wieder "runter kommen"

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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wieder "runter kommen"

Beitragvon Andromeda » Sa 12. Nov 2011, 19:14

Hallo _hello_

Ich habe hier gerade auf Anhieb nix dazu gefunden. Deshalb ein neuer "Fred" (finde ich lustig _grin_ habe ich hier zum ersten Mal gelesen).

Wenn ich angemotzt werde "bremsen!!!! Oaah, Dein Fahrstil!", dann kommt Übelkeit in mir hoch (es ist ein altes Thema zwischen meinem Freund und "vorher" meinem Ex-Mann: Autofahren).
Ich fahre unfallfrei! Wenn ich bremse, dann immer gelassen und ruhig, ohne dass die Insassen an der Frontscheibe kleben.

Naja, mir schlägt das eben voll auf die Magengrube, wie ein Faustschlag.
Ich brauche dann über eine Stunde um runter zu kommen........

Ob es nun Autofahren ist oder eine andere Gelegenheit, wo ich Ziel einer "Meckertirade" bin.
Ich habe ganz lange was davon. Mein ganzer Körper ist freüde nur mit den Mundwinkeln nach unten.
Übergeben musst ich mich auch schon einmal durch sowas.

Kennt Ihr das auch?
Ich denke schon. Würde gern mal etwas von Euch darüber lesen, wenn es an dem ist _yessa_

Schönen flauschigen Abend!
Andromeda
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Re: wieder "runter kommen"

Beitragvon sanfte_Wellness » So 13. Nov 2011, 06:15

Hallo Andromeda, _hello_

angemotzt werden drückt bei mir eher auf die Tränendrüse big_cry2 Da bin ich dann sehr damit beschäftigt, meinem Peiniger nicht auch noch meine fließenden Tränen als Genugtuung zu präsentieren und auch aus eigenem Stolz. 1alie Den Tränen dann nicht freien Lauf lassen, drückt dann bei mir im Bauch und verursacht dann Übelkeit. Lasse ich den Tränen freien Lauf an einem stillen Ort, dann empfinde ich keine Übelkeit anschließend mehr.
Aus diesem Grund ist es für mich besser, Tränen sofort freien Lauf zu lassen - geht natürlich nicht immer, aber um Übelkeit und stundenlanges im positiven Energiefluss dadurch gehemmt sein, zu verhindern, macht es Sinn, dass sofort zu tun und geschieht bei mir immer öfter im rein berechnenden und für mich positiven Sinne 1güt

Auch wenn ich mir mal Kopf oder Fuß anstoße. Das erzeugt erst eine riesen Wut und Schmerz und auch Traurigkeit (wie konnte ich / der Schrank mir das jetzt bloß antun, böse, ungerechte Welt) und dann lasse ich Tränen fließen und dann geht es und die Wut verraucht dann auch.

Angerempelt werden kann ähnliche Gefühle auslösen, evtl. auch ausgelöst durch den Schreck, der evtl. dadurch eine Gefühlschaos-Überreizung in mir auslöst - oder evtl. lediglich traumatische Erinnerungen aus der Kindheit oder lediglich Erinnerungen aus der Kindheit oder ...es werden Gefühle ausgelöst, die ich so stark empfinde, wie ein Kind sie stark empfinden kann. _nüxweiss_

Angemotzt werden kann Diverses Auslösen: Selbstmitleid, Niedergeschlagenheit, Erkenntnis: "der will mich nieder machen, warum hat der das überhaupt nötig, geht es nicht auch anders?", traurig sein / Tränendruck / Übelkeit, Hass , Wut, Agressionen, Ausholen zum verbalen und ebenfalls agressiven Gegenschlag, manchmal auch unüberlegt, einfach um dieses agressive Gefühl abzuwehren, dass mir unnötigerweise angetan wurde.

Angemotzt werden empfinde ich als eine Art psychische Gewalt, die Hilflosigkeit, Selbstmitleid, traurig sein, mich dumm und klein fühlen usw. auslösen kann.

Bedauerlich, wenn das Gegenüber austeilen, aber die entsprechenden Reaktionen nicht einstecken bzw. verarbeiten kann. Was dann? Dann wohin mit meinen Gefühlen? Wohin mit den Gefühlen und Reaktionen des Gegenübers?

