Weihnachten - Scheinfrieden wahren?

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Weihnachten - Scheinfrieden wahren?

Beitragvon wassertropfen » Sa 16. Dez 2017, 21:30

Hallo *tanne*
Ich habe - wie schon öfter um diese Jahreszeit - das Gefühl, dass viele Leute komplett durchdrehen. Schlummernde Konflikte treten an die Oberfläche, es gibt Scheindiskussionen und -probleme, in Wahrheit geht es um tieferliegende familiäre Probleme. Kennt ihr das?
Bei mir geht es um meine Herkunftsfamilie, zu der ich ohnedies einen nicht intensiven Kontakt pflege. Am 24.12. feiere ich sowieso im engen Familienkreis (mit meinem Mann und meinen Kindern). Auch am 25.12. sind wir unter uns. Ich hab das Gefühl, dass das meine Mutter im Grunde stört, dass wir uns so gut abgegrenzt haben und unser eigenes Ding machen.
Mit sämtlichen Sinnlosaktionen versucht sie, sich irgendwie mehr ins Spiel zu bringen.
Bisher sind wir immer am 26.dann zum Essen zu ihr gekommen. Ich überlege gerade, ob wir das heuer lassen sollen, da sie gerade wieder was Grenzüberschreitendes gemacht hat.
Ich find das echt oft schade, wenn einem die Herkunftsfamilie so viel Energie raubt. Dass kaum Unterstützung kommt - ok. Aber dann noch diese nervenzerreißenden Machtspiele...
Ich war zuletzt glaube ich zu Ostern in meinem Heimatort. Fahr eh selten hin, weil es emotional nicht passt.
Wie handhabt ihr das so?
LG
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Re: Weihnachten - Scheinfrieden wahren?

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Sa 16. Dez 2017, 23:01

Hallo wassertropfen, _flöwer_

wollen denn deine Kinder auch nicht zu ihrer Oma? Und will sie ihre Enkel denn nicht mal gerne bei sich haben?

Wir verbringen Heilig Abend wahrscheinlich wieder in der Senioren-WG meiner Mutter. Dort sind einige sehr einsame ältere Herrschaften, die kaum Besuch von ihren Kindern bekommen. Vielleicht waren die früher auch so gemein zu ihren Kindern und Verwandten, wie du es beschreibst, so dass sie jetzt eben auch nicht mehr wahrgenommen werden. Aber mir tut das trotzdem leid, zumal sie sich jetzt immer so freuen, wenn wir dann eben kommen. Es ist sehr nett und friedlich, wenn dann zusammen gesungen wird und man es einander schönmacht.

Ich weiß auch nicht, warum familiäre Beziehungen oft so unerfreulich verlaufen müssen. Da ist so viel aufgestauter Unfrieden, gegenseitige Vorwurfshaltung und auch Gleichgültigkeit am Werke. Und keiner lässt mal locker mit dem alten Mist. Und irgendwann ist es dann zu spät, sich einander anzunähern ...

Na ja, das hilft dir jetzt vermutlich auch nicht weiter.

Ich wünsche dir jedenfalls alles Gute!!

Liebe Grüße
Anima
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Re: Weihnachten - Scheinfrieden wahren?

Beitragvon wassertropfen » So 17. Dez 2017, 00:24

Anima (Lufthauch) hat geschrieben:
wollen denn deine Kinder auch nicht zu ihrer Oma? Und will sie ihre Enkel denn nicht mal gerne bei sich haben?a

Hallo Anima,
wir haben eh regelmäßigen Kontakt zur Oma als Person - aber sie kommt zu uns. Ich fahr ungern zu ihr. Da ist auch noch ein Opa und der ist Misanthrop und sekkiert die Kinder.
Die Kinder sind mittlerweile auch nicht mehr so froh, wenn Oma kommt - bis auf das jüngste Kind. Das 5jährige Kind will gar nicht mehr mit ihr allein sein und das große Kind will ihr keine Infos mehr geben, weil die Oma es dann auslachen könnte oder Ähnliches.
Und Oma selbst würde natürlich gerne ausschließlich bei ihr mit den Kindern Weihnachten feiern. Manchmal hab ich das Gefühl, sie wünschte sich mich weg - dann hätte sie die Fäden in der Hand und "die Macht", die sie so liebt.
Aber es geht ja mir jetzt nicht drum, was Oma will, sondern was für mich das Beste ist.
In einem Seniorenheim zu feiern, stell ich mir auch nett vor. Ich hab auch einen Onkel, der in so einer Einrichtung wohnt, den ich zusammen mit meinen Kindern am Vormittag am 24.meist besuche.
Ich glaube übrigens nicht, dass ich nachtragend bin. Meine Mutter ist einfach sehr dominant. Mein Ziel ist, für mich und meine Familie den passenden Weg zu finden nach meinen Vorstellungen. Ich find's einfach mühsam, wenn sie meine Ansichten und Grenzen nicht akzeptiert.
Aber schauma mal. Letztendlich sind wir zum Glück unabhängig und nicht auf sie angewiesen. Ich werd den Besuch (falls er stattfindet) einfach sehr knapp abhalten.
LG und danke *schimmer*
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Re: Weihnachten - Scheinfrieden wahren?

