Vater bzw. Mutter sein / werden

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

Moderatoren: Hortensie, Eule

Vater bzw. Mutter sein / werden

Beitragvon KeinPonyhof » Do 29. Mär 2012, 14:32

Hallo liebe HSP'lerInnen

Ich habe mir schon oft darüber Gedanken gemacht, wie es wohl sein könnte, Vater zu werden. Bei diesem Thema komme ich früher oder später immer zum Punkt, wo ich mir eingestehen muss, dass ich gar nicht sicher bin, ob ich mir das überhaupt zutraue, diese grosse Verantwortung zu übernehmen. Ich überlege mir dann lauter Szenarien, in welchen ich schlechten Einfluss auf mein Kind haben könne. Was wenn es nicht auch HS wäre und ich nicht gefühlsmässig an es rankommen könnte? Ist es sehr wahrscheinlich, dass sich die HS auf sein Kind überträgt...?
Zusätzlich habe ich Angst davor, dass meine Lebenspartnerin (nicht HS) vielleicht, wenn unser Kind auch HS wäre, Schwierigkeiten hätte, damit umzugehen...

Ihr seht, ich bin bei diesem Thema alles andere als sicher und würde mich darum über Erfahrungen von Eltern, aber auch über Gedanken von vielleicht werdenden Mütter oder Väter freuen.

Geniesst den sonnigen Tag! (hm, zumindest hier bei mir ist es schön warm...)
KeinPonyhof
 

Re: Vater bzw. Mutter sein / werden

Beitragvon Baronin » Do 29. Mär 2012, 21:33

ob nun HS oder nicht:
Man wird nicht als perfekte Eltern geboren.
Man muss auch nicht HS sein, um gute Eltern zu sein.
Als Mutter von 2 Kindern (davon das jüngere HSP) und mit einem Mann, der nicht HS ist, kann ich aus meiner Erfahrung berichten:

Ich rate allen jungen Eltern dazu, das Kind und sich selbst zu respektieren. Egal ob es ein HS-kind ist oder "normal".
Das schlimme am Eltern werden ist, dass all anderen plötzlich zum Experten werden.
Die Großeltern, die Tanten, die Onkel, die Nachbarin, die Frau von nebenan. Alle maßen sich an, genau zu wissen, wie sie dein Kind handhaben würden.
So fühlt es sich zumindest an.
Die wichtigsten Regeln zu Beginn:
1.) Ein Säugling kann nicht verwöhnt werden. Weder nach Bedarf stillen, noch mit sich rumtragen, noch im Familienbett schlafen wird das Kind zu einem Lebensunfähigen Erwachsenen machen. Im gegenteil. Je mehr Nähe und Verlässlichkeit ein Kind von Beginn an in seinen Eltern findet, je leichter wird es Zutrauen zu sich selbst gewinnen und gesund heran wachsen.
2. ) Kein Kind kann schlafen lernen. Kein Kind muss schlafen lernen. Schlafen ist ein natürliches Bedürfnis, so wie essen, trinken, nähe, geborgenheit, liebe. Kinder schlafen überall ein und das wird sie nicht zu lebensunfähigen Krüppeln machen, wenn sie lie ber auf ppas arm oder neben Mama einschlafen als alleine im kalten Bett im einsamen großen Kinderzimmer.
3.) unter beachtung von 1. und 2.: richtet Euer Leben mit einem Baby so ein, wie es für Euch passt. Lasst nicht zu, dass andere, außenstehende oder gar Bücher und Zeitschriften, den Zugang zu Eurer inneren Stimme verstellen. Wenn die Mutter nicht stillen will - warum auch immer - dass muss sie nicht. Wenn ihr froh seit, herausgefunden zu haben, dass Euer kind Birnenbrei mag, aber nicht Karotte: toll. usw.
Als Eltern wird man nicht geboren, man wächst zusammen mit seinen Kindern dazu heran.

Falls Bücher überhaupt für Eltern in Frage kommen, dann nur solche, die diese natürliche kompetenz stärken und Mutmachen Eltern sein zu genießen.

