Wartezimmer überreizung?




Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Wartezimmer überreizung?

Beitragvon Hektor » Di 14. Feb 2012, 19:22

War heute beim Friseur und musste da ne längere Zeit warten.

Problem Nr. 1: Es gab keine gescheiten Zeitschriften
Problem Nr. 2: Es war realtiv voll
Problem Nr.3: Geräuschkulisse(Haarfön, geplapper usw.)
Problem Nr. 4: Mein Handy(Da ich nichts hatte um die Wartezeit sinnvoll überbrücken zu können musste mein Handy und einige darauf installierte Spiele und natürlich das internet herhalten)

Aufjedenfall merkte ich nach einiger Wartezeit, dass ich total überreizt war.

Ich denke da hatte meine Handydadellei einen nicht unerheblichen Teil zu beigetragen.
War aufjedenfall komisch weil dieses Gefühl garnicht weichen wollte, selbst beim anschließenden Einkaufen(gut ist ja auch nicht gerade eine unreizvolle Situtation)und zuhause dauerte es einige Zeit bis ich wieder richtig klar war.

Wie sind eure Erfahrungswerte bei langen Wartezeiten?
Klar hat niemand lust dazu 2 Stunden irgendwo zu warten, aber die Frage ist mehr darauf bezogen, ob ihr euch in solchen Situatioen oder nach solchen Situationen überreizt fühlt.
Hektor
 

von Anzeige » Di 14. Feb 2012, 19:22

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Re: Wartezimmer überreizung?

Beitragvon Rainer » Mi 15. Feb 2012, 14:52

Hallo Hektor,

wenn ich weiß, dass ich irgendwo länger warten muss nehme ich mir immer etwas zu lesen oder eine andere Beschäftigung mit. Denn wenn ich nichts dabei habe, auf das ich mich konzentrieren kann werde ich schnell unruhig und fange an krampfhaft nach etwas zu suchen mit dem ich mich ablenken kann. Ich probiere alles mögliche aus, bis es mir langweilig wird, beobachte was die anderen machen und schaue immer wieder auf die Uhr. Und irgendwann, wenn die Wartezeit zu lange dauert, bekomme ich Kopfschmerzen oder werde müde.

Manchmal habe ich auch das Gefühl, dass mein Gehirn abschaltet. Dann nehme ich zwar noch wahr, was um mich herum geschieht, aber mehr automatisch als bewusst.

Rainer
Rainer
 

Re: Wartezimmer überreizung?

Beitragvon Baronin » Mi 15. Feb 2012, 15:25

Hektor hat geschrieben:Wie sind eure Erfahrungswerte bei langen Wartezeiten?
Klar hat niemand lust dazu 2 Stunden irgendwo zu warten, aber die Frage ist mehr darauf bezogen, ob ihr euch in solchen Situatioen oder nach solchen Situationen überreizt fühlt.



Alles was Du sagt ist Fakt: warten kann nerven. Und Ablenkung kann zu reizüberflutung führen.
Was ich aus seminaren zum selbstmanagement gelernt habe:
wartezeit = geschenkte Zeit

Für uns als HSP vielleicht das wertvollste, was uns passieren kann.
Es bringt nichts (außer Frust) sich über die Wartezeit zu ärgern und vielelicht noch sich auszumalen, was man hätte stattdessen machen können.
das alles erhöht den Stressfaktor.
was kann man also tun?
Umdenken.
Du musst warten.
Du hast nichts um dich abzulenken.
Super!
Endlich Zeit für Dich.
Schließ die Augen oder schau aus dem Fenster und lass die Gedanken schweifen.
Trainiere deine Fähigkeit zur Lenkung von Wahrnehmung: nimm wahr, was du gerade wahrnimmst und dann schau mal, was alles deiner Wahrnehmung entgangen ist. Lass gezielt mal die Wahrnehmung zu dem Geplapper der menschen, dem lauten Atmen des nachbarn oder dann wiedre zurück zu seinem Atem wandern.
Gerade das konzentrieren auf den eigenen Atem ist eine super Übung zum ruhig werden und entspannen.
Außerdem kannst du im hier und jetzt, völlig legal !! das Nichtstun genießen. :D
Du kannst nichts tun!
Welche ein Geschenk.
Du darfst Deine Gedanken schweifen lassen.
Denke über den Letzten Tag nach, oder die nächste Woche,
ein Gespräch, was dir noch nachgeht, oder eine Fernsehsendung, die dir gefallen hat.

Ich bin mir sicher, dir fällt was ein! Und dann ist es total schade, dass die Wartezeit um ist.
----------------------------------------------------

Erste Hilfe bei negativer Gedankenspirale
Erstmal Durchatmen und dann:
Abprüfen der Situation auf realistische Sichtweise:
1.) Entspricht der Gedanke den Tatsachen?
2.) Hilft mir dieser Gedanke in der Situation weiter? Erleichert mir der Gedanke meine Handlungsfähigkeit?
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Re: Wartezimmer überreizung?

Beitragvon Zero-11 » Do 16. Feb 2012, 00:09

@Baronin

Wie was warten schlimm? Nein das warten ist nicht das Problem das Problem sind die Leute im Wartezimmer _violent5_
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Re: Wartezimmer überreizung?

