Wieviel Egoismus ist "gesund"?

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Wieviel Egoismus ist "gesund"?

Beitragvon Lesley » Mi 27. Apr 2011, 21:55

Hallo ihr Lieben,

ich beschäftige mich gerade mit der Frage, wieviel Egoismus gesund/notwendig im Leben ist. Ganz ohne 'Eigennutz' wird es nicht gehen, denn dann geht man unter.
Man muss auch mal an sich selber denken.
Nur, wie/wo/wann ist die Grenze erreicht/überschritten?
Woran merkt man das?

fragende Grüße
Lesley
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Re: Wieviel Egoismus ist "gesund"?

Beitragvon Nicky » Do 28. Apr 2011, 13:03

Hallo Lesley,

diese Frage beschäftigt mich auch schon seit einiger Zeit. Aber ich habe bisher noch keine Antwort darauf gefunden.
Ich denke, dass Egoismus in dem Maß gesund ist, in dem man sich nicht selbst für andere aufgibt.

Mehr kann ich dazu leider auch nicht sagen, weil ich den Grad meines Egoismus immer genau daran messe wie es mir gut geht wenn ich etwas für andere tue.

Liebe Grüße

Nicky
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Re: Wieviel Egoismus ist "gesund"?

Beitragvon Viola cornuta » Do 28. Apr 2011, 13:27

In dieser Frage bin ich blutiger Anfänger, mein Psychiater meinte es wäre lebenswichtig dass ich Egoismus lerne. Ich dachte das kann ich schon, aber scheinbar nicht, oder falsch, oder keine Ahnung wie ;-)

Was auch immer er sonst sein mag, Egoismus, vor allem gesunder, ist scheinbar schwierig!

Edit: Wobei mir dazu noch einfällt dass wenn jemand einem "sei nicht so egoistisch" sagt, meistens meint "tu was ich will und opfere Dich auf für mich". Kein Wunder dass der Bezug zum gesunden Egoismus fehlt, das Wort wird denke ich oft missbraucht und falsch eingesetzt.
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Re: Wieviel Egoismus ist "gesund"?

Beitragvon Rose » Do 28. Apr 2011, 15:38

Hallo,ich habe das Wort Egoismus ausgetauscht :SELBSTLIEBE:
Kann man zu viel Selbstliebe haben?
Ich denke nein.
Rose
Wenn ich mein Leben nochmals leben könnte.
Ich würde mehr Gänseblümchen pflücken.
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Re: Wieviel Egoismus ist "gesund"?

Beitragvon Nicky » Do 28. Apr 2011, 18:39

Hallo liebe Rose,

das ist ein sehr gutes Argument.

Liebe Grüße

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Re: Wieviel Egoismus ist "gesund"?

Beitragvon Mohnblume » Do 28. Apr 2011, 20:28

Rose hat geschrieben:Hallo,ich habe das Wort Egoismus ausgetauscht :SELBSTLIEBE:
Kann man zu viel Selbstliebe haben?
Ich denke nein.
Rose


Liebe Rose,

wie weise von dir, das Wort Egoismus gegen SELBSTLIEBE zu tauschen !
Spitze ist das. Werde ich mir merken.

LG,
Mohnblümchen
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Re: Wieviel Egoismus ist "gesund"?

Beitragvon Lesley » Do 28. Apr 2011, 21:43

Ich bin mir nicht sicher, ob es nicht doch auch zuviel "Eigenliebe" geben kann. Muss ich nochmal drüber nachdenken.
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Re: Wieviel Egoismus ist "gesund"?

Beitragvon Viola cornuta » Do 28. Apr 2011, 22:13

Hm, das denke ich nicht. Denn nur wenn man sich selbst liebt ist man in der Lage, andere zu lieben, nur wenn man sich um sich selbst kümmert kann man sich um andere kümmern, nur wenn es einem selbst gut geht kann man anderen helfen.

Was man sich selbst antut tut man auch anderen an, wenn man gemein zu sich selbst ist schadet man auch seiner Umgebung (alleine weil Menschen die sich selbst nicht leiden können unerträglich sein können), Nur wer hat der kann geben etc.. da gibt es viele Beispiele

Sprich, Selbstliebe ist wohl das was hier gemeint sein sollte, also ich bin mit Roses Worttausch absolut einverstanden, ist aber in gewisser Weise das Gegenteil von Egoismus.


Übrigens ist mir eingefallen dass mein Psychiater nicht Egoismus gesagt hat sondern Selbsterhaltungstrieb, finde ich krass dass bei mir Egoismus ankam. (Ich habe mir Notizen gemacht, deswegen konnte ich das nachschauen)

*nachtrag* (heute fällt mir alles erst ein wenn ich schon gesendet habe)
Es gibt nicht zu viel Selbstliebe, aber pervertierte Selbstliebe, nämlich Narzissmus. Das ist aber nicht ein zuviel davon sondern eine falsche Form. Wie Kontrollsucht die negative Form von Gewissenhaftigkeit ist, oder Gleichgültigkeit die pervertierte Form von Gelassenheit.
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Re: Wieviel Egoismus ist "gesund"?

Beitragvon Sarina » Fr 29. Apr 2011, 00:35

ich hab lange nachgedacht. Das ist ein vielschichtiges Thema _yessa_

Egoismus ist für mich, wenn man nur sich selbst sieht
Selbstliebe, wenn man auch sich selbst sieht

Probleme gibt es jedoch immer mit diesem Thema, sieht jeder seine Bedürfnisse und berücksichtigt ebenso die des anderen, versucht man einen Konsens zu finden, der aber nicht immer passen muss oder kann. Dann erscheint der jeweils andere als Egoist.

Die Menschen lieben und sie verstehen Viola und dadurch immer den unteren Weg gehen, viele Verletzungen zu erleben und dennoch immer das Gute in anderen im Auge zu behalten, dadurch kann man sich auch im Laufe seines Lebens völlig selbst ausgeben. Ist man dann am Ende mit seinen Kräften, kann das ins Gegenteil umschlagen, man fängt plötzlich an aggressiv zu werden, weil man denkt, so nun bin ich bitte auch mal dran. Man versucht sich selbst auch mal wichtig zu nehmen und die Agressivität dient als Schutzfaktor für sich selbst, um vor lauter Menschenliebe selbst nicht wieder darein zu fallen, anderen zu entsprechen, Erwartungen von anderen zu erfüllen und das kann dann nach Egoismus aussehen. Dabei ist das reiner Selbsterhaltungstrieb.

Ach ist das ein Thema big_ohnmacht

lg Sarina
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Re: Wieviel Egoismus ist "gesund"?

Beitragvon Nicky » Fr 29. Apr 2011, 10:11

Ich glaube, dass die Eigenliebe in der heutigen Gesellschaft verpöhnt ist. Jeder stellt hohe Erwartungen an den anderen und entweder man gibt sich selbst dabei auf, oder man kommt in die Position dass man andere traktiert. Solche Strukturen habe ich selbst schon erlebt.
Da ich allerdings schon über eine spirituelle Weltansicht verfüge, versuche ich immer alles aus einem Blickwinkel zu sehen der diese Selbstaufgabe verhindert.

Aber es ist schon traurig was aus unserer Gesellschaft geworden ist.

liebe Grüße

Nicky
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