Meine TOP-Favoriten:
- Schlafen und Wachen: http://www.jako-o.de/shop/-/group/1524/ ... googlebase

- Das respektierte Kind: http://www.amazon.de/Das-respektierte-K ... 3886798194

- Nun hör doch mal zu! http://www.amazon.de/Nun-doch-Elternspr ... 3426077930


Ein letztes Wort mit Augenzwinkern:
Nur Mut: Wenn es so schlimm wäre Kinder zu bekommen, dann wäre die Menschheit ausgestorben.
:)
----------------------------------------------------

Erste Hilfe bei negativer Gedankenspirale
Erstmal Durchatmen und dann:
Abprüfen der Situation auf realistische Sichtweise:
1.) Entspricht der Gedanke den Tatsachen?
2.) Hilft mir dieser Gedanke in der Situation weiter? Erleichert mir der Gedanke meine Handlungsfähigkeit?
Benutzeravatar
Baronin
Gold Member
 
Beiträge: 307
Registriert: Do 3. Nov 2011, 17:05

Re: Vater bzw. Mutter sein / werden

Beitragvon Joey » Fr 30. Mär 2012, 10:18

Hallo KeinPonyhof,
was wäre, wenn das Kind ein Mädchen wird und damit ganz anders ist als du? Was wäre, wenn das Kind ein Junge wird? Kann die Mutter es dann verstehen?

Du merkst, dass diese Fragen sinnlos sind. Man lernt sein Kind erst einmal kennen und man entwickelt sich zusammen mit ihm. Das ist sehr anstrengend aber auch wunderschön. Es wird Zeiten geben, wo du an deine Grenzen kommst und denkst, du bist als Vater völlig unfähig, und es wird Zeiten geben, wo dir das Herz überläuft vor Liebe oder Stolz auf dein perfektes Kind. Dann sei dir sicher, dass es fast allen anderen Eltern auch so geht wie dir.

Joey
Joey
 

Re: Vater bzw. Mutter sein / werden

Beitragvon felidae » Fr 30. Mär 2012, 16:57

Hallo keinPonyhof,

ich hatte diese Gedanken und Zweifel auch. Eigentlich wollte ich deswegen keine Kinder, ich bin davon ausgegangen dass ich dem allem nicht gerecht werden kann. Nun hab ich 2 Kinder und bin seit 6 Jahren Alleinerziehend. Ich glaube, ich bekomme das ganz gut hin. Aber die Zweifel existieren auch bis heute oft noch und das ist gut so, denn so bleibe ich flexibel und kann auf meine Kinder horchen...

Ansonsten kann ich mich den beiden Vorgänger-Postings nur anschließen. Und ich glaube mitlerweile auch, dass HS viele Vorteile in der Kindererziehung bringt, wenn man sich vom Umfeld abgrenzen kann - siehe Baronin´s Posting, das alles kenne ich nämlich auch zur Genüge.
Der Liste von Baronin kann ich sämtliche Ratgeber von Jesper Juul noch hinzufügen und "ohje, ich wachse".

Lieben Gruß
Jeder sieht, was du scheinst. Nur wenige fühlen, wie du bist.
Benutzeravatar
felidae
Gold Member
 
Beiträge: 374
Registriert: So 4. Dez 2011, 17:33

Re: Vater bzw. Mutter sein / werden

Beitragvon KeinPonyhof » Fr 30. Mär 2012, 17:42

ach nein, jetzt habe ich grad etwas geschrieben und habs dann dummerweise wieder gelöscht... ich versuchs später nochmals... _nüxweiss_
KeinPonyhof
 

Re: Vater bzw. Mutter sein / werden

Beitragvon Filamis » Sa 31. Mär 2012, 14:14

Hallo KeinPonyhof,
solche "Sorgen" hab ich mir auch schon gemacht. Ich bin mir ganz sicher, dass ich mein Kind so akzeptieren würde, wie es ist. Egal, welche Eigenheiten, Vorlieben, Schwächen usw. es hätte.
Aber ich habe mich schon oft gefragt, wie ich damit umgehen würde, wenn mein Kind irgendwie nicht die ganz zentralen Wertvorstellungen hätte, die ich habe. Und damit meine ich nicht irgendwelche Kleinigkeiten, sondern ganz einfach ganz grundlegende Dinge wie z.B. andere mit Respekt zu behandeln, zu akzeptieren, nicht runterzumachen usw.
Wenn ich z.B. kleine Kinder sehe, die einfach nach Tauben treten, dann denke ich mir immer, dass ich meinen Kindern schon ganz früh beibringen möchte, dass jedes Lebewesen, jedes Tier auch Gefühle hat und man sich nicht einfach einen Spaß daraus machen darf und sie zu quälen...
Ich hoffe einfach, dass ich es irgendwie hinbekomme, dass meine Kinder solche zentralen Werte auch übernehmen..
Filamis
 



Ähnliche Beiträge

Schwierige Mutter
Forum: Off topic
Autor: malessa
Antworten: 2
Differenzen mit der Mutter-bin ich zu empfindlich?
Forum: Hochsensibilität Allgemein
Autor: Anonymous
Antworten: 10
Neu hier & Endlich verstanden werden
Forum: Vorstellungsrunde
Autor: Der Koala
Antworten: 6

Zurück zu Hochsensibilität Allgemein

Wer ist online?

0 Mitglieder

cron