Wie wart ihr als Kinder?

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Re: Wie wart ihr als Kinder?

Beitragvon EireenFox » Mo 13. Aug 2018, 10:25

Hallo,

was ich von Erzählungen weiß, war ich wohl ein sehr unfreudliches Baby und habe jeden angebrüllt, der in den Kinderwagen geschaut hat. Ausser die Personen, die ich mochte.
Als Kleinkind war ich eher schon Einzelgängerin, habe lieber für mich alleine gespielt, als mit anderen draußen.
Kindergeburtstage mochte ich gar nicht, weder selbst eingeladen werden noch selber einladen.
Im Kindergarten hatte ich immer nur ein oder zwei bestimmte Kinder, mit denen ich mich abgab. Gruppenarbeiten oder Spielen in der Gruppe wollte ich nicht.
Ich liebte Hörspiele und das tue ich heute noch. Teilweise höre ich heute noch Kinderhörspiele wie die Hexe Schrumpeldei oder so, bei Hausarbeiten usw. U72(
In der Schule war ich nicht sehr beliebt, da andere mein Verhalten nicht verstanden haben und ich eben sein stilles KInd war.

Vom Typ her war ich ein sehr stilles Kind, alles was wild war zB herumtobende Kinder oder auch Sportunterricht später in der Schule, war mir ein Graus.
EireenFox
 

Re: Wie wart ihr als Kinder?

Beitragvon sourcream » So 16. Sep 2018, 10:56

EireenFox hat geschrieben:Hallo,

was ich von Erzählungen weiß, war ich wohl ein sehr unfreudliches Baby und habe jeden angebrüllt, der in den Kinderwagen geschaut hat. Ausser die Personen, die ich mochte.
Als Kleinkind war ich eher schon Einzelgängerin, habe lieber für mich alleine gespielt, als mit anderen draußen.
Kindergeburtstage mochte ich gar nicht, weder selbst eingeladen werden noch selber einladen.
Im Kindergarten hatte ich immer nur ein oder zwei bestimmte Kinder, mit denen ich mich abgab. Gruppenarbeiten oder Spielen in der Gruppe wollte ich nicht.
Ich liebte Hörspiele und das tue ich heute noch. Teilweise höre ich heute noch Kinderhörspiele wie die Hexe Schrumpeldei oder so, bei Hausarbeiten usw. U72(
In der Schule war ich nicht sehr beliebt, da andere mein Verhalten nicht verstanden haben und ich eben sein stilles KInd war.

Vom Typ her war ich ein sehr stilles Kind, alles was wild war zB herumtobende Kinder oder auch Sportunterricht später in der Schule, war mir ein Graus.


Hörspiele mochte ich auch. Benjamin Blümchen war mein Favorit jeden morgen beim Frühstück. Ich wollte meinst alleine frühstücken und mochte es gar nicht wenn jemand dabei war. Ich hatte auch so einen Ekel vor Schlafanzügen, das ich wutig wurde. Meine Mutter zog sich meist dann auch um weil ich die Krise bekam wenn sie mit dem Schlafanzug in der Küche stand _läch_

heute schaue ich auch gerne Kinderfilme oder Jugendfilme an.

Spielen in der Gruppe war mir auch immer ein Graus, genauso Mannschaftssport. Ich bin heute immer noch so.
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Re: Wie wart ihr als Kinder?

Beitragvon DieOri » Sa 10. Nov 2018, 22:14

Für mich waren Zurechtweisungen und harsche Töne das Schlimmste. Ich erinnere mich auch dreissig Jahre später noch genau an bestimmte Situationen, in denen es hiess, ich solle die Ellenbogen vom Tisch nehmen oder die Porzellanfigur nicht anfassen. Mir stiegen die Tränen in die Augen und ich wäre am liebsten davongerannt.
Wenn ich ehrlich bin, geht es mir heute noch so...
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Re: Wie wart ihr als Kinder?

Beitragvon Raspberry » Do 29. Nov 2018, 21:55

Ich hatte mich etwas verloren, jetzt versuche ich, mein Teenagerich zu finden. Heute Abend bin ich nah dran: Ich bereite auf dem Sitzkissen liegend das Bullet Journal 2019 vor und höre dabei Korn unplugged, mit ordentlich Bass. Damals Nirvana und Alice In Chains, die ich heute noch mag. Ich hatte heute frei, meine beste Freundin war mit ihrem Kind da. Kennengelernt habe ich sie mit 17. Ich bin gerade sehr entspannt :)

Ich war ein extrem ruhiges Kind, als ich 10 war, liess mich eine Lehrerin psychologisch abklären. Gefunden wurde... nichts. Fast wurde ich auch im einer vorübergehende Sonderklasse eingeschult, die 2 Jahre dauert. Die Kleinklasse wird nach 2 Jahren aufgelöst und die Kinder werden auf die zweiten Klassen verteilt. Meine Mutter war dagegen. Zwar konnte ich mit 5 noch nicht gut Deutsch, weil meine Eltern 4 Jahre lang nur Französisch mit mir sprachen, aber ich lernte schnell und die Nachhilfe im Kindergarten war eigentöich unnötig. Ich las mit 8 leidenschaftlich, meine Schwester beschwerte sich, ich komme ja gar nicht mehr raus. Draussen spielten wir öfters am Bach, ich kletterte gerne auf Bäume. Für letzteres habe ich bis heute keinen Ersatz gefunden.

