Ur-Vertrauen ?! oder doch nur Optimismus..?

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

Moderatoren: Hortensie, Eule

Wie optimistisch/ vertrauenselig bist du?

Ich glaube immer an das Gute im Menschen, dass alles gut wird
33
27%
Ich traue niemandem
11
9%
Ich glaube, ich habe ein gesundes Misstrauen
20
16%
Ich glaube, ich habe ein gesunden Optimismus
21
17%
Ich galube an Murphys law ( erwarte immer das schlimmste)
9
7%
mal so, mal so
29
23%
keine Ahnung
1
1%
 
Abstimmungen insgesamt : 124

Re: Ur-Vertrauen ?! oder doch nur Optimismus..?

Beitragvon free thinker » Sa 2. Mai 2015, 22:16

Ich für meinen Teil habe mein Häkchen bei "gesundem Optimismus" gesetzt.

Ich weiß nicht genau warum, aber bisher hatte ich mich immer irgendwie ein unbestimmtes Gefühl, dass alles schon wieder gut werden wird.

Ich vertraue auf meine Fähigkeiten und ich sehe die Welt grundsätzlich als positiven Ort an. Genauso wie ich denke, dass es im Grunde keine wirklich schlechten Menschen gibt, sondern dass negative Taten und Worte einfach ein Zeichen von wenig Einsicht, schlechter geistiger Kontrolle und wenig Mitgefühl sind.

Vielleicht ist das nur meine persönliche psychologische Ausflucht in einer immer unsicherer werdenden Welt oder einfach nur Naivität, aber irgendwie glaube ich fest daran, dass Menschen im Grunde gut sind und in schwersten Zeiten über sich hinauswachsen können. Und genau das gibt mir ein großes Maß an Sicherheit und Optimismus.
"Not all those who wander are lost." - J.R.R. Tolkien

"Our doubts are traitors and make us lose the good we oft might win by fearing to attempt". - William Shakespeare
Benutzeravatar
free thinker
Gold Member
 
Beiträge: 332
Registriert: So 19. Apr 2015, 13:28
Wohnort: Neuss

Re: Ur-Vertrauen ?! oder doch nur Optimismus..?

Beitragvon herzblut » So 3. Mai 2015, 00:04

Ich glaube nicht, dass es einen Optimismus und Glauben an das gute gibt, der nicht irgenwie gestützt und fundamentiert ist. Ich habe für mich gerade eine Tür aufgestoßen und das Thema Reinkarnieren ist
zwar keine Antwort, aber ich habe ohne in irgendeiner Weise extrem zu sein, einen absoluten Glauben an das Gute. Ich weiß, dass es Gott gibt und er auf mich aufpasst. Das was ich erlebt habe, sollte so sein und was andere tun, ebenso.

Diejenigen, die misstrauen : was fürchtet ihr?

Kontrovers zu meiner Aussage leide ich mit Besserung an einer Angsterkrankung.

Lg
Benutzeravatar
herzblut
Administrator
 
Beiträge: 3232
Registriert: Fr 10. Sep 2010, 21:23

Re: Ur-Vertrauen ?! oder doch nur Optimismus..?

Beitragvon Sonnenblume_SS » So 3. Mai 2015, 16:53

Hm, das müsste ich jetzt mal irgendwie in Worte fassen..

Ich habe auch ein grundsätzliches Gefühl dass am Ende alles gut geht - dass ich durch all diese Dinge durch muss etc. - aaber das ist für mich kein Ur-Vertrauen. Das wirkliche Fundament welches mich stützt ist wackelig, unsicher und ängstlich. Daher auch meine Zeitweise auftretenden Ängste. Die kommen von tiefer unten, sind nicht steuerbar dadurch - mein 'Optimismus' hingegen schwimmt an der Oberfläche. Vielleicht ist es auch nichtmal ein Gefühl, sondern ein Gedanke? Ein auf Erfahrung und Wissen beruhender Gedanke, dass alles wieder gut wird?
Benutzeravatar
Sonnenblume_SS
Hero Member
 
Beiträge: 510
Registriert: Do 28. Aug 2014, 19:58

Re: Ur-Vertrauen ?! oder doch nur Optimismus..?

Beitragvon Waldtänzerin » So 3. Mai 2015, 18:09

RioParana hat geschrieben:Eine andere Theorie, die sich wieder an Freud anlehnt, ist dass HSP Mütter, emotional schwanken und ggf. inkonsequent sind - gerade, weil sie sich so in ihr Kind einfühlen können und dann erste Reaktionen durch Reflektion direkt oder indirekt "in Frage stellen". Diese Inkonsequenz merkt ein Kind und es bekommt keine "klare Linie", lernt später nicht was es heißt sich "richtig oder falsch" zu verhalten, wird immer unsicher sein und zweifeln.