Beitragvon sanfte_Wellness » Do 16. Feb 2012, 06:47

Hallo,

ich warte auch nicht gerne. Es gab Zeiten, da hatte ich immer ein Buch mit, weil ich da auch viel mit Bus und Bahn unterwegs war. Oder ich kaufte mir Zeitschriften, die halbwegs meine Interesse entsprachen. ich kam aber irgendwann auch zu dem Schluss, dass das meinen Überreizungsfakt auslöst. Bei den Zeitschriften sind es die bunten Bilder, die vielen Tipps, was man alles tun und haben sollte...und bei den Büchern die Themeninhalte.....incl. das ganze Drumherum, die Leute, manche können echt Starren, weil sie nicht empathisch genug sind, dass da jemand darauf reagieren könnte. Und wenn ich mich dann genervt abwende, ist es oft so, dass die Person erst recht (bewusst) aufmerksam auf mich wird, mich blicklich attackieren kann und dann ihren Pausenfüller-Spaß hat _violent5_

Ungewollt in banale Alltagsgespräche, Problem- oder Sorgengespräche mit reingezogen zu werden, kann mich auf die Palme bringen, ich fühle mich beleidigt und wechsele sichtlich genervt die Straßenseite, den Sitzplatz _schieb_ Denn ich kann als passiver Zuhörerin nichts tun, und fühle mich so nur zugemül*t (überreizt) SORRRY!

Um es aushaltbar zu machen, füge ich mich rein in solche Gespräche, empathisch wie gedanklich. Wenn nützliche Infos rausspringen, ist es ja auch nicht schlecht ;) Aber Small-talk ist gar nciht mein Ding - naja ....ist auch immer stimmungs- und launeabhängig.

Den Wert von geschenkter Zeit bei Wartezeit habe ich auch irgendwann erkannt! Ich nutzte solche Moment, des bewussten Fühlens und bloßen Wahrnehmens. Gut, wenn man dann die Gedanken abschalten kann. Das kann dann auch sehr genussvoll für mich sein, gut, wenn dann nicht soooo viel um mich rum los ist...wenn meine Phantasie und Gedankenwelt dann auch noch anfängt, ihre Verknüpfungen anzustellen, kann es sogar recht vergnüglich für mich werden.

Hängt wohl auch alles vom inneren Entspannungsfaktor ab. Und manchmal habe ich regelrecht Lust auf die bunten Zeitschriften und die inspirierenden Bilder und Tipps _yessa_ Und auch Zeitungen, aber die lese ich auch nicht mehr so gerne, weil ich mich da von den regional- und weltpolitischen Themen oft emotional stark angesprochen werden einerseits, andererseits mag ich den mitunter Unterhaltungston und - faktor in Zeitungen nicht. Und alles, was mich textlich mehr erschlägt, wie das ich infos und Wissenwertes erhalte, mag ich auch nciht.

Wartezimmer in der Arztpraxis ist für mich auch oft sehr unangenehm. Besonders in manchen Praxen. Im Wartezimmer meines Hausarztes ist es nett dekoriert und es sieht weniger nach Arzt aus - das finde ich sehr angenehm und wohltuend. Von dem her erscheinen die Leute auch angenehm.

Ich denke, dass die Gestaltung der Umgebung, schon eine starke Auswirkung auf die Stimmunng der Menschen haben kann, also für mich ganz besonders. Einmal war ich in einer herrlichen Naturlandschaft, das hat mich so wunderbar ausgefüllt, dass ich liebevollster und bester Laune war! _yessa_ _köss_

In kleinen Wartezimmern - grauslich, wenn man sich da Nas und Nas gegenüber sitzt. Jeder will schnell raus, niemand weiß so recht, wo mit den Augen hin, wie die Wartezeit überbrücken. Wenn ich dann noch in stickiger Luft - denn alle sind ja schnell am Erfrieren, wenn die Gefahr auf Frischluft besteht, gezwungen bin, mir die inneren menschlichen Vorgänge bildlich (ist so... _yessa_ ) mir vor das geistige innere Auge tritt, und ich mir jeden Nieser und Huster anhören muss, kann ich auch extrem werden, oder provokativ meine negative Stimmung zeigen, als Ventil, aber der Mensch, der niesen und husten muss, kann ja ncihts dafür, und auch nichts für die Enge des Wartezimmers. Da habe ich mich schon mal rausgesetzt und gesagt ich sei hochsensibel, ich halte das da drinnen nicht aus.

Ja, bedauerlicherweise kann ich dann schon auch sehr gereizt und agressiv werden. Und alles Sanfte und Liebevolle UND Intelligente, kann mich dann wieder besänftigen gutenacht

Liebe Grüße sanfte_wellness 1alie wub big_ohnmacht
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Re: Wartezimmer überreizung?

Beitragvon sanfte_Wellness » Do 16. Feb 2012, 06:47

... aber: wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her _yessa_ _grin_

Muss dazu noch sagen, dass ich Romane gar nicht mehr lese. Weil ich diese emotionale und phantastischen Romanwelten nicht brauche! Die füllen mich nur unnötig an! Im Zusammenhang mit Hochsensibilität kann ich es vielleicht besser verstehen, warum das so ist. Manche Leuten hielten mich immer zum viel lesen an. Eine Zeitlang hatte ich einen Ehrgeiz, ein Buch nach dem anderen abzuhaken - aber wofür denn? Diese imagninären Welten brauche ich nicht, die wären ein Zusätzlich!

Lieber lese ich Sachbücher und Bücher mit Wissensvermittlung. Das kann für mich gedankliche Stretching und Gymnastik sein und hinterher fühle ich mich wie nach guten Se* äh, wie nach einem intensiven Training im Fitness-Studio _grin_ voller Lebensfreude und Motivation.

Noch viel lieber ist es mir, mir Wissen auf kreative Weise anzueignen. Aus den Situationen des Augenblicks bzw. Alltags heraus und mir darauhin Hintergrundinfos zu beschaffen. Alerdings ist es schon auch schön, auf eine eigene Wissensdatenbank zurückgreifen zu können, um nicht gleich sofort unsicher und ängstlich zu werden.

LG sw 1alie wub _grinsevil_
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