauen ?! oder doch nur Optimismus..?

Beitragvon beay » Sa 2. Mai 2015, 20:26

Bei mir ist es mal so, mal so...
Das heißt, mein Grundgefühl des Urvertrauens ist da recht schwankend, abhängig von der Tagesform (oder auch längere Zeiträume) und leider auch von äußeren Stimuli, z.B. wie Menschen auf mich reagieren.
Ob da die Zeit als Säugling reinspielt, weiß ich nicht. Ich bin ein Flaschenkind und hatte 3-Monats-Koliken, und meine Mutter war schon sehr verzweifelt zwischendurch.
Allerdings war ich meiner Erinnerung nach ein unbeschwerter, fröhlicher und offener Junge - bis zu meinem prägenden Ereignis mit sieben Jahren. Danach war ich dann schlagartig unsicher, ängstlich, grüblerisch. Und bin es weitestgehend heute noch.
Eine Freundin von mir, die Reiki, Quantenheilung etc. macht, ist der Meinung, ich hätte eine alte Seele. Ich bin diesbezüglich sehr skeptisch, da ich nichts dergleichen im eigenen Erleben nachvollziehen kann und auch nicht an eine "individuelle" Seele glaube. Sie ist aber so überzeugt davon, dass ich es einfach mal so stehen lasse. Ich weiß es halt nicht.
Zu arg freudianisch kann ich das Thema mit dem Urvertrauen übrigens auch nicht sehen, obschon für mich die Existenz vieler der von Freud postulierten Aspekte der Psyche feststeht.
Auf jeden Fall finde ich es erstaunlich, wie sich von jetzt auf gleich eine Besserung dieses Grundgefühls bei mir ergeben kann. Einige Male habe ich es erlebt. Selbstzweifel, Unsicherheit und Misstrauen waren dann nur Gedanken, die sich in Nichts auflösten und ein tiefes, ursprüngliches Gefühl von Sicherheit und Vertrauen freilegten. Es war also "nur" vergraben.
Das "Wie" des Auflösens des Misstrauens und Freilegens des Vertrauens hat sich mir jedoch noch nicht vollständig offenbart...
"Versuch' nicht, den Löffel zu verbiegen, das ist nämlich nicht möglich. Versuch', dir stattdessen einfach die Wahrheit vorzustellen...Den Löffel gibt es nicht...Dann wirst Du sehen, dass nicht der Löffel sich biegt, sondern Du selbst." - Matrix (Film)

"Nichts ist wirklich da, und doch erzeugt es ein solches Durcheinander." - Sri Nisargadatta Maharaj
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