Ich kenne die Theorien von Freud nicht tiefgründig; aber spielt hier nicht auch der Vater und die Beziehung der Eltern zueinander eine Rolle? Wahrscheinlich hat eine Mutter durch Schwangerschaft und Geburt eine engere Bindung, aber dennoch würde ich die anderen beiden Faktoren bei der Bildung eines Urvertrauens stark mit einbeziehen.


Ich sehe meine Mutter auch als HSP und kann mir vorstellen, dass ich Schwankungen, gerade als Erstgeborene, mitbekommen habe (wobei ich das auch jetziger Sicht ableite; für Erinnerungen ists doch zu lang her ... ). Andererseits sehe ich meinen Vater als stabilen konsequenten Gegenpol, der mir dort evtl ein anderes Grundgerüst an Urvertrauen mitgeben konnte. Dann sehe ich aber noch die Beziehung meiner Eltern zueinander, die ich durch diese Gegensätze ein Leben lang als eher instabil erfahren habe - so evtl auch in der Phase, in welcher sich das Urvertrauen ausbildete (aber auch das weiß ich nicht - vlt war es doch stabil in der Phase)?! Trotzdem vertraue ich mit einer gewissen Skepsis in die Welt ... ob das Urvertrauen oder Optimismus ist .. keine Ahnung. In jedem Fall ist das Glas halb voll bei mir. _bia_
Waldtänzerin
u.n.e.n.t.b.e.h.r.l.i.c.h.
 
Beiträge: 1228
Registriert: Do 17. Jul 2014, 17:15

Re: Ur-Vertrauen ?! oder doch nur Optimismus..?

Beitragvon RioParana » So 3. Mai 2015, 18:42

Waldtänzerin hat geschrieben:Ich kenne die Theorien von Freund nicht tiefgründig; aber spielt hier nicht auch der Vater und die Beziehung der Eltern zueinander eine Rolle? Wahrscheinlich hat eine Mutter durch Schwangerschaft und Geburt eine engere Bindung, aber dennoch würde ich die anderen beiden Faktoren bei der Bildung eines Urvertrauens stark mit einbeziehen.


Hallo Waldtänzerin,
gut das du diesen Aspekt ansprichst. Ich hatte die Mutter stellvertretend für alle Bezugspersonen eines Kindes gesetzt - irgendwie hatte ich das nicht deutlich geschrieben, meine Gedanken waren wieder schneller als ich schreiben konnte big_cry2

Ich denke, eine emotional stabile Bezugsperson eines Kindes kann eine andere instabile Bezugperson ausgleichen. Wenn z.B. die Mutter zweifelt ist und eher emotional schwankt und der Vater eine klare, wohlwollende Linie fährt, kann das Kind bestimmt trotzdem ein gesundes Urvertrauen ausbilden.

Gleichzeitig denke ich an Kinder, die früh von ihren Eltern getrennt wurden. Unter ihnen gibt es auch einige mit gesunden Urvertrauen - behaupte ich jetzt mal -. Das würde auf diesen Aspekt wiederum bedeutet, dass auch eine externe Person, ausserhalb der Kernfamilie, durch das eingehen auf die Bedürfnisse des Kindes bei gleichzeitiger, klarer Erziehung auch die Entwicklung eines gesunden Urvertrauens fördern kann.

Ebenso denke ich, dass die Beziehung der Eltern auch eine entscheidene Rolle spielt - wenn auch zweitrangig. Warum kann ich so gar nicht erklären gerade. Außer, wenn in der Beziehung der Eltern psychische und/oder Gewalt herrscht, dann könnte das Kind villeicht die folgende Innere Überzeugung ausbilden: "Menschen sind nicht okay", da Kinder durch den Rollenkonflikt in einen Loyalitätskonflikt (Soll ich zu mama oder papa halten, obwohl ich zu beiden halten möchte) geraten und Unsicherheiten ausgebildet werden, folglich auch ein schwaches Urvertrauen.

Ich bin kein Psychologe, keine Ahnung, ob das psychologisch richtig ist. Das ist nur meine eigene Theorie. )/898u

Liebe Grüße,
RioParana
RioParana
 

Re: Ur-Vertrauen ?! oder doch nur Optimismus..?

Beitragvon Waldtänzerin » So 3. Mai 2015, 21:56

RioParana hat geschrieben:- irgendwie hatte ich das nicht deutlich geschrieben, meine Gedanken waren wieder schneller als ich schreiben konnte big_cry2


... das kenne ich. _yessa_ Nicht wild - kann man ja drüber reden. :-)


Tiefgründig psychologisch habe ich auch keine Ahnung, meine Logik kommt aber auch zu den gleichen Schlüssen, wie du sie schreibst.

Liebe Grüße
Waldtänzerin
u.n.e.n.t.b.e.h.r.l.i.c.h.
 
Beiträge: 1228
Registriert: Do 17. Jul 2014, 17:15

Vorherige


Ähnliche Beiträge


Zurück zu Hochsensibilität Allgemein

Wer ist online?

0 Mitglieder

cron