Meine Eltern scheinen mich als recht normal wahrgenommen zu haben, aber bereits mit 4 Jahren hatte ich das Gefühl, irgendwie anders zu sein. Ich hatte allerdings keine Ahnung, wie ich darauf kam. Ich kann mich an kein Erreignis errimern, das dieses Gefühl rechtfertigen würde, es sei denn, ich hätte sowas gehört und daraus den Schlusss gezogen. Ich weiss nur, dass ich schon damals gelegentlich sehr kurzen Tinnitus hatte und es als rotes Geräusch beschrieb. Alĺerdings hörte sich meine Lieblingssängerin Kimera auch rot an. Gut möglich, dass meine Eltern das nicht nachvollziehen konnten umd ich ihre Verwunderung sehr wohl wahrnahm.
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Re: Wie wart ihr als Kinder?

Beitragvon buene » Fr 30. Nov 2018, 09:49

Also ich hab als Baby angeblich locker 12 Stunden durchgeschlafen, das könnte ich heute noch, wenn mir die Möglichkeit gegeben würde... _müh_
Mit drei konnte ich mit Messer und Gabel essen, mit vier hab ich keine Ruhe gegeben, bis meine Mutter mir das Lesen beigebracht hat, und seitdem findet man mich täglich irgendwann mit einem Buch in der Hand. Ist auch eine Art, sich einen Ruheraum zu verschaffen, denke ich...
In der Schule war ich eher die Einzelgängerin mit guten Noten (aber nicht: Streber, also so mit "Frau Lehrerin, ich weiß was..."), hatte aber immer ein bis zwei gute Freundinnen, die meist auch zu den Sonderlingen gehörten
Habe mich an den Wochenenden während der Schulzeit am liebsten in meinem Zimmer verkrochen, Bravo von vorn bis hinten durch"studiert" und meine Lieblingsmusik gehört, zum Rausgehen hat es mich nie gedrängt. Ich war auch extremst unsportlich, ist mir blöderweise bis heute geblieben, so gesehen passe ich nicht in die heutige Zeit *wuff*
Zwischen 15 und 40 war eine eher hektische Zeit, wo ich aber auch am wenigsten im bisherigen Leben das Bedürfnis nach Ruhe und Rückzug hatte. Erst in den letzten 10 Jahren hab ich das Gefühl, es wird immer schneller immer schlimmer, ich ertrage keine Menschenmassen mehr (früher war ich sehr oft auf Stehplatz bei Konzerten! Heute undenkbar, da wird mir schon beim Gedanken schlecht...). Beim Wiener Oktoberfest heuer war ich bei meinem ersten - und sicherlich allerletzten! - Besuch kurz vor einem Nervenzusammenbruch: der Schweiß schoss mir waagerecht raus, ich bekam fast keine Luft und bin fast gerannt, nur um vom Gelände zu kommen. Die vielen Menschen, die Hektik, der Lärm...boah!!!!!
Gehts Euch auch so?
Bin wohl etwas vom eigentlichen Thema abgekommen... smuld
Behandle Deine Mitmenschen stets so, wie Du selbst behandelt werden willst. _Mij_
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Re: Wie wart ihr als Kinder?

Beitragvon Raspberry » So 2. Dez 2018, 08:29

Ich bin sehr ähnlich, ausser dass ich mit 35 immer noch gerne an Konzerte gehe. Mit einem Buch in der Handtasche _grin_
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Re: Wie wart ihr als Kinder?

Beitragvon Calmo » Sa 13. Apr 2019, 09:36

Gelesen habe ich auch sehr viel, angefangen mit bebilderten Sachbüchern für Kinder. Da ich aus Neigier kaum abwarten konnte mehr zu bekommen, habe ich recht früh Lesen (und Schreiben) geübt. Habe mich immer gewundert, warum der Tante-Emma-Laden bei uns so viele Buchstaben mehr hat als man sagte, nur "EDK" war doch viel einfacher. icon_winkle

Später kamen dann Rechenaufgaben dazu. Damals habe ich kleine Bildergeschichten mir ausgedacht und tagelang verfeinert. Introvertiert war ich ebenfalls, jedoch nicht schüchtern. Wenn mich wirklich etwas interessiert hat, habe ich mich zurückgezogen und es weiter verfolgt. Eine starke Neugier ist mir bis heute geblieben und war mir bereits im Kindealter ein starker Antrieb. In der Schule war ich also entsprechend gut und in mener Freizeit war ich hauptsächlich mit Musizieren und Theaterspielen beschäftigt.