Liebe Grüße sanft_wellness 1alie wub _gruebel_ _nüxweiss_ big_cry2
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Re: wieder "runter kommen"

Beitragvon Ninuschka » So 13. Nov 2011, 15:50

Das ist ja ein interessantes Thema! Mich würde auch sehr interessieren,wie ich in so einer Situation besser wieder "zu mir komme" oder mich erde.
Wenn mich jemand ins Visier nimmt, dann reagiert mein Körper sofort mit einer Art innerer Lähmung. Ich kann mich zwar bewegen, fühle mich aber, als würde ich von innen her zementiert. Besser kann ich es nicht beschreiben. Ich kann dann fühlen, wie mich meine Energie in Richtung meiner Füße verlässt. Klingt komisch, aber genau so fühlt es sich an. Danach brauche ich ewig, um mich wieder zu normalisieren. Es hilft eigentlich nur, raus ins Freie, am besten in den Wald. Dann finde ich mich wieder.
Zwar kann ich mich gut wehren und auseinandersetzen und bin dann auch durchaus kämpferisch, aber danach habe ich dennoch etliche Wunden, die zu diesem kraftlosen, starren Gefühl führen. Und ich werd furchtbar still und denke und denke...

Ninuschka
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Re: wieder "runter kommen"

Beitragvon Andromeda » So 13. Nov 2011, 21:01

Ja, Ninuschka,

ich spüre es eben auch, wie es in der Magenkuhle weh tut. Es kribbelt auch oft bis in die Fussohlen, so dass ich den Boden kaum spüre..... in den Armen aber auch. Ob wir gar abheben könnten?
Heisst ja, "in die Luft gehen".

Ich hatte während meiner Reha ein Streitgespräch mit meinem Freund am Telefon. Wieder, wie oben beschrieben, nur heftiger. Die Atmung ist total "verquer", Herzklopfen. Panik!
Ich musste noch zum Blutdruck messen und die Schwester hat sich sehr über meinen sehr hohen Blutdruck gewundert. "Haben Sie sich gerade sehr aufgeregt?"

Früher (als Kind) hatte ich einen zu niedrigen Blutdruck und musste deswegen Pillen schlucken.
Überhaupt ist mein Blutdruck eher höher. Nicht zu hoch, aber höher als sonst. Mit knapp 20 hatte ich noch Richtung 90 zu 60 _grin_
....

Ich schnauze jetzt zwar zurück. Und das sehr selbst bewusst! Aber ich brauche eben sehr, sehr lange, bis ich mich wieder beruhigt habe........

Mir fällt da noch was ein.
Wenn ich im Bett liege, und es gibt unten im Flur ein Geräusch (z.B., jemand geht auf`s Klo), "dann muss ich wieder von vorne anfangen, mit dem Müdewerden/Einschlafen" _grin_ .
Hab das mal meinem Freund beschrieben:
"Stell Dir eine Fieberkurve (oder das Dingens im OP- Herzschlag, you know icon_winkle ).
Ganz flache Kurve ______________________________________________________________(eine Tür geht auf oder sonst ein Geräusch, das ich nicht in Gedanken "adoptiert" habe)
________ _wav_ _______________ _wav_ ______________ _wav_

....und ich muss halt von vorn anfangen........."

Und Ohrenstöpsel will ich nicht nehmen, weil ich dann erst recht nicht einschlafen könnte: Babyphone und Wecker....

Und, sanfte_wellness, heulen tu ich dann eher alleine. Würde ich auch noch zu heulen anfangen, würde ich aggressiv...... hab meinem Freund schon mal einen verpasst, weil er den Fehler machte, mich anzufassen.
So´n schei.., wie "ganz ruhig....beruhige dich......alles wird gut.... _knüddel_" .... gaaaaaaaanz gefährlich........... icon_redface
Ich flitze dann lieber weg oder schmeisse raus icon_winkle


Hach.... schon blöd sowas _gruebel_

Alles L I E B E,
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Re: wieder "runter kommen"

Beitragvon Nicky » Mo 14. Nov 2011, 13:43

Hallo Andromeda,

ich kenne das so ähnlich.

Wenn ich angemotzt werde, dann spannt sich mein ganzer Körper an und ich bin auch Kampf gepolt. supercool

Ich schätze immer ein, ob es passend ist zurück zu motzen oder einfach die Klappe zu halten.

Aber dieses Gefühl der Angespanntheit habe ich dann auch noch ewig. Manchmal kommt mir die Situation dann nochmal in den Sinn und der ganze Spaß fängt von vorn an. Bis sich das komplett gelegt hat kann dann schonmal ein paar Tage dauern.

Meistens hilft mir Sport ganz gut. Beim Laufen kann ich mich abreagieren.

