Zu sich Stehen oder sich in Frage stellen?

Alles rund um die Besonderheit der Wahrnehmungsfähigkeit und Gefühlswelt hochsensibler Menschen.

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Zu sich Stehen oder sich in Frage stellen?

Beitragvon Güldenstern » Mi 26. Aug 2015, 20:26

Kennt Ihr das auch:
Einerseits der Gegenwind, der Widerspruch, das Abwerten, das Kopfschütteln, ... wenn man (mal) zu den eigenen (womöglich außergewöhnlichen) Gefühlen, Gedanken steht.
Andererseits die Selbstzweifel, ob man sich da wohl gerade total verannt hat, stur und unbeweglich ist? Zumal man es schon einige Male an anderen, aber v.a. auch an sich selbst erlebt hat.
Einerseits tut es gut, endlich mal seinem eigenen Kompass zu folgen.
Andererseits erlebe ich, damit noch mehr in die (HSP-) Einsamkeit zu geraten.
Wann braucht es Verständnis und Trost, wann Widerspruch?
Güldenstern
 

Re: Zu sich Stehen oder sich in Frage stellen?

Beitragvon Frank_SH » Mi 26. Aug 2015, 20:45

Moin,

gute Frage... Ich versuche es mal aus meiner Erfahrung zu beantworten.

Als Kind war ich meiner Familie der Sonderling/Außenseiter. Damals habe ich sehr genau überlegt welche Gedanken ich teile, um nicht abgewatscht zu werden.
Das führte dazu das ich als sehr verschlossener Jugendlicher herangewachsen bin. Von Selbstbewusstsein und zu sich und seinen Gefühlen/Empfindungen/Wahrnehmungen zu stehen war für mich so nicht möglich.
Erst als Erwachsener habe ich gelernt mit meiner HS umzugehen und sie akzeptieren. Mit dem Alter kam mehr Gelassenheit und Selbstvertrauen, was es mir heute möglich macht zu meiner Andersartigkeit zu stehen und mich nicht von dem Verständnis der Allgemeinheit abhängig zu machen.
Ich habe einen kleinen engen Kreis Freunde, denen ich meine Gefühle und Wahrnehmungen ungefiltert mitteile, vor den meisten Anderen trage ich eine Maske, weil sie mich nicht verstehen können/wollen.

Mein Fazit: erwarte nicht verstanden zu werden, versuche zu dir zu stehen und dein Bauchgefühl als, für dich, richtig zu werten. Ein dickes Fell braucht man meiner Meinung nach als HSP auf jeden Fall.

Viele Grüße

Frank
Frank_SH
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Re: Zu sich Stehen oder sich in Frage stellen?

Beitragvon Joern » Do 27. Aug 2015, 13:53

Hi
so richtig was hinzuzufügen habe ich zu Franks Ausführungen gar nicht ....

Das ist ein Weg, der zu gehen ist.
Vielleicht der eigene Weg zum eigenen "Ich-Sein".

Als Kinder und Heranwachsende waren wir noch sehr in der Anhängigkeit, in der Loyalität. Das ändern sich ja irgendwann im Leben und soll es auch.
Vielleicht findest Du neben "virtueller Welt" auch noch einen lifehaftigen Ort, z.B. Gruppen in Deiner Nähe, um das mal selbst auszutauschen - und zu erfahren. Halte ich für wertvoller als nur (und ausschließlich) im Netz darüber zu sprechen - ist schließlich auch ein Stück Lebenserfahrung.
Beste Grüße *+*
Jörn

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Re: Zu sich Stehen oder sich in Frage stellen?

Beitragvon Uli » Fr 28. Aug 2015, 17:58

Letztendlich geht es doch darum authentisch zu sein, "Ich-zu-sein". So zu leben, denken, fühlen wie man ist und nicht wie man glaubt sein zu müssen um anderen zu gefallen. Ehrlich zu sich selbst zu sein.

Es wird immer jemanden geben, der sich von anderen, neuen Ideen und Denkweisen angegriffen fühlt und sich dementsprechend abreagiert.

Ich denke man hat die Wahl: zu leben wer, wie und was man ist und damit das Risiko einzugehen verletzt zu werden. Oder eine scheinbare Sicherheit, Zugehörigkeit zu schaffen, die wohl nie wirklich befriedigend sein wird weil ihr die ehrliche Basis fehlt.
Bei Ersterem wird man früher oder später auf die Menschen stoßen, denen man sich tatsächlich verbunden fühlt.

Daher ganz klar zu sich stehen (was nicht bedeutet das man nicht kritikfähig ist) auch wenn es sicherlich anders manchmal als leichter erscheint.
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