Ein sensibles Gehör scheint bei mir angeboren, denn als Kind war mir Vieles viel zu laut und ich war schreckhaft. Während des Blockflötenunterrichts hat die Lehrerin dann festgestellt, dass ich motorisch und musiktheoretisch begabt bin und Klavierunterricht kam dann hinzu, da sie meinte, ich sei in einigen Gebieten hochsensibel. In der Musikschule gab es nur wenige Kinder, die ohne viel zu üben Tonarten, Intervalle und Akkordumkehrungen heraushören und in den praktischen Umgang integrieren konnten. Besonders in der Musikschule hat mich ein Gefühl des Andersseins beschlichen. Ich wunderte mich, warum andere für mich Selbstverständliches nicht hören, sehen, erkennen usw.
In der Oberstufe war dieses Gefühl besonders ausgeprägt. Ich konnte einfach nicht nachvollziehen, warum sich nur sehr wenige Mitschüler (oder niemand) in den Faust, Gretchen, Hamlet und weitere Rollen versetzen konnten, obwohl wir zugleich Pädagogik, Philosophie als Fächer und weiterführende Standardwerke (Freud, Foucault ... - in der Schulbibliothek!) hatten. Es wurde viel geredet, aber viel davon war einfach zumeist inhaltslos und langweilig und hatte nichts mit den Themen an sich zu tun. Den Leistungskurs konnte ich auf Antrag und Schulwechsel dann endlich zu Mathematik wechseln.

Das Pädagogikstudium war mein größter Fehler. Die Kommilitonen waren einfach sehr anstrengend und haben Vieles in den Seminaren kaputtgeredet und verdreht. Adäquate Leistungen im Studium erbringen sowie mehr als nur das Nötigste tun war unter Kommilitonen nicht besonders angesehen, dafür ein hoher Anspruch an aufgezwungenen rigiden Moralvorstellungen. Kurz vor Ende habe ich dann doch geschmissen und um mich über Wasser zu halten in einer Schreibagentur gekaufte Haus- und Abschlussarbeiten für so manchen angehenden Pädagogen geschrieben... Das passte zwar nicht ganz mit meiner Auffassung von ehrlicher Arbeit zusammen (war eine Notsituation), aber es zeigte sehr schön, dass mal wieder besonders die "guten Menschen" - wenn es um anerkannte Leistungen geht - gerne sogar betrügen und dann auf einmal eine Note ZWEI in der gekauften Arbeit nicht reicht... Fremdes geistiges Eigentum, fremde geistige Transferleistung, ganz legal erworben... auch ein Fehler von mir, woraus ich gelernt habe. ...So als sei es so schwierig, ausgerechnet ein Pädastudium selbst durchzuziehen... -Schk_ Aber ich schweife ab. Sind ja nicht alle so. 647&/
"Erziehung ist eine Zumutung, Bildung ein Angebot."

Niklas Luhmann
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Re: Wie wart ihr als Kinder?

Beitragvon songbird86 » So 14. Apr 2019, 11:32

Als Kleinkind war ich (und auch mein großer Bruder) laut meiner Mutter sehr ruhig.
Allerdings war ich auch immer sehr mama-bezogen und habe meine Mutter überall hin verfolgt, nicht mal auf dem Klo war sie vor mir sicher. Manchmal hatte ich auch Nachts Angst wegen Alpträumen und musste neben dem Bett meiner Mutter schlafen und ihre Hand halten. Ich hänge auch noch heute sehr an meiner Mutter, aber sie kann alleine auf's Klo. _läch_

Im Alter 6-8 war ich auch ruhig und nur ein bisschen schüchtern, denn im Kindergarten und in der Schule hatte ich immer Freunde und auch, ich sage mal, Bezugspersonen, mit denen ich gespielt habe. Neben der Schule hatte ich noch einen anderen besten Freund, mit dem ich sogar heute noch gut befreundet bin (er ist auch der Einzige, mit dem ich so lange zu tun habe; ich habe nicht so das Verlangen, heute noch mit meinen alten Schulfreunden abzuhängen).

Ich war aber wohl verträumt, denn das stand in fast jedem Zeugnis. 647&/ Mist verzapft oder mal richtig Ärger bekommen habe ich aber nie. Auch im Jugendalter war ich so ruhig. Hätte ich wohl mal etwas angestellt, dann hätte mich wohl nie jemand verdächtigt. Ich war wohl auch so unauffällig, dass manche Mitschüler gar nicht mitbekommen haben, wenn ich krank war. _pff_
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Re: Wie wart ihr als Kinder?

Beitragvon Der Koala » Mo 15. Apr 2019, 21:05

@songbird

Die letzten zwei Absätze von dir kommen mir sehr bekannt vor.
Ich denke in der Schule unsichtbar zu sein, ist in gewissen Situationen durchaus ein Vorteil. Sogar die Lehrer übersehen einen.
Allerdings gibt es da auch die Sorte die besonders die stillen Leute immer dran nimmt...

Ich find es generell toll das alles zu lesen.
No one can know
No one will know the things I'd do to be back there with you
No one can know, no one will know that I'm all alone with nothing to show

~Fearless Vampire Killers - Regret
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