Ich hoffe nur, dass ich mich im Winter nicht so oft ärgern muss. Denn da ist es mit dem Laufen ja immer so eine Sache. _grin_

Liebe Grüße

NIcky
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Re: wieder "runter kommen"

Beitragvon Andromeda » Mo 14. Nov 2011, 14:03

Hallo Nicky,

ja, das mit dem Sport habe ich jetzt auch raus _yessa_
Ich habe einen sehr guten Crosstrainer im Schlafzimmer, auf dem ich mich austoben kann.
Die Energie wird so anscheinend in vernünftige Bahnen geleitet _grin_

Ich habe auch die Vermutung, dass ich gereizter bin, wenn ich nicht genug Bewegung hatte und nur mein Gadankenkarussel die Bewegungen hatte... icon_winkle

Mir kommt das Hamsterrad in den Sinn, was allerdings die totale Tierquälerei ist.
Für solche Zwecke aber sicher gut supercool

Ich empfinde es als hilfreich, ein Echo auf Anpflaumerei zu geben, denn das wurde mir als Kind abtrainiert: Nur reden, wenn ich gefragt werde....okay, nicht ganz sooo krass, aber in diese Richtung.
So etwa, dass meine Meinung leider sowieso keinen interessiert.
Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, ist das schon heftig für ein Kind.....

Vielleicht hab ich ja ein Echo nach dem anderen gespart...!?... und es kommt jetzt schneller und bestimmter _grin_

Liebe Grüße,
Andromeda
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Re: wieder "runter kommen"

Beitragvon dala » Di 15. Nov 2011, 17:23

also wenn ich mich RICHTIG ärgere:

WEGGEHEN, und am besten erstmal ne halbe stunde LAUT FLUCHEND durch die Wohnung rennen bis sich alle Unbeteiligten schräg angucken (ich nehme dann immer die hässlichsten Worte, die mir einfallen).
Evtl auch heulen, drüber reden oder laute Musik hören.
Danach was schönes machen, gucken, hören, lesen. Um den Frust verrauchen zu lassen. Im besten Falle ist die überschüssige Energie dann auch weg. Und das dann in kürzer werdenden Intervallen bei Bedarf wiederholen. Und drüber schlafen - ganz wichtig. Wie oft ich schon Entscheidungen und Meinungen über Nacht geändert habe....

gute Besserung :)
dala
 

Re: wieder "runter kommen"

Beitragvon sanfte_Wellness » Di 15. Nov 2011, 19:03

WEGGEHEN, und am besten erstmal ne halbe stunde LAUT FLUCHEND durch die Wohnung rennen


Hallo dala! Das ist auch eine gute Idee! _yessa_
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Re: wieder "runter kommen"

Beitragvon Nicky » Mi 16. Nov 2011, 14:23

Hallöchen,

also mir wurde auf jeden Fall abtrainiert mich zu wehren als ich ein Kind war.

Ich wurde immer gelobt,wenn ich ruhig geblieben bin und die verständnisvolle gemimt habe. Aber wenn ich mal nicht mit meinen Eltern einer Meinung war, dann hab ich Feuer gekriegt.

Darum fällt es mir oft auch so schwer, in brenzlichen Situationen gut und ruhig zu argumentieren. Ich durfte meine Wut nie raus lassen und hab sie deshalb heute nicht mehr unter Kontrolle.

Liebe Grüße

Nicky
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Re: wieder "runter kommen"

Beitragvon sanfte_Wellness » Mi 16. Nov 2011, 15:11

Ich wurde immer gelobt,wenn ich ruhig geblieben bin und die verständnisvolle gemimt habe. Aber wenn ich mal nicht mit meinen Eltern einer Meinung war, dann hab ich Feuer gekriegt.


Hallo Nicky,

das hört sich echt bedauerlich an! Ich denke auch, Kind sein kann nicht bedeuten,dauerhaft ruhig, artig und angepasst sein und tun was die Eltern sagen. Oh je...

Vielleicht gibt es Möglichkeiten deine Wut zu kanalisieren, Ventile zu finden usw. Der Teufelskreis geht ja jetzt weiter so wie du schreibst: du kannst nicht ruhig bleiben..und laut bzw. wütend werden löst bei den Gesprächsteilnehmern widerum Irritiertheit und Unverständnis und ungute Haltung dir gegenüber aus..also kenne ich so von mir auch...allerdings kann ich schon ruhig bleiben, nur wenn es zuviel wird, kann ich auch austeilen..wow, und wie ;)

Schlimm finde ich, wenn besonders Männer mit ihrer Lautstärke Einschüchterungsversuche starten. Klar, können auch Frauen, mir hört es sich bei Männern lauter und gewaltiger und agressiver / gefährlicher an...aber: ich kann auch ;) _grinsevil_ _yessa_

Liebe Grüße sanfte_wellness 1alie wub
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