Beitragvon fee » So 17. Dez 2017, 17:43

Hallo Wassertropfen,

was würde denn im schlimmsten Fall passieren, wenn du/ ihr Weihnachten nicht zu deiner Herkunftsfamilie, ich finde ja, der Ausdruck spricht für sich ;), geht?

Liebe Grüße fee
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Re: Weihnachten - Scheinfrieden wahren?

Beitragvon wassertropfen » So 17. Dez 2017, 23:14

Hallo fee,
danke für die worst-case-Frage. Ist fast immer hilfreich, sich die zu stellen. Hab aber nicht dran gedacht gehabt.
Also, sie könnte - wie es schon mal war, als es nicht nach ihrer Nase ging - sich eine Zeit lang gar nicht mehr melden. Um dann irgendwann so zu tun, als sei nichts gewesen.
Aber im Grunde ist das ja nicht die Tragik für uns. Sind ja zum Glück sehr unabhängig.

Mittlerweile ist sie aber bezüglich der Sache zurückgerudert. Wahrscheinlich ahnt sie, dass wir nicht kommen, wenn sie diese Grenzüberschreitung durchzieht. Ok.

Ich hätt auch lieber ein unkompliziertes Verhältnis zu meiner Mutter. Eines, das mich stärkt. Stattdessen muss ich ständig drauf achten, klar zu sein und irgendwie auf der Hut.
Ist halt so und gibt Schlimmeres.


fee hat geschrieben:... deiner Herkunftsfamilie, ich finde ja, der Ausdruck spricht für sich ;), geht?

Wie meinst du das genau? freüde

LG
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Re: Weihnachten - Scheinfrieden wahren?

Beitragvon fee » Mo 18. Dez 2017, 06:08

Guten Morgen wassertropfen,

schön ist, dass sich die Situation doch schon bissl entspannt hat, wenn auch noch nicht so, dass es allen gut damit geht.

Herkunftsfamilie klingt wie Erzeuger statt Vater. Ich lese aus dieser Unterscheidung eine Abgrenzung heraus. Also nicht nur Unterscheidung zwischen der einen und anderen Familie, sondern dabei auch eine Wertung. Was allerdings ja durch deine Situation so ist bzw. als Leser so interpretiert werden kann.

Falls meine Frage jetzt nicht zu weit geht oder zu persönlich ist, wenn ja beantworte sie einfach nicht, aber hast du ihr mal gesagt wie du empfindest ohne daraus einen Vorwurf zu machen?

Ich wünsche dir einen tollen Tag:)
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Re: Weihnachten - Scheinfrieden wahren?

Beitragvon wassertropfen » Mo 18. Dez 2017, 22:24

Hallo fee,
Ja, stimmt schon. Die Herkunftsfamilie ist eben die, wo ich herkomme. Mit diesem Wort kann ich auch kurz und knapp beschreiben, welche ich meine. Eine gewisse Wertung ist dabei, aber keine Abwertung!
Richtig wichtig ist mir als Mama nun meine Familie. Die kommt ganz vorne. Und ich gebe an unsere Kinder, ohne dafür etwas zu erwarten. Das war in früheren Generationen (zumindest in meiner Herkunftsfamilie) anders.
Zu deiner Frage: Ja, habe ich. Meine Mutter ist Verfechterin des Verdrängens. Sie sagt, sie wolle nirgends genau hinsehen (auch was ihr Geschichte betrifft) und nehme "das alles" mit ins Grab.
Das ist schade für sie. Aber ich lass das nicht zu meinem Problem werden.
Alles bisschen komplex. Aber für unser gemeinsames Weihnachten haben wir nun eine Lösung. Ich bin froh, dass ich gesagt habe, was mich stört. Fahre jetzt mit einem besseren Gefühl hin.
Frohe Weihnachten _tanz_
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Re: Weihnachten - Scheinfrieden wahren?

Beitragvon fee » Di 19. Dez 2017, 08:57

Guten Morgen wassertropfen,

ich finde, es klingt nach Entspannung der Situation für dich. Das ist schön! Ich freue mich für dich und wünsche euch ganz schöne Festtage :)

Herzliche Grüße fee
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Re: Weihnachten - Scheinfrieden wahren?

Beitragvon wassertropfen » Di 19. Dez 2017, 22:14

Danke, fee. Dir auch schöne Feiertage!
Alles Liebe!
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